Pharmakotherapie

ADHS bei Kindern und Jugendlichen – Befragungsergebnisse und Auswertungen von Daten der Gmünder ErsatzKasse GEK

Die vorliegende Studie rückt die Perspektive von Eltern in den Vordergrund, die sich zu einer medikamentösen Behandlung entschieden haben. Sie will die Erfahrungen von Eltern, deren Kinder unter AD(H)S leiden und aus diesem Grund bereits medikamentös behandelt wurden, näher beleuchten und Ansatzpunkte für Verbesserungen der Versorgungssituation aus Sicht der Eltern aufzeigen. Die Darstellung von Ergebnissen einer umfangreichen Befragung von GEK-versicherten Eltern, deren Kinder die für AD(H)S typischen Medikamente verschrieben bekommen, bildet daher den Schwerpunkt der Studie. Ergänzt wird dieser durch die Ergebnisse qualitativer Eltern-Interviews sowie die Resultate einer bundesweiten Behördenbefragung zum Umgang mit AD(H)S in Schulen. Die Ergebnisse der Analyse der Verordnungsdaten, die als Grundlage für die Befragungsstudie dienten, sind im Kapitel 5.4 (Teilstudie III) dokumentiert. Ziel der Arbeit ist nicht, über Eltern von Kindern mit AD(H)S und ihren Umgang mit dieser Erkrankung zu urteilen oder Schuld zuzuweisen. Vielmehr soll die Arbeit ein genaueres Bild der aktuellen Versorgungslage aus der Sicht der Eltern zeichnen, mögliche Defizite aufzeigen und Ansatzpunkte für zukünftige Verbesserungen darstellen.

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Pharmakotherapie der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung reduziert das Risiko für Substanzkonsumstörungen

Ziel. Untersuchung des Risikos für Substanzkonsumstörungen (SUD) in Zusammenhang mit früherer Exposition gegenüber Psychopharmaka in einer Längsschnittstudie an Jungen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Methoden. Die kumulative Inzidenz von SUD im Verlauf der Adoleszenz wurde bei 56 medikamentös behandelten Probanden mit ADHS, 19 nicht medikamentös behandelten Probanden mit ADHS und 137 Kontrollpersonen ohne ADHS verglichen. Ergebnisse. Nicht medikamentös behandelte Probanden mit ADHS hatten bei der Nachuntersuchung gegenüber Kontrollen ohne ADHS ein signifikant erhöhtes Risiko für irgendeine SUD (adjustierte OR: 6,3 [1,8–21,6]). Probanden mit ADHS, die zu Studienbeginn medikamentös behandelt wurden, hatten bei der Nachuntersuchung gegenüber unbehandelten Probanden mit ADHS ein signifikant reduziertes Risiko für eine SUD (adjustierte OR: 0,15 [0,04–0,6]). Für jeden untersuchten SUD-Subtyp war die Richtung des Effekts einer Pharmakotherapie ähnlich wie für die Kategorie irgendeiner SUD. Schlussfolgerungen. In Übereinstimmung mit Befunden zu unbehandelter ADHS bei Erwachsenen war unbehandelte ADHS ein signifikanter Risikofaktor für SUD im Jugendalter. Demgegenüber war Pharmakotherapie bei Jugendlichen mit ADHS mit einer Verringerung des SUD-Risikos um 85 % verbunden.

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Medikamentöse Behandlung der ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) im Erwachsenenalter in Deutschland

Hintergrund: Bei der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) handelt es sich um eine psychische Störung. Die betroffenen Personen sind in der Regel überaktiv, unachtsam und leichtfertig. Diese Erkrankung beginnt immer im Kindesalter, kann aber bis ins Erwachsenenalter bestehen bleiben. Sie wirkt sich für die Betroffenen in nahezu allen Lebensbereichen aus. Die Lebensqualität ist häufig infolge der typischen Symptome und der hohen Rate an Begleiterkrankungen eingeschränkt. Eine bewährte Form der Therapie ist die Behandlung mit anregend wirkenden Arzneimitteln. In erster Linie wird der Wirkstoff Methylphenidat eingesetzt. Er ist für die Behandlung der ADHS im Erwachsenenalter in Deutschland nicht zugelassen. Das führt dazu, dass viele betroffene Erwachsene keine entsprechende Medikation erhalten.

Forschungsfrage: In dem vorliegenden Bericht (Health Technology Assessment [HTA]) werden die gewünschte Wirkung (Effektivität), die Wirkung in Zusammenhang mit den Kosten (Kosten-Effektivität) sowie ethische, soziale und rechtliche Gesichtspunkte bei der medikamentösen Behandlung von Erwachsenen mit einer ADHS betrachtet.

