Remission bei Kindern und Jugendlichen mit diagnostizierter Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung durch ein wirksames und verträgliches Titrationsschema für Methylphenidat mit osmotischem oralem Freisetzungssystem
Ziel dieser Studie war es, mithilfe eines vorgegebenen Dosis-Titrationsschemas die optimale Dosis von Methylphenidat mit osmotischem oralem Freisetzungssystem (OROS-MPH) zu bestimmen, um bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) eine symptomatische Remission zu erreichen. Außerdem untersuchten wir über zehn Wochen Wirksamkeit und Sicherheit sowie die Zufriedenheit von Patienten und Eltern beim Wechsel von sofort freisetzendem Methylphenidat (IR-MPH) zu OROS-MPH.
Methode: Rekrutiert wurden 521 Kinder und Jugendliche im Alter von 6–18 Jahren mit einer ADHS-Diagnose nach dem Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, 4. Aufl. (DSM-IV) der American Psychiatric Association, die mindestens einen Monat lang IR-MPH (<70 mg/Tag) erhalten hatten. Die Behandlung wurde nach einem Umrechnungsschema von IR-MPH auf OROS-MPH umgestellt und begann mit einer sechswöchigen erzwungenen Titrationsphase von OROS-MPH zur Erreichung einer symptomatischen Remission. Diese war definiert als ein Wert von 0 oder 1 für jedes der ersten 18 ADHS-Items der chinesischen Version der Swanson, Nolan, and Pelham, Version IV (SNAP-IV). Es folgte eine vierwöchige Erhaltungsphase. Die globale ADHS-Schwere und Arzneimittelnebenwirkungen wurden bewertet. Eltern füllten Skalen zur ADHS-bezogenen Symptomatik aus. Zusätzlich wurde die Zufriedenheit von Patienten und Eltern mit der OROS-MPH-Behandlung erfasst.
Ergebnisse: Von den 439 Teilnehmenden mit ADHS, die die Studie abschlossen, erreichten 290 (66,1 %) eine symptomatische Remission. Die mittlere OROS-MPH-Dosis bei Teilnehmenden in Remission betrug 36,7 mg (1,08 mg/kg) pro Tag. In intraindividuellen Vergleichen vom Ausgangswert bis zum Studienende zeigten sich gesteigerte Wirksamkeit, höhere Zufriedenheit und eine gegenüber IR-MPH vergleichbare Sicherheit. Determinanten der Remission waren weniger schwere ADHS-Symptome (SNAP-IV-Wert < 40), keine familiäre ADHS-Belastung und eine dem Körpergewicht des Patienten angemessene Medikamentendosis.
Schlussfolgerungen: Die Befunde sprechen dafür, Remission als Behandlungsziel der ADHS-Therapie anzustreben, indem Kindern und Jugendlichen mit ADHS mithilfe eines wirksamen und verträglichen erzwungenen Titrationsschemas eine optimale Medikamentendosis bereitgestellt wird.
