Aufmerksamkeit

Soziale Kognition bei Autismus-Spektrum-Störungen und Störungen des Sozialverhaltens

Soziale Kognition umfasst eine Reihe von impliziten und expliziten Informationsverarbeitungsprozessen, die im Rahmen der sozialen Interaktion stattfinden, wie zum Beispiel die implizite Aufmerksamkeitszuwendung, die Emotionserkennung oder die Theory of Mind. Defizite in der sozialen Kognition werden im Zusammenhang mit Störungsbildern, zu deren Kernsymptomatik eine Störung in der sozialen Interaktion zählt, angenommen, darunter Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) und Störungen des Sozialverhaltens (SSV). Die vorliegende Übersichtsarbeit gibt einen Einblick in den derzeitigen Forschungsstand mit einem Fokus auf Verhaltens- und Bildgebungsstudien über verschiedene Prozesse der sozialen Kognition bei diesen beiden Störungsbildern.

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Günstige Effekte von EEG-Neurofeedback auf kreative musikalische Leistung, Aufmerksamkeit und Wohlbefinden bei Schulkindern

Wir hatten zuvor in Studien mit Studierenden an Musikhochschulen Vorteile eines Alpha/Theta-(A/T-)Neurofeedbacks für die Kreativität bei einstudierter musikalischer Darbietung berichtet (Egner & Gruzelier, 2003), die bei SMR-, Beta1-, Mentaltraining, Aerobic- oder Alexander-Technik-Training sowie bei Wartekontrollen nicht gefunden wurden. Hier lag der Schwerpunkt auf den Auswirkungen auf musikalische Leistungen von Anfängern. A/T- und SMR-Training wurden bei 11-jährigen Schulkindern zusammen mit einer Kontrollgruppe ohne Intervention verglichen; die Ergebnismaße umfassten nicht nur einstudierte musikalische Darbietung, sondern auch kreative Improvisation, anhaltende Aufmerksamkeit und phänomenologische Berichte. Für A/T- und SMR/Beta2-Verhältnisse fanden sich Hinweise auf erfolgreiches Lernen im schulischen Setting. Die bevorzugten Vorteile von A/T für einstudierte musikalische Darbietung wurden bei Kindern hinsichtlich Technik- und Kommunikationsbewertungen repliziert. Die Vorteile erstreckten sich auf Kreativitäts- und Kommunikationsbewertungen bei kreativer Improvisation und wurden dort mit dem SMR-Training geteilt, was auf einen Einfluss von SMR auf nicht einstudierte musikalische Leistungen auf Anfängerniveau mit höheren kognitiven Anforderungen hinweist. In einer ersten Anwendung von A/T zur Verbesserung anhaltender Aufmerksamkeit (TOVA) erwies sich dieses Training als erfolgreicher als SMR-Training; insbesondere nahmen Kommissionsfehler bei den Kindern deutlich ab, von denen 15/33 Aufmerksamkeitsindizes im ADHS-Bereich aufwiesen. Phänomenologische Berichte sprachen für Neurofeedback und Vorteile für das Wohlbefinden. Die Umsetzung von Neurofeedback im täglichen Schulalltag erwies sich als machbar und pädagogisch vielversprechend.

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TBS-TK Rezension: „The Test of Everyday Attention for Children (TEA-Ch)“

Beim TEA-Ch handelt es sich um die deutsche Bearbeitung mit teilweiser Neunormierung des in Australien konstruierten „Test of Everyday Attention for Children“, einem psychometrischen Test zur Überprüfung verschiedener Aufmerksamkeitsfunktionen von Kindern und Jugendlichen in sechs Normierungsgruppen im Alter von 6 bis 15;11 Jahren. Es liegen zwei parallele Testversionen A und B vor, die in 9 Subtests gegliedert sind, mit deren Hilfe die Aufmerksamkeitsbereiche selektive Aufmerksamkeit (2 Subtests), Daueraufmerksamkeit (5 Subtests) sowie Aufmerksamkeitskontrolle (2 Subtests) erfasst werden; genaue Angaben zur Erstellung eines Aufmerksamkeitsprofils fehlen. Die vollsändige Durchführung dauert ca. 60 Minuten und länger, eine Kurzfassung, die „eine grobe Abschätzung der Leistung in jedem der Aufmerksamkeitsbereiche“ liefert (S.11), entsprechend kürzer. Der Test wird als Individualtest vorgegeben. Die Testmappe besteht aus dem Manual, Protokollbögen, Testvorlagen, sowie einer Audio-CD.

