Prävalenz der Komorbidität von Autismus und ADHS und damit verbundene Merkmale in der Schulpopulation: EPINED-Studie
Josefa Canals, Paula Morales-Hidalgo, Núria Voltas & Carmen Hernández-Martínez (2024)
Autism Research 17(6), 1276-1286
Zusammenfassung
Die Komorbidität von Autismus und Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) in der Schulbevölkerung ist bislang wenig untersucht. Die Studie schätzte ihre Prävalenz unter Einbezug von Eltern- und Lehrkraftangaben sowie klinischer Diagnostik. Soziodemografische, klinische und kognitive Daten wurden zwischen Gruppen mit Autismus, ADHS, Autismus und ADHS, unterschwelligem Autismus-Spektrum, unterschwelliger ADHS und Kindern ohne neurologische Entwicklungsstörung verglichen. In der ersten Phase nahmen 3.727 Eltern und Lehrkräfte teil; 781 Kinder wurden anschließend individuell nach DSM-5 untersucht. Die geschätzte Prävalenz der komorbiden Diagnose betrug 0,51 % und unterschied sich nach Geschlecht. Eltern beziehungsweise Lehrkräfte berichteten bei 3,2 % beziehungsweise 2,6 % gleichzeitig Merkmale von Autismus und ADHS. ADHS lag bei 32,8 % der autistischen Kinder und 31,4 % der Kinder mit unterschwelligem Autismus vor; Autismus bei 9,8 % der Kinder mit ADHS und 5,7 % der Kinder mit unterschwelliger ADHS. Bei 95 % der betroffenen Kinder meldete mindestens eine Auskunftsperson die Komorbidität, doch nur 15,8 % waren zuvor mit beiden Störungen diagnostiziert worden. Früherkennung und genaue Komorbiditätsdiagnostik sind wichtig, um klinische und sozialpädagogische Bedürfnisse zu berücksichtigen.
Kategorien: ADHS Allgemein, ADHS bei Kindern, Diagnostik
Schlagwörter: ADHS bei Kindern, Autismus-Spektrum-Störung, Komorbidität, Prävalenz, Diagnostik, Schule, Geschlecht
