Neurofeedback

Neurofeedback als nichtpharmakologische Behandlung für Erwachsene mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS): Studienprotokoll einer randomisierten kontrollierten Studie

HINTERGRUND: Neurofeedback wurde in verschiedenen Bereichen erfolgreich eingesetzt, insbesondere bei der Behandlung von Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Dieses Studienprotokoll untersucht die Effekte eines Feedbacktrainings langsamer kortikaler Potenziale (SCP) und einer neuen Form des Neurofeedbacks mithilfe der Nahinfrarotspektroskopie (NIRS) auf Symptomatik und neurophysiologische Parameter bei Erwachsenen mit ADHS. Ein Vergleich von SCP- und NIRS-Feedbacktherapie wurde bislang nicht durchgeführt und könnte wertvolle Erkenntnisse zu alternativen Behandlungen der ADHS im Erwachsenenalter liefern.

METHODEN/DESIGN: Die Ergebnisse beider Neurofeedbackverfahren werden über 30 Behandlungssitzungen und nach einer sechsmonatigen Nachbeobachtung erfasst und anschließend mit einer unspezifischen Biofeedbackbehandlung verglichen. Um außerdem zu untersuchen, ob Behandlungseffekte in dieser Proof-of-Principle-Studie anhand spezifischer neurophysiologischer Ausgangsparameter vorhergesagt werden können, werden Regressionsmodelle eingesetzt. Schließlich erfolgt ein Vergleich mit gesunden Kontrollen, um abweichende neurophysiologische Parameter vor Trainingsbeginn, die Stabilität der Messinstrumente und das Behandlungsergebnis zu bewerten.

DISKUSSION: Bislang wurde ein SCP- und NIRS-Feedbacktraining noch nicht mit einer aktiven Kontrollbedingung untersucht und verglichen; daher erhoffen wir uns wertvolle Erkenntnisse zu Wirkungen und Unterschieden dieser Behandlungsformen bei Erwachsenen mit ADHS.

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Neurofeedbacktherapie bei ADHS und Autismus. Ein Erfahrungsbericht mit Fallbeispielen

Viele Krankheiten, Störungen oder ungewollte Verhaltensmuster sind auf eine Fehlregulierung der elektrischen Gehirnaktivität zurückzuführen. Neurofeedback nutzt die Messung der Gehirnstromwellen (EEG-Wellen), um mittels Feedbacktraining Regulationsstörungen im Gehirn zu verbessern und zu beheben. Neurofeedback kann bei zahlreichen neurologischen und psychiatrischen Erkrankungen erfolgreich eingesetzt werden, insbesondere in der Therapie der Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und des Autismus bei Kindern und Jugendlichen. Auch in der Gesundheitsförderung und Prävention gewinnt Neurofeedback zunehmend Bedeutung, so etwa als Training zur Stressbewältigung oder zur Erhaltung der geistigen Flexibilität im Alter. Zu den weiteren Einsatzgebieten zählen die mentale Leistungssteigerung (Peak-performance-Training) im Spitzensport sowie auch die Verbesserung der künstlerischen Leistung von Musikern. Die beiden hier beschriebenen Fallbeispiele für Autismus/Asperger-Syndrom (Kind) und Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADS)/ADHS (Jugendlicher) veranschaulichen die Einsatzmöglichkeiten von Neurofeedback bei neurologisch-psychiatrischen Krankheitsbildern. Ein Behandlungserfolg ist dabei zumeist rasch erkennbar. Kurzzeitige Verschlechterungen, ausgelöst durch äußere Einflüsse, können bei konsequenter Fortführung des Trainings einfach abgefedert werden. Neurofeedback ist eine wissenschaftlich anerkannte Therapiemethode. Insbesondere in der Therapie von ADHS und Autismus bei Kindern und Jugendlichen stützt sich diese Therapieform auf wissenschaftlich fundierte und breit angelegte renommierte internationale Studien. Im Gegensatz zum internationalen Trend ist Neurofeedback in Österreich kaum verbreitet und daher wenig bekannt. Es gilt noch als Eigenleistung. Jedoch erkennen immer mehr private Versicherer Neurofeedback als wertvolle alternative Form der Behandlung neurologischer und psychiatrischer Erkrankungen und übernehmen bis zu 80% der Behandlungskosten.

