Lebensqualität

Selbst- und elternbeurteilte Lebensqualität einer unbehandelten Stichprobe von Kindern mit ADHS: Einfluss von Alter, Geschlecht, ADHS-Typ und komorbiden psychiatrischen Erkrankungen in kategorialer und dimensionaler Betrachtung

Ziel: Unser Ziel war es, die Lebensqualität (QoL) unbehandelter Kinder mit ADHS zu untersuchen.

Methode: Daten von 178 Eltern-Kind-Dyaden wurden mittels multipler Regression analysiert, um die Zusammenhänge zwischen Lebensqualität sowie Merkmalen der ADHS und komorbider Psychopathologie zu untersuchen.

Ergebnisse: Eine niedrigere selbstberichtete Lebensqualität war im dimensionalen Ansatz mit weiblichem Geschlecht, höherem Alter und mehr Symptomen von Angst- und traumabezogenen Störungen verbunden, im kategorialen Ansatz mit komorbiden Diagnosen traumabezogener Störungen und einer oppositionellen Trotzstörung (ODD)/Störung des Sozialverhaltens (CD). Eine niedrigere von den Eltern berichtete Lebensqualität stand einerseits mit höherem Alter und einer zunehmenden Anzahl von Symptomen affektiver und Angststörungen und andererseits mit jeglicher Diagnose einer affektiven oder Angststörung sowie ODD/CD in Zusammenhang.

Schlussfolgerung: Unsere Ergebnisse unterstreichen, dass bei der Messung der Lebensqualität von Kindern mit ADHS Alter, Geschlecht sowie sowohl Selbst- als auch Elternberichte berücksichtigt und sowohl dimensionale als auch kategoriale Ansätze eingesetzt werden sollten.

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Mehr als Anfälle und Antiepileptika. Komorbiditäten bei Epilepsien

Mehrfachbehinderungen kommen in der neuropädiatrischen Tätigkeit häufig vor; dabei steht nicht immer die Epilepsie im Vordergrund. Entwicklungsverzögerungen, kognitive Probleme und geistige Behinderungen können bei den verschiedenen Epilepsiesyndromen in unterschiedlichem Ausmaß auftreten. Patienten mit Verhaltensstörungen wie Aufmerksamkeitsdefizit und Hyperaktivität oder psychiatrischen Erkrankungen (z. B. Autismus und autistische Züge) sind therapeutisch besonders herausfordernd. Bewegungsstörungen können in Form der Zerebralparese mit Epilepsie in Erscheinung treten; die Ursache der Epilepsie kann mit Bewegungsstörungen, die der Bewegungsstörungen mit einer Epilepsie assoziiert sein. Syndromale Erkrankungen und Stoffwechselkrankheiten mit Epilepsie müssen zunächst ätiopathogenetisch diagnostiziert werden, um Betroffene und Angehörige unterstützen zu können. Progrediente Hirnerkrankungen und schwere Behinderungen erfordern oft palliativmedizinische Konzepte. In allen diesen Situationen bedarf es eines multidisziplinären Teams von spezialisierten Ärzten, Pflegenden, Therapeuten, Sozial- und Sonderpädagogen, um den Patienten und ihren Familien die optimale Behandlung mit dem Ziel einer hohen Lebensqualität zu ermöglichen.

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Langfristiges funktionelles Outcome bei erwachsenen Strafgefangenen mit ADHS unter OROS-Methylphenidat

In einer kürzlich durchgeführten randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie zeigten wir eine robuste Wirksamkeit (Cohen’s d = 2,17) von täglich 72 mg Methylphenidat mit oralem osmotischem Freisetzungssystem (OROS-Methylphenidat) über 5 Wochen gegenüber Placebo auf Symptome der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), den globalen Schweregrad und die globale Funktionsfähigkeit bei 30 erwachsenen männlichen Strafgefangenen mit ADHS und komorbiden Störungen. Die Outcomes verbesserten sich während der anschließenden 47-wöchigen offenen Verlängerung mit OROS-Methylphenidat in flexibler Tagesdosierung bis zu 1,3 mg/kg Körpergewicht weiter. In der vorliegenden Studie untersuchten wir die langfristige Wirksamkeit und Aufrechterhaltung der Verbesserungen über die insgesamt 52-wöchige Studie hinsichtlich Kognition, motorischer Aktivität, Verhalten in der Institution und Lebensqualität. Post hoc untersuchten wir die Zusammenhänge zwischen der Beurteilung der ADHS-Symptome durch Untersucher und Selbstbeurteilung sowie zwischen Symptombewertungen und Funktionsfähigkeit. Die mittels ANOVA mit Messwiederholung berechneten Outcomes verbesserten sich vom Ausgangswert bis Woche 16 und blieben bis Woche 52 stabil oder verbesserten sich weiter. Sowohl das verbale als auch das visuell-räumliche Arbeitsgedächtnis und das abstrakte verbale Schlussfolgern verbesserten sich im Zeitverlauf signifikant, ebenso mehrere kognitionsbezogene Maße und die motorische Aktivität. Es wurde kein Substanzmissbrauch festgestellt, und die Mehrheit der Teilnehmer nahm an psychosozialen Behandlungsprogrammen teil. Die Lebensqualitätsbereiche Lernen sowie Ziele und Werte verbesserten sich im Zeitverlauf; letzterer Bereich stand am Ende der offenen Phase in signifikantem Zusammenhang mit Verbesserungen der Aufmerksamkeit. Die Beurteilungen der ADHS-Symptome durch Untersucher und Selbstbeurteilungen sowie der globale Symptomschweregrad standen in Woche 52 am stärksten mit der globalen Funktionsfähigkeit in Zusammenhang. Schließlich waren die Untersucher- und Selbstbeurteilungen der ADHS-Symptome bereits zu Studienbeginn signifikant miteinander assoziiert, wobei die Übereinstimmung im Zeitverlauf zunahm.

