Exekutive Funktionen

Zur Konstruktvalidität der selektiven Aufmerksamkeit in einer computergestützten Testbatterie zur Aufmerksamkeitsprüfung für Kinder (KITAP)

Die Fähigkeit zur selektiven Aufmerksamkeit hat eine hohe Relevanz für die psychosoziale Entwicklung von Kindern. Durch die Analyse der Testergebnisse von N = 467 Kindern (52 % Jungen) im Alter von 7 bis 10 Jahren (M = 105.23 Monate; SD = 5.87) in den Subtests Go/NoGo und Ablenkbarkeit der KITAP werden statistische Zusammenhänge dargestellt. Zudem werden Annahmen aus einer theoretischen Perspektive bezüglich selektiver Aufmerksamkeit in der KITAP überprüft. Insgesamt ist es nicht gelungen eine Modellspezifikation selektiver Aufmerksamkeit darzustellen, die die vorliegenden Daten angemessen repräsentiert. Eine exploratorische Faktorenanalyse ergab drei Faktoren (Leistungsgeschwindigkeit, Leistungsgüte und Interferenzeffekt) mit einer Varianzaufklärung von 45 %. Zudem wurden Alters- und Geschlechtsunterschiede gefunden. Die Reliabilitätskennwerte sind mit denen in der Normstichprobe vergleichbar und können nur teilweise als befriedigend eingestuft werden. Folgerungen für die differenzierte Interpretation der beiden KITAP-Subtests werden diskutiert.

Zur Konstruktvalidität der selektiven Aufmerksamkeit in einer computergestützten Testbatterie zur Aufmerksamkeitsprüfung für Kinder (KITAP) Beitrag lesen »

Vorhersage von Beeinträchtigungen bei Studierenden mit ADHS: Die Rolle exekutiver Funktionen

ZIEL: Diese Studie untersuchte longitudinal, ob Eltern- und Selbstbeurteilungen exekutiver Funktionen (EF) die akademische und allgemeine Funktionsfähigkeit von Studierenden mit ADHS vorhersagen und ob EF-Defizite den Zusammenhang zwischen ADHS-Symptomen und Funktionsfähigkeit vermitteln.

METHODE: Prospektive longitudinale Studie mit 59 umfassend diagnostizierten Studierenden mit ADHS und deren Eltern, die zu Beginn und am Ende des Studienjahres Beurteilungen abgaben.

ERGEBNISSE: Von den Studierenden beurteilte Motivation und von den Eltern beurteilte Emotionsregulation sagten die Gesamtbeeinträchtigung signifikant über den Beitrag der ADHS-Symptome hinaus vorher. Die von Studierenden beurteilte EF-Komponente Motivation vermittelte den Zusammenhang zwischen ADHS-Symptomen und Gesamtbeeinträchtigung. Die von Studierenden beurteilte EF-Komponente Organisation vermittelte den Zusammenhang zwischen ADHS-Symptomen und den Noten am Ende des Jahres.

SCHLUSSFOLGERUNG: Die EF-Aspekte Motivation und Organisation scheinen für die Funktionsfähigkeit besonders wichtig zu sein. Aufgrund der moderaten Stichprobengröße sind jedoch weitere longitudinale Untersuchungen erforderlich, um diese Befunde zu bestätigen und evidenzbasierte Empfehlungen für Diagnostik und Behandlung von Studierenden mit ADHS zu entwickeln.

Vorhersage von Beeinträchtigungen bei Studierenden mit ADHS: Die Rolle exekutiver Funktionen Beitrag lesen »

Neuropsychologische Heterogenität bei ADHS im Vorschulalter: Untersuchung des Zusammenspiels kognitiver, affektiver und motivationsbasierter Regulationsformen

