Diagnose und Behandlung schwer behandelbarer idiopathischer orofazialer Schmerzen bei ADHS
Satoshi Kasahara, Kaori Takahashi, Ko Matsudaira, Naoko Sato, Ken-ichi Fukuda, Akira Toyofuku, Tatsuya Yoshikawa, Yuichi Kato, Shin-Ichi Niwa & Kanji Uchida (2023)
Scientific Reports 13, 1678
Zusammenfassung
ADHS wurde mit primären chronischen Schmerzsyndromen wie Fibromyalgie, Migräne und chronischen Rückenschmerzen in Verbindung gebracht. Der Zusammenhang mit idiopathischen orofazialen Schmerzen war bislang nicht untersucht. Diese retrospektive Kohortenstudie untersuchte ADHS-Symptomschwere und die Wirkungen einer Behandlung mit ADHS-Medikamenten und Aripiprazol. Eingeschlossen wurden 25 aufeinanderfolgende Personen mit therapierefraktären idiopathischen orofazialen Schmerzen, die psychiatrisch vorgestellt und nach DSM-5 mit komorbider ADHS diagnostiziert worden waren. Ihre ADHS-Skalenwerte lagen über denen der Allgemeinbevölkerung. Die eingesetzte Pharmakotherapie führte zu klinisch bedeutsamen Verbesserungen von Schmerzen, Angst und Depression sowie Schmerzkatastrophisieren. Die Ergebnisse sprechen für einen Zusammenhang zwischen schwer behandelbaren idiopathischen orofazialen Schmerzen und ADHS. Bei der Behandlung sollten künftig ein ADHS-Screening und gegebenenfalls eine Pharmakotherapie erwogen werden.
Kategorien: ADHS bei Erwachsenen, Medikamente, Therapie
Schlagwörter: ADHS im Erwachsenenalter, Erwachsene, Komorbidität, Diagnostik, Pharmakotherapie, Atomoxetin, Methylphenidat
