ADHS

Programm Zappelphilipp – Frühintervention bei delinquenten Kindern

Fragestellung: Vorliegende Pilotstudie untersucht in Kooperation mit der Mannheimer Polizei die Wirksamkeit eines Präventionsprogramms für erstmalig delinquent gewordene Kinder mit dissozial- aggressivem und hyperkinetischem Problemverhalten.

Methodik: In einer offenen Inanspruchnahme Studie wurden Kinder im Alter von 8-13 Jahren, die einmalig der Polizei durch delinquente Handlungen auffällig geworden waren; eingeschlossen. In einer ca. 4-monatigen Hometreatmentphase wurden insgesamt 24 Familien pädagogische und verhaltenstherapeutische Strategien vermittelt. Mittels DISYPS-KJ wurden vor und nach dem Training die hyperkinetisch Kernsymptomatik sowie oppositionell-aggressives und dissozial-aggressives Verhalten erfasst.

Ergebnisse: Am Ende des Programms zeigte sich eine signifikante Symptomreduktion in den hyperkinetischen Subskalen sowie bei dissozial-aggressivem Verhalten. 88% der Eltern schilderten eine deutliche Verbesserung beim Hauptproblem der Kinder.

Schlussfolgerung: Vorliegendes Präventionsprogramm als indizierte Präventionsmaßnahme bei delinquenten Kindern zeigte sich nach einer ersten Beurteilung als effektiv in der Behandlung dissozial- aggressiver Auffälligkeiten.

Programm Zappelphilipp – Frühintervention bei delinquenten Kindern Beitrag lesen »

Gewissenhaftigkeit als Mediator des Zusammenhangs zwischen maskulinisierten Fingerlängenverhältnissen und Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

Ein häufig übersehener biologischer Risikofaktor, der zur Erklärung geschlechtsspezifischer Prävalenzunterschiede bei Psychopathologie beitragen könnte, sind Sexualhormone. Persönlichkeitsmerkmale, die ebenfalls Geschlechtsunterschiede aufweisen, könnten Zusammenhänge zwischen biologischen Risikofaktoren wie Hormonen und kindlicher Psychopathologie wie ADHS vermitteln (oder alternativ unabhängige Risikofaktoren darstellen).

Methoden: Dreihundertzwölf Kinder/Jugendliche (178 Jungen, 134 Mädchen) im Alter von 8 bis 17 Jahren durchliefen ein umfassendes, mehrstufiges klinisches Diagnoseverfahren; bei 168 Kindern wurde ADHS diagnostiziert, und 144 wurden als Vergleichskontrollen ohne ADHS klassifiziert. Die primären Betreuungspersonen füllten den California Q-sort aus, um ein Maß für Gewissenhaftigkeit zu erhalten. Fingerlängenverhältnisse (insbesondere rechts 2D:4D) dienten als Proxy für die pränatale Testosteronexposition (relativ zu Östrogen).

Ergebnisse: Niedrigere Gewissenhaftigkeitswerte vermittelten statistisch den Zusammenhang zwischen einem stärker maskulinisierten rechten 2D:4D-Verhältnis (d. h. erhöhter pränataler Testosteronexposition) und stärkeren unaufmerksamen ADHS-Symptomen.

Schlussfolgerung: Stärker maskulinisierte Fingerlängenverhältnisse zeigen Zusammenhänge mit ADHS-Symptomen, möglicherweise vermittelt über den Persönlichkeitsmechanismus Gewissenhaftigkeit.

Gewissenhaftigkeit als Mediator des Zusammenhangs zwischen maskulinisierten Fingerlängenverhältnissen und Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) Beitrag lesen »

Familienuntersuchung bei Kindern und Jugendlichen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS): Komorbiditäten und familiäre Belastung

