EEG

Die neurobiologische Verbindung zwischen Zwangsstörung und ADHS

Die Zwangsstörung (OCD) und die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) gehören zu den häufigsten neuropsychiatrischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Die hohe gegenseitige Komorbidität von ADHS und OCD, insbesondere das häufige Auftreten von ADHS bei pädiatrischer OCD, ist gut beschrieben. OCD und ADHS nehmen häufig einen chronischen Verlauf mit Persistenzraten von mindestens 40–50 %. Familienstudien zeigen eine hohe Heritabilität von ADHS und OCD; einige genetische Befunde weisen bei beiden Störungen auf ähnliche Varianten innerhalb derselben pathogenetischen Mechanismen hin, während andere genetische Befunde möglicherweise zwischen ADHS und OCD unterscheiden. Neuropsychologische und bildgebende Studien legen nahe, dass bei beiden Störungen teilweise ähnliche exekutive Funktionen beeinträchtigt sind. Defizite in den entsprechenden Hirnnetzwerken könnten sowohl für die perseverativen, zwanghaften Symptome bei OCD als auch für die enthemmten und impulsiven Symptome verantwortlich sein, die ADHS kennzeichnen. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die aktuelle Literatur zu Neurobildgebung, neurochemischen Schaltkreisen sowie neuropsychologischen und genetischen Befunden und berücksichtigt dabei Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen OCD und ADHS.

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Achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie verbessert die frontale Kontrolle bei bipolarer Störung: Eine Pilot-EEG-Studie

Hintergrund: Die kognitive Verarbeitung bei bipolarer Störung ist durch verschiedene Aufmerksamkeitsauffälligkeiten gekennzeichnet. Die achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie verbindet Achtsamkeitsmeditation als Form des Aufmerksamkeitstrainings mit Elementen kognitiver Therapie und könnte Aufmerksamkeitsdysfunktionen bei Patienten mit bipolarer Störung verbessern.

Methoden: 12 euthyme Patienten mit bipolarer Störung und 9 Kontrollpersonen wurden während Ruhezuständen (Augen offen, Augen geschlossen) und während einer Continuous-Performance-Aufgabe (A-X-Version; Analyse ereigniskorrelierter EEG-Potenzialwellen [ERP]) elektroenzephalografisch untersucht (EEG-Frequenzbandanalyse). Die Personen mit bipolarer Störung absolvierten anschließend eine achtwöchige MBCT-Intervention und wurden erneut mittels EEG untersucht.

Ergebnisse: (1) Hirnaktivität: Personen mit bipolarer Störung zeigten im Ruhezustand mit geschlossenen Augen in frontalen und cingulären Kortizes signifikant verringerte Theta-Band-Leistung, erhöhte Beta-Band-Leistung und verringerte Theta/Beta-Verhältnisse. Nach der MBCT-Intervention zeigte sich bei den Personen mit bipolarer Störung eine Verbesserung über dem rechten frontalen Kortex in Form einer Abnahme der Beta-Band-Leistung. (2) Hirnaktivierung: Personen mit bipolarer Störung zeigten während des Hinweisreizes über dem frontalen Kortex eine signifikante P300-ähnliche Wellenform. Nach der MBCT-Intervention war diese P300-ähnliche Wellenform über dem frontalen Kortex signifikant abgeschwächt.

Schlussfolgerungen: Personen mit bipolarer Störung zeigen eine verminderte Aufmerksamkeitsbereitschaft und eine Aktivierung irrelevanter Informationsverarbeitung während Aufmerksamkeitsprozessen. Diese Daten zeigen erstmals, dass MBCT bei bipolarer Störung die Aufmerksamkeitsbereitschaft verbessert und die Aktivierung irrelevanter Informationsverarbeitung während Aufmerksamkeitsprozessen abschwächt.

