ADHS

Schulbasierte Interventionen bei ADHS und Aufmerksamkeitsproblemen: Ein Überblick

Kinder mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) oder subklinischen Aufmerksamkeitsproblemen sind in ihrer schulischen Leistungsfähigkeit beeinträchtigt. Für Lehrkräfte stellen diese Beeinträchtigungen eine große Herausforderung dar. Im Zuge der Umsetzung der Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen (UN) wird der Bedarf an effektiven Strategien zum Umgang mit diesen Verhaltensauffälligkeiten an allgemeinbildenden Schulen deutlich steigen. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, einen Überblick über effektive Klassen-, Lehrkraft- und Schüler-zentrierte Maßnahmen für Schüler mit Aufmerksamkeitsproblemen zu geben. Die aktuelle Studienlage zu Interventionen im Schulsetting bietet überwiegend Einzelfallstudien, die eine Generalisierung der Ergebnisse erschweren. Unter Berücksichtigung der Studienqualität können daher nur interdependente Gruppenverstärkerpläne (klassen-zentriert) als evidenzbasiert bezeichnet werden. Forschungsmethodische Einschränkungen und Forschungsperspektiven werden diskutiert.

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Reduzierte Unaufmerksamkeitssymptome nach Nahrungsergänzung mit Omega-3-Fettsäuren bei Jungen mit und ohne Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine der häufigsten kinderpsychiatrischen Störungen und wird häufig mit Stimulanzien behandelt. Zu den nichtpharmakologischen Behandlungen gehört die Nahrungsergänzung mit Omega-3-Fettsäuren, deren Wirksamkeit jedoch noch nicht abschließend nachgewiesen ist. In dieser Studie untersuchten wir die Auswirkungen einer Nahrungsergänzung mit Omega-3-Fettsäuren auf ADHS-Symptome und kognitive Kontrolle bei jungen Jungen mit und ohne ADHS.

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Medikamentenfreie Optionen bei AD(H)S

Die ersten Hinweise auf das Aufmerksamkeitsdefizit-(Hyperaktivitäts)-Syndrom [AD(H)S] in der Literatur reichen bis in das 19. Jahrhundert zurück, als der Arzt Heinrich Hoffmann 1845 in seinem Struwwelpeter verschiedene „Typen“ skizzierte, u. a. den ADHS-Patienten „Zappelphilipp“. Wer in Österreich nach konkreten Zahlen sucht, müht sich vergeblich. Die Schätzungen zur Häufigkeit reichen bis zu 12 % der Kinder im schulpflichtigen Alter, je nach Klassifizierungssystem (Klassifikation nach DSM-IV und ICD-10 in Infobox 1). Die gefühlte Häufigkeit liegt bei etwa dem Dreifachen dieser Zahl, wenn man bedenkt, dass der Reflex „ADHS“ bei vielen Kindern zum Tragen kommt, die eben einfach nur unaufmerksam sind.

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Zusammenhänge von Schlafstörungen mit ADHS: Implikationen für die Behandlung