Die Aufmerksamkeitsdefizit- /Hyperaktivitätsstörung (ADHS) gilt heute als eine der häufigsten Erkrankungen, die in der Kinder- und Jugendpsychiatrie bzw. in der Kinder- und Jugendmedizin behandelt werden. Bei diesem Störungsbild spielen genetische Faktoren eine wichtige Rolle. Erblichkeitsschätzungen liegen bei bis zu 80% und damit höher als bei den meisten kinder- und jugendpsychiatrischen Erkrankungen. Das Ziel der vorliegenden Arbeit war die Erhebung epidemiologischer und soziodemographischer Daten, komorbider Störungen in Abhängigkeit von vorliegenden Subtypen bei ADHS nach DSM-IV sowie die Untersuchung der Prävalenz für eine ADHS bei Eltern in Familien mit mindestens zwei an ADHS erkrankten Kindern. Methode: Es wurde N = 64 Patienten aus 25 Familien mit mindestens zwei an ADHS erkrankten Kindern untersucht. Die Stichprobe wurde im Rahmen einer multizentrischen Familienuntersuchung zu genetischen Faktoren ADHS (Nationales Genomforschungsnetz) erhoben. Die Diagnose der ADHS und Erhebung komorbider Störungen der betroffenen Kinder erfolgte nach DSM-IV-Kriterien unter Zuhilfenahme des K-SADS-PL. Bei den Eltern wurde die Wender-Utah-Rating-Scale (WURS) verwendet. Ergebnis: Bei Patienten mit kombiniertem Subtyp einer ADHS nach DSM-IV wurden signifikant häufiger externalisierende Störungen diagnostiziert. Betroffene Kinder mit überwiegend unaufmerksamen Subtyp litten häufiger an internalisierenden Störungen und bei ihnen wurde die Diagnose signifikant später gestellt als bei Kindern mit einem anderen Subtyp nach DSM-IV. Im Vergleich mit Studien in denen Familien mit nur einem betroffenen Kind untersucht wurden zeigten sich im wesentlichen keine signifikanten Unterschiede in der Verteilung der häufigsten komorbiden Störungen bei den betroffenen Kindern. Insgesamt fanden wir, dass 48% der Mütter und 43% der Väter im Kindesalter von einer ADHS betroffen waren. Auf alle Familien verteilt, ergab sich eine mindestens einfache Belastung der Eltern von ca. 78%.

Familienuntersuchung bei Kindern und Jugendlichen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS): Komorbiditäten und familiäre Belastung Beitrag lesen »

Evaluation des Ergotherapeutischen Trainingsprogramms (ETP) bei ADHS

Fragestellung: Ziel der Studie ist, das ergotherapeutische Trainingsprogramm ETP-ADHS auf seine Wirksamkeit hin zu überprüfen. Die Probanden erweitern in dem Training ihre Handlungskompetenz im Alltag und erreichen dadurch mehr Selbständigkeit und Eigenverantwortung.

Methode: An der Studie nahmen 58 Kinder im Grundschulalter teil. 38 Kinder bildeten die Trainingsgruppe und 20 die Wartekontrollgruppe. Die Hälfte der Kinder in beiden Gruppen nahm zusätzliche Medikamente ein. Die Eltern schätzten mit Hilfe zweier Fragebögen(SDQ und HSQ)die Verhaltensweisen ihrer Kinder zu drei Messzeitpunkten ein zu Beginn, am Ende des Trainings und nach 6 Monaten.

Ergebnisse: Die Ergebnisse zeigen, dass das Training die Alltagssituation der Kinder in den Familien nachvollziehbar verbessert. In der Beurteilung durch die Eltern verbessert sich die Hyperaktivität der Trainingsgruppe signifikant gegenüber der Wartekontrollgruppe. Die Effekte sind unabhängig von der Medikamentengabe. Somit stellt das ETP – ADHS ein komplexes Trainingsprogramm dar, das sowohl beim Kind auf die Reduktion der Kernsymptome der ADHS, als auch auf die Verbesserung der Familienatmosphäre wirkt.

Evaluation des Ergotherapeutischen Trainingsprogramms (ETP) bei ADHS Beitrag lesen »

Einzelfallstudien zu einem verhaltensorientierten Elterntraining bei ADHS

Elterntrainings gelten als eine effektive Mçglichkeit zur Behandlung kindlicher Verhaltensstçrungen. Die Wirksamkeit eines Trainings für Eltern von ADHS-Kindern wurde einzelfallanalytisch überprüft. Es wird erfasst, inwieweit es den Kindern gelingt, in den beiden Lebensbereichen (Elternhaus, Schule) ein positives Zielverhalten zu verwirklichen. Im Eltern- und Lehrerurteil treten sechs Wochen nach Trainingsende positive Verhaltensweisen bei den Kindern auf.

