Angststörungen

Depressive und Angststörungen bei Patienten mit Epilepsie und Multipler Sklerose – eine Herausforderung für die nervenärztliche Praxis

Patienten mit Epilepsie und Multipler Sklerose zeigen eine hohe Koexistenz von depressiven und Angststörungen auf. Diese Koexistenz bedeutet ein höheres subjektives Leiden, ein reduziertes Coping, mögliche negative Interferenzen mit somatischen Therapien und Rehabilitationen, eine stärkere Beeinträchtigung der Lebensqualität sowie höhere Grade an psychosozialer Behinderung. Sie schließt auch ein höheres somatisches Morbiditäts- und Mortalitätsrisiko im weiteren Verlauf ein. Die komplexen Zusammenhänge sind vorteilhaft innerhalb eines biopsychosozialen Krankheitsmodells zu integrieren. Psychologische und psychosoziale Stressoren sind eigenständig zu betrachten, aber auch in ihrer typischen neurobiologischen Vermittlung zu reflektieren. Gemeinsam geteilte pathogenetische Mechanismen von emotionaler Dysregulation einerseits und neurologischem Krankheitsprozess andererseits müssen betont werden. Vielfältige wechselseitige Interaktionen sind sowohl bei neurologischen Therapien als auch bei psychiatrischen Interventionen zu beachten.

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Emotionsregulationsdefizite im Kindesalter

Emotionsregulation. Die Fähigkeit zur Regulation von Emotionen stellt eine wichtige Entwicklungsaufgabe dar. Sie wird durch verschiedene Faktoren, wie die neurologische Entwicklung, das kindliche Temperament und das Erziehungsverhalten der Eltern maßgeblich beeinflusst.

Emotionsregulationsdefizite. Die aktuelle Forschung zeigt, dass Defizite der Emotionsregulation (d. h. der gehäufte Einsatz dysfunktionaler sowie die mangelhafte Anwendung funktionaler Regulationsstrategien) mit psychosozialen Beeinträchtigungen in Zusammenhang stehen. Zudem konnte eine grundlegende Beziehung von Emotionsregulationsdefiziten mit externalisierenden sowie internalisierenden Störungen des Kindesalters nachgewiesen werden.

Therapie. Mit dem Fokus auf Emotionsregulation in gezielten Behandlungsansätzen können diese viel versprechende Effekte erzielen. Eine Aufgabe für die zukünftige Forschung besteht darin, der spezifischen Funktion von Emotionsregulation für die Psychopathologie im Kindesalter weiter nachzugehen und diese Fähigkeit in die Therapie zu integrieren.

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Alles eine Frage der Aufmerksamkeit? Übersicht zu Effekten der computergestützten Modifikation von Aufmerksamkeitsverzerrungen auf Ängstlichkeit und Angststörungen

Aufmerksamkeitsverzerrungen in der Verarbeitung bedrohlicher Reize sind bei Angststörungen seit Langem bekannt. In jüngster Zeit wurden computergestützte Trainings entwickelt, die gezielt versuchen, diese pathologische Aufmerksamkeitslenkung zu modifizieren. Das vorliegende Review systematisiert bisherige Befunde zu Effekten solcher Aufmerksamkeitstrainings auf Angstsymptome im Erwachsenenalter. Die meist an nicht-klinischen Stichproben gewonnenen Erkenntnisse zeigen konsistent, dass bereits ein einmaliges Aufmerksamkeitstraining zu Veränderungen von Aufmerksamkeitsprozessen in die angestrebte Richtung führen kann. Weniger eindeutig ist die Befundlage zur Beeinflussung selbstberichteter und beobachteter Angstreaktionen durch derartige Trainings. Evidenz für positive Wirkungen liegt vor allem für Trait-Ängstlichkeit, soziale Ängste und pathologisches Sorgen vor, wobei die beiden letztgenannten Symptombereiche auch in klinischen Stichproben erfolgreich reduziert werden konnten. Die bisherigen Befunde erlauben jedoch kaum Aussagen über Moderatoren der Trainingswirksamkeit. Es liegen einzelne Hinweise vor, dass Ausmaß und Art der Ängste sowie die Darbietungsdauer der präsentierten Reize für eine Veränderung von Aufmerksamkeitsverzerrungen relevant sein könnten. Insgesamt lassen die vorliegenden Studien ein Potential von Aufmerksamkeitstrainings in der Modifikation klinischer und subklinischer Ängste erkennen, insbesondere da sie schnell und einfach anwendbar sind. Inwieweit die Trainings tatsächlich als eigenständige Interventionen in der Therapie der Angststörungen eingesetzt werden können, muss jedoch in weiteren Studien untersucht werden.

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Komorbidität bei ADHS

Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) tritt sehr häufig in Kombination mit anderen Störungsbildern auf. Die Abklärung und Berücksichtigung dieser Komorbiditäten stellt somit im klinischen Alltag eine zentrale Aufgabe und Herausforderung dar. In den letzten 10 Jahren wurden auch in der Forschung verstärkt Bemühungen unternommen, die Hintergründe und die Dynamik von komorbiden Störungen bei ADHS zu spezifizieren. Im folgenden Beitrag wird zunächst ein Überblick über aktuelle theoretische Modelle zum Verständnis von Komorbidität an sich gegeben. Darauf aufbauend werden die Prävalenzen sowie der aktuelle Forschungsstand zu genetischen und kognitiven Aspekten der relevantesten Komorbiditäten von ADHS im Kindes- und Jugendalter (Lese-Rechtschreib-Schwäche, Dyskalkulie, Störung des Sozialverhaltens, Depression, Angststörungen) dargestellt. Ausgehend von diesen Befunden werden die derzeit plausibelsten Erklärungen für die jeweiligen Komorbiditäten sowie die damit verbundenen Implikationen für die Praxis diskutiert. Angesichts dieser komplexen Zusammenhänge muss komorbiden Störungen bei ADHS in Zukunft verstärkt Aufmerksamkeit gewidmet werden.

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