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Neurofeedback und pharmakologische Standardintervention bei ADHS: Eine randomisierte kontrollierte Studie mit sechsmonatigem Follow-up

Die vorliegende randomisierte kontrollierte Studie untersucht die Wirksamkeit von Neurofeedback im Vergleich zu einer pharmakologischen Standardintervention bei der Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Die endgültige Stichprobe bestand aus 23 Kindern mit ADHS (11 Jungen und 12 Mädchen im Alter von 7–14 Jahren). Die Teilnehmenden absolvierten 40 Theta/Beta-Trainingssitzungen oder erhielten Methylphenidat. Verhaltensbeurteilungsskalen wurden von Vätern, Müttern und Lehrkräften vor und nach der Behandlung sowie bei naturalistischen Nachuntersuchungen nach zwei und sechs Monaten ausgefüllt. In beiden Gruppen berichteten die Eltern vergleichbare signifikante Verringerungen ADHS-bedingter funktioneller Beeinträchtigungen; Eltern und Lehrkräfte berichteten zudem vergleichbare signifikante Reduktionen der primären ADHS-Symptome. Signifikante Verbesserungen der schulischen Leistung wurden jedoch nur in der Neurofeedbackgruppe festgestellt. Unsere Befunde liefern neue Evidenz für die Wirksamkeit von Neurofeedback und erweitern das Spektrum nichtpharmakologischer Interventionsmöglichkeiten bei ADHS. Nach unserem Wissen ist dies die erste randomisierte kontrollierte Studie mit sechsmonatigem Follow-up, die Neurofeedback und Stimulanzienmedikation bei ADHS vergleicht.

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Günstige Effekte von EEG-Neurofeedback auf kreative musikalische Leistung, Aufmerksamkeit und Wohlbefinden bei Schulkindern

Wir hatten zuvor in Studien mit Studierenden an Musikhochschulen Vorteile eines Alpha/Theta-(A/T-)Neurofeedbacks für die Kreativität bei einstudierter musikalischer Darbietung berichtet (Egner & Gruzelier, 2003), die bei SMR-, Beta1-, Mentaltraining, Aerobic- oder Alexander-Technik-Training sowie bei Wartekontrollen nicht gefunden wurden. Hier lag der Schwerpunkt auf den Auswirkungen auf musikalische Leistungen von Anfängern. A/T- und SMR-Training wurden bei 11-jährigen Schulkindern zusammen mit einer Kontrollgruppe ohne Intervention verglichen; die Ergebnismaße umfassten nicht nur einstudierte musikalische Darbietung, sondern auch kreative Improvisation, anhaltende Aufmerksamkeit und phänomenologische Berichte. Für A/T- und SMR/Beta2-Verhältnisse fanden sich Hinweise auf erfolgreiches Lernen im schulischen Setting. Die bevorzugten Vorteile von A/T für einstudierte musikalische Darbietung wurden bei Kindern hinsichtlich Technik- und Kommunikationsbewertungen repliziert. Die Vorteile erstreckten sich auf Kreativitäts- und Kommunikationsbewertungen bei kreativer Improvisation und wurden dort mit dem SMR-Training geteilt, was auf einen Einfluss von SMR auf nicht einstudierte musikalische Leistungen auf Anfängerniveau mit höheren kognitiven Anforderungen hinweist. In einer ersten Anwendung von A/T zur Verbesserung anhaltender Aufmerksamkeit (TOVA) erwies sich dieses Training als erfolgreicher als SMR-Training; insbesondere nahmen Kommissionsfehler bei den Kindern deutlich ab, von denen 15/33 Aufmerksamkeitsindizes im ADHS-Bereich aufwiesen. Phänomenologische Berichte sprachen für Neurofeedback und Vorteile für das Wohlbefinden. Die Umsetzung von Neurofeedback im täglichen Schulalltag erwies sich als machbar und pädagogisch vielversprechend.

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Nichtpharmakologische Interventionen bei ADHS: Systematische Übersicht und Metaanalysen randomisierter kontrollierter Studien zu diätetischen und psychologischen Behandlungen

Ziel: Für die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) stehen nichtpharmakologische Behandlungen zur Verfügung, deren Wirksamkeit jedoch unklar bleibt. Die Autoren führten Metaanalysen zur Wirksamkeit diätetischer (restriktive Eliminationsdiäten, Ausschluss künstlicher Lebensmittelfarbstoffe und Supplementierung freier Fettsäuren) und psychologischer (kognitives Training, Neurofeedback und Verhaltensinterventionen) ADHS-Behandlungen durch.

Methode: Mithilfe einer gemeinsamen systematischen Suche und einer strengen Kodierungs- und Datenextraktionsstrategie über alle Bereiche hinweg durchsuchten die Autoren elektronische Datenbanken nach publizierten randomisierten kontrollierten Studien, die Personen mit diagnostizierter ADHS (oder Personen, die einen validierten Grenzwert auf einer anerkannten Bewertungsskala erreichten) einschlossen und ein ADHS-bezogenes Outcome enthielten.

