Komorbidität bei ADHS
W. Kain, K. Landerl & L. Kaufmann (2008)
Monatsschrift Kinderheilkunde 156(8), 757-767
Zusammenfassung
Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) tritt sehr häufig in Kombination mit anderen Störungsbildern auf. Die Abklärung und Berücksichtigung dieser Komorbiditäten stellt somit im klinischen Alltag eine zentrale Aufgabe und Herausforderung dar. In den letzten 10 Jahren wurden auch in der Forschung verstärkt Bemühungen unternommen, die Hintergründe und die Dynamik von komorbiden Störungen bei ADHS zu spezifizieren. Im folgenden Beitrag wird zunächst ein Überblick über aktuelle theoretische Modelle zum Verständnis von Komorbidität an sich gegeben. Darauf aufbauend werden die Prävalenzen sowie der aktuelle Forschungsstand zu genetischen und kognitiven Aspekten der relevantesten Komorbiditäten von ADHS im Kindes- und Jugendalter (Lese-Rechtschreib-Schwäche, Dyskalkulie, Störung des Sozialverhaltens, Depression, Angststörungen) dargestellt. Ausgehend von diesen Befunden werden die derzeit plausibelsten Erklärungen für die jeweiligen Komorbiditäten sowie die damit verbundenen Implikationen für die Praxis diskutiert. Angesichts dieser komplexen Zusammenhänge muss komorbiden Störungen bei ADHS in Zukunft verstärkt Aufmerksamkeit gewidmet werden.
Kategorien: Komorbiditäten
Schlagwörter: ADHS, Lese-Rechtschreib-Schwäche, Dyskalkulie, Depression, Angststörungen
