Depression

Das Dysregulationsprofil der Child Behavior Checklist sagt Substanzkonsum, Suizidalität und funktionelle Beeinträchtigung voraus: eine Längsschnittanalyse

Hintergrund: Neuere Studien haben ein Profil der Child Behavior Checklist identifiziert, das Kinder mit schwerer affektiver und behavioraler Dysregulation charakterisiert (CBCL-Dysregulationsprofil, CBCL-DP). In zwei neueren Längsschnittstudien war das CBCL-DP in der Kindheit bei der Nachuntersuchung im jungen Erwachsenenalter mit erhöhten Raten komorbider psychiatrischer Störungen, darunter bipolarer Störung, einem erhöhten Suizidalitätsrisiko und ausgeprägter psychosozialer Beeinträchtigung verbunden. Dies ist die erste Studie außerhalb der USA, die den Längsschnittverlauf des CBCL-DP untersucht.

Methoden: Wir untersuchten die diagnostischen und funktionellen Verläufe sowie den prädiktiven Nutzen des CBCL-DP in der Mannheimer Risikokinderstudie, einer epidemiologischen Kohortenstudie zu den Folgen früher Risikofaktoren von der Geburt bis ins Erwachsenenalter. Insgesamt nahmen 325 junge Erwachsene (151 Männer, 174 Frauen) an der Untersuchung im Alter von 19 Jahren teil.

Ergebnisse: Junge Erwachsene mit einem höheren CBCL-DP-Wert in der Kindheit hatten ein erhöhtes Risiko für Substanzgebrauchsstörungen, Suizidalität und eine schlechtere allgemeine Funktionsfähigkeit im Alter von 19 Jahren, selbst nach Adjustierung für elterliche Bildung, Familieneinkommen, Beeinträchtigung und psychiatrische Störungen zu Studienbeginn. Dysregulation in der Kindheit stand nicht mit bipolarer Störung im jungen Erwachsenenalter in Zusammenhang. Das CBCL-DP war weder Vorläufer eines spezifischen Komorbiditätsmusters noch von Komorbidität im Allgemeinen.

Schlussfolgerungen: Kinder mit hohen CBCL-DP-Werten haben ein Risiko für später auftretende schwere psychiatrische Symptomatik. Die unterschiedlichen Entwicklungsverläufe legen nahe, dass das CBCL-DP nicht lediglich eine frühe Manifestation eines einzelnen Krankheitsprozesses ist, sondern eher ein früher entwicklungsbezogener Risikomarker für ein persistierendes Defizit der Selbstregulation von Affekt und Verhalten sein könnte.

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Behandlungsverlauf bei depressiven Störungen

Theoretischer Hintergrund: Derzeit ist unklar, auf welche Faktoren frühe Symptomveränderungen während einer Psychotherapie zurückzuführen sind. Fragestellung: Die vorliegende Studie untersucht verschiedene intrapsychische und interpersonelle Prädiktoren des Patienten und seines Partners auf den Symptomverlauf während einer Depressionsbehandlung. Methode: Die Analysen wurden mittels hierarchisch-linearen Modellen durchgeführt und basieren auf Daten von 60 Paaren, die im Rahmen einer kontrolliert-randomisierten Studie Psychotherapie in Anspruch nahmen. Resultate: Die Ergebnisse zeigen, dass bei den intrapsychischen Variablen vor allem Depressionsdauer, individuelles Coping und allgemeine Lebenszufriedenheit und bei den interpersonellen Variablen die soziale Unterstützung und das negative Verhalten im Konfliktgespräch den Symptomverlauf während der Therapie vorhersagen können. Das Hinzufügen von interpersonellen zu den intrapsychischen Variablen erhöht die Varianzaufklärung von 30% auf 50%. Schlussfolgerung: Interpersonelle Probleme sollten vermehrt in die Therapieplanung einbezogen werden, da sie einen wichtigen Einfluss auf den Symptomverlauf haben, jedoch bisher oft vernachlässigt wurden.

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Früh beginnende bipolare Störungen, ADHS oder Störung der Affektregulation?

