ADHS

Evaluation des neuropsychologischen Gruppenprogramms ATTENTIONER zur Aufmerksamkeitstherapie bei Kindern und Jugendlichen

Das neuropsychologische Gruppentraining ATTENTIONER zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Aufmerksamkeitsstçrungen ermçglicht die gezielte Therapie der Aufmerksamkeitssteuerung. Die vorliegende Studie untersucht an einer Stichprobe von N = 17 Jungen und Mdchen im Alter von sieben bis 13 Jahren, die am ATTENTIONER-Training teilgenommen haben, mittels der TAP Vernderungen in der Aufmerksamkeitssteuerung (Geteilte Aufmerksamkeit und Go/Nogo 1 / 2 ) in einem Pr-Pr-Post Design. Neben Verbesserungen in der parallelen Reizverarbeitung konnte insbesondere die Inhibitionsfhigkeit der Kinder deutlich gesteigert werden. Dies ist von besonderer Bedeutung fr die Rolle impulsiven Verhaltens etwa bei Stçrungen des Sozialverhaltens.

Evaluation des neuropsychologischen Gruppenprogramms ATTENTIONER zur Aufmerksamkeitstherapie bei Kindern und Jugendlichen Beitrag lesen »

Differentieller Konzentrationstest für Kinder (DKT-K)

Konzentrationsprobleme stellen im Kindesalter ein häufiges Phänomen dar und treten in verschiedener Weise in Erscheinung. So haben Kinder mit ADHS Probleme sich längerfristig zu konzentrieren, wohingegen ihre kurzfristige Konzentrationsleistung unauffällig ist. Neben dieser zeitlichen Komponente umfasst Konzentration unterschiedliche Facetten der Informationswahrnehmung und -verarbeitung. Zur differenzierten Überprüfung der verschiedenen Aspekte wurde der Differentielle Konzentrationstest für Kinder (DKT-K) entwickelt. Er umfasst sechs Testdurchgänge und vier unterschiedlich schwere Skalen. Die Ergebnisse der ersten empirischen Überprüfung des DKT-K an einer Stichprobe von n = 230 Kindern im Vor- und Grundschulalter belegen, dass der DKT-K ein reliables und valides Testverfahren zur differenzierten Erfassung der Konzentrationsleistung ist. An einer Stichprobe von n = 35 Kindern mit einer diagnostizierten ADHS konnte zudem aufgezeigt werden, dass der DKT-K die zentralen Konzentrationsprobleme dieser Störung erfasst. Diese Kinder unterscheiden sich signifikant von einer in Geschlecht und Alter parallelisierten Kontrollgruppe.

Differentieller Konzentrationstest für Kinder (DKT-K) Beitrag lesen »

Die Bildschirmkultur: Auswirkungen auf ADHS

Die Nutzung elektronischer Medien durch Kinder, einschließlich Internet und Videospielen, hat dramatisch zugenommen und liegt in der Allgemeinbevölkerung im Durchschnitt bei etwa 3 Stunden pro Tag. Einige Kinder können ihre Internetnutzung nicht kontrollieren, was zu zunehmender Forschung zur „Internetsucht“ geführt hat. Ziel dieses Artikels ist es, die Forschung zu ADHS als Risikofaktor für Internetsucht und Gaming, zu deren Komplikationen sowie zu noch offenen Forschungs- und methodischen Fragen zu überprüfen. Die Literaturrecherche erfolgte in PubMed und Psychinfo sowie per Handsuche. Frühere Forschung zeigte Raten von Internetsucht von bis zu 25 % in der Bevölkerung und dass die Sucht stärker mit Psychopathologie korreliert als die reine Nutzungsdauer. Verschiedene Studien bestätigen, dass psychiatrische Störungen und insbesondere ADHS mit übermäßiger Nutzung zusammenhängen, wobei der Schweregrad der ADHS spezifisch mit dem Ausmaß der Nutzung korreliert. Kinder mit ADHS könnten besonders anfällig sein, da diese Spiele in kurzen Abschnitten ablaufen, die keine anhaltende Aufmerksamkeit erfordern. Zudem bieten sie unmittelbare Belohnungen mit einem starken Anreiz, die Belohnung durch das Erreichen des nächsten Levels zu steigern. Die mit diesen Spielen verbrachte Zeit könnte ADHS-Symptome ebenfalls verschlimmern, wenn nicht direkt, dann durch den Verlust von Zeit für entwicklungsbezogen anspruchsvollere Aufgaben. Obwohl dies für viele Eltern ein großes Problem darstellt, gibt es keine empirische Forschung zu wirksamer Behandlung. Übermäßige Nutzung und Abhängigkeit von Online- und Offline-Gaming sind ernsthafte Probleme für Jugendliche mit ADHS. Die Forschung ist durch fehlende Messinstrumente für Jugendliche oder Eltern, fehlende Studien zu Risikokindern sowie fehlende Untersuchungen zu Auswirkungen und Behandlung begrenzt.

