Neurofeedback und pharmakologische Standardintervention bei ADHS: Eine randomisierte kontrollierte Studie mit sechsmonatigem Follow-up
Victoria Meisel, Mateu Servera, Gloria Garcia-Banda, Esther Cardo, Inmaculada Moreno (2014)
Biological Psychology 95, 116-125
Zusammenfassung
Die vorliegende randomisierte kontrollierte Studie untersucht die Wirksamkeit von Neurofeedback im Vergleich zu einer pharmakologischen Standardintervention bei der Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Die endgültige Stichprobe bestand aus 23 Kindern mit ADHS (11 Jungen und 12 Mädchen im Alter von 7–14 Jahren). Die Teilnehmenden absolvierten 40 Theta/Beta-Trainingssitzungen oder erhielten Methylphenidat. Verhaltensbeurteilungsskalen wurden von Vätern, Müttern und Lehrkräften vor und nach der Behandlung sowie bei naturalistischen Nachuntersuchungen nach zwei und sechs Monaten ausgefüllt. In beiden Gruppen berichteten die Eltern vergleichbare signifikante Verringerungen ADHS-bedingter funktioneller Beeinträchtigungen; Eltern und Lehrkräfte berichteten zudem vergleichbare signifikante Reduktionen der primären ADHS-Symptome. Signifikante Verbesserungen der schulischen Leistung wurden jedoch nur in der Neurofeedbackgruppe festgestellt. Unsere Befunde liefern neue Evidenz für die Wirksamkeit von Neurofeedback und erweitern das Spektrum nichtpharmakologischer Interventionsmöglichkeiten bei ADHS. Nach unserem Wissen ist dies die erste randomisierte kontrollierte Studie mit sechsmonatigem Follow-up, die Neurofeedback und Stimulanzienmedikation bei ADHS vergleicht.
Kategorien: Kognitives Training, Medikamente
Schlagwörter: Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, ADHS, EEG-Biofeedback, Methylphenidat, Neurofeedback, pharmakologische Intervention
