Stimulanzien

Zusammenhang zwischen Binge-Eating und Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung in zwei gemeindenahen kinder- und jugendpsychiatrischen Ambulanzen

ZIEL:

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) wurde mit Adipositas in Verbindung gebracht; ihr Zusammenhang mit Binge-Eating (BE) ist jedoch weniger klar. Ziel war es, die Zusammenhänge zwischen ADHS, Gewicht und BE in kinder- und jugendpsychiatrischen Ambulanzen zu untersuchen.

METHODE:

Wir werteten retrospektiv aufeinanderfolgende Erstaufnahmen in zwei kinder- und jugendpsychiatrischen Ambulanzen aus (N = 252). BE wurde mit der C-BEDS-Skala erfasst. Zusammenhänge zwischen ADHS, BE und BMI-z-Wert wurden mittels Regression untersucht.

ERGEBNISSE:

Das mittlere Alter betrug 10,8 Jahre (SD 3,7). Zwölf Prozent (n = 31) wiesen BE auf. Der Zusammenhang zwischen ADHS und BE war statistisch signifikant (OR 16,1, p < .001) und blieb auch nach Adjustierung für komorbide Diagnosen, Medikamente, demografische Variablen und Ambulanz bestehen. Zwischen ADHS und BMI-z-Werten bestand ein statistisch signifikanter Zusammenhang (β = 0,54, p < .001). Nach Adjustierung für BE war der Zusammenhang zwischen ADHS und BMI-z-Werten abgeschwächt (β = 0,35, p = .025), und der Koeffizient für BE nahm ab (β = 0,75, p = .001). Obwohl die Anwendung von Stimulanzien mit einer dreifach erhöhten Wahrscheinlichkeit für BE verbunden war (OR 3,16, p = .006), waren Stimulanzien nicht mit höheren BMI-z-Werten assoziiert (β = 0,18, p = .32).

DISKUSSION:

In zwei kinder- und jugendpsychiatrischen Ambulanzen bestand ein signifikanter Zusammenhang zwischen ADHS und BE. Obwohl diese Daten querschnittlich sind und keine kausalen Schlussfolgerungen zulassen, sind die Befunde mit der Hypothese vereinbar, dass BE den Zusammenhang zwischen ADHS und BMI-z-Werten teilweise vermittelt. In psychiatrischen Ambulanzen können sich Kinder mit ADHS mit Übergewicht oder Adipositas vorstellen. Zudem können Kinder mit ADHS BE zeigen. Zukünftige prospektive Studien sollten die komplexen Zusammenhänge zwischen ADHS, Gewicht, Stimulanzien und BE aufklären.

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Kardiovaskuläre Sicherheit von Stimulanzien bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung: Eine landesweite prospektive Kohortenstudie

