Der Zusammenhang zwischen motorischer Koordination, exekutiven Funktionen und Aufmerksamkeit bei Kindern im Schulalter
J. P. Piek et al. (2004)
Archives of Clinical Neuropsychology 19(8), 1063-1076
Zusammenfassung
Angesichts der hohen Komorbidität von Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und Entwicklungsstörung der motorischen Koordination (DCD) könnten Defizite exekutiver Funktionen (EF), die bei Kindern mit ADHS nachgewiesen wurden, auch an den motorischen Koordinationsdefiziten von Kindern mit DCD beteiligt sein. Ziel dieser Studie war es, den Zusammenhang zwischen EF und motorischen Fähigkeiten zu untersuchen. Für das Projekt wurde eine Stichprobe von 238 Kindern, 121 Mädchen und 117 Jungen, im Alter zwischen 6 und 15 Jahren rekrutiert. Die motorischen Fähigkeiten wurden mit dem McCarron Assessment of Neuromuscular Development (MAND), das Ausmaß der Unaufmerksamkeit mit der Child Behavior Checklist (CBCL) erfasst; der verbale IQ (VIQ) wurde anhand von Untertests des WISC-III geschätzt. Eine Reaktionszeitaufgabe und drei EF-Aufgaben zur Messung von Reaktionshemmung, Arbeitsgedächtnis sowie der Fähigkeit, zielgerichtete Aufgaben zu planen und auf sie zu reagieren, wurden durchgeführt. Es zeigte sich, dass motorische Fähigkeiten einen signifikanten Varianzanteil bei Aufgaben zur Messung der Ausführungsgeschwindigkeit erklärten, während Unaufmerksamkeit offenbar die Variabilität der Leistung beeinflusste. Trotz früherer Befunde, die schlechte motorische Fähigkeiten mit Unaufmerksamkeit in Verbindung bringen, gab es nur geringe Überschneidungen zwischen den Prozessen, die bei Kindern mit motorischen Koordinations- beziehungsweise Aufmerksamkeitsproblemen beeinträchtigt sind.
Kategorien: ADHS bei Kindern, Komorbiditäten
Schlagwörter: Exekutive Funktionen, Entwicklungsstörung der motorischen Koordination, motorische Fähigkeiten, Aufmerksamkeitsdefizite, Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung, Reaktionszeit