Methodik: In wissenschaftlichen Datenbanken wird im August 2009 eine systematische Literatursuche durchgeführt. Gefundene Literaturstellen müssen vorab definierten Kriterien entsprechen. Die Daten der Literaturstellen werden gezielt herausgesucht, bewertet und zusammenfassend beurteilt. Ergänzend wird eine Handsuche durchgeführt.

Ergebnisse: Insgesamt erfüllen 19 Studien, davon neun kontrollierte Studien, mit zufälliger Verteilung der Versuchspersonen bezüglich der Behandlung, fünf Metaanalysen (Untersuchung von zusammengefassten Einzelstudien), drei Studien zu wirtschaftlichen und zwei zu rechtlichen Gesichtspunkten die vorgegebenen Einschlusskriterien. Alle bewerteten randomisierten, kontrollierten Studien (RCT) zeigen, dass unter medikamentöser Behandlung vor allem mit Arzneimitteln mit anregender Wirkung (Methylphenidat und Amphetaminen) und Atomoxetin eine Verbesserung der ADHS-Symptome bei Erwachsenen im Vergleich zu einer Placebobehandlung auftritt. Die Ansprechraten belaufen sich in den Kontrollgruppen zwischen 7 % und 42 %, in den Behandlungsgruppen zwischen 17 % und 59,6 %. In den Metaanalysen werden die Ergebnisse aus den RCT bestätigt. Insgesamt lassen sich für Patienten mit ADHS hohe jährliche direkte (z. B. für Medikamente) und indirekte (z. B. für Verdienstausfall) Kosten im Vergleich zu einer Kontrollgruppe feststellen. Die durchschnittlichen Medikamentenkosten für Erwachsene mit ADHS betragen zwischen 1.262 US-Dollar im Jahr 1998 und 1.673 US-Dollar im Jahr 2001 (Währung und Inflation berücksichtigt: für 2009 zwischen 1.270 und 1.619 Euro). Im Zusammenhang mit der Einnahme von Arzneimitteln mit stimulierender Wirkung können Betroffene in den Bereichen Straßenverkehr, Reisen und Sport eingeschränkt sein. Für ethische und soziale sowie für rechtliche Aspekte in Bezug zur medikamentösen Therapie bei Erwachsenen mit einer ADHS werden keine entsprechenden Studien gefunden.

Diskussion / Schlussfolgerung: Insbesondere bei Methylphenidat und Atomoxetin sind positive Effekte der medikamentösen Therapie nachweisbar. Dabei muss eine Dosiseinstellung abgestimmt auf die jeweilige betroffene Person erfolgen, um ein optimales Ansprechen der Medikamente zu erreichen. Medikamentöse Behandlung der ADHS im Erwachsenenalter in Deutschland DAHTA 2 von 240 Um genauere Aussagen über die Kosten-Wirkung der medikamentösen Therapie bei Erwachsenen mit einer ADHS zu treffen, sind weitere gesundheitsökonomische Studien erforderlich. Abgesehen vom zweifelsfrei psychiatrischen Krankheitsbild wird allein schon aus gesundheitsökonomischen Gründen empfohlen, die Voraussetzungen für eine angemessene Versorgung mit diesen Medikamenten auch für Erwachsene zu schaffen.

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Behandlung von ADHS mit Atomoxetin. Empfehlung zur Medikamentenumstellung von Stimulanzien auf Atomoxetin

Die Mehrzahl der wegen einer ADHS in der Praxis vorgestellten Kinder erhält keine Medikation, obwohl die Pharmakotherapie des ADHS der effizienteste Baustein eines multimodalen Behandlungsansatzes darstellt. Im Allgemeinen wird bei wegen ADHS medikamentös behandelten Kindern das Stimulanz Methylphenidat verabreicht. Nachteilig bei einer Stimulanzientherapie sind jedoch die teils fehlende oder nicht ausreichende Wirksamkeit, das Nebenwirkungs- sowie das Missbrauchspotenzial. Der selektive Noradrenalinwiederaufnahmehemmer Atomoxetin bietet sich hier als Alternative an. Dessen Pharmakologie, Wirksamkeit und Verträglichkeit bei Kindern und Jugendlichen werden vorgestellt sowie Hinweise für die Überleitung von Stimulanzien auf Atomoxetin gegeben.

