ADHS

ADHS im Erwachsenenalter und Nikotinabhängigkeit

Vorrangiges Ziel dieser Arbeit ist es den Nikotinkonsum von erwachsenen ADHS Patienten zu analysieren und mit einer Gruppe von gesunden Kontrollprobanden zu vergleichen. Zu diesem Zweck wurden 60 Patienten mit der Diagnose ADHS im Erwachsenenalter ausgewählt. Passend zu diesen 60 Patienten wurden 60 Probanden in Alter, Bildung und Geschlecht gematcht. Zur Erfassung der Nikotinabhängigkeit wurde allen Rauchern ein FTND Fragebogen mit Zusatzfragen vorgelegt. Unter den ADHS Patienten befanden sich signifikant mehr Raucher als unter den Kontrollprobanden. Es zeigte sich kein Unterschied zwischen den ADHS Subtypen bezüglich der Raucherquote. Unter den ADHS Patienten hatten die Frauen die signifikant höhere Raucherquote. Die ADHS Patienten begannen signifikant früher mit dem regelmäßigen Nikotinkonsum. Auch hier schien es einen Trend zu früherem Rauchbeginn bei den ADHS Patientinnen zu geben. Der erhobene FTND Score als Maß für die Nikotinabhängigkeit war bei den ADHS Patienten signifikant größer als der der Vergleichsgruppe. Es konnte für ein ADHS Patientenkollektiv im Vergleich mit einer passenden Vergleichsgruppe gezeigt werden, dass Erwachsene mit ADHS öfter rauchen und eine größere Nikotinabhängigkeit zeigen.

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Verstärkende Wirkungen von Methamphetamin in einem Tiermodell der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung – der spontan hypertensiven Ratte

Wir geben einen Überblick über Strategien zur Entwicklung von Tiermodellen für die Untersuchung und Auswahl von Substanzen mit potenziellem therapeutischem Nutzen bei der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). ADHS ist eine Verhaltensstörung unbekannter Ätiologie und Pathophysiologie. Nach heutigem Verständnis spielen genetische Faktoren eine wichtige Rolle in ihrer Ätiologie. Eine Beteiligung dopaminerger und noradrenerger Systeme an der Pathophysiologie der ADHS ist wahrscheinlich. Wir beschreiben die klinischen Merkmale der ADHS, darunter Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität, und wie diese für Laboruntersuchungen operationalisiert werden. Maße der zeitlichen Belohnungsabwertung (nicht jedoch vorzeitiges Reagieren) scheinen bekannte Arzneimittelwirkungen gut vorherzusagen (Behandlungsvalidität). Häufig verwendete Open-Field-Maße der Überaktivität besitzen in menschlichen Populationen keine Behandlungsvalidität. Es wurden mehrere Tiermodelle vorgeschlagen, die ADHS-Symptome nachbilden. Am häufigsten verwendet werden die spontan hypertensive Ratte (SHR) und Tiere mit 6-Hydroxydopamin-Läsionen (6-OHDA). Bislang fehlt der SHR jedoch die Behandlungsvalidität, und die Wirkungen von Arzneimitteln auf Impulsivitäts- und Unaufmerksamkeitssymptome wurden bei 6-OHDA-läsionierten Tieren nicht umfassend untersucht. Beim gegenwärtigen Entwicklungsstand gibt es keine in-vivo-Modelle mit nachgewiesener Wirksamkeit zur Untersuchung und Auswahl von Substanzen mit potenziellem therapeutischem Nutzen bei ADHS. Die zeitliche Belohnungsabwertung gewinnt jedoch in ADHS-Theorien zunehmend an Bedeutung, und es gibt gute Hinweise darauf, dass die Bewertung verzögerter Belohnungen nach Behandlung mit Stimulanzien zunimmt. Operante Verhaltensparadigmen, die Arzneimittelwirkungen in Situationen verzögerter Verstärkung messen, erscheinen daher sowohl bei normalen Ratten als auch in ausgewählten Modellen für die Zukunft vielversprechend.

