Die neurobiologische Verbindung zwischen Zwangsstörung und ADHS

Silvia Brem, Edna Grünblatt, Renate Drechsler, Peter Riederer, Susanne Walitza (2014)

ADHD Attention Deficit and Hyperactivity Disorders

Zusammenfassung

Die Zwangsstörung (OCD) und die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) gehören zu den häufigsten neuropsychiatrischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Die hohe gegenseitige Komorbidität von ADHS und OCD, insbesondere das häufige Auftreten von ADHS bei pädiatrischer OCD, ist gut beschrieben. OCD und ADHS nehmen häufig einen chronischen Verlauf mit Persistenzraten von mindestens 40–50 %. Familienstudien zeigen eine hohe Heritabilität von ADHS und OCD; einige genetische Befunde weisen bei beiden Störungen auf ähnliche Varianten innerhalb derselben pathogenetischen Mechanismen hin, während andere genetische Befunde möglicherweise zwischen ADHS und OCD unterscheiden. Neuropsychologische und bildgebende Studien legen nahe, dass bei beiden Störungen teilweise ähnliche exekutive Funktionen beeinträchtigt sind. Defizite in den entsprechenden Hirnnetzwerken könnten sowohl für die perseverativen, zwanghaften Symptome bei OCD als auch für die enthemmten und impulsiven Symptome verantwortlich sein, die ADHS kennzeichnen. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die aktuelle Literatur zu Neurobildgebung, neurochemischen Schaltkreisen sowie neuropsychologischen und genetischen Befunden und berücksichtigt dabei Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen OCD und ADHS.

Kategorien: Komorbiditäten

Schlagwörter: Zwangsstörung, ADHS, Neurobildgebung, Genetik, Neuropsychologie, Neurobiologie, EEG, MRT, fMRT

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