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Psychometrische Eigenschaften der Lebensqualitätsskala Child Health and Illness Profile-Child Edition in einer kombinierten Analyse von fünf Atomoxetin-Studien

Unser Ziel war es, die psychometrischen Eigenschaften der generischen Lebensqualitätsskala Child Health and Illness Profile-Child Edition (CHIP-CE) anhand einer kombinierten Analyse klinischer Atomoxetin-Studien bei Kindern und Jugendlichen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zu untersuchen. In die kombinierte Analyse wurden individuelle Patientendaten aus fünf klinischen Studien einbezogen. Die psychometrischen Eigenschaften des CHIP-CE wurden hinsichtlich interner Konsistenz und Struktur untersucht. Eingeschlossen wurden Patienten (n = 794) im Alter von 6 bis 15 Jahren (Mittelwert 9,7) mit einem mittleren Ausgangswert von 41,8 ± 8,04 auf der ADHD Rating Scale. Im gesamten CHIP-CE fehlten durchschnittlich 0,7 Items (SD 2,23). Die mittels Cronbachs Alpha bestimmte interne Konsistenz des CHIP-CE war für alle Subdomänen sowohl zu Studienbeginn als auch am Endpunkt gut. Deutliche Deckeneffekte wurden nur für die Subdomäne „eingeschränkte Aktivität“ beobachtet. Nennenswerte Bodeneffekte traten nicht auf. Die Faktorenanalyse stützte die 12-Faktoren-Lösung für die Subdomänen, nicht jedoch die 5-Faktoren-Lösung für die Domänen. Unsere Analysen beruhten auf einer großen Stichprobe von Patienten außerhalb der USA, wodurch deutliche Veränderungen der Lebensqualität im Zeitverlauf messbar waren. Die Ergebnisse sprechen dafür, dass die CHIP-CE-Skala hinsichtlich interner Konsistenz und Struktur über die Zeit psychometrisch robust ist.

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Psychosoziales Funktionsniveau und Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen mit hyperkinetischen Störungen

Die Hyperkinetischen Störungen stellen eines der häufigsten chronisch verlaufenden Krankheitsbilder im Kindes- und Jugendalter dar und nehmen auf viele Lebensbereiche Einfluss (Huss 2004). Deshalb rückt gerade das Thema Lebensqualität in letzter Zeit zunehmend in den Blickpunkt. Es ist nicht mehr ausreichend nur Symptome zu beachten, sondern es muss systematisch die Lebensqualität als Ganzes erfasst werden, um eine Qualitätssicherung von diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen zu ermöglichen (Kramer 2007). Zielsetzung: Beurteilung des psychosozialen Funktionsniveaus (ICF) und der Lebensqualität (ILK) von Kindern/Jugendlichen mit hyperkinetischen Störungen.

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ADHS bei Jungen im Kindesalter – Lebensqualität und Erziehungsverhalten

Erste Studien konnten zeigen, dass die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) nicht nur mit einer ungünstigen Entwicklung des erkrankten Kindes verbunden ist, sondern auch Auswirkungen auf die psychosoziale Situation der Bezugspersonen hat. Die vorliegende Untersuchung ging der Frage nach, ob sich die Lebensqualität der Kinder mit ADHS sowie deren Bezugspersonen von der Lebensqualität nach Alter, Intelligenz und Schulform parallelisierter gesunder Kinder und deren Bezugspersonen in Abhängigkeit vom Alter (8–9 vs. 10–11 Jahre) unterscheidet. Weiterhin wurde das Erziehungsverhalten der Bezugspersonen untersucht. Insgesamt beurteilten 58 Mütter die Lebensqualität ihrer Kinder. Ferner schätzten sie ihre eigene Lebensqualität und ihr Erziehungsverhalten ein. Es ergaben sich keine Alterseffekte. Die durch die Mütter eingeschätzte Lebensqualität der Kinder mit ADHS war geringer gegenüber gesunden Kindern. Ebenso war das psychische und körperliche Wohlbefinden der Mütter mit einem an ADHS erkrankten Kind gegenüber den Müttern gesunder Kinder beeinträchtigt. Schließlich ergab sich ein negativeres Erziehungsverhalten der Mütter von Kindern mit ADHS gegenüber den Müttern gesunder Kinder. Die Befunde unterstreichen die Notwendigkeit familienorientierter Interventionsmaßnahmen bei der Behandlung von ADHS, die auch die psychosoziale Anpassung der Bezugspersonen berücksichtigt.

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