Indizierte Prävention von Essstörungen: Entwicklung und Evaluation eines Gruppenprogramms

Grit Köster (2011)

http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/8254/

Zusammenfassung

Essstörungen stellen eine große Herausforderung an therapeutische und medizinische Behandler sowie an das gesamte Gesundheitssystem dar. Insbesondere besorgniserregend ist das immer häufigere und frühere Auftreten von subklinischen Symptomen von Essstörungen. Präventive Maßnahmen können hier ansetzen, um eine Ausweitung zu vollausgeprägten Essstörungen zu verhindern. So war die Zielsetzung dieser Studie die Konzeption und systematische Evaluation eines ambulanten Gruppenprogramms zur indizierten Prävention von Essstörungen unter Berücksichtigung der bisherigen Forschung zur Symptomatologie, Risikofaktoren, Therapie und Prävention von Essstörungen.

Im Rahmen einer Pilotstudie wurde das Gruppenprogramm für Mädchen und junge Frauen in seiner Durchführung an einer kleinen Stichprobe evaluiert. Die Ergebnisse dieser Pilotstudie deuteten darauf hin, dass durch die Teilnahme problematisches Essverhalten reduziert und Einstellungen zu Gewicht und Figur sowie das Selbstwertgefühl verbessert werden können. Aufgrund der Erfahrungen mit der Durchführung und den Rückmeldungen der Teilnehme­rinnen wurden für die Überprüfung des Programms an einer größeren Stichprobe notwendige inhaltliche Änderungen vorgenommen.

Die Evaluation der Programmwirkung (Hauptstudie) erfolgte an einer Stichprobe von 36 Probandinnen anhand eines Prä-Posttest-Wartekontrollgruppen-Designs mit einem Follow-up nach sechs Monaten. Während sich direkt nach Beendigung des Präventionsprogramms tendenziell positive Veränderungen zeigten, konnten im Langzeitverlauf deutliche Verbesserungen im Essverhalten und in den Einstellungen zu Gewicht und Figur, im allge­meinen und körperlichen Selbstwertgefühl und im Wissen über Essstörungen und über gesunde Ernährung abgebildet werden. Es gelang mit dem Programm bei den Teilnehme­rinnen die Entstehung einer vollausgebildeten Esstörung zu verhindern und das Selbstwert­gefühl und persönliche Ressourcen zu stabilisieren und zu fördern.

Kategorien: Komorbiditäten

Schlagwörter: Essstörung, Prävention, Gesundheitsförderung, Risikogruppe, Indizierte Prävention, Gruppenprogramm

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