ADHS

Mediennutzung und ADHS-bezogenes Verhalten bei Kindern und Jugendlichen: Eine Metaanalyse

Es gibt mehrere theoretische Gründe für die Annahme, dass Mediennutzung mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) oder ADHS-bezogenem Verhalten wie Aufmerksamkeitsproblemen, Hyperaktivität und Impulsivität zusammenhängen könnte. Obwohl sich Studien zum Zusammenhang zwischen Mediennutzung und ADHS angesammelt haben, sind ihre Ergebnisse uneinheitlich. Daher ist weiterhin unklar, ob die Mediennutzung von Kindern mit ADHS-bezogenem Verhalten zusammenhängt und unter welchen Bedingungen. Um diese Forschungslücke zu schließen, identifizierten wir zunächst sechs unterschiedliche Hypothesen, die erklären könnten, warum Mediennutzung allgemein und der Konsum schnell geschnittener oder gewalthaltiger Medieninhalte mit einem oder mehreren ADHS-bezogenen Verhaltensmerkmalen zusammenhängen könnten. Anschließend führten wir eine Metaanalyse von 45 empirischen Studien zum Zusammenhang zwischen Mediennutzung und ADHS-bezogenem Verhalten bei Kindern und Jugendlichen durch. Unsere Ergebnisse zeigten einen kleinen signifikanten Zusammenhang zwischen Mediennutzung und ADHS-bezogenem Verhalten (r = .12). Abschließend identifizierten wir mehrere konkrete Lücken in der bestehenden Literatur und formulierten fünf zentrale Richtungen für zukünftige Forschung.

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Langzeitverlauf von ADHS-Symptomen vom Kindesalter bis ins frühe Erwachsenenalter in einer Bevölkerungsstichprobe

Aus populationsbasierten Studien liegen vergleichsweise wenige Informationen über Subgruppenverläufe der ADHS-Kernsymptome Unaufmerksamkeit und Hyperaktivität-Impulsivität vor, insbesondere gemäß DSM-IV- und ICD-10-Definitionen. Ein jüngster Bericht über eine Subgruppe mit hohen und im Entwicklungsverlauf zunehmenden Unaufmerksamkeitssymptomen bedarf der Replikation. Ziel war es, unterschiedliche Verlaufssubgruppen für Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität-Impulsivität und ADHS-Gesamtsymptome bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 7–19 Jahren zu identifizieren. Berücksichtigt wurden elf Geburtskohorten aus 2593 Familien mit Kindern und Jugendlichen, für die Elternbeurteilungen der Ergebnismaße Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität-Impulsivität oder Gesamtsymptome vorlagen. Die Daten wurden in einem beschleunigten longitudinalen Design analysiert und mittels Growth-Mixture-Modellierung wurden Subgruppen identifiziert. Für alle drei Ergebnismaße fanden sich drei Verläufe mit niedrigen (78,3–83,3 %), moderaten (13,4–18,8 %) und hohen (2,8–3,2 %) Symptomniveaus. Der Verlauf innerhalb dieser Subgruppen war über die Ergebnisbereiche hinweg weitgehend vergleichbar. Generell nahmen die Symptome in allen Schweregradgruppen mit dem Alter ab, wobei der Entwicklungsverlauf in den Hochsymptomgruppen für Unaufmerksamkeit und Gesamtsymptome stabil blieb. Etwa 3 % der Kinder in einer bevölkerungsbasierten Stichprobe folgen einem Verlauf mit hohem Niveau an ADHS-Symptomen. In dieser Hochverlaufgruppe nehmen Hyperaktivitäts-Impulsivitätssymptome im Alter von 7 bis 19 Jahren ab, während Unaufmerksamkeit und Gesamtsymptome stabil bleiben. In keiner Schweregradgruppe fanden sich Hinweise auf eine Zunahme der Symptome im Verlauf von Kindheit und Jugend.