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Fehlerbezogene Hirnpotenziale bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung ist eine der am häufigsten diagnostizierten psychischen Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen, die durch altersunangemessene Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hyperaktivität gekennzeichnet ist.In dieser Studie wurde untersucht, ob bei Kindern mit ADHS verminderte fehlerbezogene Gehirnaktivität insbesondere bei der Verarbeitung bewegter im Vergleich zu statischen visuellen Reizen vorliegt. Die Kinder mussten unter EEG-Ableitung kognitive Aufgaben (Flanker- und Motion-Tasks) bearbeiten. Mit Hilfe ereigniskorrelierter Potenziale (EKP) wurden die fehlerbezogenen Parameter Ne und Pe, sowie die Verhaltensdaten (Fehleranzahl, Reaktionszeit, intraindividuelle Reaktionszeit-Variabilität) untersucht. An der Studie nahmen 16 Jungen mit der ICD-10-Diagnose F 90.0 und 26 gesunde Kontroll-Probanden im Alter von 8 bis 15 Jahren teil. Probanden mit ADHS zeigten erhöhte psychopathologische Auffälligkeiten sowie längere Reaktionszeiten und eine höhere Reaktionszeit-Variabilität. Gruppenunterschiede bei der Verarbeitung von bewegten Reizen (Motion Task) im Vergleich mit statischen Reizen (Flanker Task) bestanden nicht. Die Amplituden der fehlerbezogenen EKPs Ne und Pe waren in der ADHS-Gruppe erniedrigt.Die Ergebnisse zeigen, dass Kinder mit ADHS vermutlich Beeinträchtigungen bei kognitiven Kontrollprozessen und den exekutiven Denkfunktionen haben. Darüber hinaus legen weitere Studien nahe, dass diese Parameter Kennzeichen für ADHS-spezifische Endophänotypen darstellen könnten. Weitere Untersuchungen zur Aufklärung der zugrundeliegenden Genetik und Pathophysiologie müssen noch folgen.

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Neurofeedback-Training bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivit�tsst�rung (ADHS)

Im Rahmen einer multizentrischen, randomisierten, kontrollierten Studie evaluierten wir die klinische Wirksamkeit eines Neurofeedback-Trainings (NF) bei Kindern mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivit�tsst�rung (ADHS) und untersuchten die einem erfolgreichen Training zugrunde liegenden neurophysiologischen Wirkmechanismen. Als Vergleichstraining diente ein computergest�tztes Aufmerksamkeitstraining, das dem Setting des Neurofeedback-Trainings in den wesentlichen Anforderungen und Rahmenbedingungen angeglichen war. Auf Verhaltensebene (Eltern- und Lehrerbeurteilung) zeigte sich das NF-Training nach Trainingsende dem Kontrolltraining sowohl hinsichtlich der ADHS-Kernsymptomatik als auch in assoziierten Bereichen �berlegen. F�r das Hauptzielkriterium (Verbesserung im FBB-HKS Gesamtwert) ergab sich eine mittlere Effektst�rke (von 0.6). Sechs Monate nach Trainingsende (follow-up) konnte das gleiche Ergebnismuster gefunden werden. Die Ergebnisse legen somit den Schluss nahe, dass NF einen klinisch wirksamen Therapiebaustein zur Behandlung von Kindern mit ADHS darstellt. Auf neurophysiologischer Ebene (EEG; ereignisbezogene Potentiale, EPs) konnten f�r die beiden Neurofeedback-Protokolle Theta/Beta-Training und Training langsamer kortikaler Potentiale spezifische Effekte aufgezeigt werden. So war f�r das Theta/Beta-Training beispielsweise die Abnahme der Theta-Aktivit�t mit einer Reduzierung der ADHS-Symptomatik assoziiert. F�r das SCP-Training wurde u. a. im Attention Network Test eine Erh�hung der kontingenten negativen Variation beobachtet, die die mobilisierten Ressourcen bei Vorbereitungsprozessen widerspiegelt. EEG- und EP-basierte Pr�diktorvariablen konnten ermittelt werden. Der vorliegende Artikel bietet einen Gesamt�berblick �ber die in verschiedenen Publikationen unserer Arbeitsgruppe beschriebenen Ergebnisse der Studie und zeigt zuk�nftige Fragestellungen auf.