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Stressinduzierte Herabsetzung der Aufmerksamkeit bei jungen Erwachsenen mit ADHS-ähnlicher Symptomatik

Theoretischer Hintergrund: Modelle zur Aufrechterhaltung des ADHS-Syndroms postulieren, dass die allgemeine Aufmerksamkeitsleistung und damit auch die Selbstaufmerksamkeit durch Stress vermindert werden kann. Fragestellung: In der Studie wurde geprüft, ob sich dieser Effekt bereits bei Personen aus der gesunden Bevölkerung zeigt, die einen hohen Ausprägungsgrad an ADHS-ähnlicher Symptomatik aufweisen. Methode: 84 Männer mit einem mittleren Alter von 23 Jahren wurden getestet. Die Stressinduktion erfolgte durch mentale Arithmetik aus dem Trier Sozial Stress-Test. Die Aufmerksamkeitsleistung wurde mit dem Frankfurter Aufmerksamkeitsinventar gemessen. Die Gruppierung der Probanden erfolgte durch Median-Split aufgrund der Selbstbeurteilungsskala aus den Homburger ADHS-Skalen für Erwachsene in solche mit hoher bzw. niedriger ADHS-Tendenz. Ergebnisse: Bezüglich der Aufmerksamkeitsleistung zeigte sich der erwartete Interaktionseffekt (Gruppierung × Bedingung) mit schlechterer Leistung nach Stress nur für Personen mit hoher ADHSTendenz (p < .002). Schlussfolgerung: Die Ergebnisse deuten auf den Nutzen der Einbeziehung spezifischer stressbezogener Bausteine in Behandlungsprogramme für ADHS-Patienten hin.

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Restless Legs Syndrom (RLS) bei Kindern und Jugendlichen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS): Komorbidität oder Symptomüberlappung?

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) stellt in der Kinder und Jugendpsychiatrie in Deutschland mit einer Häufigkeit von 4,8 % eine der häufigsten Störungen dar (Schlack et al., 2007). Hyperaktivität, Unaufmerksamkeit und Impulsivität sind die Kernsymptome der Störung. Neben dieser Kernsymptomatik ist die ADHS häufig mit anderen psychiatrischen und neurologischen Störungen assoziiert. Eine erhöhte Prävalenz von Symptomen des Restless-Legs-Syndroms (RLS) bei ADHS-Patienten im Vergleich zur Normalbevölkerung wurde mehrfach beschrieben (Cortese et al, 2005).

Das RLS zählt zu einem häufig in der Neurologie diagnostizierten Krankheitsbild. Die Prävalenz im Erwachsenenalter liegt bei 5 – 10 % (Trenkwalder et al., 2001; Allen et al., 2003). Im Kindes- und Jugendalter wird die Diagnose mit etwa 2 % deutlich seltener gestellt (Picchietti et al., 2007). Hierfür ist, neben der sicher geringeren Prävalenz, vor allem das Fehlen einheitlicher Diagnosekriterien verantwortlich. Schwierigkeiten in der differentialdiagnostischen Abgrenzung ergeben sich aufgrund einer Symptomüberlappung von ADHS- und RLS-Symptomen. Nicht selten führen Schlafstörungen als Symptom des RLS bei Kindern zu Konzentrationsstörungen, Lern- und Leistungsdefiziten, Impulsivität und Verhaltensproblemen. Zudem kann ein Bewegungsdrang im Rahmen eines RLS als Hyperaktivität fehlinterpretiert werden. (Cortese et al., 2005).

Es gibt Hinweise auf eine hereditäre Genese und ein Defizit im dopaminergen System beider Krankheitsbilder. Diese Erkenntnisse stellen über die Symptomebene hinaus weitere Zusammenhänge in Aussicht, die es sowohl psychiatrisch als auch neurologisch zu untersuchen gilt. In der Zukunft könnten daraus klinisch relevante Aspekte der Diagnostik und Therapie beider Störungsbilder entstehen.

