Verhaltenstherapie

Achtsamkeitsbasierte Psychotherapie – Chancen und Grenzen der dritten Generation der Verhaltenstherapie

Fragestellung: Der Artikel stellt wesentliche Ansatzpunkte achtsamkeitsbasierter Psychotherapie dar und stellt das Konzept einer „dritten Welle“ der Verhaltenstherapie vor. Inhaltsübersicht: Zentrale Ansätze, die sich der „dritten Welle“ zuordnen lassen (Achtsamkeitsbasierte Stresssreduktion, achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie, Acceptance and Commitment Therapy, Dialektisch-behaviorale Therapie) sowie der Stand zur Wirksamkeitsforschung werden kurz vorgestellt. Im Anschluss daran werden Chancen und Gefahren achtsamkeitsbasierter Ansätze diskutiert. Schlussfolgerungen: Achtsamkeitsbasierte Interventionen stellen für die Psychotherapie allgemein und für den Suchtbereich interessante Perspektiven dar. Mögliche Gefahren der Umsetzung achtsamkeitsbasierter Verfahren sollten berücksichtigt werden.

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Behandlung der adulten Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung : Wirkung der Einzel- und Kombinationsbehandlung mit einem verhaltenstherapeutischen Gruppentraining und Atomoxetin

In dieser Arbeit wurde der Frage nachgegangen, ob eine Behandlung von Erwachsenen mit ADHS symptomlindernd wirksam ist. Dabei wurde medikamentös Atomoxetin (ATX) und psychotherapeutisch ein spezifisches verhaltenstherapeutisches Gruppentraining, jeweils kontrolliert mit Placebo bzw. Selbsthilfegruppe (SHG) untersucht. Dieses „Training bei Aufmerksamkeitsdefizitstörungen im Erwachsenenalter“ (TADSE, von Baer und Kirsch, 2010) fokussiert auf Strategien zur Reaktionsverzögerung und führt somit zu gezielterem Handeln. Damit soll das Kerndefizit der ADHS, die schlechte Verhaltensinhibition angegangen werden. Als Erfolgsmaße wurden direkte und indirekte Veränderungsmaße von den Betroffenen herangezogen, eine Fremdbewertung vom Gruppenleiter eingeholt und neuropsychologische Parameter (Fehler und Reaktionszeiten) erfasst.

Am Ende des 8-wöchigen Behandlungszeitraumes standen 55 randomisierte komplette Datensätze zur Verfügung. Bei den neuropsychologischen, sowie den indirekten Veränderungsmaßen (Symptomstatusabfrage mit Fragebögen) gingen Prä- und Post-Werte in die Untersuchung ein. In einem 2x2x2 faktoriellen Design (Zeit [prä/post] x Substanz [Atomoxetin/Placebo] x Gruppe [TADSE/Selbsthilfegruppe]) wurden nach Einzel- und Kombinationseffekten gesucht.

Alle Betroffenen berichteten von Symptomlinderungen unabhängig vom Studienzweig. Ebenso ergaben sich gruppenunabhängige Verbesserungen bei manchen neuropsychologischen Parametern (mehrere Haupteffekte der Zeit) und beim direkten Veränderungserleben (38% sign. positive Veränderung). Die Medikation führte einzig zu einer Tendenz zu weniger Auslassfehlern in einem neuropsychologischen Paradigma, was zu einer besseren Aufmerksamkeitsleistung gezählt wird. Als Kombinationseffekt zeigte sich in der Bewertung der Gruppenleiter ein tendenzieller Effekt des Trainings auf die beobachtete Symptombelastung. Die meisten Effekte zeigten sich in den Reaktionszeiten. Diese wurde durch das Training in verschiedenen Maßen signifikant verlangsamt, was mit der Anwendung des trainierten Verhaltensinhibitionsprinzips in Verbindung gebracht wird. Es zeigte sich zudem ein Zusammenhang zwischen der Anwendung des langsameren Arbeitsstils und der erlebten Symptomreduktion.

Die vorliegende Untersuchung zeigt, dass ein strukturiertes Gruppensetting eine wirksame Behandlung bei Erwachsenen mit ADHS ist. Darüber hinaus führt das verhaltenstherapeutische TADSE Training zu einer Verbesserung der Verhaltensinhibition und somit zu gezielterem Handeln. Zudem zeigte sich, je eher die Betroffenen, die Reaktionsverzögerung anwendeten, desto größer ihre Symptomreduktion. Damit scheint das TADSE Training eine wirkungsvolle Methode zur Verbesserung der Verhaltensinhibition bei Erwachsenen mit ADHS zu sein.