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Neurofeedback-Training bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) Effekte auf Verhaltens- und neurophysiologischer Ebene

Im Rahmen einer multizentrischen, randomisierten, kontrollierten Studie evaluierten wir die klinische Wirksamkeit eines Neurofeedback-Trainings (NF) bei Kindern mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und untersuchten die einem erfolgreichen Training zugrunde liegenden neurophysiologischen Wirkmechanismen. Als Vergleichstraining diente ein computergestütztes Aufmerksamkeitstraining, das dem Setting des Neurofeedback-Trainings in den wesentlichen Anforderungen und Rahmenbedingungen angeglichen war. Auf Verhaltensebene (Eltern- und Lehrerbeurteilung) zeigte sich das NF-Training nach Trainingsende dem Kontrolltraining sowohl hinsichtlich der ADHS-Kernsymptomatik als auch in assoziierten Bereichen überlegen. Für das Hauptzielkriterium (Verbesserung im FBB-HKS Gesamtwert) ergab sich eine mittlere Effektstärke (von 0.6). Sechs Monate nach Trainingsende (follow-up) konnte das gleiche Ergebnismuster gefunden werden. Die Ergebnisse legen somit den Schluss nahe, dass NF einen klinisch wirksamen Therapiebaustein zur Behandlung von Kindern mit ADHS darstellt. Auf neurophysiologischer Ebene (EEG; ereignisbezogene Potentiale, EPs) konnten für die beiden Neurofeedback-Protokolle Theta/Beta-Training und Training langsamer kortikaler Potentiale spezifische Effekte aufgezeigt werden. So war für das Theta/Beta-Training beispielsweise die Abnahme der Theta-Aktivität mit einer Reduzierung der ADHS-Symptomatik assoziiert. Für das SCP-Training wurde u. a. im Attention Network Test eine Erhöhung der kontingenten negativen Variation beobachtet, die die mobilisierten Ressourcen bei Vorbereitungsprozessen widerspiegelt. EEG- und EP-basierte Prädiktorvariablen konnten ermittelt werden. Der vorliegende Artikel bietet einen Gesamtüberblick über die in verschiedenen Publikationen unserer Arbeitsgruppe beschriebenen Ergebnisse der Studie und zeigt zukünftige Fragestellungen auf.

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Methylphenidat und Wenn-dann-Pläne sind bei der Modulation der P300 und der Verbesserung der Reaktionshemmung bei Kindern mit ADHS vergleichbar

Eine gestörte Funktion des präfrontalen Kortex und des anterioren cingulären Kortex sowie eine entsprechend reduzierte P300 liegen vermutlich den Defiziten exekutiver Funktionen bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zugrunde. Unter Verwendung eines kombinierten Klassifikations- und Go/NoGo-Aufgabenparadigmas untersuchte die vorliegende Studie, ob eine Medikation mit Methylphenidat (MPH) die mittels hochauflösendem Elektroenzephalogramm (EEG) gemessene P300 moduliert und die Reaktionshemmung bei Kindern mit ADHS erleichtert. Darüber hinaus wurden die Effekte von MPH mit den Effekten der Selbstregulation durch Wenn-dann-Pläne verglichen (Gollwitzer in Am Psychol 54: 493–503, 1999). Sowohl MPH als auch Wenn-dann-Pläne modulierten die P300 und verbesserten die Hemmung einer unerwünschten Reaktion in einer Go/NoGo-Aufgabe auf dasselbe Niveau, das bei Kindern ohne ADHS beobachtet wurde. Wichtig ist, dass Selbstregulationsstrategien bei Kindern mit ADHS eine wertvolle Alternative zur Medikation mit MPH darstellen könnten.

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