Einzelfallstudien zu einem verhaltensorientierten Elterntraining bei ADHS Beitrag lesen »

Das ADHS-Summercamp – Entwicklung und Evaluation eines multimodalen Programms

Die Studie beschäftigt sich mit der Frage, ob und inwieweit ein multimodales, massiertes, stringent lernpsychologisch orientiertes Gruppenprogramm (ADHS-Summercamp, ASCT; 12 Tage; 100 Stunden) die klinische ADHS-Kernsymptomatik günstig beeinflussen kann. Dabei sollte der besondere Einfluss von Response-Cost-Token (RCT) untersucht werden. Das ASCTwurde in einem Prä-Post1-Post2-Design mit einer standardisierten Elternberatungsgruppe (SEB) verglichen. An der Studie nahmen insgesamt 27 Kinder im Alter zwischen 6 und 17 Jahren teil, die nach Alter, Geschlecht und Kernsymptomatik per Zufall entweder der ASCTGruppe (N = 18) oder der SEB-Gruppe (N = 19) zugeordnet wurden. Während des Summercamps wurden neben einem sozialen Kompetenztraining schulbezogene Tests und Sport durchgeführt, wobei über alle Alltagssituationen hinweg das RCT systematisch angewendet wurde. Zudem erhielten die Kinder doppelblind, randomisiert und cross-over die drei folgenden Medikationen: Methylphenidat unretardiert, Methylphenidat retardiert und Placebo jeweils vier Tage lang. Das Verhalten der Kinder der ASCT-Gruppe wurde während des Summercamps zu festgelegten Zeitpunkten und in standardisierten Situationen durch geschulte Beobachter mithilfe von validierten Beobachtungsbögen (SKAMP; FBB-HKS) bewertet. Beide Gruppen erhielten zudem vor der Intervention, sechs Monate und zwei Jahre danach Eltern- und Lehrerbeobachtungsbögen, die sich u. a. auf die ADHS-Kernsymptomatik bezogen. Die varianzanalytische Auswertung zeigte eine signifikante Verbesserung der ADHS-Kernsymptomatik der ASCT-Gruppe, die auch nach zwei Jahren relativ stabil blieb. Dabei konnten diese Verbesserungen vorwiegend die Lehrer beobachten. Dagegen zeigte sich bei der SEB-Gruppe in der Lehrerbeobachtung eine Zunahme der Symptomatik nach der Beratung. Die Effekte der ASCT-Gruppe konnten vorwiegend auf die Wirkung des RCT zurückgeführt werden. Das Gruppentraining führt zu positiven, langfristigen klinischen Effekten, wenn es mit einem RCT verknüpft ist. Die Einführung von ADHS-Summercamps in Tageskliniken für Kinder und Jugendliche, aber auch in verhaltenstherapeutischen Ambulanzen und Praxen, bietet sich besonders aus ökonomischen Gründen an.

Das ADHS-Summercamp – Entwicklung und Evaluation eines multimodalen Programms Beitrag lesen »

Computerspiele im Kindes- und Jugendalter unter besonderer Betrachtung von Suchtverhalten, ADHS und Aggressivität

Einleitung: Computerspiele gehören mittlerweile zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen von Kindern und Jugendlichen und ersetzen in zunehmendem Maß traditionelle Spiel- und Interaktionsaktivitäten. Gesamt betrachtet sind mit dieser Entwicklung nicht nur emotionale oder soziale Entwicklungsrisiken verbunden und im pädagogisch-therapeutischen Bereich können sich mit der Nutzung von Computerspielen auch durchaus Förder- oder sogar therapeutische Möglichkeiten verbinden. Anderseits mehren sich Belege, dass die exzessive Nutzung von Computerspielen mit einem signifikant erhöhten Risiko zu nicht-stoffgebundenem Suchtverhalten einhergeht und die Prävalenzen hierfür altersübergreifend besorgniserregend hoch sind mit tendenzieller Zunahme.

