Transdermale Therapie der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung mit dem Methylphenidat-Pflaster (MTS)

R. L. Findling & S. Dinh (2014)

CNS Drugs 28(3), 217-228

Zusammenfassung

Die transdermale Technologie ist in den USA derzeit für die Verabreichung von mehr als 20 Medikamenten zugelassen. Diese Übersicht beschreibt die klinische Forschung zur Anwendung eines Methylphenidat-Pflasters bei der Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Kindern und Jugendlichen. PubMed-Suchen wurden mit dem Suchbegriff „methylphenidate transdermal system“ durchgeführt und auf klinische Studien beschränkt. Für das Publikationsdatum wurden keine Einschränkungen festgelegt. Insgesamt wurden 21 Treffer identifiziert. Studien zur Sicherheit und Wirksamkeit des Methylphenidat Transdermal System (MTS) bei Kindern und Jugendlichen wurden in diese Übersicht aufgenommen. Weitere Studien wurden aus Literaturverzeichnissen und dem Bereich „Related Citations“ der PubMed-Suchen identifiziert. Das MTS gibt über ein Wirkstoff-in-Klebstoff-Matrixpflaster unterschiedliche Methylphenidatdosen ab. Nach aktueller Kennzeichnung soll das Pflaster einmal täglich für maximal 9 Stunden auf die Hüfte aufgeklebt werden. Die Methylphenidat-Serumspiegel steigen mit der Tragedauer an; die mittlere Zeit bis zur Maximalkonzentration (tmax) wird bei einer Tragedauer von 9 Stunden nach 8 bis 10 Stunden erreicht, und die Eliminationshalbwertszeit von Methylphenidat beträgt nach Entfernung des Pflasters 3–4 Stunden. In klinischen Studien wurden ADHS-Symptome mit der ADHD Rating Scale, Version IV, sowie mehreren von Eltern, Lehrkräften und Patienten ausgefüllten Skalen gemessen. Die Behandlungseffekte zeigten bereits bei der ersten Untersuchung 2 Stunden nach Aufkleben des Pflasters statistisch signifikante Unterschiede gegenüber den Ausgangssymptomwerten; bei einer Tragedauer von 9 Stunden hielt der signifikante Nutzen bis zu 12 Stunden an. Unerwünschte Ereignisse unter MTS ähneln denen anderer Methylphenidat-Formulierungen, mit Ausnahme hautbezogener Reaktionen an der Applikationsstelle, die im Allgemeinen leicht bis mäßig ausgeprägt waren. Die Inzidenz einer allergischen Kontaktdermatitis unter MTS liegt unter 1 %. Im Vergleich zu Placebo sowie nach Umstellung von oralem retardiertem (ER) Methylphenidat wurden unter MTS auch statistisch signifikante Verbesserungen der gesundheitsbezogenen Lebensqualität und der Zufriedenheit mit der Medikation beobachtet. Die transdermale Wirkstoffgabe ist eine wirksame und sichere Methode zur Verabreichung von Methylphenidat bei Patienten mit ADHS.

Kategorien: Medikamente

Schlagwörter: ADHS, transdermales Methylphenidat-System, Methylphenidat-Pflaster, MTS

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