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Langzeiteffekte eines multimodalen verhaltenstherapeutischen ADHS-Trainings: fMRT-Studie

Obwohl die Effektivit�t verhaltenstherapeutischer Interventionen bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivit�tsst�rung (ADHS) in fr�heren Studien ausf�hrlich untersucht wurde, sind die Langzeiteffekte verhaltenstherapeutischer Programme bei ADHS, besonders auf neuronale Mechanismen dieser Erkrankung, nicht ausreichend erforscht. In dieser Studie, funktionelle Magnetresonanztomographie (Go-NoGo-Paradigma) wurde bei 9 Kindern mit ADHS vor und 1,5 Jahre nach einem intensiven Responsecost-Training durchgef�hrt. In der Katamnese zeigten die Patienten eine signifikant st�rkere Aktivierung im anterioren Gyrus cinguli und in dem pr�zentralen Gyrus verglichen mit den Daten vor dem Training. Das Trainingsprogramm scheint langfristige neuronale Ver�nderungen im Netzwerk der Impulskontrolle bei Kindern mit ADHS verursacht zu haben, korrespondierend mit der signifikanten Besserung im klinischen Verlauf der St�rung sowie neuropsychologischen Funktionsniveau der Patienten.

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Intensive verhaltenstherapeutische Interventionsprogramme bei Autismus-Spektrum-Störungen

Autismus-Spektrum-Störungen (ASD) sind früh beginnende, persistierende Entwicklungsstörungen, die durch qualitative Beeinträchtigungen der sozialen Kommunikation und Sprache, der sozialen Interaktion sowie durch stereotypes Verhalten und Interessen charakterisiert sind. Für intensive verhaltenstherapeutische Interventionsprogramme, insbesondere nach Applied Behavior Analysis (ABA, „angewandte Verhaltensanalyse“), besteht bisher die beste Evidenz bei ASD-Behandlung. Sie zielen auf die Förderung eines breiten Spektrums an Fertigkeiten ab, wie die Verbesserung der kognitiven und Sprachentwicklung, des Anpassungsverhaltens und der motorischen Funktionen. Neuere Interventionsstudien zeigen einen Trend zur Fokussierung vor allem auf die Verbesserung der sozialen Kommunikation betroffener Kinder. Vorliegende Übersichtarbeit fasst eine Auswahl der bisher untersuchten, intensiven verhaltenstherapeutischen Interventionsprogramme und Elterntrainings für ASD zusammen, um in der klinischen Praxis die Entscheidung für ein evidenzbasierte Therapieempfehlung für betroffene Familien zu erleichtern.

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Psychobiosoziale Intervention bei Autismus

Zur Intervention bei Autismusspektrumstörungen („autism spectrum disorders“, ASD) werden unzählige Maßnahmen angeboten. Nur wenige Methoden können jedoch eine Evidenzbasierung beanspruchen, und auch die evaluierten Methoden bedürfen einer weiteren Prüfung der Wirkmechanismen und des Geltungsbereichs. Der vorliegende Beitrag erläutert Prämissen und Prinzipien erfolgreicher psychobiosozialer Intervention bei ASD und gibt mit ABA, TEACCH, PECS, dem Training sozialer Fertigkeiten und kognitivem Training Beispiele einzelner genügend empirisch bewährter Verfahren und deren Grenzen. Mit dem Versuch des Trainings fehlender μ-Suppression durch Neurofeedback und der Reanimation von Gyrus fusiformis und Amygdala durch Förderung fazialer Affekterkennung werden neurobiologisch begründete Behandlungsansätze vorgestellt.

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Klinische Praxisleitlinie zur Diagnose, Beurteilung und Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung bei Kindern und Jugendlichen

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist die häufigste neurobehaviorale Störung des Kindesalters und kann schulische Leistungen, Wohlbefinden und soziale Interaktionen von Kindern tiefgreifend beeinträchtigen. Die American Academy of Pediatrics veröffentlichte erstmals im Jahr 2000 klinische Empfehlungen zur Diagnose und Beurteilung von ADHS bei Kindern; Empfehlungen zur Behandlung folgten 2001.

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Evaluation des neuropsychologischen Gruppenprogramms ATTENTIONER zur Aufmerksamkeitstherapie bei Kindern und Jugendlichen

Das neuropsychologische Gruppentraining ATTENTIONER zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Aufmerksamkeitsstçrungen ermçglicht die gezielte Therapie der Aufmerksamkeitssteuerung. Die vorliegende Studie untersucht an einer Stichprobe von N = 17 Jungen und Mdchen im Alter von sieben bis 13 Jahren, die am ATTENTIONER-Training teilgenommen haben, mittels der TAP Vernderungen in der Aufmerksamkeitssteuerung (Geteilte Aufmerksamkeit und Go/Nogo 1 / 2 ) in einem Pr-Pr-Post Design. Neben Verbesserungen in der parallelen Reizverarbeitung konnte insbesondere die Inhibitionsfhigkeit der Kinder deutlich gesteigert werden. Dies ist von besonderer Bedeutung fr die Rolle impulsiven Verhaltens etwa bei Stçrungen des Sozialverhaltens.

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