Es besteht ein Trend zur Diagnose von ADHS bereits vor Schuleintritt. Dennoch mangelt es an Studien zu ADHS im Vorschulalter, insbesondere an Untersuchungen, die ein breites Spektrum unterschiedlicher neuropsychologischer Funktionen einbeziehen. Unser Wissen über die unabhängigen Effekte verschiedener neuropsychologischer Funktionen im Zusammenhang mit ADHS im Vorschulalter ist daher begrenzt. Um diese Frage zu untersuchen, analysierte die vorliegende Studie kognitive, affektive und motivationsbasierte Regulation im Zusammenhang mit ADHS-Symptomen bei 104 Vorschulkindern (Alter M = 67,33 Monate, SD = 10,10; 65 % Jungen). Die Ergebnisse zeigten, dass alle diese Regulationsprozesse signifikant mit ADHS-Symptomen verbunden waren und die meisten Zusammenhänge auch nach Kontrolle komorbider Verhaltensprobleme bestehen blieben. Die meisten früheren Studien im Vorschulalter berücksichtigten lediglich kognitive und in gewissem Umfang motivationsbasierte Regulation. Durch die zusätzliche Einbeziehung affektiver Regulation konnten wir einen größeren Anteil der Varianz der ADHS-Symptome erklären. Allerdings war der erklärte Varianzanteil weiterhin klein im Vergleich zu früheren Studien mit Schulkindern. Dieser Befund kann als Hinweis darauf verstanden werden, dass weitere Untersuchungen zur Natur der ADHS im Vorschulalter erforderlich sind und möglicherweise über jene neuropsychologischen Faktoren hinausgeblickt werden muss, die bei älteren Kindern und Erwachsenen mit der Störung in Verbindung gebracht wurden.

Neuropsychologische Heterogenität bei ADHS im Vorschulalter: Untersuchung des Zusammenspiels kognitiver, affektiver und motivationsbasierter Regulationsformen Beitrag lesen »

Konstrukt- und Kriteriumsvalidität einer deutschen Version des Behavior Rating Inventory of Executive Function (BRIEF) zur Identifikation von Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörungen (ADHS)

Exekutive Dysfunktionen werden als wesentliche und einflussreiche Defizite bei Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) beurteilt. Bisher gibt es jedoch kein psychometrisch robustes deutschsprachiges Fremdbeurteilungsinstrument zur Erfassung exekutiver (Dys-) Funktionen im Kindesalter. Das Hauptziel dieser Studie war daher die Validierung der psychometrischen Struktur einer deutschsprachigenVersion des Behavior Rating Inventory of Executive Function (BRIEF) an einer Stichprobe von 149Kindern imAlter von 6 bis 10 Jahren mit und ohne ADHS. Die Ergebnisse bestätigten die Zweifaktoren-Struktur der englischsprachigen Originalarbeit mit den Indexwerten Verhaltensregulation und Metakognition. Sensitivität (76 %) und Spezifität (84 %) der deutschen Version des BRIEF bei der Vorhersage der Gruppenzugehörigkeit von Kindern mit und ohne ADHS waren vergleichbar mit der Originalarbeit und zeigten den klinischen Nutzen des Verfahrens auf.

Konstrukt- und Kriteriumsvalidität einer deutschen Version des Behavior Rating Inventory of Executive Function (BRIEF) zur Identifikation von Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) Beitrag lesen »

Gegensätzliche Defizite exekutiver Funktionen bei chinesischen delinquenten Jugendlichen mit Symptomen einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung und/oder Lesestörung

Viele Studien berichteten eine hohe Prävalenz von Lesestörungen (RD) und Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei delinquenten Jugendlichen. Nur sehr wenige haben deren kognitives Profil untersucht. Die vorliegende Studie verglich exekutive Funktionen (EF) und den Schweregrad der Delinquenz bei delinquenten Jugendlichen mit RD und/oder ADHS-Symptomen (AS). Delinquente Jugendliche mit AS (n = 29), RD (n = 24) und komorbiden AS + RD (n = 35) wurden aus Jugendhilfe-/Justizeinrichtungen rekrutiert; hinzu kamen typisch entwickelte Kontrollpersonen (n = 29) aus örtlichen Schulen. Alle absolvierten EF-Untersuchungen und Selbstbeurteilungsfragebögen zur Delinquenz. Die Ergebnisse zeigten, dass die reine AS-Gruppe eine beeinträchtigte Inhibition aufwies, während die reine RD-Gruppe Schwächen bei Verarbeitungsgeschwindigkeit und visuellem Gedächtnis zeigte. Die Komorbiditätsgruppe zeigte spezifische Beeinträchtigungen der Interferenzkontrolle und einen signifikant höheren Schweregrad der Delinquenz. Die vorliegenden Befunde legen nahe, dass die Komorbidität von AS + RD den Schweregrad der Delinquenz beeinflussen kann. Zudem liefern sie ein umfassenderes Bild der spezifischen EF-Defizite der verschiedenen Gruppen und ermöglichen dadurch eine bessere Abstimmung zukünftiger Identifikations- und Interventionsprogramme.