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Langzeitergebnisse pharmakologisch behandelter versus unbehandelter Erwachsener mit ADHS und Substanzkonsumstörung: Eine naturalistische Studie

Hintergrund und Ziele: Die pharmakologische Behandlung von Personen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und schwerer Substanzkonsumstörung (SUD) ist umstritten; nur wenige Studien haben die langfristigen psychosozialen Ergebnisse solcher Behandlungen untersucht. Unser Ziel war es zu prüfen, ob eine pharmakologische Behandlung mit verbesserten langfristigen psychosozialen Ergebnissen verbunden war.

Methoden: Die vorliegende naturalistische Studie bestand aus einer langfristigen Nachbeobachtung von 60 männlichen Patienten mit ADHS und komorbider schwerer SUD; alle Teilnehmenden hatten wegen schweren Substanzmissbrauchs eine verpflichtende stationäre Behandlung erhalten. Der durchschnittliche Zeitraum zwischen Entlassung aus der stationären Behandlung und Nachuntersuchung betrug 18,4 Monate. 30 Patienten hatten eine pharmakologische ADHS-Behandlung erhalten, 30 waren pharmakologisch unbehandelt. Die Gruppen wurden hinsichtlich Mortalität und psychosozialer Ergebnisse verglichen, operationalisiert als Status des Substanzkonsums, laufende freiwillige Rehabilitation, aktuelle Wohnsituation und Beschäftigungsstatus.

Ergebnisse: Die Gruppen waren hinsichtlich demografischer und Hintergrundmerkmale vergleichbar. Insgesamt war die Mortalität hoch; 8,3 % der Teilnehmenden waren bis zur Nachuntersuchung verstorben (eine Person in der pharmakologisch behandelten und vier in der unbehandelten Gruppe; der Gruppenunterschied war nicht signifikant). Die pharmakologisch wegen ADHS behandelte Gruppe zeigte weniger Rückfälle in den Substanzkonsum, nahm häufiger freiwillige Behandlungen entsprechend einem Rehabilitationsplan in Anspruch, benötigte seltener verpflichtende Betreuung, lebte häufiger in betreutem Wohnen oder einem Rehabilitationszentrum und wies eine höhere Beschäftigungsrate auf als die unbehandelte Gruppe.

Schlussfolgerungen: Die Empfehlungen zur engmaschigen klinischen Überwachung von Hochrisikopopulationen sowie zur Prävention von Fehlgebrauch und Weitergabe von Medikamenten wurden im strukturierten Umfeld der verpflichtenden Versorgung der behandelten Gruppe umgesetzt. Eine pharmakologische Behandlung der ADHS bei Personen mit schwerer SUD kann das Rückfallrisiko verringern und die Fähigkeit dieser Patienten erhöhen, einem nichtpharmakologischen Rehabilitationsplan zu folgen, wodurch sich ihre langfristigen Ergebnisse verbessern können.

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Kurze experimentelle Analyse von Lesedefiziten bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

Leseschwierigkeiten treten bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) besonders häufig auf. Obwohl es mehrere empirisch gestützte Leseinterventionen für Kinder mit ADHS gibt, liegen nur wenige Daten vor, die die Auswahl der wirksamsten Leseintervention für ein bestimmtes Kind unterstützen. Die kurze experimentelle Analyse (Brief Experimental Analysis, BEA) ist ein Verfahren, das die Wirksamkeit verschiedener schulischer Interventionen direkt vergleicht, um die Auswahl der Intervention mit der optimalen Wirksamkeit zu steuern. Die vorliegende Proof-of-Concept-Studie untersuchte die Eignung der BEA-Methodik zur Bestimmung der relativen Wirksamkeit von sieben Leseinterventionen bei Kindern mit ADHS. Die sieben Interventionen umfassten sowohl empirisch gestützte ADHS-Interventionen als auch traditionelle Interventionen aus der BEA-Literatur. Sechs Kinder mit diagnostizierter ADHS nahmen an der Proof-of-Concept-Studie teil. Die Ergebnisse zeigten, dass mit der BEA für jeden Teilnehmenden erfolgreich eine wirksame Intervention bestimmt werden konnte. Wirksamkeit und optimale Intervention gemäß BEA-Verfahren unterschieden sich zwischen den einzelnen Kindern, was die Bedeutung eines BEA-Ansatzes beim Vergleich verschiedener Leseinterventionen für Kinder mit ADHS unterstreicht. Implikationen und zukünftige Forschungsrichtungen für die Auswahl wirksamer Leseinterventionen bei Kindern mit ADHS werden diskutiert.

