Psychoanalytische Modelle zur Entstehung, Verarbeitung und Behandlung des ADHS

Reinmar du Bois (2007)

Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie 56 (2007) 4, S. 300-309

Zusammenfassung

Die Symptome des ADHS können zunächst als Teil des natürlichen Ausdrucksrepertoires des Säuglings angesehen werden. Später gehen sie in pathologische Beziehungsmuster ein. Diese Pathologie nimmt ihren Anfang – abgesehen von der genetischen Vulnerabilität – durch misslingende frühe Interaktionen und durch frühe Traumatisierungen. In der Bindungstheorie wird das Resultat als ängstlich-ambivalente oder desorganisierte Bindung beschrieben. Der weitere Verlauf des ADHS bleibt abhängig vom Verlauf der kindlichen Beziehungen und organisiert sich in symbiotischen und narzisstischen Reaktionsmustern. Mit den impulsiv-aggressiven Ausbrüchen und dem ruhelos-unaufmerksamen Verhalten versucht das Kind Aufmerksamkeit zu erlangen und dieser sofort zu entkommen, seine Verletzungen zu zeigen und sofort Rache zu nehmen. Auf die gleiche Weise wehrt das Kind auch traumatische Erinnerungen ab oder schützt sich sogar vor depressiven Einbrüchen.

Kategorien: ADHS Allgemein

Schlagwörter: ADHS, psychoanalytische Therapie, Beziehungsmuster, Stimulanzien

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