Depression

Zusammenhang von Symptomen der Internetsucht mit Angst, Depression und Selbstwertgefühl bei Jugendlichen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

Hintergrund: Ziel dieser Studie war es, bei Jugendlichen mit diagnostizierter Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) in Taiwan die Zusammenhänge zwischen der Schwere der Symptome einer Internetsucht und verschiedenen Dimensionen von Angst (körperliche Angstsymptome, Schadensvermeidung, soziale Angst und Trennungsangst/Panik), Depressionssymptomen (depressive Stimmung, somatische Symptome, zwischenmenschliche Probleme und positiver Affekt) sowie dem Selbstwertgefühl zu untersuchen.

Methode: Insgesamt nahmen 287 Jugendliche im Alter von 11 bis 18 Jahren mit diagnostizierter ADHS an der Studie teil. Die Schwere ihrer Internetsuchtsymptome wurde mit der Chen Internet Addiction Scale erfasst. Angst- und Depressionssymptome sowie das Selbstwertgefühl wurden mit der taiwanischen Version der Multidimensional Anxiety Scale for Children (MASC-T), der Center for Epidemiological Studies Depression Scale (CES-D) bzw. der Rosenberg Self-Esteem Scale (RSES) erhoben. Die Zusammenhänge zwischen der Schwere der Internetsuchtsymptome und Angst- und Depressionssymptomen sowie dem Selbstwertgefühl wurden mittels multipler Regressionsanalysen untersucht.

Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigten, dass stärkere körperliche Symptome und niedrigere Werte für Schadensvermeidung auf der MASC-T, höhere Werte für somatische Beschwerden/verlangsamte Aktivität auf der CES-D sowie niedrigere Selbstwertwerte auf der RSES signifikant mit schwereren Internetsuchtsymptomen verbunden waren.

Schlussfolgerungen: Präventions- und Interventionsprogramme für Internetsucht bei Jugendlichen mit ADHS sollten Angst, Depression und Selbstwertgefühl berücksichtigen.

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Pränatale Nikotinexposition und Verhaltensprobleme bei Kindern

Eine intrauterine Exposition gegenüber Tabakrauch wurde mit zahlreichen ungünstigen gesundheitlichen Auswirkungen bei Neugeborenen, Säuglingen, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen in Verbindung gebracht. Ziel dieser Übersichtsarbeit war es, Befunde zur pränatalen Nikotinexposition und ihrem Zusammenhang mit Verhaltensproblemen bei den Nachkommen zusammenzufassen. Die Mehrzahl der Studien, insbesondere mehrere neuere epidemiologische Untersuchungen, beobachtete bei exponierten Personen eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) oder ADHS-Symptome. Sowohl Human- als auch Tierstudien konnten jedoch bislang keine eindeutige Evidenz für einen kausalen Zusammenhang liefern. Die vorhandene Literatur zu Studien über den Zusammenhang zwischen pränataler Nikotinexposition und Störungen des Sozialverhaltens bzw. externalisierenden Problemen bei den Nachkommen spricht für einen kausalen Effekt. Eine abschließende Bewertung des Zusammenhangs zwischen pränataler Nikotinexposition und internalisierenden Problemen bei den Nachkommen wird durch unzureichende Daten und uneinheitliche Ergebnisse epidemiologischer Studien erschwert. Pränatale Nikotinexposition wurde mit veränderter Hirnstruktur und -funktion bei menschlichen Nachkommen in Verbindung gebracht; ein vorgeschlagener biologischer Mechanismus betrifft den ungünstigen Einfluss von Nikotin auf Neurotransmittersysteme während der Hirnentwicklung. Zusammenfassend bleibt es schwierig, eine eindeutige Aussage zur Kausalität des Zusammenhangs zwischen pränataler Nikotinexposition und Verhaltensproblemen bei Kindern zu treffen. Angesichts der wachsenden Zahl von Studien, die pränatale Nikotinexposition unter Einsatz unterschiedlicher Methoden zur Kontrolle von Störfaktoren mit externalisierenden Problemen verbinden, sowie weiterer bekannter gesundheitsschädlicher Folgen dieser Exposition sollten Eltern dennoch einen Rauchstopp in Betracht ziehen.

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Frontale Hirnasymmetrie bei Erwachsenen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS): Erweiterung der Hypothese einer motivationalen Dysfunktion

Ziel: Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) geht mit einer motivationalen Dysfunktion einher, die durch übermäßige Verhaltenstendenzen zur Annäherung gekennzeichnet ist. Eine frontale Hirnasymmetrie im Alphaband (8–13 Hz) im Ruhe-Elektroenzephalogramm (EEG) stellt ein neuronales Korrelat globaler motivationaler Tendenzen dar; bei pädiatrischen und erwachsenen Patienten wurde eine abnorme Asymmetrie beobachtet, die auf eine erhöhte Annäherungsmotivation hinweist. Bislang sind der Zusammenhang zwischen ADHS-Symptomen, Depression und Alpha-Asymmetrie, deren zeitliche Messeigenschaften sowie eine mögliche Geschlechtsspezifität noch zu untersuchen.