Gegensätzliche Defizite exekutiver Funktionen bei chinesischen delinquenten Jugendlichen mit Symptomen einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung und/oder Lesestörung Beitrag lesen »

Der Einfluss von Sport auf kognitive Funktionen bei Kindern mit ADHS

Der positive Einfluss sportlicher Aktivitäten auf kognitive und exekutive Funktionen (EF) wurde mittlerweile vielfach aufgezeigt. EF stellen zugleich ein zentrales Defizit bei ADHS dar, weshalb betroffene Kinder und Jugendliche im Besonderen von sportlichen Aktivitäten profitieren könnten. Dieser Überblicksbeitrag verfolgt das Ziel, den aktuellen Forschungsstand zum Einfluss von sportlichen Aktivitäten auf Kognitionen allgemein und im Besonderen auf EF für Kinder und Jugendliche mit ADHS aufzuzeigen sowie auf einer theoretisch-konzeptionellen Ebene Erklärungsansätze zu liefern. Es wird deutlich, dass eine heterogene Befundlage vorliegt, die unter anderem mit einer zu geringen Differenzierung der sportlichen Aktivitäten begründet wird. Interessante sportspezifische Erklärungen stammen aus der aktuellen Kognitionsforschung an gesunden Kindern und Jugendlichen, wo eine physiologische und/oder kognitive Aktivierung durch sportliche Aktivitäten diskutiert wird. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in ein Rahmenmodell von Tomporowski, Lambourne und Okumura (2011) ein, welches für den Anwendungsbereich von ADHS adaptiert wurde, und wo bereits identifizierte Mediatoren und Moderatoren im Sport-Kognitions-Zusammenhang beinhaltet sind.

Der Einfluss von Sport auf kognitive Funktionen bei Kindern mit ADHS Beitrag lesen »

Selbst- und Fremdwahrnehmung von Beeinträchtigungen exekutiver Funktionen bei Erwachsenen mit ADHS

Es wurde untersucht, ob bei der Diagnostik exekutiver Störungen bei Erwachsenen mit Aufmerksamkeits-Defizit/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) Diskrepanzen zwischen Selbst- und Fremdangaben sowie zwischen Fragebögen und Testergebnissen auftreten. Erwachsene mit ADHS und Kontrollprobanden füllten das Dysexecutive Questionnaire (DEX) und die Frankfurter Selbstkonzeptskalen (FSKN) aus und bearbeiteten exekutive Testverfahren. Es zeigte sich, dass Erwachsene mit ADHS sowohl in Selbst- als auch Fremdurteil im DEX auffälliger waren als Kontrollprobanden. Selbst- und Fremdurteile stimmten in beiden Gruppen etwa gleich gut überein. Bei Patienten und bei Kontrollen erbrachte die Selbsteinschätzung auffälligere Werte als die Fremdeinschätzung durch Angehörige. Zusammenhänge zwischen DEX-Einschätzungen und Testleistungen waren gering bis höchstens moderat. Die Ergebnisse zeigen, dass Selbstangaben von Erwachsenen mit ADHS zu exekutiven Funktionsbeeinträchtigungen als überwiegend zuverlässig angesehen werden können.

Selbst- und Fremdwahrnehmung von Beeinträchtigungen exekutiver Funktionen bei Erwachsenen mit ADHS Beitrag lesen »

Neuropsychologische Diagnostik bei ADHS im Erwachsenenalter

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist ein mehrdimensionales Störungsbild, welches in der Regel auch mit neuropsychologischen Defiziten einhergeht. Im Schwerpunkt betrifft dies die Bereiche der Aufmerksamkeitsintensität und -selektivität aber auch die exekutiven Funktionen. Diese interagieren mit motivationalen Faktoren, so dass das Ausmaß der Beeinträchtigungen bei Erwachsenen mit ADHS variiert. Da die funktionellen Beeinträchtigungen häufig einen Rückschluss auf die Verhaltensprobleme zulassen, liegt es nahe auch neuropsychologische Parameter im diagnostischen Prozess zu erfassen. Der Beitrag gibt einen Überblick über aktuelle diagnostische Verfahren zur Beurteilung neuropsychologischer Beeinträchtigungen der Aufmerksamkeitsleistung. Die darüber erfassten Informationen werden unter Einbezug eines Fallbeispiels diskutiert. Ziel des Beitrags ist die Untermauerung der Notwendigkeit auch neuropsychologische Befunde in die Beurteilung einer ADHS bei Erwachsenen mit einzubeziehen.