Die Bildschirmkultur: Auswirkungen auf ADHS Beitrag lesen »

Das Dysregulationsprofil der Child Behavior Checklist sagt Substanzkonsum, Suizidalität und funktionelle Beeinträchtigung voraus: eine Längsschnittanalyse

Hintergrund: Neuere Studien haben ein Profil der Child Behavior Checklist identifiziert, das Kinder mit schwerer affektiver und behavioraler Dysregulation charakterisiert (CBCL-Dysregulationsprofil, CBCL-DP). In zwei neueren Längsschnittstudien war das CBCL-DP in der Kindheit bei der Nachuntersuchung im jungen Erwachsenenalter mit erhöhten Raten komorbider psychiatrischer Störungen, darunter bipolarer Störung, einem erhöhten Suizidalitätsrisiko und ausgeprägter psychosozialer Beeinträchtigung verbunden. Dies ist die erste Studie außerhalb der USA, die den Längsschnittverlauf des CBCL-DP untersucht.

Methoden: Wir untersuchten die diagnostischen und funktionellen Verläufe sowie den prädiktiven Nutzen des CBCL-DP in der Mannheimer Risikokinderstudie, einer epidemiologischen Kohortenstudie zu den Folgen früher Risikofaktoren von der Geburt bis ins Erwachsenenalter. Insgesamt nahmen 325 junge Erwachsene (151 Männer, 174 Frauen) an der Untersuchung im Alter von 19 Jahren teil.

Ergebnisse: Junge Erwachsene mit einem höheren CBCL-DP-Wert in der Kindheit hatten ein erhöhtes Risiko für Substanzgebrauchsstörungen, Suizidalität und eine schlechtere allgemeine Funktionsfähigkeit im Alter von 19 Jahren, selbst nach Adjustierung für elterliche Bildung, Familieneinkommen, Beeinträchtigung und psychiatrische Störungen zu Studienbeginn. Dysregulation in der Kindheit stand nicht mit bipolarer Störung im jungen Erwachsenenalter in Zusammenhang. Das CBCL-DP war weder Vorläufer eines spezifischen Komorbiditätsmusters noch von Komorbidität im Allgemeinen.

Schlussfolgerungen: Kinder mit hohen CBCL-DP-Werten haben ein Risiko für später auftretende schwere psychiatrische Symptomatik. Die unterschiedlichen Entwicklungsverläufe legen nahe, dass das CBCL-DP nicht lediglich eine frühe Manifestation eines einzelnen Krankheitsprozesses ist, sondern eher ein früher entwicklungsbezogener Risikomarker für ein persistierendes Defizit der Selbstregulation von Affekt und Verhalten sein könnte.

Das Dysregulationsprofil der Child Behavior Checklist sagt Substanzkonsum, Suizidalität und funktionelle Beeinträchtigung voraus: eine Längsschnittanalyse Beitrag lesen »

Behandlungsrelevante Diagnostik von ADHS

Das Syndrom ADHS spaltet die Fachwelt in zwei „Lager“: Während ein „Lager“ von der biologischen Ätiologie überzeugt ist, bevorzugt das andere psychodynamische Erklärungsmodelle. Unsere Studie könnte hier eine versöhnliche Lösung anbieten: Es handelt sich um verschiedene Subtypen bei klinisch gleicher Kernsymptomatik, da unsere Studie innerhalb der vom ADHS betroffenen Kinder drei Subtypen unterscheiden konnte: Zwei Cluster sind beschrieben durch ein jeweils spezifisches Profil an partiellen Defiziten in der Informationsverarbeitung, also durch neuropsychologische Parameter. Den dritten Cluster bilden emotional auffällige Kinder mit bindungsgestört-aggressiven Merkmalen. Der klinische Eindruck hätte erwarten lassen, die beiden Cluster mit Defiziten der Informationsverarbeitung auch anhand von neurologischen Soft-Signs differenzieren zu können. Die statistische Auswertung unserer Daten ergab aber keine signifikanten Zusammenhänge.