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Ist Arbeitsgedächtnistraining wirksam? Eine metaanalytische Übersicht

University College London und Universität Oslo. Es wurde vorgeschlagen, dass Programme zum Training des Arbeitsgedächtnisses sowohl als Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und anderer kognitiver Störungen bei Kindern als auch als Instrument zur Verbesserung kognitiver Fähigkeiten und schulischer Leistungen bei sich typisch entwickelnden Kindern und Erwachsenen wirksam sind. Die Effekte scheinen jedoch zwischen den Studien zu variieren, weshalb eine systematische metaanalytische Übersicht durchgeführt wurde. Um in die Übersicht aufgenommen zu werden, mussten Studien randomisierte kontrollierte Studien oder Quasi-Experimente ohne Randomisierung sein, eine Behandlung umfassen und entweder eine behandelte Gruppe oder eine unbehandelte Kontrollgruppe aufweisen. Dreiundzwanzig Studien mit 30 Gruppenvergleichen erfüllten die Einschlusskriterien. Die eingeschlossenen Studien umfassten klinische Stichproben sowie Stichproben sich typisch entwickelnder Kinder und Erwachsener. Metaanalysen zeigten, dass die Programme zuverlässige kurzfristige Verbesserungen der Arbeitsgedächtnisleistung bewirkten. Für das verbale Arbeitsgedächtnis blieben diese Nahtransfereffekte bei der Nachuntersuchung nicht bestehen, während für das visuell-räumliche Arbeitsgedächtnis begrenzte Evidenz darauf hindeutete, dass solche Effekte anhalten könnten. Noch wichtiger war, dass es keine überzeugenden Belege für eine Generalisierung des Arbeitsgedächtnistrainings auf andere Fähigkeiten gab (nonverbale und verbale Fähigkeiten, inhibitorische Aufmerksamkeitsprozesse, Wortdekodierung und Arithmetik). Die Autoren schließen daraus, dass Gedächtnistrainingsprogramme offenbar kurzfristige, spezifische Trainingseffekte erzeugen, die sich nicht verallgemeinern. Mögliche Einschränkungen der Übersicht (einschließlich Altersunterschieden in den Stichproben und der Vielfalt der einbezogenen klinischen Erkrankungen) werden benannt. Die aktuellen Befunde stellen jedoch sowohl die klinische Relevanz von Arbeitsgedächtnistrainingsprogrammen als auch ihren Nutzen als Methode zur Verbesserung kognitiver Funktionen bei sich typisch entwickelnden Kindern und gesunden Erwachsenen infrage.

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Aufmerksamkeitsnetzwerke bei Erwachsenen mit Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und der Einfluss von Belohnung: Eine fMRT-Studie

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) ist eine psychiatrische Erkrankung, die sich in Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität äußert. ADHS hat eine hohe Prävalenz in der Kindheit, doch sie besteht auch im Erwachsenenalter. Eine Ursache der ADHS-Symptomatik ist eine Dysfunktion im dopaminergen Belohnungssystem. Durch Belohnung wird Dopamin vermehrt freigesetzt. Eine weitere Theorie ist mangelnde Verhaltensinhibition, die sich in einer Dysfunktion der Exekutiven Funktionen widerspiegelt. Die beiden Theorien schließen sich gegenseitig nicht aus. An Hand von Studien konnte bestätigt werden, dass sich die Hirnaktivierung bei Patienten mit ADHS von denen gesunder Kontrollprobanden unterscheidet.

In dieser Studie wurden die drei posnerischen Aufmerksamkeitsnetzwerke Alerting, Orienting und Executive Control bei erwachsenen Patienten mit ADHS und einer gesunden Kontrollgruppe untersucht. Hierfür wurde der ANT verwendet, der zur Testung dieser drei Aufmerksamkeitsnetzwerke von Fan et al. entwickelt wurde. In einem weiteren Schritt wurde der Einfluss von Belohnung auf die Aufmerksamkeitsleistung und die Gehirnaktivierung während des ANTs beobachtet.

Für beide Gruppen bestand ein Alerting-, Orienting-, und Executive-Effekt. Innerhalb der Verhaltensdaten zeigen die Patienten mit ADHS besonders im Orienting-Netzwerk Defizite, die durch Belohnung aufgehoben werden können. Auch in den Hirnaktivierungen bestanden in den Gruppen Unterschiede, wenn auch oft nur geringe, und nicht alle von uns erwarteten Hirnareale aktiviert wurde. Ein unerwartetes Ergebnis war im ANT die fehlende Aktivierungsdifferenz zwischen den Gruppen im Executive Control-Netzwerk. Durch die Belohnung kommt es zum Teil zu einer Erhöhung der Baseline-Aktivität und, insbesondere bei den Patienten mit ADHS, zu Aktivierung belohnungssensibler dopaminerger Strukturen. Trotz unterschiedlicher Hirnaktivierungen in den Gruppen waren kaum Unterschiede in den Verhaltensdaten zu sehen, so dass hier die Vermutung besteht, dass Patienten mit ADHS alternative, von uns hier nicht untersuchte, Hirnarale aktivieren und damit vergleichbare Leistungen wie gesunde Kontrollprobanden erzielen.

