Aggression

Mädchen mit Störungen des Sozialverhaltens

Während Studien zur Störung des Sozialverhaltens (Conduct Disorder; CD) in der Vergangenheit fast ausschließlich mit Jungen durchgeführt wurden, sind in den letzten Jahren betroffene Mädchen zunehmend in den Fokus des wissenschaftlichen Interesses gerückt. In dieser Übersicht werden die aktuellen Befunde zur Prävalenz und zu geschlechtsspezifischen Unterschieden hinsichtlich Symptomatik (einschließlich Subtypen aggressiven Verhaltens und psychopathischer Eigenschaften (callous-unemotional (cu)-traits)) dargestellt. Anhand von Befunden zum vegetativen und neuroendokrinen Stresssystem sowie neurokognitiven und genetischen Daten sowie Bildgebungsbefunden werden neurobiologische Differenzen und weitere Unterschiede im Hinblick auf den Einfluss von Umweltfaktoren aufgezeigt. Insgesamt zeigt sich eine große Überlappung der klinischen Symptomatik, von Persönlichkeitsmerkmalen und neurobiologischen Veränderungen bei Jungen und Mädchen mit CD. Größere systematische Untersuchungen zu Mädchen mit CD sind dringend notwendig und könnten zu einem besseren Verständnis dissozialer Entwicklung beitragen. Da Mädchen seltener eine CD-Symptomatik zeigen, könnten solche Studien z. B. helfen, Resilienzfaktoren zu identifizieren, die therapeutische Interventionen möglicher Weise optimieren könnten.

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Mädchen mit Störungen des Sozialverhaltens

Während Studien zur Störung des Sozialverhaltens (Conduct Disorder; CD) in der Vergangenheit fast ausschließlich mit Jungen durchgeführt wurden, sind in den letzten Jahren betroffene Mädchen zunehmend in den Fokus des wissenschaftlichen Interesses gerückt. In dieser Übersicht werden die aktuellen Befunde zur Prävalenz und zu geschlechtsspezifischen Unterschieden hinsichtlich Symptomatik (einschließlich Subtypen aggressiven Verhaltens und psychopathischer Eigenschaften (callous-unemotional (cu)-traits)) dargestellt. Anhand von Befunden zum vegetativen und neuroendokrinen Stresssystem sowie neurokognitiven und genetischen Daten sowie Bildgebungsbefunden werden neurobiologische Differenzen und weitere Unterschiede im Hinblick auf den Einfluss von Umweltfaktoren aufgezeigt. Insgesamt zeigt sich eine große Überlappung der klinischen Symptomatik, von Persönlichkeitsmerkmalen und neurobiologischen Veränderungen bei Jungen und Mädchen mit CD. Größere systematische Untersuchungen zu Mädchen mit CD sind dringend notwendig und könnten zu einem besseren Verständnis dissozialer Entwicklung beitragen. Da Mädchen seltener eine CD-Symptomatik zeigen, könnten solche Studien z. B. helfen, Resilienzfaktoren zu identifizieren, die therapeutische Interventionen möglicher Weise optimieren könnten.

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Vorhersage von Aggression im Vorschulalter anhand des DRD4-Risikos, elterlicher ADHS-Symptome und häuslichen Chaos

Diese Studie untersuchte den Einfluss des DRD4-Risikos eines Kindes, des Ausmaßes elterlicher ADHS-Symptome und des interaktiven Einflusses dieser Faktoren auf die Entwicklung von Aggression im Vorschulalter. Zusätzlich wurde die Rolle von häuslichem Chaos als Mediator zwischen elterlichen ADHS-Symptomen und kindlicher Aggression untersucht. Die Stichprobe bestand aus 84 4,5-jährigen Kindern und ihren Eltern. Die Kinder wurden hinsichtlich des DRD4-Polymorphismus genotypisiert. Die Eltern berichteten ihre ADHS-Symptome selbst, als das Kind 2 bis 6 Monate alt war. Vier Jahre später wurden Elternberichte zu häuslichem Chaos und Aggression des Kindes erhoben. Das DRD4-Risiko des Kindes und elterliche ADHS-Symptome trugen signifikant zur Vorhersage von Aggression im Vorschulalter bei. Entgegen unseren Hypothesen fanden sich jedoch keine Interaktionen zwischen dem DRD4-Risiko des Kindes und dem Ausmaß elterlicher ADHS-Symptome. Häusliches Chaos vermittelte den Zusammenhang zwischen väterlichen ADHS-Symptomen und Aggression des Kindes. Der Zusammenhang zwischen mütterlichen ADHS-Symptomen und kindlicher Aggression wurde hingegen nicht signifikant durch das Ausmaß häuslichen Chaos vermittelt. Die vorliegende Studie unterstreicht die Bedeutung longitudinaler Untersuchungen zum Beitrag elterlicher ADHS-Symptome zur kindlichen Aggression und zugleich einer differenzierten Betrachtung mütterlicher bzw. väterlicher Symptome von Unaufmerksamkeit und Hyperaktivität-Impulsivität. Darüber hinaus erwies sich häusliches Chaos als bedeutsamer Umweltmechanismus, über den väterliche ADHS-Symptome die Aggression von Kindern im Vorschulalter beeinflussen.