Ergebnisse: Vierundfünfzig der 2.904 nach Entfernung von Duplikaten gesichteten Datensätze wurden in die Analysen aufgenommen. Es wurden zwei unterschiedliche Analysen durchgeführt. Wenn das Outcome auf ADHS-Beurteilungen durch Rater beruhte, die dem therapeutischen Setting am nächsten standen, zeigten alle diätetischen (standardisierte Mittelwertdifferenzen = 0,21–0,48) und psychologischen (standardisierte Mittelwertdifferenzen = 0,40–0,64) Behandlungen statistisch signifikante Effekte. Wurde jedoch die jeweils bestmöglich vermutlich verblindete Beurteilung verwendet, blieben die Effekte für die Supplementierung freier Fettsäuren (standardisierte Mittelwertdifferenz = 0,16) und den Ausschluss künstlicher Lebensmittelfarbstoffe (standardisierte Mittelwertdifferenz = 0,42) signifikant, waren bei den anderen Behandlungen jedoch deutlich abgeschwächt und nicht mehr signifikant.

Schlussfolgerungen: Die Supplementierung freier Fettsäuren führte selbst bei vermutlich verblindeten Beurteilungen zu kleinen, aber signifikanten Reduktionen der ADHS-Symptome, wobei die klinische Bedeutung dieser Effekte noch geklärt werden muss. Der Ausschluss künstlicher Lebensmittelfarbstoffe zeigte größere Effekte, allerdings häufig bei Personen, die aufgrund von Nahrungsmittelsensitivitäten ausgewählt worden waren. Für Verhaltensinterventionen, Neurofeedback, kognitives Training und restriktive Eliminationsdiäten sind bessere Wirksamkeitsnachweise aus verblindeten Beurteilungen erforderlich, bevor sie als Behandlungen der ADHS-Kernsymptome unterstützt werden können.

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Neurofeedback bei ADHS: Weitere Teile des Puzzles

Unter den verschiedenen Neuromodulationsverfahren gewinnt Neurofeedback (NF) bei der Behandlung von Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zunehmend an Bedeutung. In diesem Artikel wird ein methodischer Rahmen zusammengefasst, der das Training als neurobehaviorale Behandlung betrachtet. Randomisierte kontrollierte Studien werden selektiv besprochen. Vorgestellt werden Ergebnisse aus zwei kleineren Studien. Die erste umfasst eine tomografische Analyse im Verlauf eines Trainings langsamer kortikaler Potenziale (SCP) sowie eine Korrelationsanalyse zwischen Regulationsfähigkeiten und klinischem Ergebnis bei Kindern mit ADHS. In der zweiten Studie wurde ADHS-bezogenes Verhalten bei Kindern mit Tic-Störung untersucht, die entweder ein SCP-Training oder ein Theta-/Low-Beta-Training (12–15 Hz) absolvierten (einfach verblindetes, randomisiertes Design). Beide Studien liefern weitere Hinweise auf die Spezifität der NF-Effekte bei ADHS. Auf Grundlage dieser Befunde wird ein verfeinertes Modell der Mechanismen entwickelt, die zur Wirksamkeit des SCP-Trainings beitragen. Trotz zahlreicher offener Fragen zu Kernmechanismen, Moderatoren und Mediatoren scheint sich NF-Training (Theta/Beta und SCP) zu einem wertvollen und ethisch vertretbaren Baustein in der Behandlung von Kindern mit ADHS zu entwickeln.

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Effekte QEEG-informierten Neurofeedbacks bei ADHS: Eine offene Pilotstudie