Ziel: Ziel dieser Studie war es festzustellen, ob Anwender von Stimulanzien ein höheres Risiko für ein späteres kardiovaskuläres Ereignis haben als Nichtanwender. Dieser Zusammenhang wurde sowohl in einer nationalen Kohorte als auch in einer populationsbasierten Stichprobe von Kindern und Jugendlichen mit diagnostizierter Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) untersucht. Außerdem sollte eine mögliche Dosis-Wirkungs-Beziehung geprüft werden. Methoden: Wir führten eine longitudinale prospektive Kohortenstudie mit allen zwischen 1990 und 1999 in Dänemark geborenen Kindern durch. Innerhalb dieser Kohorte wurden Kinder mit ADHS identifiziert. Daten aus nationalen Gesundheitsregistern zu psychiatrischen und somatischen Diagnosen, Stimulanzienverordnungen, kardiovaskulären Risikofaktoren sowie prä- und perinatalen und soziodemografischen Kovariaten der Kinder und ihrer Eltern wurden anhand der eindeutigen persönlichen Identifikationsnummer zusammengeführt. Hazard Ratios (HR) für kardiovaskuläre Ereignisse wurden mittels Cox-Regression unter Adjustierung für andere bekannte Risikofaktoren geschätzt. Ergebnisse: In der Gesamtpopulation (n = 714.258; insgesamt 6.767.982 Personenjahre) erhöhte die Anwendung von Stimulanzien das Risiko eines kardiovaskulären Ereignisses; adjustierte HR = 1,83 (1,10–3,04). Auch bei Kindern mit ADHS (n = 8300) erhöhte die Stimulanzienbehandlung das Risiko eines kardiovaskulären Ereignisses (adjustierte HR = 2,20 [2,15–2,24]) bei einer komplexen zeitabhängigen Dosis-Wirkungs-Beziehung. Schlussfolgerungen: Dies ist die erste landesweite Kohortenstudie zur kardiovaskulären Sicherheit von Stimulanzien bei Kindern und Jugendlichen und stellt nach unserem Wissen die prospektive Studie mit der längsten Nachbeobachtung dar. Kardiovaskuläre Ereignisse waren selten, traten bei Anwendern von Stimulanzien jedoch etwa doppelt so häufig auf wie bei Nichtanwendern, sowohl in der nationalen Gesamtpopulation als auch bei Kindern mit ADHS. Wir fanden eine komplexe zeit- und dosisabhängige Wechselbeziehung zwischen kardiovaskulären unerwünschten Ereignissen und der Stimulanzienbehandlung bei Kindern und Jugendlichen. Unsere Ergebnisse deuten auf ein Sicherheitssignal mit erhöhtem Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen im Zusammenhang mit der Stimulanzienbehandlung bei Kindern und Jugendlichen hin, auch nach Adjustierung für mehrere potenzielle Störfaktoren.

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Langwirksame Stimulanzien zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung: Fokus auf Retardformulierungen und das Prodrug Lisdexamfetamindimesilat zur Bewältigung fortbestehender klinischer Herausforderungen

Menschen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zeigen umfassende Beeinträchtigungen in Familie, Beziehungen zu Gleichaltrigen sowie Schule oder Beruf, die sich über den gesamten Tag erstrecken können. Psychostimulanzien sind hochwirksame Medikamente zur Behandlung der ADHS, und die Entwicklung langwirksamer Stimulanzienformulierungen hat die Behandlungsoptionen deutlich erweitert. Zu den Strategien für langwirksame Formulierungen gehören die Kombination von Pellets mit sofortiger und verzögerter Wirkstofffreisetzung sowie ein osmotisches orales Freisetzungssystem. Eine neuere Entwicklung ist die Verfügbarkeit des ersten Prodrug-Stimulans Lisdexamfetamindimesilat (LDX). LDX selbst ist inaktiv, wird jedoch vor allem im Blut enzymatisch gespalten und setzt dabei d-Amphetamin (d-AMP) frei. Mehrere klinische Studien haben gezeigt, dass langwirksame Stimulanzien ADHS-Symptome gegenüber Placebo wirksam verringern. Studien im Analogklassenzimmer und in simulierten Arbeitsumgebungen für Erwachsene zeigten eine Symptomreduktion über mindestens 12 Stunden. Langwirksame Stimulanzien weisen ähnliche Verträglichkeits- und Sicherheitsprofile auf wie kurz wirksame Präparate. Während Veränderungen des Magen-pH-Werts und der Magenmotilität die Verfügbarkeit und Resorption von Stimulanzien aus langwirksamen Formulierungen beeinflussen können, dürfte die systemische Exposition gegenüber d-AMP nach LDX-Gabe von gastrointestinalen Bedingungen weitgehend unbeeinflusst bleiben. Langwirksame Formulierungen können zudem die Adhärenz verbessern und im Vergleich zu kurz wirksamen Präparaten das Missbrauchspotenzial senken. Die Entwicklung langwirksamer Stimulanzien bietet Ärzten eine größere Auswahl an medikamentösen Optionen, um die Behandlung von Menschen mit ADHS individuell anzupassen.

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ADHS im Kindesalter – Was muss der HNO-Arzt wissen?

Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) betrifft weltweit etwa 5% aller Kinder und Jugendlicher nach den Kriterien des DSM-IV (Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders). ADHS ist multifaktoriell bedingt mit einem hohen Einfluss genetischer, aber auch exogener und psychosozialer Faktoren. Die Kernsymptomatik umfasst Beeinträch- tigungen der Aufmerksamkeit, der Aktivität im Sinne einer Hyperaktivität und eine Störung der Impulskontrolle. Wichtig ist, dass die Symptomatik vor dem 6. Lebensjahr begonnen hat und in mehreren Situationen, wie Schule und Familie, nachweisbar ist. ADHS ist eine dimen- sionale Störung, d. h. die Diagnostik ist zeitaufwendig und umfasst eine körperlich-neurolo- gische Untersuchung, Verhaltensbeobachtungen und differenzierte testpsychologische Unter- suchungen. Im HNO-ärztlichen Bereich stellt ADHS eine der wichtigen Differenzialdiagno- sen einer auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS) neben Lese- und Rechtschreibstörungen sowie Sprachentwicklungsstörungen dar. Bei zusätzlichen Verhaltens- problemen bzw. höherem Schweregrad der Symptomatik empfiehlt sich eine Überweisung zu einem spezialisierten Kinderarzt bzw. Kinder- und Jugendpsychiater, bei dem dann ggf. auch eine entsprechende Beratung und Behandlung erfolgen kann.

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Prävalenz, Inzidenz und Stimulanziengebrauch bei Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung in Taiwan, 1996–2005: eine nationale populationsbasierte Studie

Zweck: Wir nutzten die Datenbank der National Health Insurance (NHI), um Prävalenz, Inzidenz und Stimulanziengebrauch bei diagnostizierter Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) in Taiwan zu untersuchen.

Methoden: Das National Health Research Institute stellte eine Datenbank mit 1.000.000 zufällig ausgewählten Personen für die Studie bereit. Als dynamische Kohorte wurde eine populationsbasierte Zufallsstichprobe von 372.642 Patienten unter 18 Jahren gewonnen. Identifiziert wurden diejenigen Studienteilnehmer, die zwischen 1996 und 2005 mindestens eine Leistungsabrechnung mit ADHS als Hauptdiagnose aufwiesen.

Ergebnisse: Die kumulative Prävalenz einer ADHS-Diagnose stieg von 0,06 auf 1,64 % zwischen 1996 und 2005. Die jährliche Inzidenz einer ADHS-Diagnose stieg von 0,02 auf 0,34 % zwischen 1997 und 2005. Die höchsten Inzidenzraten einer ADHS-Diagnose fanden sich sowohl bei Jungen als auch bei Mädchen in der Altersgruppe von 6 bis 11 Jahren. Eine höhere Inzidenz wurde bei männlichen Personen (HR 3,76, 95%-KI 3,48–4,07), bei Personen aus der nördlichen Region (HR 1,35, 95%-KI 1,07–1,71) und aus städtischen Gebieten (HR 1,53, 95%-KI 1,40–1,66) festgestellt. Der Anteil der Stimulanzienanwendung bei Kindern mit ADHS-Diagnose stieg von 39,6 auf 54,0 % zwischen 1997 und 2005.

Schlussfolgerungen: Unsere Befunde deuten auf steigende Prävalenz- und Inzidenzraten von ADHS-Diagnosen in Taiwan hin, was mit Studien aus westlichen Ländern übereinstimmt. Die Prävalenz von ADHS-Diagnosen im NHI-Programm war jedoch weiterhin deutlich niedriger als in populationsbezogenen Studien. Auch der Anteil der Stimulanzienanwendung bei Kindern mit ADHS-Diagnose zeigt einen zunehmenden Trend, der weiterer Untersuchung bedarf.

Prävalenz, Inzidenz und Stimulanziengebrauch bei Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung in Taiwan, 1996–2005: eine nationale populationsbasierte Studie

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Autismus und ADHS über die Lebensspanne – Differenzialdiagnosen oder Komorbidität?

