Die NeuroIMAGE-Studie: eine prospektive phänotypische, kognitive, genetische und MRT-Studie bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Design und deskriptive Daten
D. Rhein, M. Mennes, H. Ewijk, A. B. Groenman, M. P. Zwiers, J. Oosterlaan, D. Heslenfeld, B. Franke (2014)
European Child & Adolescent Psychiatry, Juli 2014
Zusammenfassung
Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine persistierende neuropsychiatrische Störung, die mit Beeinträchtigungen bei verschiedenen kognitiven Maßen sowie Auffälligkeiten struktureller und funktioneller Gehirnmaße verbunden ist. Genetischen Faktoren wird eine wichtige Rolle in der Ätiologie der ADHS zugeschrieben. Die NeuroIMAGE-Studie ist eine Nachuntersuchung des niederländischen Teils des Projekts International Multicenter ADHD Genetics (IMAGE). Sie ist eine multizentrische prospektive Kohortenstudie zur Untersuchung des Verlaufs der ADHS, ihrer genetischen und umweltbedingten Determinanten, ihrer kognitiven und neurobiologischen Grundlagen sowie ihrer Folgen im Jugend- und Erwachsenenalter. Von den ursprünglichen 365 ADHS-Familien und 148 Kontrollfamilien (CON) der IMAGE-Studie mit 506 Teilnehmern mit ADHS-Diagnose, 350 nicht betroffenen Geschwistern und 283 gesunden Kontrollen nahmen 79 % an der NeuroIMAGE-Nachuntersuchung teil. Zusammen mit neu rekrutierten Teilnehmern umfasst die NeuroIMAGE-Studie die Untersuchung von 1.069 Kindern (751 aus ADHS-Familien; 318 aus CON-Familien) und 848 Eltern (582 aus ADHS-Familien; 266 aus CON-Familien). Für die meisten Familien lagen Daten von mehr als einem Kind (82 %) und von beiden Elternteilen (82 %) vor. Die erhobenen Daten umfassen ein diagnostisches Interview, Verhaltensfragebögen, kognitive Maße, strukturelle und funktionelle Neurobildgebung sowie genomweite genetische Informationen. Der NeuroIMAGE-Datensatz ermöglicht es, den Verlauf der ADHS über die Adoleszenz bis ins junge Erwachsenenalter zu untersuchen, phänotypische, kognitive und neuronale Mechanismen zu identifizieren, die mit Persistenz versus Remission der ADHS verbunden sind, und deren genetische und umweltbedingte Grundlagen zu analysieren. Die Einbeziehung von Geschwistern von ADHS-Probanden und Kontrollen ermöglicht die Modellierung gemeinsamer familiärer Einflüsse auf den ADHS-Phänotyp.
Kategorien: ADHS Allgemein, ADHS bei Kindern, Diagnostik
Schlagwörter: Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, Kognition, Bildgebung, Genetik, Entwicklung, Familiarität
