Erwachsene

Langfristiges funktionelles Outcome bei erwachsenen Strafgefangenen mit ADHS unter OROS-Methylphenidat

In einer kürzlich durchgeführten randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie zeigten wir eine robuste Wirksamkeit (Cohen’s d = 2,17) von täglich 72 mg Methylphenidat mit oralem osmotischem Freisetzungssystem (OROS-Methylphenidat) über 5 Wochen gegenüber Placebo auf Symptome der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), den globalen Schweregrad und die globale Funktionsfähigkeit bei 30 erwachsenen männlichen Strafgefangenen mit ADHS und komorbiden Störungen. Die Outcomes verbesserten sich während der anschließenden 47-wöchigen offenen Verlängerung mit OROS-Methylphenidat in flexibler Tagesdosierung bis zu 1,3 mg/kg Körpergewicht weiter. In der vorliegenden Studie untersuchten wir die langfristige Wirksamkeit und Aufrechterhaltung der Verbesserungen über die insgesamt 52-wöchige Studie hinsichtlich Kognition, motorischer Aktivität, Verhalten in der Institution und Lebensqualität. Post hoc untersuchten wir die Zusammenhänge zwischen der Beurteilung der ADHS-Symptome durch Untersucher und Selbstbeurteilung sowie zwischen Symptombewertungen und Funktionsfähigkeit. Die mittels ANOVA mit Messwiederholung berechneten Outcomes verbesserten sich vom Ausgangswert bis Woche 16 und blieben bis Woche 52 stabil oder verbesserten sich weiter. Sowohl das verbale als auch das visuell-räumliche Arbeitsgedächtnis und das abstrakte verbale Schlussfolgern verbesserten sich im Zeitverlauf signifikant, ebenso mehrere kognitionsbezogene Maße und die motorische Aktivität. Es wurde kein Substanzmissbrauch festgestellt, und die Mehrheit der Teilnehmer nahm an psychosozialen Behandlungsprogrammen teil. Die Lebensqualitätsbereiche Lernen sowie Ziele und Werte verbesserten sich im Zeitverlauf; letzterer Bereich stand am Ende der offenen Phase in signifikantem Zusammenhang mit Verbesserungen der Aufmerksamkeit. Die Beurteilungen der ADHS-Symptome durch Untersucher und Selbstbeurteilungen sowie der globale Symptomschweregrad standen in Woche 52 am stärksten mit der globalen Funktionsfähigkeit in Zusammenhang. Schließlich waren die Untersucher- und Selbstbeurteilungen der ADHS-Symptome bereits zu Studienbeginn signifikant miteinander assoziiert, wobei die Übereinstimmung im Zeitverlauf zunahm.

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Explizite und implizite Aufmerksamkeit bei Erwachsenen mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

Bislang gibt es keine Studie, in der explizite und implizite Aufmerksamkeitsprozesse bei Erwachsenen mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) experimentell untersucht wurde. Dabei gehören die Aufmerksamkeitsprobleme zu den Kernproblemen dieser Erkrankung bei Erwachsenen. Ein besseres Verständnis der Aufmerksamkeitsproblematik könnte Informationen liefern, die zur Verbesserung der Diagnostik und der Therapie dieser Erkrankung beitragen. Studien zum Fahrverhalten bei Erwachsenen mit einer ADHS legen die Annahme nahe, dass die implizite Form der Aufmerksamkeitslenkung, im Gegensatz zur expliziten Form, bei diesen Patienten besonders betroffen ist. Der vorliegenden Studie liegt daher die Annahme zugrunde, dass die implizite Form der Aufmerksamkeitslenkung bei Erwachsenen mit einer ADHS stärker beeinträchtigt ist als die explizite Form. Zur Überprüfung dieser Annahme werden 20 gesunde Erwachsenen mit 20 Erwachsenen mit einer ADHS verglichen. Beide Gruppen bearbeiten das Stroop- sowie das Flanker-Paradigma. Dabei handelt es sich um Inkongruenzaufgaben, die in der Kognitionspsychologie standardmäßig zur Untersuchung von Aufmerksamkeit eingesetzt werden. Beim Stroop-Paradigma sind explizite Prozesse der Aufmerksamkeitslenkung aktiv, während es beim Flanker-Paradigma implizite Prozesse sind. Sind bei Erwachsenen mit einer ADHS implizite Prozesse der Aufmerksamkeitslenkung stärker betroffen, sollten die Patienten im Vergleich zu den Gesunden beim Flanker-Paradigma stärkere Defizite zeigen als beim Stroop-Paradigma. Dabei interessieren nicht nur die Verhaltenskorrelate von Aufmerksamkeit, sondern auch die neurophysiologische Ebene. Neben Reaktionszeiten (RZ) und Prozent korrekter Antworten (PK) werden die ereigniskorrelierten Potentiale (EKP) und zwar die P300-Peak-Latenz das lateralisiertes Bereitschaftspotential (LRP) sowie die Fehlernegativierung (ERN) erfasst. Auf der Verhaltensebene zeigen sich nicht die erwarteten Unterschiede. Der Inkongruenzeffekt ist für die PK bei den Patienten zwar größer als bei den Gesunden, eine stärkere Beeinträchtigung der impliziten Aufmerksamkeit im Vergleich zu expliziten Aufmerksamkeit ist bei den Patienten auf der Verhaltensebene jedoch nicht zu erkennen. Bei den EKP sind die Unterschiede wie erwartet: Sowohl hinsichtlich der P300-Peak-Latenz, als dem LRP und auch der ERN unterscheiden sich Gesunde und Patienten beim Flanker-Paradigma signifikant stärker als beim Stroop-Paradigma. Die Ergebnisse legen die Annahme nahe, dass die implizite Form der Aufmerksamkeitslenkung bei Erwachsenen mit einer ADHS stärker betroffen ist. Diese Information könnte nutzbringend zur Verbesserung der Diagnostik dieser Störung verwendet werden. Die Ergebnisse dieser Studie stellen damit einen ersten Schritt in eine richtige Richtung dar.

