ADHS

Kinder mit ADHS-Symptomen – Betrachtungen aus einer integrierenden entwicklungspsychologischen und personzentrierten Perspektive

Personzentrierte Kinder- und JugendlichenpsychotherapeutInnen behandeln Kinder mit einer entsprechenden Diagnose – gleichwohl findet sich auf theoretischer Ebene bisher keine Auseinandersetzung mit den Entstehungsbedingungen, und es existieren ebenfalls keine Konzepte zu einem störungsspezifischen therapeutischen Handeln aus einem personzentrierten Verständnis heraus. So blieben BehandlerInnen auf individuelles Ausprobieren verwiesen, wenn sie nicht auf andere Behandlungsverfahren ausweichen wollten. Mit dem hier vorgelegten Versuch einer personzentrierten Konzeptionalisierung von Ätiologie und Behandlung wird versucht, diese Lücke ein wenig zu schließen.

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Goal Attainment Scaling in der Ermittlung der Behandlungswirksamkeit bei der behavioralen Therapie von Erwachsenen mit ADHS

ADHS bei Erwachsenen wird im Wesentlichen als Beeintr�chtigung des Alltagsverhaltens begriffen. Folglich werden die Beeintr�chtigungen, die sich im sozialen, famili�ren und beruflichen Bereich einstellen, zu einem bevorzugten Behandlungsziel. Diese Behandlungen machen sich die Unterst�tzung und F�rderung des Alltagsverhaltens zum Ziel. Der vorliegende Beitrag besch�ftigt sich mit der Methode des Goal Attainment Scaling als Ma� f�r den Therapieerfolg. In der Untersuchung gaben 34 Erwachsene mit ADHS (Altersdurchschnitt 29.4 Jahre) vor Beginn eines Verhaltenstrainings bis zu drei Ziele an, die sie im Verlaufe der Therapie erreichen wollten. Am Ende der Behandlung wurde erfragt, in welchem Ausma� diese Ziele erreicht wurden. In einer explorativen Studie wurde die Tauglichkeit dieser Methode untersucht. Im Ergebnis zeigte sich, dass die Patienten wichtige Ziele mit gro�er Tragweite angaben (z. B. ein Examen bestehen, einen Umzug organisieren). Diese Ziele wurden im Schnitt von etwa 60 Prozent der Patienten erreicht. Gut operationalisierte Ziele aus dem Berufs- und Arbeitsbereich wurden eher erreicht als Ziele, die das soziale Zusammenleben betrafen. Die Mehrzahl der Patienten (n = 24) wurde in einer Clusteranalyse als �gute Therapienutzer� eingestuft. Der Grad der Zielerreichung korrelierte nicht mit der erreichten Symptomreduktion und nur m��ig mit der Schwere der Eingangssymptomatik. Es wird dazu geraten, alltagsnahe Erfolgskriterien zur Erfolgskontrolle von Therapien einzusetzen.

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Die Geschichte der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

Das heutige Konzept der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), wie es im DSM-IV-TR (American Psychiatric Association 2000) definiert ist, ist relativ neu. Übermäßig hyperaktive, unaufmerksame und impulsive Kinder werden seit dem 19. Jahrhundert in der Literatur beschrieben. Einige frühe Darstellungen und ätiologische Theorien zur Hyperaktivität ähnelten heutigen Beschreibungen der ADHS. Detaillierte Untersuchungen des Verhaltens hyperaktiver Kinder und zunehmende Kenntnisse über die Gehirnfunktion haben die Vorstellungen von den grundlegenden verhaltensbezogenen und neuropathologischen Defiziten, die der Störung zugrunde liegen, verändert. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die Konzeptgeschichte der heutigen ADHS.

