Aufmerksamkeitsstörung

Methylphenidattherapie bei epilepsiekranken Kindern. Ergebnisse einer doppelblinden Anwendungsbeobachtung

Effektivität und Sicherheit von Methylphenidat (MPH) bei Kindern mit Epilepsie und Aufmerksamkeitsstörungen werden untersucht, da MPH mit einer Anfallsaggravierung in Verbindung gebracht wird. Patienten und Methode: Das Patientenkollektiv umfasste 65 Kinder, 50 mit Epilepsie, 15 mit pathologischem Elektroenzephalogramm (EEG) und/oder Gelegenheitsanfällen. Das durchschnittliche Alter der Studienteilnehmer betrug 9,3 Jahre. Die Kinder erhielten im Rahmen einer doppelblinden standardisierten Anwendungsbeobachtung über 5 Wochen MPH (hoch- gegen niedrig-dosiert) vs. Placebo. Vor Beginn und im Verlauf wurden Conners‘ Rating Scale, Lehrer-Fragebogen (von Steinhausen), Zahlendurchstreich-, „Alertness“- und Wahlreaktionstest „go/no go“ durchgeführt, ebenso ein wöchentliches EEG und eine Anfallserfassung. Ergebnisse: Bei Kindern mit Epilepsie fand sich in 76% der Fälle eine signifikante Verbesserung der Aufmerksamkeit und Impulsivität. Kinder mit einem Intelligenzquotienten (IQ)

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Methylphenidattherapie bei epilepsiekranken Kindern

Effektivität und Sicherheit von Methylphenidat (MPH) bei Kindern mit Epilepsie und Aufmerksamkeitsstörungen werden untersucht, da MPH mit einer Anfallsaggravierung in Verbindung gebracht wird.Patienten und Methode. Das Patientenkollektiv umfasste 65 Kinder, 50 mit Epilepsie, 15 mit pathologischem Elektroenzephalogramm (EEG) und/oder Gelegenheitsanfällen. Das durchschnittliche Alter der Studienteilnehmer betrug 9,3 Jahre. Die Kinder erhielten im Rahmen einer doppelblinden standardisierten Anwendungsbeobachtung über 5 Wochen MPH (hoch- gegen niedrig-dosiert) vs. Placebo. Vor Beginn und im Verlauf wurden Conners‘ Rating Scale, Lehrer-Fragebogen (von Steinhausen), Zahlendurchstreich-, „Alertness“- und Wahlreaktionstest „go/no go“ durchgeführt, ebenso ein wöchentliches EEG und eine Anfallserfassung.Ergebnisse. Bei Kindern mit Epilepsie fand sich in 76% der Fälle eine signifikante Verbesserung der Aufmerksamkeit und Impulsivität. Kinder mit einem Intelligenzquotienten (IQ) <70 profitierten in 63% der Fälle von der MPH-Behandlung. Elektroenzephalogramm und Anfallsfrequenz verschlechterten sich nicht; zweimal zeigte sich eine EEG-Verbesserung.Schlussfolgerung. Methylphenidat ist bei Kindern mit Epilepsie sicher und effektiv hinsichtlich einer Verbesserung von Aufmerksamkeit und Impulsivität. Epilepsie und EEG verschlechtern sich nicht.

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Attention please! Warum wir aufmerksam auf die Aufmerksamkeit sind

Ist bei Kindern und Jugendlichen die Aufmerksamkeit beeinträchtigt, führt dies häu- fig zu Schwierigkeiten im Alltag, so kann etwa die schulische Integration massiv erschwert sein. Bekannte Störungsbilder sind das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) und Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom ohne Hyperaktivität (ADS). Deutlich weniger Berücksichtigung finden bislang Aufmerksamkeitsstörungen aufgrund primärer hirnorganischer Störungen. Letztere gewinnen allerdings aufgrund steigender Überlebenschancen an Bedeutung. In der Literatur finden sich unzählige Modelle und Definitionen der Aufmerksamkeit. Diese Vielfalt führt häufig zu Begriffskonfusionen. Im vorliegenden Beitrag wird daher eine Aufmerksamkeitstaxonomie vorgeschlagen, die Komponenten verschiedener Modelle zusammenfasst. Des Weiteren werden die Verhaltensbeobachtung, Fremdbeurteilung und neuropsychologische Testverfahren beschrieben, die relevante Beurteilungsebenen der kinderneuropsychologischen Diagnostik von Aufmerksamkeitsstörungen sind.

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Diagnostik und Therapie von Aufmerksamkeitsstörungen

Aufmerksamkeitsstörungen gehören zu den häufigsten Ursachen für die Kontaktaufnahme zu einem Kinder- und Jugendpsychotherapeuten / -psychiater oder Pädiater. Häufig erhalten die Eltern aus der Schule Hinweise, dass ihr Kind dem Unterricht nicht in der geforderten Weise folgt und auch seine Mitschüler bei der Mitarbeit stört. Nicht selten finden sich entsprechende Vermerke im Zeugnis. In vielen Fällen kommt es auch zu Hausaufgabenkonflikten. Betroffene Kinder zeigen eine erhöhte Ablenkbarkeit und/oder eine ungewöhnliche motorische Unruhe sowie den Hang zu impulsiven unüberlegten Handlungen. Um angemessene therapeutische Maßnahmen auswählen zu können, sind eine ausreichende Spezifizierung in Subtypen unter Verwendung neuropsychologischer Testverfahren sowie die Bestimmung des Ausprägungsgrads der Störung erforderlich.

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