Bildgebung

Die NeuroIMAGE-Studie: eine prospektive phänotypische, kognitive, genetische und MRT-Studie bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Design und deskriptive Daten

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine persistierende neuropsychiatrische Störung, die mit Beeinträchtigungen bei verschiedenen kognitiven Maßen sowie Auffälligkeiten struktureller und funktioneller Gehirnmaße verbunden ist. Genetischen Faktoren wird eine wichtige Rolle in der Ätiologie der ADHS zugeschrieben. Die NeuroIMAGE-Studie ist eine Nachuntersuchung des niederländischen Teils des Projekts International Multicenter ADHD Genetics (IMAGE). Sie ist eine multizentrische prospektive Kohortenstudie zur Untersuchung des Verlaufs der ADHS, ihrer genetischen und umweltbedingten Determinanten, ihrer kognitiven und neurobiologischen Grundlagen sowie ihrer Folgen im Jugend- und Erwachsenenalter. Von den ursprünglichen 365 ADHS-Familien und 148 Kontrollfamilien (CON) der IMAGE-Studie mit 506 Teilnehmern mit ADHS-Diagnose, 350 nicht betroffenen Geschwistern und 283 gesunden Kontrollen nahmen 79 % an der NeuroIMAGE-Nachuntersuchung teil. Zusammen mit neu rekrutierten Teilnehmern umfasst die NeuroIMAGE-Studie die Untersuchung von 1.069 Kindern (751 aus ADHS-Familien; 318 aus CON-Familien) und 848 Eltern (582 aus ADHS-Familien; 266 aus CON-Familien). Für die meisten Familien lagen Daten von mehr als einem Kind (82 %) und von beiden Elternteilen (82 %) vor. Die erhobenen Daten umfassen ein diagnostisches Interview, Verhaltensfragebögen, kognitive Maße, strukturelle und funktionelle Neurobildgebung sowie genomweite genetische Informationen. Der NeuroIMAGE-Datensatz ermöglicht es, den Verlauf der ADHS über die Adoleszenz bis ins junge Erwachsenenalter zu untersuchen, phänotypische, kognitive und neuronale Mechanismen zu identifizieren, die mit Persistenz versus Remission der ADHS verbunden sind, und deren genetische und umweltbedingte Grundlagen zu analysieren. Die Einbeziehung von Geschwistern von ADHS-Probanden und Kontrollen ermöglicht die Modellierung gemeinsamer familiärer Einflüsse auf den ADHS-Phänotyp.

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ADHS im Kindesalter: ätiologische und therapeutische Ansätze mit dem Schwerpunkt der Bildgebung

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zählt zu den häufigsten psychischen Störungen im Kindesalter. Ziel ist es, den Status Quo der Ätiologie hinsichtlich genetischer, neurobiologischer und neuropsychologischer Faktoren zu beschreiben. Es werden die derzeit anerkannten Therapiemethoden in der Behandlung der ADHS sowie ihre Wirksamkeit vorgestellt. Moderne Bildgebungsmethoden (z.B. MRT; fMRT) bieten die Möglichkeit, nichtinvasiv spezifische Aussagen über anatomische und funktionelle Änderungen zutreffen. Untersuchungen mit Hilfe dieser bildgebenden Verfahren stehen deswegen im Fokus der hier zitierten Ätiologie- und Therapieforschung. Abschließend folgt ein kurzer Ausblick auf mögliche Zukunftsfragen.

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Was wissen wir über Langzeiteffekte von Methylphenidatbehandlung auf die Hirnentwicklung von Kindern und Jugendlichen mit einer ADHS?

Obwohl Psychostimulanzien zu den Behandlungsmethoden der ersten Wahl bei Kindern mit einer ADHS im Kindes- und Jugendalter gehören, sind mögliche Langzeitfolgen einer Stimulanzientherapie noch nicht ausreichend erforscht. Während eine kurzzeitige positive Wirkung von Stimulanzien auf Aufmerksamkeitsleistungen als gesichert gilt, sind die langfristigen Auswirkungen insbesondere einer Medikation in der frühen Kindheit sowie einer Dauermedikation noch weitestgehend unbekannt. Verschiedene Studien ergaben Hinweise auf einen Einfluss einer Dauermedikation mit Stimulanzien sowohl auf die strukturelle als auch auf funktionelle Hirnentwicklung. Des Weiteren sollten mögliche unerwünschte kognitive und motivationale Nebenwirkungen einer Medikation mit Methylphenidat genauer in Betracht gezogen werden.

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