Autismusspektrumstörungen (autism spectrum disorders, ASD) gelten in den beiden aktuellen Klassifikationssystemen (ICD-10 und DSM-IV-TR) als Ausschlusskriterium für die Diagnose einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hypermotorik gehören aber zu den häufigsten Begleitsymptomen der ASD. Psychopathologische, neuropsychologische, bildgebende und genetische Untersuchungen weisen auf mögliche pathophysiologische Zusammenhänge von autistischen Störungen und ADHS hin. Bei der Diagnostik beider Störungen sollte daher grundsätzlich geprüft werden, ob auch Symptome der anderen Störungen vorliegen. Die Behandlung der ADHS-Symptome bei Autismus gleicht zwar prinzipiell der Therapie nichtautistischer Kinder mit ADHS. Allerdings sind oft niedrigere Dosierungen und eine langsamere Titration empfehlenswert.

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Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung ADHS – Eine populationsbasierte retrospektive Studie über Behandlungsverläufe von Kindern und Jugendlichen mit zentral wirksamen Substanzen in einer Kinder- und Jugendpsychiatrischen Praxis

Anhand des Datenmaterials von 103 Patienten einer Kinder- und Jugendpsychiatrischen Praxis mit der Diagnose Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperkinetisches Syndrom (ADHS) wurde eine retrospektive Analyse des medikamentösen Behandlungsverlaufes durchgeführt. Fokussiert wurde auf erwünschte und unerwünschte Effekte der Behandlung mit Methylphenidat, Amphetamin und Atomoxetin in verschiedenen galenischen Zubereitungen.

Das erste ADHS-bezogene Arztgespräch erfolgte im Alter von durchschnittlich 8,6 Jahren, die ersten Medikamentenverordnungen folgten mit etwa einjährigem Abstand zum Erstgespräch. Bei 90% der Kinder wurden Komorbiditäten festgestellt. Kinder mit einer Hyperaktivität (ICD 10; F 90.1) wiesen signifikant häufiger und mehr komorbide Störungen auf als Kinder ohne Hyperaktivität (ICD 10; F 90.0). Die häufigsten Komorbiditäten waren Störungen des Sozialverhaltens und Entwicklungsstörungen.

Als Monotherapien wurden Methylphenidat in kurzwirksamen Zubereitungen (IR-MPH) und in retardierten Präparationen, Atomoxetin (ATX) und Amphetamin verordnet. Kombiniert wurden mit abnehmender Häufigkeit IR-MPH mit retardiertem MPH, ATX mit retardiertem MPH, ATX mit IR-MPH, Amphetamin mit IR-MPH und Amphetamin mit ATX. Auslassversuche wurden ebenfalls durchgeführt. Bezüglich der Einnahmedauer zeigten sich medikamentenspezifische Unterschiede: IR-MPH wurde als Monotherapie und in Kombination mit retardiertem MPH am längsten ohne Medikamentenwechsel eingenommen.

Bei 90% der Kinder wurden unerwünschte Ereignisse beschrieben. Im ersten Halbjahr nach Therapiebeginn wurden signifikant mehr unerwünschte Ereignisse dokumentiert als in den nachfolgenden Behandlungshalbjahren. Im Durchschnitt wurde bei jedem fünften Arztbesuch ein unerwünschtes Ereignis dokumentiert. Am häufigsten waren Schlafstörungen, Appetitstörungen, Ticstörungen und Bauchschmerzen. Insbesondere in den ersten Monaten der medikamentösen Therapie wiesen die Kinder Wachstumsverzögerungen auf. Auch im weiteren Verlauf der Behandlung waren geringfügige Verzögerungen zu beobachten. Bei Einnahme von MPH-Retardpräparaten wurden signifikant häufiger unerwünschte Ereignisse beschrieben als bei Therapien mit den übrigen Medikamenten und Medikamentenkombinationen oder bei Durchführung von Auslassversuchen. Alle weiteren Medikamente und Medikamentenkombinationen unterschieden sich nicht hinsichtlich des Auftretens unerwünschter Ereignisse voneinander oder von den Auslassversuchen.

Die therapeutischen Effekte wurden von den behandelnden Ärzten zu fast einem Drittel als günstig eingestuft, ohne dass signifikante Unterschiede zwischen den Medikamenten und Medikamentenkombinationen zu beobachten waren. Ungünstige Verläufe wurden signifikant häufiger unter der Kombination von ATX mit einem IR-MPH-Präparat beschrieben.

