Prävention

Prävention von Verhaltensstörungen bei entwicklungsauffälligen Kindern

Im folgenden Beitrag werden die Ergebnisse der Begleitforschung eines Projekts zur Prävention expansiven Problemverhaltens dargestellt. Die Analyse berücksichtigt 61 Kinder zwischen 3 und 6 Jahren. Ziel war die Analyse von Zusammenhängen zwischen dem Auftreten von Entwicklungs- und Verhaltensauffälligkeiten. Ferner werden die Ergebnisse der begleitenden Qualitätssicherung dargestellt und die dokumentierten Empfehlungen zur Weiterbehandlung aus Versorgungssicht ausgewertet. Um die Effekte des Trainings zu erfassen, wurde eine Prä-Post-Messung mit dem SDQ (Strengths and Difficulties Questionnaire) vorgenommen. Es zeigten sich signifikante Effekte bei den Bereichen expansives Verhalten, prosoziales Verhalten und dem SDQ-Gesamtwert. Der Zusammenhang zwischen Entwicklungs- und Verhaltensproblemen wurde anhand hierarchischer Regressionsanalysen untersucht. Dabei stellten sich Zusammenhänge zwischen Entwicklungsauffälligkeiten und Verhaltensproblemen dar. Insbesondere für die Entwicklungsdimensionen Körperbewusstsein, Körpermotorik und expressive Sprache des ET 6–6 konnten Zusammenhänge zu den Problemskalen des SDQ, aber auch zur Skala prosoziales Verhalten, gefunden werden.

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Indizierte Prävention von Essstörungen: Entwicklung und Evaluation eines Gruppenprogramms

Essstörungen stellen eine große Herausforderung an therapeutische und medizinische Behandler sowie an das gesamte Gesundheitssystem dar. Insbesondere besorgniserregend ist das immer häufigere und frühere Auftreten von subklinischen Symptomen von Essstörungen. Präventive Maßnahmen können hier ansetzen, um eine Ausweitung zu vollausgeprägten Essstörungen zu verhindern. So war die Zielsetzung dieser Studie die Konzeption und systematische Evaluation eines ambulanten Gruppenprogramms zur indizierten Prävention von Essstörungen unter Berücksichtigung der bisherigen Forschung zur Symptomatologie, Risikofaktoren, Therapie und Prävention von Essstörungen.

Im Rahmen einer Pilotstudie wurde das Gruppenprogramm für Mädchen und junge Frauen in seiner Durchführung an einer kleinen Stichprobe evaluiert. Die Ergebnisse dieser Pilotstudie deuteten darauf hin, dass durch die Teilnahme problematisches Essverhalten reduziert und Einstellungen zu Gewicht und Figur sowie das Selbstwertgefühl verbessert werden können. Aufgrund der Erfahrungen mit der Durchführung und den Rückmeldungen der Teilnehme­rinnen wurden für die Überprüfung des Programms an einer größeren Stichprobe notwendige inhaltliche Änderungen vorgenommen.

Die Evaluation der Programmwirkung (Hauptstudie) erfolgte an einer Stichprobe von 36 Probandinnen anhand eines Prä-Posttest-Wartekontrollgruppen-Designs mit einem Follow-up nach sechs Monaten. Während sich direkt nach Beendigung des Präventionsprogramms tendenziell positive Veränderungen zeigten, konnten im Langzeitverlauf deutliche Verbesserungen im Essverhalten und in den Einstellungen zu Gewicht und Figur, im allge­meinen und körperlichen Selbstwertgefühl und im Wissen über Essstörungen und über gesunde Ernährung abgebildet werden. Es gelang mit dem Programm bei den Teilnehme­rinnen die Entstehung einer vollausgebildeten Esstörung zu verhindern und das Selbstwert­gefühl und persönliche Ressourcen zu stabilisieren und zu fördern.

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Programm Zappelphilipp – Frühintervention bei delinquenten Kindern

Fragestellung: Vorliegende Pilotstudie untersucht in Kooperation mit der Mannheimer Polizei die Wirksamkeit eines Präventionsprogramms für erstmalig delinquent gewordene Kinder mit dissozial- aggressivem und hyperkinetischem Problemverhalten.

Methodik: In einer offenen Inanspruchnahme Studie wurden Kinder im Alter von 8-13 Jahren, die einmalig der Polizei durch delinquente Handlungen auffällig geworden waren; eingeschlossen. In einer ca. 4-monatigen Hometreatmentphase wurden insgesamt 24 Familien pädagogische und verhaltenstherapeutische Strategien vermittelt. Mittels DISYPS-KJ wurden vor und nach dem Training die hyperkinetisch Kernsymptomatik sowie oppositionell-aggressives und dissozial-aggressives Verhalten erfasst.

Ergebnisse: Am Ende des Programms zeigte sich eine signifikante Symptomreduktion in den hyperkinetischen Subskalen sowie bei dissozial-aggressivem Verhalten. 88% der Eltern schilderten eine deutliche Verbesserung beim Hauptproblem der Kinder.

Schlussfolgerung: Vorliegendes Präventionsprogramm als indizierte Präventionsmaßnahme bei delinquenten Kindern zeigte sich nach einer ersten Beurteilung als effektiv in der Behandlung dissozial- aggressiver Auffälligkeiten.

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Entwicklungspsychopathologie der ADHS

Galt die ADHS vor einigen Jahren noch als eine Erkrankung des Kindes- und Jugendalters, so versteht man heute darunter ein Störungsbild über die Lebensspanne. Mit Beginn im Vorschulalter divergieren die Symptome in Abhängigkeit des Alters. Daraus lässt sich ein Modell ableiten, welches diese Veränderungen (Komorbiditäten, Alltagsbeeinträchtigungen) auf der Zeitachse dokumentiert und mit den jeweils gültigen diagnostischen Kriterien in Verbindung bringt. Ausgehend von einer genetischen Prädisposition und einer neurobiologischen Dysregulation sind Faktoren festzustellen, die über die Lebensspanne andauern, sich altersspezifisch verändern oder nur für einen bestimmten Entwicklungsabschnitt gültig sind. Es wird deutlich, dass das Vorschulalter und der Übergang in das Erwachsenenalter die Phasen darstellen, in denen sich die meisten qualitativen Veränderungen feststellen lassen. Dies hat Implikationen für die klinische Praxis, indem diese Veränderungen zu Zwecken der Prävention, des diagnostischen Prozesses und der Therapieplanung herangezogen werden können und somit sowohl dem Anwender eine Hilfestellung bieten, aber auch als Ausgangspunkt für weitere Studien herangezogen werden können.

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