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Konstrukt- und Kriteriumsvalidität einer deutschen Version des Behavior Rating Inventory of Executive Function (BRIEF) zur Identifikation von Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörungen (ADHS)

Exekutive Dysfunktionen werden als wesentliche und einflussreiche Defizite bei Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) beurteilt. Bisher gibt es jedoch kein psychometrisch robustes deutschsprachiges Fremdbeurteilungsinstrument zur Erfassung exekutiver (Dys-) Funktionen im Kindesalter. Das Hauptziel dieser Studie war daher die Validierung der psychometrischen Struktur einer deutschsprachigenVersion des Behavior Rating Inventory of Executive Function (BRIEF) an einer Stichprobe von 149Kindern imAlter von 6 bis 10 Jahren mit und ohne ADHS. Die Ergebnisse bestätigten die Zweifaktoren-Struktur der englischsprachigen Originalarbeit mit den Indexwerten Verhaltensregulation und Metakognition. Sensitivität (76 %) und Spezifität (84 %) der deutschen Version des BRIEF bei der Vorhersage der Gruppenzugehörigkeit von Kindern mit und ohne ADHS waren vergleichbar mit der Originalarbeit und zeigten den klinischen Nutzen des Verfahrens auf.

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Kombinierte Stimulanzien- und Antipsychotikabehandlung bei Jugendlichen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung: Eine querschnittliche beobachtende strukturelle MRT-Studie

Metaanalysen legen normalisierende Effekte von Methylphenidat auf strukturelle fronto-striatale Auffälligkeiten bei Patienten mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) nahe. Eine Untergruppe der Patienten erhält atypische Antipsychotika gleichzeitig mit Methylphenidat. Langfristige Sicherheit und Wirksamkeit dieser Kombination sind unbekannt. Die vorliegende Studie bietet eine erste Untersuchung struktureller Hirnkorrelate einer kombinierten Behandlung mit Methylphenidat und Antipsychotika bei Patienten mit ADHS. Strukturelle Magnetresonanztomografie wurde bei 31 Patienten durchgeführt, die eine kombinierte Behandlung mit Methylphenidat und Antipsychotika erhalten hatten, bei 31 parallelisierten Patienten, die Methylphenidat, aber keine Antipsychotika erhalten hatten, sowie bei 31 gesunden Kontrollpersonen (M-Alter 16,7 Jahre). Analysiert wurden Gruppenunterschiede beim gesamten kortikalen und subkortikalen Volumen sowie bei sieben frontalen kortikalen und acht subkortikal-limbischen Volumina von Interesse, die jeweils an dopaminerger Neurotransmission beteiligt sind. Patienten der Kombinationsbehandlungsgruppe, nicht jedoch der Methylphenidat-allein-Gruppe, zeigten gegenüber gesunden Kontrollen eine Verringerung des gesamten kortikalen Volumens (Cohens d = 0,69, p < 0,004), die sich in den meisten frontalen Regionen von Interesse zeigte. Darüber hinaus wies die Kombinationsgruppe, nicht jedoch die Methylphenidatgruppe, Volumenreduktionen im bilateralen ventralen Dienzephalon (links Cohens d = 0,48, p < 0,04; rechts Cohens d = 0,46, p < 0,05) und im linken Thalamus auf (Cohens d = 0,47, p < 0,04). Diese Befunde könnten darauf hindeuten, dass eine Antipsychotikabehandlung den normalisierenden Effekten von Methylphenidat auf die Hirnstruktur entgegenwirkt. Es lässt sich jedoch nicht ausschließen, dass bereits vorbestehende klinische Unterschiede zwischen den beiden Patientengruppen zu anatomischen Unterschieden zum Zeitpunkt der Bildgebung geführt haben. Das Fehlen einer unbehandelten ADHS-Gruppe erschwert eine eindeutige Interpretation und Ableitung von Implikationen aus unseren Befunden.