Die Arbeit gibt einen Überblick über die Hintergründe der Kontroverse und leitet daraus konkrete Schlussfolgerungen für die klinische Praxis ab. Bei der Diagnostik früher bipolarer Störungen ist vorrangig auf das Auftreten von abgrenzbaren Episoden mit eindeutigen Stimmungsänderungen und Veränderungen von Verhalten und Kognition zu achten. Das Mischbild aus ADHS und begleitender affektiver Dysregulation sollte nicht im Sinne einer beginnenden bipolaren Störung interpretiert werden, bedarf aber stärkerer Beachtung, insbesondere bei der Entwicklung geeigneter psycho- und pharmakotherapeutischer Ansätze. Erläutert werden zudem Gemeinsamkeiten und Unterschiede von bipolaren Störungen mit Schizophrenie, Depression, ADHS, Borderline-Persönlichkeitsstörung und Substanzmissbrauch.

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Komorbidität bei ADHS

Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) tritt sehr häufig in Kombination mit anderen Störungsbildern auf. Die Abklärung und Berücksichtigung dieser Komorbiditäten stellt somit im klinischen Alltag eine zentrale Aufgabe und Herausforderung dar. In den letzten 10 Jahren wurden auch in der Forschung verstärkt Bemühungen unternommen, die Hintergründe und die Dynamik von komorbiden Störungen bei ADHS zu spezifizieren. Im folgenden Beitrag wird zunächst ein Überblick über aktuelle theoretische Modelle zum Verständnis von Komorbidität an sich gegeben. Darauf aufbauend werden die Prävalenzen sowie der aktuelle Forschungsstand zu genetischen und kognitiven Aspekten der relevantesten Komorbiditäten von ADHS im Kindes- und Jugendalter (Lese-Rechtschreib-Schwäche, Dyskalkulie, Störung des Sozialverhaltens, Depression, Angststörungen) dargestellt. Ausgehend von diesen Befunden werden die derzeit plausibelsten Erklärungen für die jeweiligen Komorbiditäten sowie die damit verbundenen Implikationen für die Praxis diskutiert. Angesichts dieser komplexen Zusammenhänge muss komorbiden Störungen bei ADHS in Zukunft verstärkt Aufmerksamkeit gewidmet werden.

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Reliabilität und Validität des revidierten Beck-Depressions-inventars (BDI-II). Befunde aus deutschsprachigen Stichproben

Das Beck-Depressionsinventar (BDI) wurde 1996 einer Revision (BDI-II) unterzogen mit dem Ziel, ein Selbstbeurteilungsinstrument zur Beurteilung der Depressionsschwere, orientiert an den Depressionskriterien nach DSM-IV, verfügbar zu haben. Im vorliegenden Beitrag werden psychome-trische Gütekriterien zum deutschsprachigen BDI-II berichtet.Patienten und Methoden. Das BDI-II wurde ins Deutsche übersetzt und in Studien an depressiven Patienten und Gesunden eingesetzt. Ergebnisse. Die Inhaltsvalidität des BDI-II wurde durch Anlehnung an DSM-IV verbessert. Die interne Konsistenz der Skala ist zufrieden stellend (α≥0,84), die Retestreliabilität liegt bei r≥0,75 in nichtklinischen Stichproben. Die Zusammenhänge zwischen BDI-II und konstruktnahen Skalen sind hoch, solche mit symptomfernen Persönlichkeitsskalen niedrig. Das BDI-II diskriminiert gut zwischen unterschiedlichen Schweregraden der Depression und ist änderungssensitiv.Schlussfolgerung. Das deutsche BDI-II weist gute psychometrische Kennwerte in klinischen und nichtklinischen Stichproben auf. Die revidierte Fassung des BDI kann nun zur Erfassung der selbstbeurteilten Schwere einer Depression und zur Dokumentation des Verlaufs depressiver Symptomatik unter Behandlung die alte Version ablösen.

Zum Online-Test: „

Beck-Depressions-Inventar, 2. Auflage (BDI-II)„.

