Komorbidität

Komorbidität der ADHS im Erwachsenenalter

Der Verlauf der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung ist bereits in der Kindheit durch ein hohes Maß an komorbid auftretenden Störungen gekennzeichnet, was schon zu dies em Zeitpunkt hohe Anforderungen an den diagnostischen Prozess stellt. Betrachtet man die Symptomausprägung der ADHS im Erwachsenenalter, so sind hier einerseits vielfältige psychische Begleiterkrankungen zu verzeichnen, andererseits besteht eine hohe Symptomüberschneidung mit anderen Störungsbildern, wodurch eine eindeutige Diagnose häufig erschwert wird. Für die Diagnostik der ADHS im Erwachsenenalter ergibt sich demnach folgende Konsequenz: Außer den neuropsychologischen Beeinträchtigungen müssen Probleme auf der sozialen und Verhaltensebene erfasst werden, um eine möglichst valide Aussage über die individuelle Symptomausprägung und die differenzialdiagnostische Abgrenzung zu ermöglichen. Es wird ein Ausblick auf das neu entwickelte «Bremer ADHS-Screening für Erwachsene» (BAS-E) gegeben, mit dem die genannten Bereiche erfasst sowie retrospektiv ADHS-Symptome in der Kindheit abgefragt werden. Eine Zusatzskala ermöglicht die quantitative und qualitative (Selbstmedikation) Erfassung des Alkohol-, Drogen- und Medikamentenkonsums, was sowohl für den weiteren diagnostischen Prozess als auch für die Therapieplanung von Bedeutung ist.

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Diagnostik von ADHS im Erwachsenenalter

Die Diagnose einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Erwachsenenalter ist ein komplexer Prozess, vor allem wenn die Störung im Kindesalter nicht diagnostiziert wurde. Verschiedene Datenebenen und -quellen sind dabei zu berücksichtigen. Ziel des Beitrages ist es, einen Überblick über allgemeine Probleme der Diagnostik der ADHS, die verschiedenen Stufen des diagnostischen Prozesses sowie den diagnostischen Instrumenten zu geben, die hilfreich eingesetzt werden können, um die Diagnose sowie komorbide Störungen zuverlässig zu erfassen. Zur Verfügung stehen vor allem Interviews sowie Selbst- und Fremdbeurteilungsverfahren. Abschließend werden offene Fragen und bestehende Probleme in der Diagnostik der ADHS diskutiert.

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Der Zusammenhang zwischen Lese-, Rechtschreib- und Verhaltensschwierigkeiten: Entwicklung vom Kindergarten bis zur vierten Grundschulklasse

Um den Zusammenhang zwischen Lese-Rechtschreibschwierigkeiten und emotionalen sowie Verhaltensproblemen zu klären, wurde eine Längsschnittstudie vom Kindergarten bis zum Ende der vierten Gnmdschulklasse durchgeführt (n = 219). In jährlichem Abstand wurde der Leistungsstand im Lesen und Rechtschreiben erfasst und eine Befragung zum Sozialverhalten durchgeführt. Zudem wurden Verhaltenseinschätzungen seitens der Kindergärtnerin, Lehrerin, Eltern und Mitschüler erhoben. Kinder mit Verhaltensschwierigkeiten zeigten bereits im Kindergarten häufiger auffälliges Verhalten, Kinder mit LRS-Schwierigkeiten in der Schule waren durch Defizite in den Vorläuferfertigkeiten gekennzeichnet. Von Anfang an bestand ein mäßiger Zusammenhang zwischen den Bereichen, der etwa in gleicher Größe über die Jahre erhalten blieb. Beijährlicher ‚Iestung und Verhaltensbeurteilung nahm die Stabilität sowohl der Verhaltens – als auch der Lese- Rechtschreibprobleme über die Jahre zu. Beim Vergleich der Binschätzungen der Kindergärtnerin und der Klassenlehrerin bzw. eines Verhaltensratings der anderen Kinder wurde deutlich, dass die sozialen Anpassungsschwierigkeiten der Schüler mit Leserechtschreibschwierigkeiten in der vierten Klasse im Vergleich zum Kindergarten deutlich zugenommen hatten. Dies betraf allerdings nicht die Binschätzung von Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsstörung und auch nicht jene von aggressivem und störendem Verhalten, sondern zurückgezogenes Verhalten und Viktimisierung durch Mitschüler.

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Epidemiologie und nosologischer Status der Generalisierten Angststörung

Die diagnostischen Kriterien der Generalisierten Angststörung (GAS) und ihr Status als eigenständige psychische Störung waren lange umstritten. Inzwischen liegen neuere epidemiologische Daten vor, die ein präziseres Bild dieser Störung und ihrer Besonderheiten ermöglichen. Es wird hier ein systematischer Überblick zu Prävalenz, Verlauf und Komorbidität, zur Beeinträchtigung und zum Inanspruchnahmeverhalten sowie zur Spezifität des Kernsymptoms (Sorgen) gegeben.

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Sprachdefizit bei Aufmerksamkeitsdefizitstörung: Eine häufige Komorbidität

Ziel dieser Studie war es, die Prävalenz und Verhaltensmuster von Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit und Sprachproblemen im Vergleich zu Kindern mit ausschließlich Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zu beschreiben. Aus einer Kohorte von 3208 Kindern im Alter von 6 bis 11 Jahren wurden 5,2 % mit einer primären ADHS identifiziert. Eingesetzt wurden ein Lehrerfragebogen zum Verhalten, pädiatrisches Interview und Untersuchung, IQ-Testung, Aufmerksamkeitstests und Sprachdiagnostik. Bei 45 % wurden Sprachprobleme festgestellt. Diese Komorbidität war bei Mädchen häufiger (P = .02). Sequenzierungsfähigkeit und Kurzzeitgedächtnis standen signifikant mit Aufmerksamkeitsdefizit und Sprachproblemen in Zusammenhang, die Aufmerksamkeitswerte hingegen nicht. Die Sprachleistung war der beste Prädiktor für die Gruppenzuordnung und dem IQ in dieser Hinsicht überlegen. Korrelationsanalysen zeigten unterschiedliche Verhaltensmuster für die beiden Gruppen. Offenbar weist ein erheblicher Anteil der Kinder mit ADHS eine sprachliche Komorbidität auf, die sich in IQ-Untersuchungen nicht widerspiegelt; daher sollten Sprachtests als Bestandteil der Routinediagnostik erwogen werden. Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizit und Sprachproblemen scheinen gegenüber Gleichaltrigen mit ausschließlich ADHS ein anderes neurokognitives Muster aufzuweisen.

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