Im Rahmen der vorliegenden Untersuchung soll insbesondere die Abgrenzung und Frage der Häufigkeit von RLS-Symptomen in der ADHS-Patientenpopulation thematisiert werden.

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Psychosoziales Funktionsniveau und Lebensqualität von Kindern und Jugendlichen mit hyperkinetischen Störungen

Die Hyperkinetischen Störungen stellen eines der häufigsten chronisch verlaufenden Krankheitsbilder im Kindes- und Jugendalter dar und nehmen auf viele Lebensbereiche Einfluss (Huss 2004). Deshalb rückt gerade das Thema Lebensqualität in letzter Zeit zunehmend in den Blickpunkt. Es ist nicht mehr ausreichend nur Symptome zu beachten, sondern es muss systematisch die Lebensqualität als Ganzes erfasst werden, um eine Qualitätssicherung von diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen zu ermöglichen (Kramer 2007). Zielsetzung: Beurteilung des psychosozialen Funktionsniveaus (ICF) und der Lebensqualität (ILK) von Kindern/Jugendlichen mit hyperkinetischen Störungen.

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Neurofeedback-Training bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivit�tsst�rung (ADHS)

Im Rahmen einer multizentrischen, randomisierten, kontrollierten Studie evaluierten wir die klinische Wirksamkeit eines Neurofeedback-Trainings (NF) bei Kindern mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivit�tsst�rung (ADHS) und untersuchten die einem erfolgreichen Training zugrunde liegenden neurophysiologischen Wirkmechanismen. Als Vergleichstraining diente ein computergest�tztes Aufmerksamkeitstraining, das dem Setting des Neurofeedback-Trainings in den wesentlichen Anforderungen und Rahmenbedingungen angeglichen war. Auf Verhaltensebene (Eltern- und Lehrerbeurteilung) zeigte sich das NF-Training nach Trainingsende dem Kontrolltraining sowohl hinsichtlich der ADHS-Kernsymptomatik als auch in assoziierten Bereichen �berlegen. F�r das Hauptzielkriterium (Verbesserung im FBB-HKS Gesamtwert) ergab sich eine mittlere Effektst�rke (von 0.6). Sechs Monate nach Trainingsende (follow-up) konnte das gleiche Ergebnismuster gefunden werden. Die Ergebnisse legen somit den Schluss nahe, dass NF einen klinisch wirksamen Therapiebaustein zur Behandlung von Kindern mit ADHS darstellt. Auf neurophysiologischer Ebene (EEG; ereignisbezogene Potentiale, EPs) konnten f�r die beiden Neurofeedback-Protokolle Theta/Beta-Training und Training langsamer kortikaler Potentiale spezifische Effekte aufgezeigt werden. So war f�r das Theta/Beta-Training beispielsweise die Abnahme der Theta-Aktivit�t mit einer Reduzierung der ADHS-Symptomatik assoziiert. F�r das SCP-Training wurde u. a. im Attention Network Test eine Erh�hung der kontingenten negativen Variation beobachtet, die die mobilisierten Ressourcen bei Vorbereitungsprozessen widerspiegelt. EEG- und EP-basierte Pr�diktorvariablen konnten ermittelt werden. Der vorliegende Artikel bietet einen Gesamt�berblick �ber die in verschiedenen Publikationen unserer Arbeitsgruppe beschriebenen Ergebnisse der Studie und zeigt zuk�nftige Fragestellungen auf.