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist häufig mit gestörtem oder beeinträchtigtem Schlaf verbunden. Die Beziehungen zwischen ADHS, Schlafproblemen, psychiatrischen Komorbiditäten und Medikamenten sind komplex und multidirektional. Die Ergebnisse veröffentlichter Studien, die den Schlaf von Menschen mit ADHS mit dem typisch entwickelter Kontrollpersonen vergleichen, stimmen am stärksten hinsichtlich folgender Zusammenhänge mit ADHS überein: Hypopnoe/Apnoe und periodische Extremitätenbewegungen im Schlaf oder nächtliche motorische Aktivität in polysomnografischen Studien; verlängerte Einschlaflatenz und kürzere Schlafdauer in aktigrafischen Studien; sowie Widerstand gegen das Zubettgehen, Schwierigkeiten beim morgendlichen Erwachen, Einschlafprobleme, schlafbezogene Atmungsstörungen, nächtliches Erwachen und Tagesschläfrigkeit in subjektiven Studien. ADHS tritt zudem häufig gemeinsam mit Schlafstörungen auf (obstruktive Schlafapnoe, periodische Extremitätenbewegungsstörung, Restless-Legs-Syndrom und zirkadiane Schlaf-Wach-Rhythmusstörungen). Psychostimulanzien sind mit beeinträchtigtem oder gestörtem Schlaf verbunden, können manche Patienten mit ADHS jedoch „paradoxerweise“ beruhigen und durch Symptomlinderung den Schlaf erleichtern. Langwirksame Formulierungen können eine unzureichende Wirkdauer haben, was am Abend zu einem Symptom-Rebound führt. Aktuelle Leitlinien empfehlen, Schlafstörungen im Rahmen der ADHS-Diagnostik und vor Beginn einer Pharmakotherapie zu erfassen; gesunde Schlafgewohnheiten gelten als erste Maßnahme bei Schlafproblemen. Diese Übersichtsarbeit gibt einen umfassenden Überblick über die Beziehungen zwischen ADHS und Schlaf und stellt ein konzeptionelles Modell der Interaktionsweisen vor: ADHS kann als intrinsisches Merkmal der Störung Schlafprobleme verursachen; Schlafprobleme können ADHS verursachen oder imitieren; ADHS und Schlafprobleme können sich wechselseitig beeinflussen, möglicherweise unter Beteiligung von Komorbiditäten; und ADHS und Schlafprobleme können eine gemeinsame zugrunde liegende neurologische Ätiologie aufweisen.

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Zusammenhang zwischen Binge-Eating und Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung in zwei gemeindenahen kinder- und jugendpsychiatrischen Ambulanzen

ZIEL:

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) wurde mit Adipositas in Verbindung gebracht; ihr Zusammenhang mit Binge-Eating (BE) ist jedoch weniger klar. Ziel war es, die Zusammenhänge zwischen ADHS, Gewicht und BE in kinder- und jugendpsychiatrischen Ambulanzen zu untersuchen.

METHODE:

Wir werteten retrospektiv aufeinanderfolgende Erstaufnahmen in zwei kinder- und jugendpsychiatrischen Ambulanzen aus (N = 252). BE wurde mit der C-BEDS-Skala erfasst. Zusammenhänge zwischen ADHS, BE und BMI-z-Wert wurden mittels Regression untersucht.

ERGEBNISSE:

Das mittlere Alter betrug 10,8 Jahre (SD 3,7). Zwölf Prozent (n = 31) wiesen BE auf. Der Zusammenhang zwischen ADHS und BE war statistisch signifikant (OR 16,1, p < .001) und blieb auch nach Adjustierung für komorbide Diagnosen, Medikamente, demografische Variablen und Ambulanz bestehen. Zwischen ADHS und BMI-z-Werten bestand ein statistisch signifikanter Zusammenhang (β = 0,54, p < .001). Nach Adjustierung für BE war der Zusammenhang zwischen ADHS und BMI-z-Werten abgeschwächt (β = 0,35, p = .025), und der Koeffizient für BE nahm ab (β = 0,75, p = .001). Obwohl die Anwendung von Stimulanzien mit einer dreifach erhöhten Wahrscheinlichkeit für BE verbunden war (OR 3,16, p = .006), waren Stimulanzien nicht mit höheren BMI-z-Werten assoziiert (β = 0,18, p = .32).

DISKUSSION:

In zwei kinder- und jugendpsychiatrischen Ambulanzen bestand ein signifikanter Zusammenhang zwischen ADHS und BE. Obwohl diese Daten querschnittlich sind und keine kausalen Schlussfolgerungen zulassen, sind die Befunde mit der Hypothese vereinbar, dass BE den Zusammenhang zwischen ADHS und BMI-z-Werten teilweise vermittelt. In psychiatrischen Ambulanzen können sich Kinder mit ADHS mit Übergewicht oder Adipositas vorstellen. Zudem können Kinder mit ADHS BE zeigen. Zukünftige prospektive Studien sollten die komplexen Zusammenhänge zwischen ADHS, Gewicht, Stimulanzien und BE aufklären.