Methoden: Erwachsene ADHS-Patienten (n = 52) nahmen im Abstand von zwei Wochen an zwei Ruhe-EEG-Ableitungen teil. Die Asymmetriemaße wurden über beide Messungen zusammengefasst, um die Traitspezifität zu erhöhen. Untersucht wurden mögliche regionsspezifische Zusammenhänge zwischen Asymmetrie, ADHS-Symptomen und Depression, deren Geschlechtsspezifität sowie die Test-Retest-Reliabilität.

Ergebnisse: ADHS-Symptome waren mit einer annäherungsbezogenen Asymmetrie verbunden (stärkere relative rechtsfrontale Alpha-Leistung). Die annäherungsbezogene Asymmetrie war bei Frauen ausgeprägter und ebenfalls mit Depression assoziiert. Dieser Zusammenhang wurde durch ADHS-Symptome vermittelt. Die Test-Retest-Reliabilität war ausreichend.

Schlussfolgerungen: Der Zusammenhang zwischen zuverlässig erfassbarer Alpha-Asymmetrie und ADHS-Symptomen unterstützt die Hypothese einer motivationalen Dysfunktion. Dass ADHS-Symptome einen atypischen Zusammenhang zwischen Asymmetrie und Depression vermitteln, könnte auf eine sekundär infolge der ADHS entstehende Depression zurückzuführen sein. Die geschlechtsspezifischen Befunde bedürfen der Replikation.

Bedeutung: Die frontale Alpha-Asymmetrie könnte einen neuen zuverlässigen Marker für ADHS-Symptome darstellen.

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Fahrtauglichkeit bei affektiven Störungen und unter Psychopharmaka

Die Datenlage bezüglich Fahrtauglichkeit und Unfallrisiken depressiver Patienten ist insgesamt dünn und von einer Reihe methodischer Probleme gekennzeichnet. Bei akuten, schweren Depressionen ist ebenso wie in manischen Phasen keine Fahrtauglichkeit gegeben, unter regelmäßigen Facharztkontrollen kann nach Remission für Gruppe 1 (Pkw) und Gruppe 2 (Lkw) von Fahreignung ausgegangen werden. Studien zur Frage der Auswirkungen von Psychopharmaka auf psychomotorische und kognitive Leistungen klinischer Populationen existieren nur vereinzelt, bezogen auf die Frage der Fahrtüchtigkeit liegen bislang erste Ergebnisse von naturalistischen Patienten-Samples vor. Nach negativen Akuteffekten zeigen erfolgreich mit Antidepressiva behandelte Patienten in Fahrtauglichkeitstests günstigere Ergebnisse als unbehandelte Depressive. Etwa 17 % der remittierten bipolaren Patienten sind als nicht fahrtüchtig einzuschätzen und etwa 27 % der mit Antipsychotika behandelten schizophrenen Patienten zum Zeitpunkt der Entlassung aus stationärer Behandlung. Unter neueren selektiven Antidepressiva und atypischen Antipsychotika weisen Patienten zumeist bessere Ergebnisse als z. B. unter trizyklischen Antidepressiva auf. Benzodiazepin erhöhen vor allem in Abhängigkeit von Dosierung und Halbwertszeit das Verkehrsunfallrisiko deutlich, ebenso frei verkäufliche Antihistaminika der 1. Generation. Methylphenidat zeigt bei jungen ADHS-Patienten einen eindeutigen günstigen Effekt auf die Fahrtauglichkeit. Die große interindividuelle Variabilität weist auf die Notwendigkeit einer individuellen Bewertung der Fahrtauglichkeit unter Berücksichtigung der psychopathologischen Leitsymptomatik, Krankheitsverlauf, Persönlichkeitsfaktoren, Attitüden sowie möglicher Kompensationsfaktoren hin.