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Attention please! Warum wir aufmerksam auf die Aufmerksamkeit sind

Ist bei Kindern und Jugendlichen die Aufmerksamkeit beeinträchtigt, führt dies häu- fig zu Schwierigkeiten im Alltag, so kann etwa die schulische Integration massiv erschwert sein. Bekannte Störungsbilder sind das Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) und Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom ohne Hyperaktivität (ADS). Deutlich weniger Berücksichtigung finden bislang Aufmerksamkeitsstörungen aufgrund primärer hirnorganischer Störungen. Letztere gewinnen allerdings aufgrund steigender Überlebenschancen an Bedeutung. In der Literatur finden sich unzählige Modelle und Definitionen der Aufmerksamkeit. Diese Vielfalt führt häufig zu Begriffskonfusionen. Im vorliegenden Beitrag wird daher eine Aufmerksamkeitstaxonomie vorgeschlagen, die Komponenten verschiedener Modelle zusammenfasst. Des Weiteren werden die Verhaltensbeobachtung, Fremdbeurteilung und neuropsychologische Testverfahren beschrieben, die relevante Beurteilungsebenen der kinderneuropsychologischen Diagnostik von Aufmerksamkeitsstörungen sind.

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Zusammenhang zwischen Aufmerksamkeitsdefiziten und Lese-Rechtschreibschwäche

Neben anderen Voraussetzungen sind beim Lese- und Rechtschreiberwerb Aufmerksamkeitsprozesse essentiell. In der vorliegenden Studie wurde modellorientiert erfasst, in welchen Teilkomponenten der Aufmerksamkeit Kinder mit einer Lese- Rechtschreibstörung (LRS) auffällig sind. Dazu wurden 32 Kinder mit einer LRS aus dem dritten und vierten Schuljahr mit 31 Kontrollkindern verglichen. Alle Kinder führten computergestützte Aufmerksamkeitsaufgaben durch, mit denen Intensitätsaspekte, Selektivitätsaspekte, Kontrollfunktionen und räumliche Ausrichtung der Aufmerksamkeit überprüft wurden. Es zeigte sich, dass Defizite im Lesen und Schreiben mit Leistungen im Bereich der Aufmerksamkeit korrelieren. Im Vergleich zur Kontrollgruppe konnten Defizite für Intensitätsaspekte der Aufmerksamkeit, räumliche Aufmerksamkeitsaspekte und kontrollierende Aufmerksamkeitsfunktionen festgestellt werden. Schlussfolgernd sprechen die Ergebnisse dafür, dass eine LRS mit Defiziten in der Aufmerksamkeit assoziiert ist.

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Neuropsychologische Diagnostik bei ADHS im Erwachsenenalter

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist ein mehrdimensionales Störungsbild, welches in der Regel auch mit neuropsychologischen Defiziten einhergeht. Im Schwerpunkt betrifft dies die Bereiche der Aufmerksamkeitsintensität und -selektivität aber auch die exekutiven Funktionen. Diese interagieren mit motivationalen Faktoren, so dass das Ausmaß der Beeinträchtigungen bei Erwachsenen mit ADHS variiert. Da die funktionellen Beeinträchtigungen häufig einen Rückschluss auf die Verhaltensprobleme zulassen, liegt es nahe auch neuropsychologische Parameter im diagnostischen Prozess zu erfassen. Der Beitrag gibt einen Überblick über aktuelle diagnostische Verfahren zur Beurteilung neuropsychologischer Beeinträchtigungen der Aufmerksamkeitsleistung. Die darüber erfassten Informationen werden unter Einbezug eines Fallbeispiels diskutiert. Ziel des Beitrags ist die Untermauerung der Notwendigkeit auch neuropsychologische Befunde in die Beurteilung einer ADHS bei Erwachsenen mit einzubeziehen.

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Explizite und implizite Aufmerksamkeit bei Erwachsenen mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