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Zusammenhang von Symptomen der Internetsucht mit Angst, Depression und Selbstwertgefühl bei Jugendlichen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

Hintergrund: Ziel dieser Studie war es, bei Jugendlichen mit diagnostizierter Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) in Taiwan die Zusammenhänge zwischen der Schwere der Symptome einer Internetsucht und verschiedenen Dimensionen von Angst (körperliche Angstsymptome, Schadensvermeidung, soziale Angst und Trennungsangst/Panik), Depressionssymptomen (depressive Stimmung, somatische Symptome, zwischenmenschliche Probleme und positiver Affekt) sowie dem Selbstwertgefühl zu untersuchen.

Methode: Insgesamt nahmen 287 Jugendliche im Alter von 11 bis 18 Jahren mit diagnostizierter ADHS an der Studie teil. Die Schwere ihrer Internetsuchtsymptome wurde mit der Chen Internet Addiction Scale erfasst. Angst- und Depressionssymptome sowie das Selbstwertgefühl wurden mit der taiwanischen Version der Multidimensional Anxiety Scale for Children (MASC-T), der Center for Epidemiological Studies Depression Scale (CES-D) bzw. der Rosenberg Self-Esteem Scale (RSES) erhoben. Die Zusammenhänge zwischen der Schwere der Internetsuchtsymptome und Angst- und Depressionssymptomen sowie dem Selbstwertgefühl wurden mittels multipler Regressionsanalysen untersucht.

Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigten, dass stärkere körperliche Symptome und niedrigere Werte für Schadensvermeidung auf der MASC-T, höhere Werte für somatische Beschwerden/verlangsamte Aktivität auf der CES-D sowie niedrigere Selbstwertwerte auf der RSES signifikant mit schwereren Internetsuchtsymptomen verbunden waren.

Schlussfolgerungen: Präventions- und Interventionsprogramme für Internetsucht bei Jugendlichen mit ADHS sollten Angst, Depression und Selbstwertgefühl berücksichtigen.

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Vorhersage von Beeinträchtigungen bei Studierenden mit ADHS: Die Rolle exekutiver Funktionen

ZIEL: Diese Studie untersuchte longitudinal, ob Eltern- und Selbstbeurteilungen exekutiver Funktionen (EF) die akademische und allgemeine Funktionsfähigkeit von Studierenden mit ADHS vorhersagen und ob EF-Defizite den Zusammenhang zwischen ADHS-Symptomen und Funktionsfähigkeit vermitteln.

METHODE: Prospektive longitudinale Studie mit 59 umfassend diagnostizierten Studierenden mit ADHS und deren Eltern, die zu Beginn und am Ende des Studienjahres Beurteilungen abgaben.

ERGEBNISSE: Von den Studierenden beurteilte Motivation und von den Eltern beurteilte Emotionsregulation sagten die Gesamtbeeinträchtigung signifikant über den Beitrag der ADHS-Symptome hinaus vorher. Die von Studierenden beurteilte EF-Komponente Motivation vermittelte den Zusammenhang zwischen ADHS-Symptomen und Gesamtbeeinträchtigung. Die von Studierenden beurteilte EF-Komponente Organisation vermittelte den Zusammenhang zwischen ADHS-Symptomen und den Noten am Ende des Jahres.

SCHLUSSFOLGERUNG: Die EF-Aspekte Motivation und Organisation scheinen für die Funktionsfähigkeit besonders wichtig zu sein. Aufgrund der moderaten Stichprobengröße sind jedoch weitere longitudinale Untersuchungen erforderlich, um diese Befunde zu bestätigen und evidenzbasierte Empfehlungen für Diagnostik und Behandlung von Studierenden mit ADHS zu entwickeln.

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Verhaltensprobleme bei Kindern mit umschriebener und kombinierter schulischer Minderleistung