Bei ADHS wurden bereits mehrere EEG-Biomarker beschrieben, die für das Ansprechen auf Stimulanzien relevant sind. Ziel dieser Pilotstudie war es, die Neurofeedbackbehandlung auf diese spezifischen Untergruppen zu personalisieren und zu untersuchen, ob dieser Ansatz zu besseren klinischen Ergebnissen führt. Zusätzlich wurden in einer Untergruppe EEG- und ERP-Veränderungen vor und nach der Behandlung untersucht, um die neurophysiologischen Effekte von Neurofeedback zu erfassen. 21 Patienten mit ADHS wurden mit QEEG-informiertem Neurofeedback behandelt; anschließend wurden Effekte auf Unaufmerksamkeit (ATT), Hyperaktivität/Impulsivität (HI) und komorbide depressive Symptome untersucht. Nach QEEG-informiertem Neurofeedback zeigten sich signifikante Verbesserungen sowohl für ATT und HI als auch für komorbide depressive Beschwerden. Die Effektstärke betrug 1,78 für ATT und 1,22 für HI. Darüber hinaus zeigte die anteriore individuelle Alpha-Peak-Frequenz (iAPF) einen starken Zusammenhang mit der Verbesserung komorbider depressiver Beschwerden. In der SMR-Neurofeedback-Untergruppe zeigten Vergleiche vor und nach der Behandlung erhöhte N200- und P300-Amplituden sowie eine verringerte SMR-EEG-Leistung nach der Behandlung. Diese Pilotstudie ist die erste, die zeigt, dass Neurofeedbackprotokolle anhand individueller EEG-Biomarker ausgewählt werden können, und legt nahe, dass dies insbesondere bei Unaufmerksamkeit zu besseren Behandlungsergebnissen führt; die Ergebnisse sollten jedoch in weiteren kontrollierten Studien repliziert werden. Eine langsame anteriore iAPF zu Studienbeginn sagt im Einklang mit Depressionsstudien ein schlechtes Ansprechen komorbider depressiver Beschwerden voraus. SMR-Neurofeedback führte zu spezifischen ERP- und EEG-Veränderungen.

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Neurofeedback-Training bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivit�tsst�rung (ADHS)

Im Rahmen einer multizentrischen, randomisierten, kontrollierten Studie evaluierten wir die klinische Wirksamkeit eines Neurofeedback-Trainings (NF) bei Kindern mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivit�tsst�rung (ADHS) und untersuchten die einem erfolgreichen Training zugrunde liegenden neurophysiologischen Wirkmechanismen. Als Vergleichstraining diente ein computergest�tztes Aufmerksamkeitstraining, das dem Setting des Neurofeedback-Trainings in den wesentlichen Anforderungen und Rahmenbedingungen angeglichen war. Auf Verhaltensebene (Eltern- und Lehrerbeurteilung) zeigte sich das NF-Training nach Trainingsende dem Kontrolltraining sowohl hinsichtlich der ADHS-Kernsymptomatik als auch in assoziierten Bereichen �berlegen. F�r das Hauptzielkriterium (Verbesserung im FBB-HKS Gesamtwert) ergab sich eine mittlere Effektst�rke (von 0.6). Sechs Monate nach Trainingsende (follow-up) konnte das gleiche Ergebnismuster gefunden werden. Die Ergebnisse legen somit den Schluss nahe, dass NF einen klinisch wirksamen Therapiebaustein zur Behandlung von Kindern mit ADHS darstellt. Auf neurophysiologischer Ebene (EEG; ereignisbezogene Potentiale, EPs) konnten f�r die beiden Neurofeedback-Protokolle Theta/Beta-Training und Training langsamer kortikaler Potentiale spezifische Effekte aufgezeigt werden. So war f�r das Theta/Beta-Training beispielsweise die Abnahme der Theta-Aktivit�t mit einer Reduzierung der ADHS-Symptomatik assoziiert. F�r das SCP-Training wurde u. a. im Attention Network Test eine Erh�hung der kontingenten negativen Variation beobachtet, die die mobilisierten Ressourcen bei Vorbereitungsprozessen widerspiegelt. EEG- und EP-basierte Pr�diktorvariablen konnten ermittelt werden. Der vorliegende Artikel bietet einen Gesamt�berblick �ber die in verschiedenen Publikationen unserer Arbeitsgruppe beschriebenen Ergebnisse der Studie und zeigt zuk�nftige Fragestellungen auf.

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Neurofeedback-Training bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) Effekte auf Verhaltens- und neurophysiologischer Ebene

Im Rahmen einer multizentrischen, randomisierten, kontrollierten Studie evaluierten wir die klinische Wirksamkeit eines Neurofeedback-Trainings (NF) bei Kindern mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und untersuchten die einem erfolgreichen Training zugrunde liegenden neurophysiologischen Wirkmechanismen. Als Vergleichstraining diente ein computergestütztes Aufmerksamkeitstraining, das dem Setting des Neurofeedback-Trainings in den wesentlichen Anforderungen und Rahmenbedingungen angeglichen war. Auf Verhaltensebene (Eltern- und Lehrerbeurteilung) zeigte sich das NF-Training nach Trainingsende dem Kontrolltraining sowohl hinsichtlich der ADHS-Kernsymptomatik als auch in assoziierten Bereichen überlegen. Für das Hauptzielkriterium (Verbesserung im FBB-HKS Gesamtwert) ergab sich eine mittlere Effektstärke (von 0.6). Sechs Monate nach Trainingsende (follow-up) konnte das gleiche Ergebnismuster gefunden werden. Die Ergebnisse legen somit den Schluss nahe, dass NF einen klinisch wirksamen Therapiebaustein zur Behandlung von Kindern mit ADHS darstellt. Auf neurophysiologischer Ebene (EEG; ereignisbezogene Potentiale, EPs) konnten für die beiden Neurofeedback-Protokolle Theta/Beta-Training und Training langsamer kortikaler Potentiale spezifische Effekte aufgezeigt werden. So war für das Theta/Beta-Training beispielsweise die Abnahme der Theta-Aktivität mit einer Reduzierung der ADHS-Symptomatik assoziiert. Für das SCP-Training wurde u. a. im Attention Network Test eine Erhöhung der kontingenten negativen Variation beobachtet, die die mobilisierten Ressourcen bei Vorbereitungsprozessen widerspiegelt. EEG- und EP-basierte Prädiktorvariablen konnten ermittelt werden. Der vorliegende Artikel bietet einen Gesamtüberblick über die in verschiedenen Publikationen unserer Arbeitsgruppe beschriebenen Ergebnisse der Studie und zeigt zukünftige Fragestellungen auf.

