Inhaltliche Validierung der deutschen Übersetzung des Schema Mode Inventory - revised (SMI-r) und Korrelation der Modus-Skalen des SMI-r mit etablierten psychologischen und psychopathologischen Konstrukten
Dawn Angela Harris (2010)
http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/7895/
Zusammenfassung
Das Moduskonzept als integraler Bestandteil der Schematherapie hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend etabliert und wird immer häufiger angewendet bei Patienten mit schweren, chronischen Achse-I und Persönlichkeitsstörungen. Zur Erhebung der vorhandenen Schemamodi wurde das SMI-r entwickelt, welches gute psychometrische Eigenschaften aufweist (Lobbestael et al., submitted for public). Ziel dieser Arbeit war es, die deutsche Version des SMI-r inhaltlich zu validieren und die Konstruktvalidität des Modusmodells zu überprüfen, indem die Modi untereinander und mit Skalen anderer etablierter psychologischer Konstrukte korreliert wurden. Die zu erwartenden hohen Interrelationen zwischen verwandten Modi wurden bestätigt. Auch die Zusammenhänge zwischen Modi und ihnen ähnlichen psychologischen Konstrukten konnten nachgewiesen werden, so dass die Konstruktvalidität des Modusmodells insgesamt unterstrichen werden konnte. Limitierungen bestanden vor allem hinsichtlich der Spezifität des Modusmodells, da insgesamt eine erhebliche Anzahl hochsignifikanter Korrelationswerte erhoben wurde. Als Erklärung für die generell hohen Korrelationswerte könnten zugrunde liegende, in dieser Studie nicht weiter untersuchte, Variablen wie z.B. das Persönlichkeitsmerkmal Neurotizismus in Betracht kommen. Deutlich niedrigere Korrelationen mit Schemamodi wiesen diejenigen Skalen auf, die weniger oder nicht pathologische Konstrukte untersuchten. Die Überkompensationsmodi Schikane und Angriff und narzisstischer Selbstüberhöher korrelierten im Gegensatz zu den anderen Modi eher spezifisch mit ähnlichen Konstrukten, wie z.B. Narzissmus oder den dominanten/ kalten IIP-Skalen, und zeigten nur geringe Korrelationen mit emotionalen Problemen, Psychopathologie und geringem Selbstwert. Eine weitere Limitierung besteht durch die ausschließliche Auswertung von Selbstbeurteilungsverfahren mit den immanenten Problemen der Fehleinschätzung oder bewussten Täuschung und den damit einhergehenden mangelnden Objektivierungsmöglichkeiten durch den behandelnden Therapeuten. In zukünftigen Studien könnten noch andere Verfahren, wie z.B. observer ratings miteinbezogen werden.
Kategorien: Persönlichkeitsstörungen, Psychologische Tests
Schlagwörter: BPS, Borderline, Schematherapie, Persönlichkeitsstörung, Konstruktvalidität, Schemamodus
