Reliabilität und Validität des revidierten Beck-Depressions-inventars (BDI-II). Befunde aus deutschsprachigen Stichproben
C. Kühner, C. Bürger, F. Keller & M. Hautzinger (2007)
Der Nervenarzt 78(6), 651-656
Zusammenfassung
Das Beck-Depressionsinventar (BDI) wurde 1996 einer Revision (BDI-II) unterzogen mit dem Ziel, ein Selbstbeurteilungsinstrument zur Beurteilung der Depressionsschwere, orientiert an den Depressionskriterien nach DSM-IV, verfügbar zu haben. Im vorliegenden Beitrag werden psychome-trische Gütekriterien zum deutschsprachigen BDI-II berichtet.Patienten und Methoden. Das BDI-II wurde ins Deutsche übersetzt und in Studien an depressiven Patienten und Gesunden eingesetzt. Ergebnisse. Die Inhaltsvalidität des BDI-II wurde durch Anlehnung an DSM-IV verbessert. Die interne Konsistenz der Skala ist zufrieden stellend (α≥0,84), die Retestreliabilität liegt bei r≥0,75 in nichtklinischen Stichproben. Die Zusammenhänge zwischen BDI-II und konstruktnahen Skalen sind hoch, solche mit symptomfernen Persönlichkeitsskalen niedrig. Das BDI-II diskriminiert gut zwischen unterschiedlichen Schweregraden der Depression und ist änderungssensitiv.Schlussfolgerung. Das deutsche BDI-II weist gute psychometrische Kennwerte in klinischen und nichtklinischen Stichproben auf. Die revidierte Fassung des BDI kann nun zur Erfassung der selbstbeurteilten Schwere einer Depression und zur Dokumentation des Verlaufs depressiver Symptomatik unter Behandlung die alte Version ablösen.
Beck-Depressions-Inventar, 2. Auflage (BDI-II)".
Kategorien: Affektive Störungen, Psychologische Tests
Schlagwörter: Beck-Depressionsinventar II, Depression, Fragebogen, Reliabilität, Validität
