Kombination kognitiver und persönlichkeitsbezogener Maße der Impulskontrolle bei der Beurteilung von ADHS im Kindesalter

W. A. Rauch, A. Gold & K.Schmitt (2012)

European Journal of Psychological Assessment 28(3), 208-215

Zusammenfassung

Impulskontrolle wird sowohl mit Persönlichkeitsfragebögen als auch in kognitiven Laboraufgaben gemessen, doch frühere Ergebnisse zur Übereinstimmung dieser beiden Instrumenttypen sind uneinheitlich. In der vorliegenden Studie wurde die Impulskontrolle von Kindern mit und ohne ADHS mit einem Persönlichkeitsfragebogen und einer Go/No-Go-Aufgabe sowie anhand elterlicher Einschätzungen der ADHS-Symptomatik erfasst. Die Werte der beiden Maße korrelieren nur schwach miteinander, beide korrelieren jedoch moderat bis stark mit den elterlichen Einschätzungen und erklären jeweils einen einzigartigen Varianzanteil der elterlichen Einschätzungen. Entsprechend übertrifft die einfache Summe der standardisierten Werte beider Maße die Einzelmaße hinsichtlich diagnostischer Genauigkeit und Zusammenhang mit der ADHS-Symptomatik. Die Ergebnisse zeigen, dass eine gemeinsame Anwendung persönlichkeitsbezogener und kognitiver Maße der Impulskontrolle für eine erweiterte ADHS-Diagnostik nützlich ist. Die Eignung persönlichkeitsbezogener und kognitiver Maße zur Erfassung unterschiedlicher Facetten der Impulskontrolle wird im Hinblick auf theoretische Impulsivitätsmodelle und die ADHS-Symptomatik diskutiert.

Kategorien: ADHS bei Kindern

Schlagwörter: Impulskontrolle, Impulsivität, ADHS, Inhibition, Vorhersagekraft

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