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Pharmakologische und psychotherapeutische Behandlung der Borderline-Störung

Trotz erheblicher Fortschritte in jüngster Zeit ist die wissenschaftliche Basis für die evidenzbasierte Behandlung der Borderline-Störung immer noch sehr schmal. Obgleich im klinischen Alltag häufig Kombinationen von Psychotherapie und psychopharmakologischer Behandlung zur Anwendung kommen, liegen zu dieser Verfahrensweise gerade zwei publizierte Studien mit unterschiedlichen Ergebnissen vor. Auf Seiten der Psychotherapie gilt derzeit die dialektisch-behaviorale Therapie (DBT) nach Linehan als am besten evaluiertes Verfahren. Auch die Studienlage zur Pharmakotherapie bessert sich. Wirksamkeitsnachweise wurden u. a. für Serotonin-ReuptakeHemmer, atypische Neuroleptika und Stimmungs-Stabilisatoren erbracht. Allerdings liegen ausschließlich Daten zum monotherapeutischen Einsatz vor, was nicht die klinische Praxis widerspiegelt. Da sich der Einsatz der Psychopharmaka zumeist an der jeweils individuellen Symptomausprägung orientiert, kommen sehr häufig Kombinationen von verschiedenen Substanzklassen zum Einsatz, deren Wirksamkeit bislang nicht untersucht wurde.

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Atomoxetinbehandlung von Kindern und Jugendlichen mit ADHS – Klinische Fragen und Antworten

Es wurde eine systematische Literaturanalyse der publizierten klinischen Studien sowie der Posterbeiträge über Atomoxetin durchgeführt, um so detailliert zur Pharmakologie, Wirksamkeit, Verträglichkeit, Wirkdauer, Einsetzbarkeit bei komorbiden Störungen, zum Vergleich von Atomoxetin mit Methylphenidat, zu unerwünschten (Langzeit)Effekten und zur Langzeitwirkung Stellung nehmen zu können. Atomoxetin ist ein selektiver Noradrenalinwiederaufnahmehemmer und als erste Substanz, die nicht zur Gruppe der Stimulanzien gehört, für die Behandlung von ADHS bei Kindern und Jugendlichen zugelassen. Die Wirksamkeit ist in klinischen Studien an über 4000 Patienten erprobt worden. Atomoxetin erwies sich im Hinblick auf die Reduktion von Impulsivität, Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsstörung als überlegen im Vergleich zu Plazebo. Es gibt Hinweise auf eine ähnlich gute oder etwas geringere Wirksamkeit im Vergleich zu Methylphenidat. Im Regelfall wurde Atomoxetin gut vertragen. Die am häufigsten angegebenen Nebenwirkungen sind Verminderung des Appetits, Abdominalbeschwerden, Müdigkeit und Schwindel. Diese wurden als mild eingestuft und traten meist zu Therapiebeginn auf. Die vorliegenden Studienergebnisse zeigen, dass Atomoxetin eine viel versprechende Substanz zur Behandlung von ADHS bei Kindern und Jugendlichen ist.

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Wirksamkeit von Atomoxetin bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit ADHS

Der Artikel gibt eine Übersicht über Pharmakologie, Wirkung, Wirkdauer, Verträglichkeit und Nebenwirkungen von Atomoxetin bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Eine systematische Literaturanalyse der publizierten klinischen Studien sowie der Posterbeiträge über Atomoxetin wurde durchgeführt. Atomoxetin ist ein selektiver Noradrenalinwiederaufnahmehemmer und ist als erstes Nichtstimulans für die Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störungen (ADHS) bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in den USA zugelassen. Die Wirksamkeit ist in klinischen Studien an über 4000 Patienten erprobt worden. Atomoxetin erwies sich im Hinblick auf die Reduktion von Impulsivität, Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsstörung als überlegen im Vergleich zu Plazebo. Es gibt Hinweise auf eine ähnlich gute Wirksamkeit wie Methylphenidat. Im Regelfall wurde Atomoxetin gut vertragen. Die am häufigsten angegebenen Nebenwirkungen sind Verminderung des Appetits, Abdominalbeschwerden, Müdigkeit und Schwindel. Diese Nebenwirkungen wurden als mild eingestuft und traten meist zu Therapiebeginn auf. Die vorliegenden Studienergebnisse zeigen, dass Atomoxetin eine viel versprechende Substanz zur Behandlung von ADHS bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen ist.

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Retardiertes Methylphenidat – Eine Alternative in der medikamentösen Therapie bei erwachsenen Patienten mit Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung

Wir berichten über eine 44-jährige Patientin mit Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung vom kombinierten Typ (DSMIV 314.01), bei der sich durch eine Behandlung mit 0,5 mg un retardiertem Methylphenidat (MPH)/kg Körpergewicht verteilt auf 3 Einzeldosen täglich (45 mg unretardiertes MPH) zwar eine deutliche Reduktion der Symptomatik erreichen ließ, im Tagesverlauf jedoch mehrmals von der Patientin schlecht tolerierte Reboundphänomene mit ausgeprägten Konzentrationsstörungen, Unruhe und Stimmungseinbrüchen mit gereizt-dysphorischer Stimmung auftraten. Durch die Umstellung auf eine einmalige Dosis retardiertes Methylphenidat morgens (54 mg OROS-MPH) konnte bei vergleichbar guter klinischer Wirkung eine Beendigung der Reboundphänome erreicht werden.

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