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Methylphenidatbehandlung bei Erwachsenen mit Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung

In der vorgestellten Studie wurde die Wirksamkeit von unretardiertem Methylphenidat (MPH) bei der Behandlung von Erwachsenen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitatsstorung (ADHS) unter Berucksichtigung des Storungssubtyps entsprechend den DSM-IV-Kriterien und aktueller psychiatrischer Komorbiditat untersucht. In einem offenen, unkontrollierten Design wurden 47 Patienten (18.59 Jahre, n=27 kombinierter Typ, n=20 unaufmerksamer Typ) wahrend 7 Wochen mit durchschnittlich 0,5 mg MPH/ kg/Korpergewicht behandelt; 39 Patienten beendeten die Studie. Patienten mit kombiniertem und unaufmerksamem Typ sprachen sowohl hinsichtlich klinischer Symptomatik (sehr gute/gute Symptomreduktion kombinierter Typ: 73,9%, unaufmerksamer Typ: 66,7%) als auch hinsichtlich der erfassten neuropsychologischen Parameter (Daueraufmerksamkeit, Wahrnehmungstempo, Aufmerksamkeitsteilung) vergleichbar gut auf die Behandlung an. Patienten mit ADHS und aktueller psychiatrischer Komorbiditat (n=16) wiesen im Vergleich zu Patienten mit ADHS ohne weitere psychiatrische Komorbiditat (n=23) trotz signifikant hoherer MPH-Dosis [0,56 (?}0,17) mg/kg vs. 0,46 (?}0,13) mg/kg; p=0,004] bei Studienende noch signifikant mehr ADHS-Symptomatik auf [T2-Gesamtwert Brown Attention Deficit Disorder Scales (BADDS) ADHS mit psychiatrischer Komorbiditat 66,2 (?}15,5), ADHS ohne psychiatrische Komorbiditat 51,7 (?}13,7); p=0,04]. Patienten mit ADHS und klinisch relevanter depressiver Symptomatik (Beck-Depressionsinventar .18), profitierten signifikant weniger von der Behandlung als Patienten ohne komorbide depressive Symptomatik [T2-BADDSGesamtwert ADHS mit depressiver Symptomatik 70,7 (?}15,9), ADHS ohne depressive Symptomatik 48,1 (?}21,2).; p=0,001].

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Tianeptin: Ein neuartiges atypisches Antidepressivum, das neue Einblicke in die biomolekularen Grundlagen der Depression ermöglichen könnte

Tianeptin, ein von Servier patentiertes und entwickeltes atypisches Antidepressivum, verstärkt die synaptische Wiederaufnahme von Serotonin, ohne die Aufnahme von Noradrenalin und Dopamin zu beeinflussen, und weist keine Affinität zu Neurotransmitterrezeptoren auf. Dieser Wirkmechanismus eines Antidepressivums erscheint paradox, da die derzeit eingesetzten Antidepressiva die Serotoninwirkung durch Hemmung seines Abbaus oder durch Hemmung der monoaminergen Wiederaufnahme verstärken. Obwohl gezeigt wurde, dass Tianeptin die zentrale 5-HT-Verfügbarkeit vermindert, indirekt zentrale adrenerge und dopaminerge Systeme moduliert und indirekt eine cholinerge Hyperaktivität hemmt, wird angenommen, dass seine antidepressive Wirkung unmittelbarer mit zentralem neuronalem Remodeling und der Wiederherstellung neuronaler Plastizität zusammenhängt. In zuverlässigen Tiermodellen der Depression verhindert Tianeptin Neurodegeneration und Verringerungen des Hippocampusvolumens als Reaktion auf chronischen Stress. Es wird vermutet, dass diese Effekte auf die Neuroplastizität mit einer Normalisierung der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse und modulierenden Wirkungen auf exzitatorische Aminosäuren und N-Methyl-D-Aspartat-Rezeptoren zusammenhängen. Gemeinsam mit einer Reihe verwandter Studien stützen diese Daten die Hypothese, dass Depression mit einer Dysregulation von Signalwegen verbunden sein könnte, welche die zelluläre Resilienz steuern, und dass die Behandlung auf deren Umkehrung ausgerichtet sein sollte. Wichtig ist, dass Tianeptin nicht anxiogen wirkt und auch bei therapieresistenter Depression Wirksamkeit gezeigt hat, was den Weg zu einem bedeutsamen Fortschritt in der Depressionsbehandlung eröffnen könnte.

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Depression im Kindes- und Jugendalter

Depressive Symptome und Störungen stellen im Kindes- und vor allem im Jugendalter ein ernst zu nehmendes Gesundheitsproblem dar. In diesem Artikel erfolgt eine knappe Übersicht über entwicklungsabhängige Äußerungen der Depression, epidemiologische Befunde, Risiko- und Entstehungsbedingungen sowie dem wissenschaftlichen Stand zu Interventions- und Präventionsmöglichkeiten. Einige ungeklärte Probleme und offene Forschungsfragen werden aufgezeigt.

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