Neuropsychologische Diagnostik bei ADHS im Erwachsenenalter Beitrag lesen »

Langfristiges funktionelles Outcome bei erwachsenen Strafgefangenen mit ADHS unter OROS-Methylphenidat

In einer kürzlich durchgeführten randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Studie zeigten wir eine robuste Wirksamkeit (Cohen’s d = 2,17) von täglich 72 mg Methylphenidat mit oralem osmotischem Freisetzungssystem (OROS-Methylphenidat) über 5 Wochen gegenüber Placebo auf Symptome der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), den globalen Schweregrad und die globale Funktionsfähigkeit bei 30 erwachsenen männlichen Strafgefangenen mit ADHS und komorbiden Störungen. Die Outcomes verbesserten sich während der anschließenden 47-wöchigen offenen Verlängerung mit OROS-Methylphenidat in flexibler Tagesdosierung bis zu 1,3 mg/kg Körpergewicht weiter. In der vorliegenden Studie untersuchten wir die langfristige Wirksamkeit und Aufrechterhaltung der Verbesserungen über die insgesamt 52-wöchige Studie hinsichtlich Kognition, motorischer Aktivität, Verhalten in der Institution und Lebensqualität. Post hoc untersuchten wir die Zusammenhänge zwischen der Beurteilung der ADHS-Symptome durch Untersucher und Selbstbeurteilung sowie zwischen Symptombewertungen und Funktionsfähigkeit. Die mittels ANOVA mit Messwiederholung berechneten Outcomes verbesserten sich vom Ausgangswert bis Woche 16 und blieben bis Woche 52 stabil oder verbesserten sich weiter. Sowohl das verbale als auch das visuell-räumliche Arbeitsgedächtnis und das abstrakte verbale Schlussfolgern verbesserten sich im Zeitverlauf signifikant, ebenso mehrere kognitionsbezogene Maße und die motorische Aktivität. Es wurde kein Substanzmissbrauch festgestellt, und die Mehrheit der Teilnehmer nahm an psychosozialen Behandlungsprogrammen teil. Die Lebensqualitätsbereiche Lernen sowie Ziele und Werte verbesserten sich im Zeitverlauf; letzterer Bereich stand am Ende der offenen Phase in signifikantem Zusammenhang mit Verbesserungen der Aufmerksamkeit. Die Beurteilungen der ADHS-Symptome durch Untersucher und Selbstbeurteilungen sowie der globale Symptomschweregrad standen in Woche 52 am stärksten mit der globalen Funktionsfähigkeit in Zusammenhang. Schließlich waren die Untersucher- und Selbstbeurteilungen der ADHS-Symptome bereits zu Studienbeginn signifikant miteinander assoziiert, wobei die Übereinstimmung im Zeitverlauf zunahm.

Langfristiges funktionelles Outcome bei erwachsenen Strafgefangenen mit ADHS unter OROS-Methylphenidat Beitrag lesen »

ADHS im Kindesalter: ätiologische und therapeutische Ansätze mit dem Schwerpunkt der Bildgebung

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zählt zu den häufigsten psychischen Störungen im Kindesalter. Ziel ist es, den Status Quo der Ätiologie hinsichtlich genetischer, neurobiologischer und neuropsychologischer Faktoren zu beschreiben. Es werden die derzeit anerkannten Therapiemethoden in der Behandlung der ADHS sowie ihre Wirksamkeit vorgestellt. Moderne Bildgebungsmethoden (z.B. MRT; fMRT) bieten die Möglichkeit, nichtinvasiv spezifische Aussagen über anatomische und funktionelle Änderungen zutreffen. Untersuchungen mit Hilfe dieser bildgebenden Verfahren stehen deswegen im Fokus der hier zitierten Ätiologie- und Therapieforschung. Abschließend folgt ein kurzer Ausblick auf mögliche Zukunftsfragen.

ADHS im Kindesalter: ätiologische und therapeutische Ansätze mit dem Schwerpunkt der Bildgebung Beitrag lesen »

Nach oben scrollen