Die Studie legt nahe, dass in der medikamentösen Therapie des ADHS IR-MPH als Monotherapie sowie in Kombination mit retardiertem MPH aufgrund des günstigen Profils bevorzugt werden sollte. Bei Therapien mit MPH-Retardpräparaten alleine sowie der Kombination von ATX mit IR-MPH muss das Wirkungs-/ Nebenwirkungsprofil im Einzelfall beurteilt werden.

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Langwirksame Medikamente zur Behandlung der hyperkinetischen Störungen. Teil 2: Ein quantitativer Vergleich der langwirksamen Präparate

Ein Expertengremium aus mehreren europäischen Ländern hat sämtliche verfügbaren veröffentlichten und unveröffentlichten Studienergebnisse zum Einsatz von langwirksamen Medikamenten bei ADHS und hyperkinetischer Störung analysiert und auf dieser Grundlage praktische Empfehlungen zum Einsatz dieser Arzneimittel entwickelt. Im vorliegenden Artikel werden die Ergebnisse dieser Analyse dargestellt, in der die Wirksamkeit von Stimulanzien mit retardierter Freisetzung und Atomoxetin (ATX) anhand ihrer Effektstärken und der Anzahl der notwendigen Behandlungen (Numbers-Needed-to-Treat) verglichen werden. Auf der Grundlage der Analyse wurde gefolgert, (1) Langwirksame Präparate sollten zugelassen sein und eingesetzt werden; (2) Sie sollten kurzwirksame Arzneimittel (aus Kostengründen und wegen der höheren Flexibilität der Dosierung) nicht vollständig ersetzen. Individuelle Therapieoptionen sind erforderlich. (3) Sowohl ATX als auch Stimulanzien mit retardierter Freisetzung sollten zur Verfügung stehen.

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Langwirksame Medikamente zur Behandlung der hyperkinetischen Störungen. Teil 1: Übersicht und Empfehlungen

Ein Expertengremium aus mehreren europäischen Ländern hat sämtliche verfügbaren veröffentlichten und unveröffentlichten Studienergebnisse zum Einsatz von langwirksamen Medikamenten bei ADHS und hyperkinetischer Störung analysiert und auf dieser Grundlage Empfehlungen zur praktischen Anwendung dieser Arzneimittel entwickelt: Auf der Grundlage der Analyse wurde gefolgert: (1) Langwirksame Präparate sollten zugelassen sein und eingesetzt werden; (2) Sie sollen kurzwirksame Arzneimittel (aus Kostengründen und wegen der höheren Flexibilität der Dosierung) nicht vollständig ersetzen. Individuelle Therapieoptionen sind erforderlich. (3) Sowohl ATX als auch Stimulanzien mit retardierter Freisetzung sollten zur Verfügung stehen. Zusätzlich werden ausführliche Empfehlungen gegeben, nach welchen Kriterien ein spezifisches Präparat für den individuellen Patienten ausgewählt werden sollte.

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Psychoanalytische Modelle zur Entstehung, Verarbeitung und Behandlung des ADHS

Die Symptome des ADHS können zunächst als Teil des natürlichen Ausdrucksrepertoires des Säuglings angesehen werden. Später gehen sie in pathologische Beziehungsmuster ein. Diese Pathologie nimmt ihren Anfang – abgesehen von der genetischen Vulnerabilität – durch misslingende frühe Interaktionen und durch frühe Traumatisierungen. In der Bindungstheorie wird das Resultat als ängstlich-ambivalente oder desorganisierte Bindung beschrieben. Der weitere Verlauf des ADHS bleibt abhängig vom Verlauf der kindlichen Beziehungen und organisiert sich in symbiotischen und narzisstischen Reaktionsmustern. Mit den impulsiv-aggressiven Ausbrüchen und dem ruhelos-unaufmerksamen Verhalten versucht das Kind Aufmerksamkeit zu erlangen und dieser sofort zu entkommen, seine Verletzungen zu zeigen und sofort Rache zu nehmen. Auf die gleiche Weise wehrt das Kind auch traumatische Erinnerungen ab oder schützt sich sogar vor depressiven Einbrüchen.

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