Behandlungsrelevante Diagnostik von ADHS Beitrag lesen »

Autismus und ADHS über die Lebensspanne – Differenzialdiagnosen oder Komorbidität?

Autismusspektrumstörungen (autism spectrum disorders, ASD) gelten in den beiden aktuellen Klassifikationssystemen (ICD-10 und DSM-IV-TR) als Ausschlusskriterium für die Diagnose einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Unaufmerksamkeit, Impulsivität und Hypermotorik gehören aber zu den häufigsten Begleitsymptomen der ASD. Psychopathologische, neuropsychologische, bildgebende und genetische Untersuchungen weisen auf mögliche pathophysiologische Zusammenhänge von autistischen Störungen und ADHS hin. Bei der Diagnostik beider Störungen sollte daher grundsätzlich geprüft werden, ob auch Symptome der anderen Störungen vorliegen. Die Behandlung der ADHS-Symptome bei Autismus gleicht zwar prinzipiell der Therapie nichtautistischer Kinder mit ADHS. Allerdings sind oft niedrigere Dosierungen und eine langsamere Titration empfehlenswert.

Autismus und ADHS über die Lebensspanne – Differenzialdiagnosen oder Komorbidität? Beitrag lesen »

Auswirkungen von Methylphenidat auf die Leistung bei einer praktischen Pistolenschießaufgabe: Eine quantitative Elektroenzephalografie-(qEEG-)Studie

Hintergrund: Die vorliegende Studie untersuchte bei unerfahrenen Soldaten unter dem Einfluss von Methylphenidat (MPH) während der vorbereitenden Zielphase einer praktischen Pistolenschießaufgabe die absolute Alpha-Leistung mittels quantitativer Elektroenzephalografie (qEEG) in bilateralen temporalen und parietalen Kortizes. Da Methylphenidat nachweislich aufgabenbezogene kognitive Funktionen verbessert, erwarteten wir in der MPH-Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe während der Vorbereitungsphase gegenüber der Baseline vor dem Schuss eine stärkere bihemisphärische kortikale Aktivierung.

Methoden: Zwanzig gesunde, unerfahrene Soldaten wurden in einem randomisierten doppelblinden Design gleichmäßig einer Kontrollgruppe (KG; n = 10) und einer MPH-Gruppe mit 10 mg (MG; n = 10) zugeteilt. Die Teilnehmenden führten eine Pistolenschießaufgabe aus, während die elektroenzephalografische Aktivität aufgezeichnet wurde.

Ergebnisse: Für Verhaltensmaße fanden sich Haupteffekte der Gruppe und der Übungsblöcke; für die EEG-Maße zeigten sich Interaktionen zwischen Gruppe und Phasen an den Elektroden T3, T4, P3 und P4. Bei den Verhaltensmaßen zeigte die MPH-Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe eine signifikant schlechtere Schießleistung; außerdem verbesserten sich die Werte in beiden Gruppen über die Übungsblöcke signifikant. In den EEG-Daten beobachteten wir über die Übungsblöcke eine signifikante Zunahme der Alpha-Leistung, die in der MPH-Gruppe jedoch signifikant niedriger war als in der Placebogruppe. Zudem zeigte sich während PTM an den Elektroden T4 und P4 eine signifikante Abnahme der Alpha-Leistung.