Zielsetzung: Der vorliegende Beitrag basiert auf einer Medlinerecherche. Die Zielsetzung besteht darin, zunächst motivationale und entwicklungspsychologische Besonderheiten von Computerspielen herauszuarbeiten, Prävalenzen und Risiken für eine Suchtentwicklung darzustellen und Verbindungen sowie Auswirkungen zu ausgewählten psychischen Störungen, nämlich Aufmerksamkeitsdefizitstörungen und aggressiven Verhaltensweisen darzustellen.

Ergebnisse: Die vorliegenden Ergebnisse weisen aus, dass speziell von einer ADHS betroffene Kinder und Jugendliche aufgrund der neuropsychologischen Gegebenheiten dieses Störungsbildes vulnerabel sind für die Entwicklung einer Computerspielsucht. Zum anderen kann der exzessive Konsum gewalthaltiger Computerspiele ein wichtiges Bindeglied für das Zustandekommen vermehrt aggressiver Verhaltensweisen bedeuten bei Vorliegen von bereits vorbestehenden aggressiven Kognitionen und Verhaltensskripten.

Schlussfolgerung: Angesichts der zunehmenden klinischen Relevanz von Suchtverhalten bei Computerspielen besteht dringend die Notwendigkeit zur Erarbeitung diagnostischer und therapeutischer Standards, wobei der Vernetzung mit ebenfalls mit der Materie befassten Fach- bzw. Arbeitsbereichen eine wichtige Bedeutung zukommt.

Computerspiele im Kindes- und Jugendalter unter besonderer Betrachtung von Suchtverhalten, ADHS und Aggressivität Beitrag lesen »

Begabtes wildes Teufelchen?! – Gratwanderung in der Bestimmung von ADHS / Hochbegabung bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren unter Einbeziehung der sozialen Anamnese

Die Diplomarbeit befasst sich mit der Bestimmung einer Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung und Hochbegabung. Dabei wird versucht, einen Idealtyp der sozialen Anamnese zu finden und geprüft, wie sich Fehldiagnosen auf den Betroffenen auswirken, was den Schwerpunkt der Arbeit darstellt. Die Bedeutung von Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung und Hochbegabung als Kombination wird ebenfalls beleuchtet. Dabei wurden Experten verschiedener Berufsgruppen und Institutionen befragt, um die Komplexität, Probleme und Ansichten zu verdeutlichen, die in der täglichen Arbeit und in der Bestimmung der beiden Themenbereiche auftreten.

Begabtes wildes Teufelchen?! – Gratwanderung in der Bestimmung von ADHS / Hochbegabung bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren unter Einbeziehung der sozialen Anamnese Beitrag lesen »

Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung ADHS – Eine populationsbasierte retrospektive Studie über Behandlungsverläufe von Kindern und Jugendlichen mit zentral wirksamen Substanzen in einer Kinder- und Jugendpsychiatrischen Praxis

Anhand des Datenmaterials von 103 Patienten einer Kinder- und Jugendpsychiatrischen Praxis mit der Diagnose Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperkinetisches Syndrom (ADHS) wurde eine retrospektive Analyse des medikamentösen Behandlungsverlaufes durchgeführt. Fokussiert wurde auf erwünschte und unerwünschte Effekte der Behandlung mit Methylphenidat, Amphetamin und Atomoxetin in verschiedenen galenischen Zubereitungen.

Das erste ADHS-bezogene Arztgespräch erfolgte im Alter von durchschnittlich 8,6 Jahren, die ersten Medikamentenverordnungen folgten mit etwa einjährigem Abstand zum Erstgespräch. Bei 90% der Kinder wurden Komorbiditäten festgestellt. Kinder mit einer Hyperaktivität (ICD 10; F 90.1) wiesen signifikant häufiger und mehr komorbide Störungen auf als Kinder ohne Hyperaktivität (ICD 10; F 90.0). Die häufigsten Komorbiditäten waren Störungen des Sozialverhaltens und Entwicklungsstörungen.

Als Monotherapien wurden Methylphenidat in kurzwirksamen Zubereitungen (IR-MPH) und in retardierten Präparationen, Atomoxetin (ATX) und Amphetamin verordnet. Kombiniert wurden mit abnehmender Häufigkeit IR-MPH mit retardiertem MPH, ATX mit retardiertem MPH, ATX mit IR-MPH, Amphetamin mit IR-MPH und Amphetamin mit ATX. Auslassversuche wurden ebenfalls durchgeführt. Bezüglich der Einnahmedauer zeigten sich medikamentenspezifische Unterschiede: IR-MPH wurde als Monotherapie und in Kombination mit retardiertem MPH am längsten ohne Medikamentenwechsel eingenommen.

