Informationsübertragung zwischen autistischen Peers ist sehr effektiv
Catherine J. Crompton, Danielle Ropar, Claire V. M. Evans-Williams, Emma G. Flynn & Sue Fletcher-Watson (2020)
Autism 24(7), 1704-1712
Zusammenfassung
Wirksame Informationsübertragung erfordert soziale Kommunikationsfähigkeiten. Da Autismus klinisch über Defizite sozialer Kommunikation definiert wird, könnte man eine besonders schlechte Informationsübertragung zwischen autistischen Menschen erwarten. Nach der Theorie der doppelten Empathie entstehen Schwierigkeiten jedoch aus einer Nichtübereinstimmung des Neurotyps; die Kommunikation zwischen autistischen Menschen könnte daher erfolgreicher sein als zwischen autistischen und nicht autistischen Personen. Untersucht wurden autistische, nicht autistische und gemischte Gruppen. Eine erste Person hörte eine Geschichte und erzählte sie in einer Kette von acht Personen weiter (n = 72). In gemischten Ketten nahm die Zahl erhaltener Details deutlich schneller ab; autistische und nicht autistische Ketten unterschieden sich nicht signifikant. Auch der wahrgenommene Rapport war in gemischten Ketten geringer. Die Ergebnisse widersprechen der Annahme, autistische Menschen verfügten grundsätzlich nicht über die Fähigkeiten zu erfolgreicher Interaktion. Informationen gehen vielmehr selektiv in gemischten Paaren schneller verloren, parallel zu geringerem Rapport.
Kategorien: ADHS Allgemein
Schlagwörter: Autismus-Spektrum-Störung, Erwachsene
