Zeitliche Steuerung und Kraftkontrolle bei Jungen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung: Unterschiede zwischen Subtypen und der Einfluss einer komorbiden Entwicklungsstörung der motorischen Koordination
Diese Studie untersuchte motorische und leistungsbezogene Outcomes bei Jungen mit Subtypen der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) (DSM-IV, [American Psychiatric Association, Diagnostic and statistical manual of mental disorders, 4. Aufl., Washington, DC, 1994]). Zudem wurden Unterschiede zwischen Jungen mit alleiniger ADHS-Diagnose und solchen mit der Doppeldiagnose ADHS und Entwicklungsstörung der motorischen Koordination (DCD) untersucht. Die Teilnehmer waren 157 Jungen im Alter von 7,70–12,98 Jahren aus einer Gemeindestichprobe. Auf Grundlage von Elternangaben wurden 143 Jungen entweder einer Vergleichsgruppe oder einem der drei DSM-IV-ADHS-Subtypen zugeordnet. Die Teilnehmer absolvierten eine Testbatterie, die die Movement Assessment Battery for Children [Movement Assessment Battery for Children, Psychological Corporation/Harcourt Brace-Jovanovich, New York, 1992], die Wechsler Intelligence Scales for Children – Third Edition [Manual for the Wechsler Intelligence Scale for Children, Psychological Corporation, New York, 1992] sowie eine Fingertapping-Aufgabe zur Erfassung motorischer Verarbeitung, Vorbereitung und Ausführung umfasste. Jungen mit Subtypen, die Unaufmerksamkeitssymptomatik einschlossen, hatten signifikante Schwierigkeiten mit zeitlicher Steuerung und Kraftabgabe und zeigten eine größere Variabilität motorischer Outcomes. Jungen mit der komorbiden Störung (d. h. ADHS und DCD) hatten besondere Schwierigkeiten bei der Kraftkontrolle. Diese Ergebnisse zeigen, dass die klinischen und wissenschaftlichen Implikationen des Zusammenhangs zwischen ADHS und motorischer Dysfunktion stärker berücksichtigt werden müssen. Dies kann potenziell Auswirkungen auf Diagnostik, Intervention, theoretische Modellierung und die allgemeine Interpretation der Forschung zu kognitiven Fähigkeiten bei Kindern mit ADHS haben.
