Amygdala

Neuronale Veränderungen bei chronisch-depressiven Patienten während psychoanalytischer Psychotherapie. Funktionelle-Magnetresonanztomographie-Studie mit einem Bindungsparadigma

Die meisten Bildgebungsstudien mit depressiven Patienten stellen die Effekte von Kurzzeittherapien im Bereich der interpersonellen und kognitiv-behavioralen Psychotherapie dar. Die neuronalen Effekte psychoanalytischer Langzeittherapien wurden bisher nicht betrachtet. In einer Studie (Buchheim et al. 2012, PLoS One 7:e33745) untersuchten die Autoren zum ersten Mal chronisch-depressive (DSM-IV), nichtmedizierte Patienten (n=16) am Anfang und nach 15 Monaten psychoanalytischer Therapie im Vergleich zu gesunden Kontrollprobanden (n=17), die nach Geschlecht, Alter und Bildung mit der Patientengruppe „gematcht“ worden waren. Alle Teilnehmer wurden mit dem Adult Attachment Projective Picture System (AAP) untersucht, um die Bindungsrepräsentationen zu erfassen. Weiterhin unterzogen sich die Patienten und die Probanden zu 2 Messzeitpunkten einer funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT). Dabei wurden ihnen personalisierte Kernsätze aus den eigenen AAP-Interviews zusammen mit den AAP-Bildern präsentiert. Die persönlichen Sätze wurden mit neutralen, die Umgebung beschreibenden Sätzen kontrastiert. Die Patienten zeigten zu Beginn der Behandlung einen höheren Anteil an desorganisierten Bindungsrepräsentationen im Vergleich zu den Gesunden. Dieser unverarbeitete Bindungsstatus veränderte sich nach 15 Monaten zu organisierten Bindungsrepräsentationen. Neuronal wiesen die Patienten zu Beginn der Behandlung eine höhere Aktivierung im linken anterioren Amygdala-Hippocampus-Komplex, im subgenualen Cingulum und im medialen präfrontalen Kortex auf als die Kontrollprobanden. Diese erhöhte Aktivierung war nach 15 Monaten signifikant reduziert und glich sich den Gesunden an. Die verminderte neuronale Aktivierung korrelierte signifikant mit der Symptomverbesserung (Buchheim et al. 2012, PLoS One 7:e33745).

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Langzeitergebnisse einer Funktionellen-Magnetresonanztomographie-Studie: Einfluss der psychodynamischen Psychotherapie auf die Hirnaktivierung von Panikpatienten

In einer kontrollierten Funktionellen-Magnetresonanztomographie(fMRT)-Studie wurde der Einfluss psychodynamischer Kurzzeitpsychotherapie auf die Hirnaktivierung von Patienten mit einer Panikstörung untersucht. In einem „Go-nogo“-Paradigma wurden Verhaltensmaße und zerebrale Aktivierung von 9 Panikpatienten auf affektive Wortreize mit bedrohlichen, neutralen und positiven Inhalten vor sowie nach Therapie bestimmt. Es wurden 18 gesunde Kontrollpersonen in vergleichbarem Abstand untersucht. In einer zusätzlichen Langzeitkatamnese ca. 3 Jahre nach Abschluss der Therapie wurde der Einfluss der Hirnaktivierung vor und nach Therapie auf den Langzeitverlauf von panikbezogenen Ängsten und Körpersensationen bestimmt. Entsprechend den aufgestellten Hypothesen war zu Behandlungsbeginn eine vermehrte limbische Aktivierung (Amygdala, Hippocampus) von einer verminderten präfrontalen Aktivierung auf negative Wörter hin begleitet. Bei Therapieende hatte sich die Paniksymptomatik deutlich gebessert und die frontolimbische Dysfunktion normalisiert. Verminderte Aktivierung des limbischen Systems unter der Therapie sagte auch günstigere Langzeitergebnisse vorher. Die Studie zeigt ähnlich früheren Befunden zur kognitiven Verhaltenstherapie, dass psychodynamische Kurzzeitpsychotherapie Veränderungen in frontolimbischen Netzwerken bewirkt.

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