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Die Geschichte der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

Das heutige Konzept der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS), wie es im DSM-IV-TR (American Psychiatric Association 2000) definiert ist, ist relativ neu. Kinder mit ausgeprägter Hyperaktivität, Unaufmerksamkeit und Impulsivität werden in der Literatur bereits seit dem 19. Jahrhundert beschrieben. Einige frühe Darstellungen und ätiologische Theorien zur Hyperaktivität ähnelten heutigen Beschreibungen der ADHS. Detaillierte Untersuchungen des Verhaltens hyperaktiver Kinder und zunehmende Kenntnisse über die Hirnfunktion haben die Vorstellungen von den grundlegenden verhaltensbezogenen und neuropathologischen Defiziten verändert, die der Störung zugrunde liegen. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die Konzeptgeschichte der heutigen ADHS.

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Die Bedeutung relativer Maßstäbe bei ADHS-Diagnosen: Evidenz anhand exakter Geburtsdaten

Diese Arbeit legt Evidenz dafür vor, dass Diagnosen einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) in hohem Maße durch subjektive Vergleiche zwischen Kindern derselben Klassenstufe beeinflusst werden. Etwa 8,4 % der Kinder, die im Monat vor dem in ihrem Bundesstaat geltenden Stichtag für die Kindergartenaufnahme geboren wurden – und damit typischerweise zu den jüngsten und entwicklungsbezogen unreifsten Kindern einer Klassenstufe gehören –, erhalten eine ADHS-Diagnose, verglichen mit 5,1 % der Kinder, die im unmittelbar folgenden Monat geboren wurden. Das Geburtsdatum eines Kindes relativ zum Aufnahmestichtag beeinflusst auch stark die Einschätzung der Lehrkräfte, ob das Kind ADHS-Symptome zeigt, steht jedoch nur schwach mit entsprechend gemessenen elterlichen Einschätzungen in Zusammenhang. Dies deutet darauf hin, dass viele Diagnosen durch die Wahrnehmung der Lehrkräfte von auffälligem Verhalten der jüngsten Kinder einer Klasse beeinflusst sein könnten. Diese Wahrnehmungen haben langfristige Konsequenzen: Die jüngsten Kinder der fünften und achten Klassenstufe nehmen fast doppelt so häufig wie ihre älteren Mitschüler regelmäßig zur Behandlung von ADHS verordnete Stimulanzien ein.

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Alkoholprobleme bei Straftätern mit und ohne Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

Die ADHS zählt mit einer Prävalenz von 3,5% auch im Erwachsenenalter zu den häufigen psychischen Störungen. Eine Vergesellschaftung der ADHS mit Substanzmissbrauch und kriminellem Verhalten konnte in zahlreichen Studien nachgewiesen werden. Daher ist dieses Störungsmuster insbesondere bei der Begutachtung von Straftätern in der forensischen Psychiatrie von hohem Interesse. Hierbei vor allem der Zusammenhang zwischen Straftätern mit ADHS und Alkohol.

Für die vorliegende Arbeit wurden insgesamt 168 Gutachten aller der im Institut für Gerichtliche Psychologie und Psychiatrie in Homburg/Saar untersuchten Probanden, bei denen Alkohol als konstellative Komponente zur Straftat eine Rolle gespielt hat und bei denen zur Erfassung einer kindlichen ADHS die deutsche Kurzform der Wender-Utah- Ratingskala ( WURS-k ), zur Erfassung einer adulten ADHS der ADHS Selbstbeurtteilungsbogen zur Anwendung kam, untersucht. Hiervon erfüllten 55 die Kriterien einer kindlichen ADHS.

Bei insgesamt 137 der 168 Probanden kam zusätzlich der ADHS Selbstbeurteilungsbogen zum Einsatz. Hiervon erfüllten 17 die Kriterien einer persistierenden ADHS. Um Unterschiede zwischen den Straftätern mit ADHS und ohne ADHS zu eruieren, kam die Forensisch-psychiatrische Ratingskala ( FORA ) zur Erfassung der akuten Alkoholintoxikation zum Einsatz. Ziel der Arbeit war es, mit Hilfe der FORA Unterschiede in den Aspekten Tat, Persönlichkeit des Täters und Intoxikationssymptome durch Alkohol zwischen Probanden mit und ohne ADHS zu eruieren.