Schlussfolgerung: Obwohl wir keine Korrelation zwischen Verhaltens- und EEG-Daten fanden, zeigen unsere Ergebnisse, dass MPH das Erlernen der Aufgabe bei gesunden Personen nicht verhinderte. Während der Übungsblöcke (PBs) begünstigte es die Leistung gegenüber der Kontrollgruppe jedoch ebenfalls nicht. Die ZNS-Wirkungen von MPH scheinen zunächst eine Phase der Neujustierung integrierter Prozesse des sensomotorischen Systems zu erfordern. Anders formuliert scheint MPH aufgrund einer möglichen Modulation neuronaler Aktivität eine anfängliche Instabilität hervorzurufen, die sich durch niedrigere Alpha-Leistung und damit höhere kortikale Aktivität erklären lässt. Nach Ende von PB1 stellte sich durch die Wiederholung der Aufgabe offenbar eine neue Stabilisierung neuronaler Schaltkreise ein, verbunden mit höherer kortikaler Aktivität während der Aufgabe. Zusammenfassend war die Leistung der MPH-Gruppe zunächst nicht besser als die der Kontrollgruppe, übertraf diese später jedoch, ohne statistische Signifikanz zu erreichen.

Auswirkungen von Methylphenidat auf die Leistung bei einer praktischen Pistolenschießaufgabe: Eine quantitative Elektroenzephalografie-(qEEG-)Studie Beitrag lesen »

Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom im Grundschulalter. Diagnostische Möglichkeiten der Kaufman-Computerized Assessment Battery (K-CAB)

Im vorliegenden Beitrag wird die Frage nach den kognitiven und neuropsychologischen Prozessen, die der mit einem Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) einhergehenden Verhaltensproblematik zugrunde liegen, behandelt. Entsprechende Befunde können wichtige Informationen für den diagnostischen Prozess liefern. Um die kognitiven und exekutiven Defizite der ADHS zu erfassen, werden v. a. im englischen Sprachraum Tests angewendet, die auf der PASS-Theorie (PASS: „planning, attention, simultaneous, successive“) basieren. Indem sie dynamische kognitive Prozesse erfasst, zeigt sich die Theorie sensibel bezüglich der spezifischen kognitiven Probleme und exekutiven Defizite von Kindern, die unter einer ADHS leiden. Die auf der PASS-Theorie basierende K-CAB (Kaufman-Computerized Assessment Battery) wird hinsichtlich ihres Informationsgewinns für die Diagnostik von ADHS diskutiert. Dabei konnte schlussfolgernd festgestellt werden, dass sich eine neuropsychologische Testbatterie wie die K-CAB eignet, globale Auffälligkeiten wie verlangsamte Reaktionszeiten oder große Reaktionszeitschwankungen zu erfassen. Aufgrund dieser Parameter dürfen aber keine Rückschlüsse auf spezifische kognitive Fähigkeiten oder Verhaltensweisen gezogen werden.

Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitäts-Syndrom im Grundschulalter. Diagnostische Möglichkeiten der Kaufman-Computerized Assessment Battery (K-CAB) Beitrag lesen »

Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen – Differenzialdiagnose. Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie

Als Voraussetzung zur Diagnose einer auditiven Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung (AVWS) müssen differenzialdiagnostische Überlegungen u. a. im Hinblick auf Sprachverständnisstörungen, Aktivitäts- und Aufmerksamkeitsstörungen, kognitive Beeinträchtigungen und Erkrankungen aus dem autistischen Formenkreis erfolgen. Dies ist in der aktualisierten Leitlinie für AVWS ausführlich dargestellt, ebenso die sich daraus ergebenden Folgerungen für die Interpretation der individuellen Untersuchungsergebnisse. Diese Aktualisierung basiert inhaltlich auf dem Vorläufer der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie (DGPP) und lehnt sich eng an die Leitlinie der Californian Speech-Language-Hearing Association sowie die Leitlinie der American Academy of Audiology an.

Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen – Differenzialdiagnose. Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie Beitrag lesen »

ADHS und Störung des Sozialverhaltens

Im Bereich der externalisierenden Störungen (ADHS, Störungen des Sozialverhaltens) werden für den deutschsprachigen Bereich Trends seit 2009 in Forschung und Praxis skizziert. Vor allem wurden Publikationen aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Klinischen Kinderpsychologie gesichtet; zudem werden die wissenschaftlichen Beiträge des 32. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie mit einbezogen. Es wird deutlich, dass auch im deutschen Sprachraum die Beschäftigung mit der Störung des Sozialverhaltens (inkl. Bullying, Psychopathie) im Umfang und ihrer Differenziertheit gegenüber der weitgefassten Diskussion um die ADHS aufgeholt hat und kein Schattendasein mehr führt.

ADHS und Störung des Sozialverhaltens Beitrag lesen »

Nach oben scrollen