Bislang gibt es keine Studie, in der explizite und implizite Aufmerksamkeitsprozesse bei Erwachsenen mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) experimentell untersucht wurde. Dabei gehören die Aufmerksamkeitsprobleme zu den Kernproblemen dieser Erkrankung bei Erwachsenen. Ein besseres Verständnis der Aufmerksamkeitsproblematik könnte Informationen liefern, die zur Verbesserung der Diagnostik und der Therapie dieser Erkrankung beitragen. Studien zum Fahrverhalten bei Erwachsenen mit einer ADHS legen die Annahme nahe, dass die implizite Form der Aufmerksamkeitslenkung, im Gegensatz zur expliziten Form, bei diesen Patienten besonders betroffen ist. Der vorliegenden Studie liegt daher die Annahme zugrunde, dass die implizite Form der Aufmerksamkeitslenkung bei Erwachsenen mit einer ADHS stärker beeinträchtigt ist als die explizite Form. Zur Überprüfung dieser Annahme werden 20 gesunde Erwachsenen mit 20 Erwachsenen mit einer ADHS verglichen. Beide Gruppen bearbeiten das Stroop- sowie das Flanker-Paradigma. Dabei handelt es sich um Inkongruenzaufgaben, die in der Kognitionspsychologie standardmäßig zur Untersuchung von Aufmerksamkeit eingesetzt werden. Beim Stroop-Paradigma sind explizite Prozesse der Aufmerksamkeitslenkung aktiv, während es beim Flanker-Paradigma implizite Prozesse sind. Sind bei Erwachsenen mit einer ADHS implizite Prozesse der Aufmerksamkeitslenkung stärker betroffen, sollten die Patienten im Vergleich zu den Gesunden beim Flanker-Paradigma stärkere Defizite zeigen als beim Stroop-Paradigma. Dabei interessieren nicht nur die Verhaltenskorrelate von Aufmerksamkeit, sondern auch die neurophysiologische Ebene. Neben Reaktionszeiten (RZ) und Prozent korrekter Antworten (PK) werden die ereigniskorrelierten Potentiale (EKP) und zwar die P300-Peak-Latenz das lateralisiertes Bereitschaftspotential (LRP) sowie die Fehlernegativierung (ERN) erfasst. Auf der Verhaltensebene zeigen sich nicht die erwarteten Unterschiede. Der Inkongruenzeffekt ist für die PK bei den Patienten zwar größer als bei den Gesunden, eine stärkere Beeinträchtigung der impliziten Aufmerksamkeit im Vergleich zu expliziten Aufmerksamkeit ist bei den Patienten auf der Verhaltensebene jedoch nicht zu erkennen. Bei den EKP sind die Unterschiede wie erwartet: Sowohl hinsichtlich der P300-Peak-Latenz, als dem LRP und auch der ERN unterscheiden sich Gesunde und Patienten beim Flanker-Paradigma signifikant stärker als beim Stroop-Paradigma. Die Ergebnisse legen die Annahme nahe, dass die implizite Form der Aufmerksamkeitslenkung bei Erwachsenen mit einer ADHS stärker betroffen ist. Diese Information könnte nutzbringend zur Verbesserung der Diagnostik dieser Störung verwendet werden. Die Ergebnisse dieser Studie stellen damit einen ersten Schritt in eine richtige Richtung dar.

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Training von Aufmerksamkeitsfunktionen bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

Die pharmakologische Behandlung von Kindern mit ADHS hat sich als erfolgreich erwiesen; Medikamente normalisieren jedoch möglicherweise nicht die Aufmerksamkeitsfunktionen. Die vorliegende Studie basierte auf einem neuropsychologischen Aufmerksamkeitsmodell und untersuchte die Wirkung eines Aufmerksamkeitstrainings auf die Aufmerksamkeitsfunktionen von Kindern mit ADHS. Zweiunddreißig Kinder mit ADHS und 16 gesunde Kinder nahmen an der Studie teil. Kinder mit ADHS wurden zufällig einer von zwei Bedingungen zugeteilt: einem Aufmerksamkeitstrainingsprogramm, das Aspekte von Vigilanz, selektiver Aufmerksamkeit und geteilter Aufmerksamkeit trainierte, oder einem Training der visuellen Wahrnehmung, das Wahrnehmungsfähigkeiten wie Figur-Grund-Wahrnehmung, Formkonstanz und Raumlage trainierte. Die Trainingsprogramme wurden in Einzelsitzungen zweimal pro Woche über vier aufeinanderfolgende Wochen durchgeführt. Gesunde Kinder erhielten kein Training. Alertness, Vigilanz, selektive Aufmerksamkeit, geteilte Aufmerksamkeit und Flexibilität wurden vor und nach den Interventionen untersucht. Kinder mit ADHS wurden unter ADHS-Medikation untersucht und trainiert. Die Datenanalyse zeigte, dass das in der vorliegenden Studie eingesetzte Aufmerksamkeitstraining zu signifikanten Verbesserungen verschiedener Aspekte der Aufmerksamkeit führte, darunter Vigilanz, geteilte Aufmerksamkeit und Flexibilität, während das Training der visuellen Wahrnehmung keine spezifischen Effekte hatte. Die Befunde zeigen, dass Aufmerksamkeitstrainingsprogramme das Potenzial haben, die Aufmerksamkeitsfunktionen bei Kindern mit ADHS, die mit ADHS-Medikamenten behandelt werden, zu verbessern.

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