Die von den Probanden verübten Straftaten umfassten ein weites Spektrum zum Beispiel Körperverletzungen ( auch mit Todesfolge ), Diebstähle, Verkehrsdelikte, Beleidigungen, Sexualdelikte, Mord.

Im Vergleich zu gesunden Straftätern konnte gezeigt werden, dass Straftäter mit kindlicher ADHS signifikant häufiger augenblicksbezogene Taten begingen. Dieser Unterschied wurde beim Vergleich der Straftäter mit persistierender ADHS zu denen ohne ADHS besonders deutlich. Erwartungsgemäß konnte bei Probanden mit ADHS eine signifikant höhere Rate an Mehrfachsubstanzgebrauch und Persönlichkeitsstörungen festgestellt werden. Der Intelligenzquotient war bei Probanden mit ADHS, insbesondere bei persistierender ADHS signifikant häufiger unterdurchschnittlich. Vorstrafen fanden sich bei Straftätern mit kindlicher ADHS signifikant häufiger, Vorstrafen wegen Gewaltdelinquenz vor allem bei persistierender ADHS.

Eine durch häufigen Alkoholkonsum bedingte Alkoholtoleranz konnte bei gesunden Straftätern signifikant häufiger gefunden werden. Ein durch Alkoholkonsum bedingter Führerscheinentzug wider Erwarten signifikant häufiger bei Straftätern ohne ADHS. Diese Ergebnisse unterstreichen, dass der ADHS bei der forensischen-psychiatrischen Begutachtung von Straftätern, bei denen zum Tatzeitpunkt eine Alkoholintoxikation bestand, auch unter dem Aspekt einer möglichen Rezidivdelinquenz eine besondere Bedeutung zugemessen werden muss.

Um die Wirkung des Alkohol auf erwachsene Straftätern mit ADHS bei der Ausübung der Tat besser verstehen zu können, sollten weitere Untersuchungen folgen.

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ADHS im Kindes- und Jugendalter – Behandlungsmethoden und Bedeutung für den Unterricht in der Schule

Hyperaktive, unaufmerksame und unruhige Kinder und Jugendliche gibt es scheinbar fast in jeder Familie und in jeder Klasse. Das „Phänomen des unruhigen Kindes“, auch oft als „Zappelphilipp“ bezeichnet, ist alltäglich und in vielen Medien vertreten. Die Störung und das Medikament Ritalin® sind häufig Gegenstand vieler Sendungen, Filme und Serien im Fernsehen, so in „The Simpsons“, „Desperate Housewives“ oder „Galileo“, „Quarks und Co“ und ähnlichen. Aber auch Unmengen an Literatur wird angeboten von „Ratgeber ADHS. Informationen für Betroffene, Lehrer und Erzieher zu Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörungen“ (DÖPFNER, M. ET AL. 2007b) bis hin zu „Albtraum ADS. Wie Eltern sich helfen können“ ( MÄHLER, B ET AL. 2007). Sowohl die Kinder als auch die Eltern werden damit konfrontiert. Viele glauben daher, hyperaktive und unaufmerksame Kinder zu haben oder welche zu sein. Eine Frage, die bei der Recherche zu dem Thema Hyperaktivität und Mangel an Aufmerksamkeit aufkommt, ist: „Ist ADHS eine moderne Krankheit?“. Die zweite Frage, die der ersten rasch folgt, ist: „Ist ADHS eine Krankheit?“. Der Schwerpunkt dieser wissenschaftlichen Hausarbeit liegt auf den Behandlungsmethoden der ADHS und der Bedeutung für den Unterricht in der Schule. Dabei wird hauptsächlich Bezug auf Kinder und Jugendliche genommen, obwohl auch Erwachsene an dieser Störung leiden. Bei Behandlungsmethoden werden vor allem Medikamente mit Methylphenidat im Vordergrund stehen.