Bei 90% der Kinder wurden unerwünschte Ereignisse beschrieben. Im ersten Halbjahr nach Therapiebeginn wurden signifikant mehr unerwünschte Ereignisse dokumentiert als in den nachfolgenden Behandlungshalbjahren. Im Durchschnitt wurde bei jedem fünften Arztbesuch ein unerwünschtes Ereignis dokumentiert. Am häufigsten waren Schlafstörungen, Appetitstörungen, Ticstörungen und Bauchschmerzen. Insbesondere in den ersten Monaten der medikamentösen Therapie wiesen die Kinder Wachstumsverzögerungen auf. Auch im weiteren Verlauf der Behandlung waren geringfügige Verzögerungen zu beobachten. Bei Einnahme von MPH-Retardpräparaten wurden signifikant häufiger unerwünschte Ereignisse beschrieben als bei Therapien mit den übrigen Medikamenten und Medikamentenkombinationen oder bei Durchführung von Auslassversuchen. Alle weiteren Medikamente und Medikamentenkombinationen unterschieden sich nicht hinsichtlich des Auftretens unerwünschter Ereignisse voneinander oder von den Auslassversuchen.

Die therapeutischen Effekte wurden von den behandelnden Ärzten zu fast einem Drittel als günstig eingestuft, ohne dass signifikante Unterschiede zwischen den Medikamenten und Medikamentenkombinationen zu beobachten waren. Ungünstige Verläufe wurden signifikant häufiger unter der Kombination von ATX mit einem IR-MPH-Präparat beschrieben.

Die Studie legt nahe, dass in der medikamentösen Therapie des ADHS IR-MPH als Monotherapie sowie in Kombination mit retardiertem MPH aufgrund des günstigen Profils bevorzugt werden sollte. Bei Therapien mit MPH-Retardpräparaten alleine sowie der Kombination von ATX mit IR-MPH muss das Wirkungs-/ Nebenwirkungsprofil im Einzelfall beurteilt werden.

Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung ADHS – Eine populationsbasierte retrospektive Studie über Behandlungsverläufe von Kindern und Jugendlichen mit zentral wirksamen Substanzen in einer Kinder- und Jugendpsychiatrischen Praxis Beitrag lesen »

Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und Straßenverkehr

Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) besteht bei ca. einem Drittel der Betroffenen auch noch in der Adoleszenz und im jungen Erwachsenenalter fort. Relevante Auswirkungen der Störung können die weiterhin bestehende Unaufmerksamkeit, Konzentrationsschwäche und auch gesteigertes impulsives Verhalten im Straßenverkehr sein: Jugendliche und junge Erwachsene mit ADHS verursachen im Vergleich zu Gleichaltrigen insgesamt mehr als doppelt so häufig Verkehrsunfälle mit Kraftfahrzeugen. In dieser Übersichtsarbeit soll ein kurzer Abriss der rechtlichen Situation und der aktuellen Studienlage zum Fahrverhalten von jungen Menschen mit ADHS gegeben werden. Stimulanzien gehören nach der Straßenverkehrsordnung (StVO) zu den verbotenen Rauschmitteln, verbessern aber nach heutiger Studienlage die Fahrleistung von ADHS-Patienten signifikant. Für Atomoxetin, das als nicht BtM-rezeptpflichtiges Arzneimittel problemlos gegeben werden kann, da es nicht in der StVO aufgeführt ist, sind die Forschungsergebnisse noch nicht so eindeutig. Die Psychoedukation jugendlicher ADHS Betroffener bezüglich ihres erhöhten Risikos im Straßenverkehr, Verhaltensempfehlungen und Aufklärung über die rechtliche Lage werden in der klinischen Praxis oft vernachlässigt. Unter dem Gesichtspunkt der Prävention ist eine Beratung aber angesichts der hohen Zahlen der Verkehrstoten in dieser Altersgruppe von höchster Relevanz.

Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und Straßenverkehr Beitrag lesen »

Nach oben scrollen