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Neurofeedback-Training bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) Effekte auf Verhaltens- und neurophysiologischer Ebene

Im Rahmen einer multizentrischen, randomisierten, kontrollierten Studie evaluierten wir die klinische Wirksamkeit eines Neurofeedback-Trainings (NF) bei Kindern mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und untersuchten die einem erfolgreichen Training zugrunde liegenden neurophysiologischen Wirkmechanismen. Als Vergleichstraining diente ein computergestütztes Aufmerksamkeitstraining, das dem Setting des Neurofeedback-Trainings in den wesentlichen Anforderungen und Rahmenbedingungen angeglichen war. Auf Verhaltensebene (Eltern- und Lehrerbeurteilung) zeigte sich das NF-Training nach Trainingsende dem Kontrolltraining sowohl hinsichtlich der ADHS-Kernsymptomatik als auch in assoziierten Bereichen überlegen. Für das Hauptzielkriterium (Verbesserung im FBB-HKS Gesamtwert) ergab sich eine mittlere Effektstärke (von 0.6). Sechs Monate nach Trainingsende (follow-up) konnte das gleiche Ergebnismuster gefunden werden. Die Ergebnisse legen somit den Schluss nahe, dass NF einen klinisch wirksamen Therapiebaustein zur Behandlung von Kindern mit ADHS darstellt. Auf neurophysiologischer Ebene (EEG; ereignisbezogene Potentiale, EPs) konnten für die beiden Neurofeedback-Protokolle Theta/Beta-Training und Training langsamer kortikaler Potentiale spezifische Effekte aufgezeigt werden. So war für das Theta/Beta-Training beispielsweise die Abnahme der Theta-Aktivität mit einer Reduzierung der ADHS-Symptomatik assoziiert. Für das SCP-Training wurde u. a. im Attention Network Test eine Erhöhung der kontingenten negativen Variation beobachtet, die die mobilisierten Ressourcen bei Vorbereitungsprozessen widerspiegelt. EEG- und EP-basierte Prädiktorvariablen konnten ermittelt werden. Der vorliegende Artikel bietet einen Gesamtüberblick über die in verschiedenen Publikationen unserer Arbeitsgruppe beschriebenen Ergebnisse der Studie und zeigt zukünftige Fragestellungen auf.

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Methylphenidat und Wenn-dann-Pläne sind bei der Modulation der P300 und der Verbesserung der Reaktionshemmung bei Kindern mit ADHS vergleichbar

Eine gestörte Funktion des präfrontalen Kortex und des anterioren cingulären Kortex sowie eine entsprechend reduzierte P300 liegen vermutlich den Defiziten exekutiver Funktionen bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zugrunde. Unter Verwendung eines kombinierten Klassifikations- und Go/NoGo-Aufgabenparadigmas untersuchte die vorliegende Studie, ob eine Medikation mit Methylphenidat (MPH) die mittels hochauflösendem Elektroenzephalogramm (EEG) gemessene P300 moduliert und die Reaktionshemmung bei Kindern mit ADHS erleichtert. Darüber hinaus wurden die Effekte von MPH mit den Effekten der Selbstregulation durch Wenn-dann-Pläne verglichen (Gollwitzer in Am Psychol 54: 493–503, 1999). Sowohl MPH als auch Wenn-dann-Pläne modulierten die P300 und verbesserten die Hemmung einer unerwünschten Reaktion in einer Go/NoGo-Aufgabe auf dasselbe Niveau, das bei Kindern ohne ADHS beobachtet wurde. Wichtig ist, dass Selbstregulationsstrategien bei Kindern mit ADHS eine wertvolle Alternative zur Medikation mit MPH darstellen könnten.

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Medikamentöse Behandlung der ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) im Erwachsenenalter in Deutschland

Hintergrund: Bei der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) handelt es sich um eine psychische Störung. Die betroffenen Personen sind in der Regel überaktiv, unachtsam und leichtfertig. Diese Erkrankung beginnt immer im Kindesalter, kann aber bis ins Erwachsenenalter bestehen bleiben. Sie wirkt sich für die Betroffenen in nahezu allen Lebensbereichen aus. Die Lebensqualität ist häufig infolge der typischen Symptome und der hohen Rate an Begleiterkrankungen eingeschränkt. Eine bewährte Form der Therapie ist die Behandlung mit anregend wirkenden Arzneimitteln. In erster Linie wird der Wirkstoff Methylphenidat eingesetzt. Er ist für die Behandlung der ADHS im Erwachsenenalter in Deutschland nicht zugelassen. Das führt dazu, dass viele betroffene Erwachsene keine entsprechende Medikation erhalten.

