Das ADHS-Camp: Langzeiteffekte einer intensiv-verhaltenstherapeutischen Maߟnahme bei Kindern mit ADHS
S. Schmidt et al. (2012)
Kindheit und Entwicklung 21(2), 90-102
Zusammenfassung
Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine der am häufigsten gestellten Diagnosen im Bereich der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie. Verschiedene Studien belegen die Wirksamkeit multimodaler Maßnahmen und verweisen dabei auf die Bedeutung der Verhaltenstherapie, deren Wirksamkeit bereits in verschiedenen Studien belegt wurde. Da sich viele Therapieangebote über einen langen Zeitraum erstrecken, wurde das ADHS-Camp als zeitökonomisches, intensivtherapeutisches Vorgehen entwickelt und dessen Wirksamkeit im Rahmen dieser Studie auf Langzeiteffekte (6 und 12 Monate nach Abschluss der Therapie) überprüft. Dies geschah unter Einbezug funktionsorientierter (neuropsychologischer) und verhaltensorientierter Testverfahren, wobei letztere von Eltern und Lehrern beurteilt wurden. Über die Berechnung von MAN(C)OVAS mit Messwiederholung zeigte sich, dass das ADHS-Camp zu einer signifikanten Verbesserung sowohl auf funktioneller als auch verhaltensorientierter Ebene führt. Auf der Verhaltensebene sehen Eltern einen stärkeren Einfluss als die Lehrer. Um zu gewährleisten, dass die Effekte nicht durch normale Reifungsprozesse beeinflusst sind, wurde das Alter als Kovariate aufgenommen. Es zeigt sich, dass das ADHS-Camp als eine wirkungsvolle Maßnahme bewertet werden kann. Erzielte Verbesserungen der Problemlage sind sowohl auf der funktionellen als auch der Verhaltensebene zeitstabil. Dies unterstreicht die Relevanz intensivtherapeutischer Maßnahmen zur Behandlung von ADHS bei Kindern.
Kategorien: Psychotherapie
Schlagwörter: ADHS, Intensivtherapie, ADHS-Camp, Response-Cost-Token, Langzeiteffekte
