Aufmerksamkeit

Training von Aufmerksamkeitsfunktionen bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

Die pharmakologische Behandlung von Kindern mit ADHS hat sich als erfolgreich erwiesen; Medikamente normalisieren jedoch möglicherweise nicht die Aufmerksamkeitsfunktionen. Die vorliegende Studie basierte auf einem neuropsychologischen Aufmerksamkeitsmodell und untersuchte die Wirkung eines Aufmerksamkeitstrainings auf die Aufmerksamkeitsleistung von Kindern mit ADHS. 32 Kinder mit ADHS und 16 gesunde Kinder nahmen an der Studie teil. Die Kinder mit ADHS wurden nach dem Zufallsprinzip einer von zwei Bedingungen zugeteilt: einem Aufmerksamkeitstrainingsprogramm, das Aspekte der Vigilanz, selektiven Aufmerksamkeit und geteilten Aufmerksamkeit trainierte, oder einem Training der visuellen Wahrnehmung, das Wahrnehmungsfähigkeiten wie Figur-Grund-Wahrnehmung, Formkonstanz und räumliche Lage trainierte. Die Trainingsprogramme wurden über vier aufeinanderfolgende Wochen zweimal wöchentlich in Einzelsitzungen durchgeführt. Gesunde Kinder erhielten kein Training. Alertness, Vigilanz, selektive Aufmerksamkeit, geteilte Aufmerksamkeit und Flexibilität wurden vor und nach den Interventionen untersucht. Kinder mit ADHS wurden während der Einnahme ihrer ADHS-Medikation untersucht und trainiert. Die Datenanalyse zeigte, dass das in dieser Studie eingesetzte Aufmerksamkeitstraining zu signifikanten Verbesserungen verschiedener Aspekte der Aufmerksamkeit führte, darunter Vigilanz, geteilte Aufmerksamkeit und Flexibilität, während das Training der visuellen Wahrnehmung keine spezifischen Effekte hatte. Die Befunde deuten darauf hin, dass Aufmerksamkeitstrainingsprogramme das Aufmerksamkeitsvermögen von Kindern mit ADHS, die medikamentös behandelt werden, verbessern können.

Training von Aufmerksamkeitsfunktionen bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung Beitrag lesen »

Marburger Konzentrationstest für Vorschulkinder (MKVK). Ein Verfahren zur Bewertung des individuellen Arbeitsstils

Es sollte überprüft werden, ob der Marburger Konzentrationstest für Vorschulkinder (MKVK) als diagnostisches Instrument zur Früherkennung von Konzentrationsschwächen im Vorschulalter eingesetzt werden kann. Der MKVK ist ein Kartensortierverfahren von 80 Bildkärtchen, das an 581 Vorschulkindern erprobt wurde. Dabei wurden die Kriterien Bearbeitungszeit und Fehlerzahl beurteilt. Das Ergebnis unserer Untersuchungen zeigte eine klare Altersabhängigkeit des MKVK. Der Test ist besonders geeignet, die Konzentrationsleistung von 4- und 5-Jährigen zu beurteilen. Neben der Bewertung als unauffällig oder auffällig ist die Differenzierung von 4 verschiedenen Arbeitsweisen möglich. Mit dem MKVK können die Konzentrationsleistung und der Arbeitsstil von Vorschulkindern beurteilt werden. Diese Einschätzung könnte zukünftig zur Entwicklung individueller Fördermöglichkeiten für Vorschulkinder genutzt werden.

Marburger Konzentrationstest für Vorschulkinder (MKVK). Ein Verfahren zur Bewertung des individuellen Arbeitsstils Beitrag lesen »

Evaluation des neuropsychologischen Gruppenprogramms ATTENTIONER zur Aufmerksamkeitstherapie bei Kindern und Jugendlichen

Das neuropsychologische Gruppentraining ATTENTIONER zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Aufmerksamkeitsstçrungen ermçglicht die gezielte Therapie der Aufmerksamkeitssteuerung. Die vorliegende Studie untersucht an einer Stichprobe von N = 17 Jungen und Mdchen im Alter von sieben bis 13 Jahren, die am ATTENTIONER-Training teilgenommen haben, mittels der TAP Vernderungen in der Aufmerksamkeitssteuerung (Geteilte Aufmerksamkeit und Go/Nogo 1 / 2 ) in einem Pr-Pr-Post Design. Neben Verbesserungen in der parallelen Reizverarbeitung konnte insbesondere die Inhibitionsfhigkeit der Kinder deutlich gesteigert werden. Dies ist von besonderer Bedeutung fr die Rolle impulsiven Verhaltens etwa bei Stçrungen des Sozialverhaltens.