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Multitasking bei Erwachsenen mit ADHS

Erwachsene mit ADHS haben Probleme in alltäglichen Multitasking-Situationen, vermutlich aufgrund von Defiziten exekutiver Funktionen. Ziel der vorliegenden Studie ist es herauszufinden, (a) ob Erwachsene mit ADHS in einer standardisierten Aufgabe eine beeinträchtigte Multitasking-Leistung zeigen, (b) wie sie die Multitasking-Situation wahrnehmen und (c) welche Aufgabenstruktur für sie im Vergleich zu Erwachsenen ohne ADHS vorteilhaft sein könnte. Daher verglichen wir experimentell Aufgabenleistung, Stimmung und Motivation in einer Gruppe von 45 Männern mit ADHS (M-Alter = 34,47, SD = 9,95) mit einer Vergleichsgruppe von 42 Männern ohne ADHS (M-Alter = 31,12, SD = 10,59) unter drei Bedingungen: (a) einem Multitasking-Paradigma, (b) einer Interleaving-Bedingung, in der Aufgaben ohne Planung oder Überwachung ausgeführt werden mussten, und (c) einer Nicht-Interleaving-Bedingung. Unsere Ergebnisse zeigten keine beeinträchtigte Multitasking-Leistung bei Erwachsenen mit ADHS. In der Nicht-Interleaving-Bedingung zeigten sie jedoch eine bessere Stimmung und höhere Motivation.

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ADHS im Erwachsenenalter und Nikotinabhängigkeit

Vorrangiges Ziel dieser Arbeit ist es den Nikotinkonsum von erwachsenen ADHS Patienten zu analysieren und mit einer Gruppe von gesunden Kontrollprobanden zu vergleichen. Zu diesem Zweck wurden 60 Patienten mit der Diagnose ADHS im Erwachsenenalter ausgewählt. Passend zu diesen 60 Patienten wurden 60 Probanden in Alter, Bildung und Geschlecht gematcht. Zur Erfassung der Nikotinabhängigkeit wurde allen Rauchern ein FTND Fragebogen mit Zusatzfragen vorgelegt. Unter den ADHS Patienten befanden sich signifikant mehr Raucher als unter den Kontrollprobanden. Es zeigte sich kein Unterschied zwischen den ADHS Subtypen bezüglich der Raucherquote. Unter den ADHS Patienten hatten die Frauen die signifikant höhere Raucherquote. Die ADHS Patienten begannen signifikant früher mit dem regelmäßigen Nikotinkonsum. Auch hier schien es einen Trend zu früherem Rauchbeginn bei den ADHS Patientinnen zu geben. Der erhobene FTND Score als Maß für die Nikotinabhängigkeit war bei den ADHS Patienten signifikant größer als der der Vergleichsgruppe. Es konnte für ein ADHS Patientenkollektiv im Vergleich mit einer passenden Vergleichsgruppe gezeigt werden, dass Erwachsene mit ADHS öfter rauchen und eine größere Nikotinabhängigkeit zeigen.

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Alters- und geschlechtsspezifische Besonderheiten der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

In der vorliegenden Übersichtsarbeit werden die Besonderheiten der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) beim erwachsenen Menschen dargestellt und ihre Bedeutung für die Diagnostik im Erwachsenenalter in den Mittelpunkt gestellt. Dabei wird auch auf bislang in diesem Lebensabschnitt weniger gut untersuchte Subtypenunterschiede und geschlechtsspezifische Besonderheiten eingegangen.

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Psychotherapie der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Erwachsenenalter

Wenngleich in der Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Erwachsenenalter die medikamentöse Behandlung mit Stimulanzien die Grundlage darstellt, können psychosoziale Interventionen in Kombination mit der Pharmakotherapie einen wichtigen Beitrag zur lebenslangen Bewältigung der Störung leisten. Ein multimodales Programm sollte daher Medikation und Psychotherapie umfassen. Im Beitrag soll ein Überblick zu den verschiedenen psychosozialen Behandlungsansätzen der ADHS im Erwachsenenalter und deren Wirksamkeit gegeben werden. Die Ergebnisse von Studien unterstreichen, dass in Kombination mit einer Medikation Verbesserungen der Kernsymptomatik zu erreichen sind. Aufgrund zum Teil großer methodischer Probleme der meisten Studien sind jedoch weitere kontrollierte Studien notwendig.

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Zur Psychotherapie der Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Erwachsenen

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) hält häufig bis in das Erwachsenenalter an und zeichnet sich durch eine hohe Komorbidität z.B. mit Sucht, Depression, Angst und Persönlichkeitsstörungen aus. Bisher standen bei Erwachsenen die neurobiologischen Grundlagen und die medikamentösen Behandlungsmöglichkeiten im Vordergrund der Forschungsbemühungen, und es gab keine Untersuchungen zur Wirksamkeit von psychotherapeutischen Verfahren bei Erwachsenen mit ADHS. Nun wurden erste Studien zu den Effekten einer störungsspezifischen verhaltenstherapeutischen Behandlung veröffentlicht. Nach einem Überblick über den Forschungsstand zu ADHS bei Erwachsenen werden mögliche Inhalte einer spezifischen strukturierten Verhaltenstherapie bei ADHS im Erwachsenenalter vorgestellt und deren Übertragbarkeit in den klinischen Alltag diskutiert.

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