Forschungsfrage: In dem vorliegenden Bericht (Health Technology Assessment [HTA]) werden die gewünschte Wirkung (Effektivität), die Wirkung in Zusammenhang mit den Kosten (Kosten-Effektivität) sowie ethische, soziale und rechtliche Gesichtspunkte bei der medikamentösen Behandlung von Erwachsenen mit einer ADHS betrachtet.

Methodik: In wissenschaftlichen Datenbanken wird im August 2009 eine systematische Literatursuche durchgeführt. Gefundene Literaturstellen müssen vorab definierten Kriterien entsprechen. Die Daten der Literaturstellen werden gezielt herausgesucht, bewertet und zusammenfassend beurteilt. Ergänzend wird eine Handsuche durchgeführt.

Ergebnisse: Insgesamt erfüllen 19 Studien, davon neun kontrollierte Studien, mit zufälliger Verteilung der Versuchspersonen bezüglich der Behandlung, fünf Metaanalysen (Untersuchung von zusammengefassten Einzelstudien), drei Studien zu wirtschaftlichen und zwei zu rechtlichen Gesichtspunkten die vorgegebenen Einschlusskriterien. Alle bewerteten randomisierten, kontrollierten Studien (RCT) zeigen, dass unter medikamentöser Behandlung vor allem mit Arzneimitteln mit anregender Wirkung (Methylphenidat und Amphetaminen) und Atomoxetin eine Verbesserung der ADHS-Symptome bei Erwachsenen im Vergleich zu einer Placebobehandlung auftritt. Die Ansprechraten belaufen sich in den Kontrollgruppen zwischen 7 % und 42 %, in den Behandlungsgruppen zwischen 17 % und 59,6 %. In den Metaanalysen werden die Ergebnisse aus den RCT bestätigt. Insgesamt lassen sich für Patienten mit ADHS hohe jährliche direkte (z. B. für Medikamente) und indirekte (z. B. für Verdienstausfall) Kosten im Vergleich zu einer Kontrollgruppe feststellen. Die durchschnittlichen Medikamentenkosten für Erwachsene mit ADHS betragen zwischen 1.262 US-Dollar im Jahr 1998 und 1.673 US-Dollar im Jahr 2001 (Währung und Inflation berücksichtigt: für 2009 zwischen 1.270 und 1.619 Euro). Im Zusammenhang mit der Einnahme von Arzneimitteln mit stimulierender Wirkung können Betroffene in den Bereichen Straßenverkehr, Reisen und Sport eingeschränkt sein. Für ethische und soziale sowie für rechtliche Aspekte in Bezug zur medikamentösen Therapie bei Erwachsenen mit einer ADHS werden keine entsprechenden Studien gefunden.

Diskussion / Schlussfolgerung: Insbesondere bei Methylphenidat und Atomoxetin sind positive Effekte der medikamentösen Therapie nachweisbar. Dabei muss eine Dosiseinstellung abgestimmt auf die jeweilige betroffene Person erfolgen, um ein optimales Ansprechen der Medikamente zu erreichen. Medikamentöse Behandlung der ADHS im Erwachsenenalter in Deutschland DAHTA 2 von 240 Um genauere Aussagen über die Kosten-Wirkung der medikamentösen Therapie bei Erwachsenen mit einer ADHS zu treffen, sind weitere gesundheitsökonomische Studien erforderlich. Abgesehen vom zweifelsfrei psychiatrischen Krankheitsbild wird allein schon aus gesundheitsökonomischen Gründen empfohlen, die Voraussetzungen für eine angemessene Versorgung mit diesen Medikamenten auch für Erwachsene zu schaffen.

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