Evaluation des neuropsychologischen Gruppenprogramms ATTENTIONER zur Aufmerksamkeitstherapie bei Kindern und Jugendlichen Beitrag lesen »

Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom im Grundschulalter. Diagnostische Möglichkeiten der Kaufman-Computerized Assessment Battery (K-CAB)

Im vorliegenden Beitrag wird die Frage nach den kognitiven und neuropsychologischen Prozessen, die der mit einem Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) einhergehenden Verhaltensproblematik zugrunde liegen, behandelt. Entsprechende Befunde können wichtige Informationen für den diagnostischen Prozess liefern. Um die kognitiven und exekutiven Defizite der ADHS zu erfassen, werden v. a. im englischen Sprachraum Tests angewendet, die auf der PASS-Theorie (PASS: „planning, attention, simultaneous, successive“) basieren. Indem sie dynamische kognitive Prozesse erfasst, zeigt sich die Theorie sensibel bezüglich der spezifischen kognitiven Probleme und exekutiven Defizite von Kindern, die unter einer ADHS leiden. Die auf der PASS-Theorie basierende K-CAB (Kaufman-Computerized Assessment Battery) wird hinsichtlich ihres Informationsgewinns für die Diagnostik von ADHS diskutiert. Dabei konnte schlussfolgernd festgestellt werden, dass sich eine neuropsychologische Testbatterie wie die K-CAB eignet, globale Auffälligkeiten wie verlangsamte Reaktionszeiten oder große Reaktionszeitschwankungen zu erfassen. Aufgrund dieser Parameter dürfen aber keine Rückschlüsse auf spezifische kognitive Fähigkeiten oder Verhaltensweisen gezogen werden.

Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom im Grundschulalter. Diagnostische Möglichkeiten der Kaufman-Computerized Assessment Battery (K-CAB) Beitrag lesen »

Alles eine Frage der Aufmerksamkeit? Übersicht zu Effekten der computergestützten Modifikation von Aufmerksamkeitsverzerrungen auf Ängstlichkeit und Angststörungen

Aufmerksamkeitsverzerrungen in der Verarbeitung bedrohlicher Reize sind bei Angststörungen seit Langem bekannt. In jüngster Zeit wurden computergestützte Trainings entwickelt, die gezielt versuchen, diese pathologische Aufmerksamkeitslenkung zu modifizieren. Das vorliegende Review systematisiert bisherige Befunde zu Effekten solcher Aufmerksamkeitstrainings auf Angstsymptome im Erwachsenenalter. Die meist an nicht-klinischen Stichproben gewonnenen Erkenntnisse zeigen konsistent, dass bereits ein einmaliges Aufmerksamkeitstraining zu Veränderungen von Aufmerksamkeitsprozessen in die angestrebte Richtung führen kann. Weniger eindeutig ist die Befundlage zur Beeinflussung selbstberichteter und beobachteter Angstreaktionen durch derartige Trainings. Evidenz für positive Wirkungen liegt vor allem für Trait-Ängstlichkeit, soziale Ängste und pathologisches Sorgen vor, wobei die beiden letztgenannten Symptombereiche auch in klinischen Stichproben erfolgreich reduziert werden konnten. Die bisherigen Befunde erlauben jedoch kaum Aussagen über Moderatoren der Trainingswirksamkeit. Es liegen einzelne Hinweise vor, dass Ausmaß und Art der Ängste sowie die Darbietungsdauer der präsentierten Reize für eine Veränderung von Aufmerksamkeitsverzerrungen relevant sein könnten. Insgesamt lassen die vorliegenden Studien ein Potential von Aufmerksamkeitstrainings in der Modifikation klinischer und subklinischer Ängste erkennen, insbesondere da sie schnell und einfach anwendbar sind. Inwieweit die Trainings tatsächlich als eigenständige Interventionen in der Therapie der Angststörungen eingesetzt werden können, muss jedoch in weiteren Studien untersucht werden.