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Das atypische Antidepressivum und neurorestorative Tianeptin ist ein μ-Opioidrezeptor-Agonist

Die derzeitigen pharmakologischen Behandlungen von Depression und verwandten Störungen weisen erhebliche Probleme auf, darunter niedrige Ansprechraten, einen langsamen Eintritt therapeutischer Wirkungen, Wirkverlust im Zeitverlauf und schwerwiegende Nebenwirkungen. Daher besteht dringender Bedarf an neuen therapeutischen Ansätzen, die diese Probleme adressieren. Interessanterweise erfüllt das atypische Antidepressivum Tianeptin bereits teilweise diese klinischen Ziele. Trotz drei Jahrzehnten Grundlagen- und klinischer Forschung sind das molekulare Ziel von Tianeptin und sein Wirkmechanismus jedoch weiterhin nicht eindeutig geklärt. Hier berichten wir über die Charakterisierung von Tianeptin als Agonist am μ-Opioidrezeptor (MOR). Mithilfe von Radioliganden-Bindungs- und zellbasierten funktionellen Assays, darunter auf Biolumineszenz-Resonanzenergietransfer basierende Tests für G-Protein-Aktivierung und cAMP-Akkumulation, identifizierten wir Tianeptin als wirksamen MOR-Agonisten (K(i Human) 383 ± 183 nM, EC(50 Human) 194 ± 70 nM und EC(50 Mouse) 641 ± 120 nM für die G-Protein-Aktivierung). Tianeptin war außerdem ein vollständiger δ-Opioidrezeptor-(DOR-)Agonist, allerdings mit deutlich geringerer Potenz (EC(50 Human) 37,4 ± 11,2 μM und EC(50 Mouse) 14,5 ± 6,6 μM für die G-Protein-Aktivierung). Am κ-Opioidrezeptor (KOR, Mensch und Ratte) war Tianeptin dagegen inaktiv. Auf Grundlage dieser pharmakologischen Daten schlagen wir vor, dass die Aktivierung von MOR – oder die duale Aktivierung von MOR und DOR – das initiale molekulare Ereignis sein könnte, das viele der bekannten akuten und chronischen Wirkungen dieser Substanz, einschließlich ihrer antidepressiven und anxiolytischen Effekte, auslöst.

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Autismus-Spektrum-Störung: Definition von Dimensionen und Untergruppen

Die Autismus-Spektrum-Störung (ASS) ist eine verhaltensdefinierte neurologische Entwicklungsstörung, die mit Defiziten der sozialen Kommunikation sowie eingeschränkten und repetitiven Verhaltensweisen verbunden ist. In der neuesten Konzeptualisierung der ASS stellen diese beiden Verhaltensdimensionen die zentralen definierenden Merkmale der ASS dar, während assoziierte Dimensionen wie intellektuelle und sprachliche Fähigkeiten eine Möglichkeit bieten, die Heterogenität der ASS zu beschreiben. Darüber hinaus trägt die Charakterisierung von ASS-Untergruppen, die durch das Vorliegen bekannter medizinischer, genetischer oder anderer psychiatrischer Störungen definiert sind, zu einem besseren Verständnis der Heterogenität der ASS bei. Dieser Beitrag gibt einen Überblick über die Geschichte des Autismus, beschreibt seine zentralen definierenden Merkmale und bietet eine Übersicht über klinisch und ätiologisch relevante Untergruppen, die zur Komplexität dieser Erkrankung beitragen.

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Neurobiologie der Anhedonie. Zur Pathophysiologie eines bedeutenden Symptoms der depressiven Störung

Anhedonie – definiert als der Verlust der Fähigkeit, Freude zu empfinden, in Situationen, die früher Freude bereitet haben – ist ein wesentliches diagnostisches Merkmal der depressiven Störung. So stellt dieses Symptom gemäß den Kriterien der ICD-10 und des DSM-IV eines der drei Hauptsymptome der Erkrankung dar und ist somit für die Diagnose der depressiven Störung essenziell. In den letzten Jahren gelang es, anhand tierexperimenteller Studien und durch Projekte zur funktionellen Bildgebung, neue Erklärungsmodelle zur Pathophysiologie der Anhedonie zu entwickeln. Die Hypothese, dass funktionelle Veränderungen im mesolimbischen Belohnungssystem das neuronale Korrelat des Symptoms darstellen könnten, hat zu einem neuen Verständnis depressiver Störungen beigetragen und ermöglicht es, neue Therapieoptionen für bisher therapieresistente Fälle zu prüfen. Unter Einsatz der tiefen Hirnstimulation wird erprobt, ob sich die Anhedoniesymptomatik durch eine lokale und reversible Beeinflussung der neuronalen Aktivität in Strukturen des Belohnungssystems behandeln lässt. Der Artikel gibt einen kritischen Überblick über die Hintergründe dieser Therapieansätze und beleuchtet bisherige Ergebnisse der Studien.