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Neurofeedbacktherapie bei Kindern mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung: Stabilität der kortikalen Selbstregulation und des Therapieerfolgs

Ziel dieser Arbeit war die Überprüfung der Stabilität von Effekten eines Neurofeedback-Trainings als neuer Therapieoption in der Behandlung von ADHS. Hierzu wurden zwei verschiedene Neurofeedbackverfahren untersucht. Den Kindern der einen Gruppe wurde der Quotient der Frequenzbänder Theta und Beta (QT), den Kindern der anderen Gruppe die langsamen kortikalen Potenziale (LP) rückgemeldet. Beide Verfahren beruhen auf der Annahme, dass bei Patienten mit ADHS die zentralnervöse Aktivierungsregulation beeinträchtigt ist.

Insgesamt nahmen 46 Kinder mit der Diagnose ADHS im Alter von 7 bis 13 Jahren an der Studie teil. Das Training bestand aus drei Trainingsphasen mit jeweils zehn Trainingssitzungen und einer Follow-up-Untersuchung 6 Monate nach Abschluss des Trainings mit 3 Sitzungen. Unmittelbar vor Beginn und nach Beendigung des gesamten Trainings, sowie bei der Follow-up-Untersuchung wurden ein Intelligenztest und ein Aufmerksamkeitstest durchgeführt, sowie mit Fragebögen die ADHS-Symptomatik erfasst. In die Auswertung der EEG-Daten gingen die Kinder mit ein, die bis zum Ende der Follow-up-Untersuchung an der Studie teilgenommen hatten und zwischenzeitlich mit keiner anderen Therapie begonnen hatten. Dies waren 18 Kinder der LP-Gruppe und 14 Kinder der QT-Gruppe.

Um die beiden Gruppen bezüglich der Stabilität der klinischen Veränderungen zu vergleichen, gingen in diese Auswertung nur die Daten derjenigen Kinder ein, die einen bezüglich Alter, Geschlecht, Diagnose, Medikation und IQ vergleichbaren Partner in der anderen Gruppe hatten. Dies waren jeweils 13 Kinder.

Die Auswertung der EEG-Daten ergab folgendes Bild: Beide Gruppen konnten am Ende des Trainings signifikant besser zwischen den Aktivierungs- und Deaktivierungsaufgaben unterscheiden als zu Beginn. Sowohl die kortikale Selbstregulation der LP, als auch die kortikale Selbstregulation des QT erwiesen sich in der Follow-up-Untersuchung als stabil, wobei eine zusätzliche Behandlung mit Stimulanzien nur einen tendenziellen Einfluss auf die Stabilität hatte. Auch die klinischen Effekte erwiesen sich bei der Follow-up-Untersuchung als stabil, mit Ausnahme der Veränderung der Anzahl an erfüllten DSM-IV-Kriterien für Unaufmerksamkeit in der LP-Gruppe.

Erstmals konnte also gezeigt werden, dass Kinder mit ADHS eine über Monate stabile Selbstkontrolle der LP und des QT erlernen können. Dies ging mit stabilen Verbesserungen des Verhaltens und kognitiver Parameter einher, was die Ergebnisse anderer Studien (Othmer et al. (1991), Monastra (2002)) bestätigt. Damit scheint Neurofeedback in Bezug auf die langfristige Wirksamkeit sowohl der Stimulanzienbehandlung, als auch der verhaltenstherapeutischen Behandlung überlegen. Vermutlich müssen die erlernten Strategien zur kortikalen Selbstregulation nicht explizit angewendet werden, sondern sind bereits automatisiert und stehen bei Bedarf zur Verfügung.

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