Alles eine Frage der Aufmerksamkeit? Übersicht zu Effekten der computergestützten Modifikation von Aufmerksamkeitsverzerrungen auf Ängstlichkeit und Angststörungen Beitrag lesen »

Stressinduzierte Herabsetzung der Aufmerksamkeit bei jungen Erwachsenen mit ADHS-ähnlicher Symptomatik

Theoretischer Hintergrund: Modelle zur Aufrechterhaltung des ADHS-Syndroms postulieren, dass die allgemeine Aufmerksamkeitsleistung und damit auch die Selbstaufmerksamkeit durch Stress vermindert werden kann. Fragestellung: In der Studie wurde geprüft, ob sich dieser Effekt bereits bei Personen aus der gesunden Bevölkerung zeigt, die einen hohen Ausprägungsgrad an ADHS-ähnlicher Symptomatik aufweisen. Methode: 84 Männer mit einem mittleren Alter von 23 Jahren wurden getestet. Die Stressinduktion erfolgte durch mentale Arithmetik aus dem Trier Sozial Stress-Test. Die Aufmerksamkeitsleistung wurde mit dem Frankfurter Aufmerksamkeitsinventar gemessen. Die Gruppierung der Probanden erfolgte durch Median-Split aufgrund der Selbstbeurteilungsskala aus den Homburger ADHS-Skalen für Erwachsene in solche mit hoher bzw. niedriger ADHS-Tendenz. Ergebnisse: Bezüglich der Aufmerksamkeitsleistung zeigte sich der erwartete Interaktionseffekt (Gruppierung × Bedingung) mit schlechterer Leistung nach Stress nur für Personen mit hoher ADHSTendenz (p < .002). Schlussfolgerung: Die Ergebnisse deuten auf den Nutzen der Einbeziehung spezifischer stressbezogener Bausteine in Behandlungsprogramme für ADHS-Patienten hin.

Stressinduzierte Herabsetzung der Aufmerksamkeit bei jungen Erwachsenen mit ADHS-ähnlicher Symptomatik Beitrag lesen »

Wenn man sich schon in die Praxis begibt

Dreisörner (2006) vergleicht zwei Behandlungsmaßnahmen (THOP von Döpfner et al., 1998; Aufmerksamkeitstraining nach Lauth & Schlottke, 2002) für hyperkinetische Kinder unter Praxisbedingungen. Es soll herausgefunden werden, ob die Programme unter suboptimalen Bedingungen wirksam sind. Dieser Versuch schlägt aus mehreren Gründen fehl. Die Behandlung wird beim Aufmerksamkeitstraining nicht den verbindlichen Vorgaben des Programms entsprechend durchgeführt, eine Zufallszuweisung zu beiden Versuchsbedingungen ist nicht gegeben, die Behandlungserfolge beim THOP sind durch massive Einflüsse einer Pharmakotherapie mitbedingt. Das Design genügt nicht den Ansprüchen an den Praxistest, den der Autor vornehmen will. Vorschläge für eine angemessenere Evaluation erfolgen.

Wenn man sich schon in die Praxis begibt Beitrag lesen »

Bewirkt ein kognitives Training das, was es bewirken soll? Programme zur Denk- und Aufmerksamkeitsförderung im Vergleich

Im vorliegenden Experiment wurden die Annahmen überprüft, dass ein Training des induktiven Denkens das induktive Denken und ein Konzentrationstraining die Konzentrationsleistung fördert. 37 Schülerinnen und Schüler der ersten Klassen einer Sprachheilschule wurden nach Zufall auf zwei Gruppen verteilt. Eine Gruppe wurde mit einem Training zum induktiven Denken gefördert, während die andere an einem Konzentrationstraining teilnahm. Vor und nach den Trainings wurden Intelligenzleistungen mit dem CFT1 und Konzentrationsleistungen mit dem d2 erhoben. Entgegen der Erwartung förderte das Denktraining stärker als das Konzentrationstraining die Leistungen sowohl im CFT1 als auch im d2. Die Effekte waren nach drei Monaten sogar noch ausgeprägter. Das Ergebnismuster legt die Vermutung nahe, dass sich die Förderung einer höheren kognitiven Fähigkeit positiv auf elementarere Prozesse auswirken kann, wohingegen eine Förderung relativ elementarer Prozesse keine Auswirkungen auf höhere kognitive Prozesse zeitigt.

Bewirkt ein kognitives Training das, was es bewirken soll? Programme zur Denk- und Aufmerksamkeitsförderung im Vergleich Beitrag lesen »

Nach oben scrollen