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Prokrastination und Versagen der Selbstregulation: Eine Einführung in das Sonderheft

Als Vorwort zu den Beiträgen dieses Sonderhefts über die Rolle der Prokrastination bei Fehlanpassung geben wir einen Überblick über die behandelten Themen. Nach unserem Wissen ist dies das erste Sonderheft, das sich ausdrücklich mit der Rolle dieser Form des Selbstregulationsversagens für das Verständnis von Fehlanpassung befasst. Wir beginnen mit einer Diskussion des komplexen Zusammenspiels motivationaler, affektiver, kognitiver und verhaltensbezogener Faktoren bei chronischer Prokrastination. Diese Komplexität wird anhand von Fallstudien veranschaulicht, die die Rolle negativer Selbstbilder und damit verbundener Defizite der Selbstregulation hervorheben. Zu den in den Beiträgen behandelten Themen gehören die Rolle kognitiver Faktoren bei dysfunktionalen Überzeugungen und automatischen Gedanken im Zusammenhang mit Prokrastination sowie die Bedeutung von Prokrastination und Selbstregulationsdefiziten im Zusammenhang mit Stress, psychischer Belastung und körperlicher Erkrankung. Ein weiteres zentrales Thema ist der Nutzen der rational-emotiven Verhaltenstherapie (REBT) und kognitiver Techniken wie Achtsamkeitstraining zur Verringerung der Tendenz zu prokrastinieren.

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Neuronale Veränderungen bei chronisch-depressiven Patienten während psychoanalytischer Psychotherapie. Funktionelle-Magnetresonanztomographie-Studie mit einem Bindungsparadigma

Die meisten Bildgebungsstudien mit depressiven Patienten stellen die Effekte von Kurzzeittherapien im Bereich der interpersonellen und kognitiv-behavioralen Psychotherapie dar. Die neuronalen Effekte psychoanalytischer Langzeittherapien wurden bisher nicht betrachtet. In einer Studie (Buchheim et al. 2012, PLoS One 7:e33745) untersuchten die Autoren zum ersten Mal chronisch-depressive (DSM-IV), nichtmedizierte Patienten (n=16) am Anfang und nach 15 Monaten psychoanalytischer Therapie im Vergleich zu gesunden Kontrollprobanden (n=17), die nach Geschlecht, Alter und Bildung mit der Patientengruppe „gematcht“ worden waren. Alle Teilnehmer wurden mit dem Adult Attachment Projective Picture System (AAP) untersucht, um die Bindungsrepräsentationen zu erfassen. Weiterhin unterzogen sich die Patienten und die Probanden zu 2 Messzeitpunkten einer funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRT). Dabei wurden ihnen personalisierte Kernsätze aus den eigenen AAP-Interviews zusammen mit den AAP-Bildern präsentiert. Die persönlichen Sätze wurden mit neutralen, die Umgebung beschreibenden Sätzen kontrastiert. Die Patienten zeigten zu Beginn der Behandlung einen höheren Anteil an desorganisierten Bindungsrepräsentationen im Vergleich zu den Gesunden. Dieser unverarbeitete Bindungsstatus veränderte sich nach 15 Monaten zu organisierten Bindungsrepräsentationen. Neuronal wiesen die Patienten zu Beginn der Behandlung eine höhere Aktivierung im linken anterioren Amygdala-Hippocampus-Komplex, im subgenualen Cingulum und im medialen präfrontalen Kortex auf als die Kontrollprobanden. Diese erhöhte Aktivierung war nach 15 Monaten signifikant reduziert und glich sich den Gesunden an. Die verminderte neuronale Aktivierung korrelierte signifikant mit der Symptomverbesserung (Buchheim et al. 2012, PLoS One 7:e33745).

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Wissens- und Einstellungsänderungen zu Depression im Jugendalter

Es bestehen nach wie vor Wissenslücken und Stigmata bei Jugendlichen bezüglich Depression und Suizidalität. Erste internationale Initiativen für Jugendliche zeigen, dass bereits niederschwellige Maßnahmen zu einer signifikanten Wissenszunahme und Einstellungsänderung führen können. Evaluationsstudien zu depressionsspezifischen Aufklärungsmaterialien im Jugendalter fehlen jedoch bislang. Um diese Lücke zu schließen, wurde eine Aufklärungsbroschüre zu Depression für Jugendliche mit dem Ziel entwickelt, spezifisches Wissen zu vermitteln und Vorurteile abzubauen. An einer Stichprobe von 156 Schülern der neunten Jahrgangsstufe wurde die Broschüre in einer Prä-Post-Erhebung evaluiert. Nach Korrektur für multiples Testen zeigten sich für 32 der 50 Fragebogenitems signifikante Veränderungen bezüglich Wissen und Einstellungen. Besonders deutliche Effekte wurden in den Kategorien „Symptome“ und „Antidepressiva“ erreicht. Die größten Verbesserungen wiesen Gymnasiasten auf, gefolgt von Real- und Hauptschülern. Die Akzeptanz der Aufklärungsbroschüre wurde anhand der Kategorien „Gestaltung“, „Inhalt“ und „Nutzen“ erfasst. Die Jugendlichen beurteilten die Broschüre in allen Kategorien positiv und vergaben als Gesamtbewertung die Schulnote „gut“.

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