Schnelle Augenbewegungen und visuelle Fixation bei Kindern mit ADHS

K. Folta & C. Mähler (2011)

Kindheit und Entwicklung 20(1), 21-30

Zusammenfassung

Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) gehört zu den bedeutendsten psychiatrischen Störungen des Kindes- und Jugendalters. Aufgezeigt wird, wie moderne Blickbewegungssysteme helfen, die neurokognitiven Grundlagen der ADHS weitergehend zu erforschen. Exemplarisch wird eine Studie vorgestellt, die kompensatorische Effekte einer Stimulanzien-Medikation auf Fähigkeiten der exekutiven Kontrolle von Kindern mit ADHS untersucht. Dazu wurden 11 medikamentös behandelte Kinder mit ADHS im Alter zwischen 7 und 11 Jahren und 21 gesunde Kontrollkinder in einer Zeitreproduktions- und einer Augenbewegungsaufgabe getestet, die entweder eine aktive Inhibition oder eine Ausführung von Prosakkaden erforderte. Beide Gruppen zeigten vergleichbar präzise und interferenzstabile Zeitreproduktionen sowie eine vergleichbare Anzahl, Latenz, Amplitude und Dauer von Prosakkaden. Die Ergebnisse lassen eine weitgehende pharmakologische Kompensation von Auffälligkeiten der exekutiven Kontrolle vermuten. Jedoch konnte für Kinder mit ADHS unter Medikamenteneinfluss (im Vergleich zu gesunden Kindern) eine signifikant erhöhte Spitzengeschwindigkeit von Prosakkaden beobachtet werden, die einen diagnostisch relevanten Augenbewegungs-Parameter darstellen könnte.

Kategorien: ADHS bei Kindern

Schlagwörter: ADHS, exekutive Funktionen, Intervallzeitscha¨tzung, Blickbewegungsregistrierung

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