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Psychopathy

Zentrum für Klinische Psychologie und Rehabilitation der Universität Bremen Zusammenfassung. Das Konzept „Psychopathy“ wird in den letzten Jahren für das Kindes- und Jugendalter spezifiziert und bietet die Chance, Extremformen aggressiv-dissozialen Verhaltens zu beschreiben und zu klassifizieren. Erscheinungsformen, Prävalenzraten und Verlaufsstudien tragen dazu bei, dass die Aussagekraft des Konzepts für die klinische Praxis zunimmt. Die Tatsache, dass das DSM-V sich dieser Subgruppe annimmt, wird die Akzeptanz des Konzeptes und Forschungsaktivitäten intensivieren.

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Callous-unemotional Traits: Verhaltensprobleme und prosoziales Verhalten bei Kindergartenkindern

Callous-unemotional Traits (CU-Traits) stellen in der emotionalen Entwicklung Abweichungen dar, wie mangelnde Empathie oder ein oberflächlicher Affekt und gehören zu den Kernmerkmalen der Psychopathy. Aus einer entwicklungspsychopathologischen Sichtweise wird in der vorliegenden Studie untersucht, ob diese affektiven Merkmale bereits bei Kindern im Kindergartenalter zu identifizieren sind und sie mit Verhaltensproblemen, besonders mit externalisierenden Verhaltensproblemen, im Zusammenhang stehen. Anhand einer Stichprobe mit 311 Kindern (durchschnittlich 5;0 Jahre) wird die Anzahl der Kinder mit Callous-unemotional-Traits (CU-Traits), erfasst mit dem „Antisocial Process Screening Device“ (APSD), identifiziert. Es werden quer- und längsschnittliche Zusammenhange zwischen CU-Traits und Erlebens- und Verhaltensprobleme (SDQ) dargestellt. 23,3 % der Kinder weisen erhöhte Werte auf der Skala CU-Traits auf. Jüngere Kinder erreichen höhere Werte, so dass normative Entwicklungseinflüsse nahe gelegt werden. Es zeigen sich eindeutige Beziehungen zwischen CU-Traits und Verhaltensproblemen sowie negative Korrelationen zu prosozialem Verhalten. In der längsschnittlichen Analyse über ein Jahr erweisen sich CU-Traits als Prädiktor für Verhaltensprobleme. Ein spezifischer Zusammenhang zwischen aggressivem Verhalten und CU-Traits kann nicht aufgezeigt werden. CU-Traits stehen besonders mit einem Defizit prosozialen Verhaltens in Verbindung. Es wird diskutiert, ob CU-Traits bei jungen Kindern dazu geeignet sind, aggressive Kinder frühzeitig zu identifizieren.

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Computerspiele im Kindes- und Jugendalter unter besonderer Betrachtung von Suchtverhalten, ADHS und Aggressivität

Einleitung: Computerspiele gehören mittlerweile zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen von Kindern und Jugendlichen und ersetzen in zunehmendem Maß traditionelle Spiel- und Interaktionsaktivitäten. Gesamt betrachtet sind mit dieser Entwicklung nicht nur emotionale oder soziale Entwicklungsrisiken verbunden und im pädagogisch-therapeutischen Bereich können sich mit der Nutzung von Computerspielen auch durchaus Förder- oder sogar therapeutische Möglichkeiten verbinden. Anderseits mehren sich Belege, dass die exzessive Nutzung von Computerspielen mit einem signifikant erhöhten Risiko zu nicht-stoffgebundenem Suchtverhalten einhergeht und die Prävalenzen hierfür altersübergreifend besorgniserregend hoch sind mit tendenzieller Zunahme.

Zielsetzung: Der vorliegende Beitrag basiert auf einer Medlinerecherche. Die Zielsetzung besteht darin, zunächst motivationale und entwicklungspsychologische Besonderheiten von Computerspielen herauszuarbeiten, Prävalenzen und Risiken für eine Suchtentwicklung darzustellen und Verbindungen sowie Auswirkungen zu ausgewählten psychischen Störungen, nämlich Aufmerksamkeitsdefizitstörungen und aggressiven Verhaltensweisen darzustellen.

Ergebnisse: Die vorliegenden Ergebnisse weisen aus, dass speziell von einer ADHS betroffene Kinder und Jugendliche aufgrund der neuropsychologischen Gegebenheiten dieses Störungsbildes vulnerabel sind für die Entwicklung einer Computerspielsucht. Zum anderen kann der exzessive Konsum gewalthaltiger Computerspiele ein wichtiges Bindeglied für das Zustandekommen vermehrt aggressiver Verhaltensweisen bedeuten bei Vorliegen von bereits vorbestehenden aggressiven Kognitionen und Verhaltensskripten.

Schlussfolgerung: Angesichts der zunehmenden klinischen Relevanz von Suchtverhalten bei Computerspielen besteht dringend die Notwendigkeit zur Erarbeitung diagnostischer und therapeutischer Standards, wobei der Vernetzung mit ebenfalls mit der Materie befassten Fach- bzw. Arbeitsbereichen eine wichtige Bedeutung zukommt.

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