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ADHS im Jugendalter – Symptomwandel und Konsequenzen für Forschung und klinische Praxis

Ausgehend von der Betrachtung der ADHS als Lebensspannenerkrankung geht die vorliegende Studie der Frage nach, inwieweit Symptome einer adulten Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bereits im Jugendalter auftreten und Folgen für die klinische Praxis haben. Auf der Basis einer Repräsentativdatenerhebung wurde eine Stichprobe von N = 140 Jungen und Mädchen im Alter zwischen 14 und 19 Jahren erhoben. Mittels der eingesetzten Verfahren ADHS-E, SF-12, SWLS und PHQ-15 und PHQ-9 wurden Zusammenhänge zwischen den ADHS-Symptomen im Erwachsenenalter und Lebenszufriedenheit bzw. Lebensqualität über psychische und körperliche Symptome bei Heranwachsenden untersucht. Dabei konnte die ADHS als ein wesentlicher Faktor für die Beeinträchtigung der Lebenszufriedenheit und Begünstigung von Depressivität in der Adoleszenz ausgemacht werden. Für die klinische Praxis ergibt sich daraus ein veränderter Blickwinkel auf die Lebenszufriedenheit von Jugendlichen im Allgemeinen und auf zusätzliche psychische Belastungen im Rahmen einer adoleszenten Form der ADHS im Besonderen.

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Unterschiede psychiatrischer Komorbidität bei klinisch überwiesenen Kindern und Jugendlichen mit ADHS nach Subtyp und Geschlecht

Zu Geschlecht und Prävalenz komorbider psychiatrischer Störungen bei verschiedenen Subtypen der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) liegen widersprüchliche oder sogar gegensätzliche Befunde vor. Die Teilnehmenden waren Kinder mit ADHS. Geschlecht, ADHS-Subtyp und Interaktionseffekte wurden mittels logistischer Regression untersucht. Von 171 Kindern gehörten 73 (42,7 %) dem kombinierten Subtyp an, 45 (26,3 %) dem unaufmerksamen und 52 (31,0 %) dem hyperaktiv-impulsiven Subtyp. Die Prävalenz der ADHS-Subtypen unterschied sich nicht zwischen den Geschlechtern. Es bestand kein signifikanter Interaktionseffekt von Geschlecht und Subtyp auf das Alter der Kinder. Diese Studie liefert hinsichtlich Komorbidität keine Evidenz dafür, ADHS-Subtypen als eigenständige klinische Entitäten zu betrachten. Der Zusammenhang zwischen ADHS-Subtypen und psychiatrischen Störungen im Iran unterscheidet sich teilweise von Befunden aus Studien westlicher Kulturen und ähnelt stärker den Ergebnissen anderer asiatischer Länder.

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Substanzgebundene Alternativen in der Therapie von ADHS

ADHS zählt mit einer Prävalenz von 2 bis 6% zu den häufigsten kinderpsychiatrischen Diagnosen im Kindes-, Jugendund Erwachsenenalter. Beim regelhaften Auftreten von Komorbiditäten sowie den unterschiedlichen psychosozialen Gegebenheiten geht es primär um die Wahl einer effektiven, nebenwirkungsarmen Therapie. Verschiedenste Substanzen haben sich als effektiv in der Behandlung von ADHS erwiesen. Die direkte oder indirekte Beeinflussung der dopaminergen und noradrenergen Neurotransmission scheint sowohl bei den Stimlanzien als auch den Nichtstimulanzien in einem engen Zusammenhang zur Wirksamkeit zu stehen. Zwischen den einzelnen alternativen Substanzen wie Neuroleptika, Antidepressiva, Antiepileptika, a-Agonisten, ß-Blockern, Buspiron, L-Dopa, Melatonin, Pycnogenol®, Zink, Magnesium, Omega-3- und -6-Fettsäuren, sowie Homöopathika existieren hinsichtlich Wirksamkeit und Nebenwirkungsspektrum erhebliche Unterschiede. Dennoch können sie im Einzelfall das medikamentöse Spektrum erweitern. Der Artikel gibt einen Überblick über die Wirkmechanismen und die Evidenz für den Einsatz alternativer Substanzen in der Therapie von ADHS im Kindes- und Jugendalter.

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