Ziel der vorliegenden Studie war es, den Zusammenhang zwischen Lerndefiziten und Verhaltensproblemen nachzuweisen und näher zu untersuchen. Aus einer Ausgangsstichprobe von N = 929 Kindern wurde zu Beginn der zweiten Jahrgangsstufe eine Zielstichprobe von N = 94 Kindern identifiziert, die eine Lese-/Rechtschreibschwäche (LRS), eine Rechenschwäche (RS), eine kombinierte Schwäche (KOM) oder keine Schwäche (KG) aufwiesen. Diese Kinder wurden bis zur Mitte der vierten Jahrgangsstufe längsschnittlich untersucht. Verhaltensprobleme wurden über das Elternurteil (CBCL) zu Beginn der vierten Klasse erfasst. Bei Kindern mit einer Lernschwäche zeigten sich mehr Verhaltensprobleme als in der KG. In der Art der Verhaltensprobleme konnten keine Unterschiede zwischen den Gruppen LRS und RS gefunden werden. Es ergaben sich Hinweise auf vermehrte Verhaltensprobleme bei erhöhter Intensität der Lernschwäche durch die Kombination an Defiziten sowie eine überdauernde Beeinträchtigung. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass eine Berücksichtigung kombinierter Lerndefizite sowie eine umfassende Diagnostik, die Verhaltensprobleme mit einschließt, bereits im Grundschulalter von Bedeutung sind.

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Verhaltens- und emotionale Auffälligkeiten bei Schulanfängern. Pilotstudie im Fall-Kontroll-Design

Hintergrund. Da Verhaltensauffälligkeiten den schulischen Werdegang erheblich beeinträchtigen können, finden sie in der schulärztlichen Eingangsuntersuchung (SEU) immer häufiger Beachtung. Dennoch mangelt es aktuell an empirischen Belegen für diese Art der Früherkennung im Rahmen der SEU.

Ziel der Arbeit. Es stellt sich die Frage, ob die augenblicklich durchgeführte Form der Früherkennung dem Anspruch der SEU genügt, die Chancengleichheit für Schulanfänger durch Frühförderung schon zu Beginn der Schullaufbahn zu erhöhen. Die vorliegende Studie soll als Pilotprojekt für weitere Forschung dienen.

Material und Methode. Die Studie vergleicht erstmalig Verhaltens- und Entwicklungsprofile von in der SEU identifizierten Kindern mit einer Verhaltensauffälligkeit (mit und ohne Fördermaßnahme) mit dem Verlauf einer verhaltensunauffälligen Kontrollgruppe über das 1. Schuljahr hinweg.

Ergebnisse. Kinder mit einer Verhaltensauffälligkeit, die im Verlauf der 1. Klasse an einer Fördermaßnahme teilnehmen, zeigen ein ebenso stabiles Verhaltens- und Entwicklungsprofil wie Kinder mit einer Verhaltensauffälligkeit ohne Förderung oder Kinder ohne Verhaltensprobleme.

Schlussfolgerung. Der aktuelle Stand der SEU zur Früherkennung von Verhaltensproblemen sollte empirisch überprüft und Umstrukturierungen wissenschaftlich begleitet werden. Die vorliegenden Ergebnisse scheinen eine Vorverlegung der SEU in den vorschulischen Bereich zu unterstützen.

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Vergleich von tomografischem EEG-Neurofeedback und EMG-Biofeedback bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

Zwei Formen des Biofeedbacks (BF), tomografisches Elektroenzephalogramm-(EEG-)Neurofeedback (NF) und elektromyografisches Biofeedback (EMG-BF), jeweils mit phasischen und tonischen Protokollen, wurden hinsichtlich Behandlungseffekten und Spezifität bei Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) verglichen. 13 Kinder mit ADHS trainierten ihre Hirnaktivität im anterioren cingulären Kortex (ACC), zwölf trainierten die Aktivität von Armmuskeln, die an feinmotorischen Fähigkeiten beteiligt sind. In jeder Trainingssitzung wurden ein 24-Kanal-Ruhe-EEG und die Trainingsleistungen aufgezeichnet. Beide Gruppen zeigten ähnliche Verhaltensverbesserungen und eine Verringerung von Artefakten unter ausgewählten Bedingungen; trotz mittlerer Effektstärken bei den primären Ergebnissen zugunsten des NF bestanden keine signifikanten Vorteile. Allerdings zeigte nur die EMG-BF-Gruppe eine deutliche Verbesserung der Regulationsleistung während des Trainings sowie spezifische Effekte auf die motorische Koordination. Die NF-Gruppe zeigte im Verlauf des Trainings tendenziell eine individuelle Normalisierung der trainierten Frequenzbänder im ACC im Ruhezustand. Die Ergebnisse liefern Hinweise auf einige spezifische Effekte in unserer kleinen Stichprobe, allerdings nur in begrenztem Ausmaß.

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