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Kombinierte Behandlung mit Methylphenidat und Desipramin verbessert die PTBS-Symptomatik in einem Rattenmodell

Antidepressiva stellen die pharmakologische Erstlinienbehandlung der posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) dar. Da viele Patienten jedoch keinen ausreichenden Nutzen von Medikamenten zeigen, wurde vorgeschlagen, Antidepressiva mit zusätzlichen Wirkstoffen zu kombinieren. Zu den definierenden Symptomen der PTBS gehören Wiedererleben, Vermeidung und Übererregung. Darüber hinaus wurde gezeigt, dass PTBS-Patienten leicht ablenkbar werden und häufig unter Konzentrationsproblemen leiden; zudem bestehen Hinweise auf eine Komorbidität mit der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Methylphenidat (MPH) ist die häufigste und wirksamste medikamentöse Behandlung der ADHS. Daher untersuchten wir die Effekte einer MPH-Behandlung allein oder in Kombination mit den Antidepressiva Fluoxetin (FLU) oder Desipramin (DES). Wir modifizierten ein Tiermodell der PTBS, indem wir Ratten chronischem Stress aussetzten und anschließend die Entwicklung PTBS-ähnlicher Verhaltenssymptome sowie Effekte auf proinflammatorische Zytokine untersuchten, die mit PTBS in Verbindung gebracht wurden. FLU oder DES wirkten günstig auf Vermeidungs- und Übererregungssymptome, während MPH alle drei Symptomgruppen verbesserte. Die Kombination von MPH und DES zeigte die ausgeprägtesten günstigen Effekte. Die Serumspiegel von Interleukin-1β (IL-1β) und IL-6 waren in der PTBS-ähnlichen Gruppe gegenüber der Kontrollgruppe erhöht und wurden durch MPH, FLU, DES oder die Kombinationsbehandlungen reduziert; die Kombination DES + MPH bewirkte die vollständigste Normalisierung der Entzündungsreaktion. Angesichts der vielfältigen PTBS-Symptomatik legen unsere Ergebnisse eine neue Kombinationstherapie für PTBS nahe, bestehend aus dem Antidepressivum DES und dem Psychostimulans MPH.

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Kardiovaskuläre Sicherheit von Stimulanzien bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung: Eine landesweite prospektive Kohortenstudie

Ziel: Ziel dieser Studie war es festzustellen, ob Anwender von Stimulanzien ein höheres Risiko für ein späteres kardiovaskuläres Ereignis haben als Nichtanwender. Dieser Zusammenhang wurde sowohl in einer nationalen Kohorte als auch in einer populationsbasierten Stichprobe von Kindern und Jugendlichen mit diagnostizierter Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) untersucht. Außerdem sollte eine mögliche Dosis-Wirkungs-Beziehung geprüft werden. Methoden: Wir führten eine longitudinale prospektive Kohortenstudie mit allen zwischen 1990 und 1999 in Dänemark geborenen Kindern durch. Innerhalb dieser Kohorte wurden Kinder mit ADHS identifiziert. Daten aus nationalen Gesundheitsregistern zu psychiatrischen und somatischen Diagnosen, Stimulanzienverordnungen, kardiovaskulären Risikofaktoren sowie prä- und perinatalen und soziodemografischen Kovariaten der Kinder und ihrer Eltern wurden anhand der eindeutigen persönlichen Identifikationsnummer zusammengeführt. Hazard Ratios (HR) für kardiovaskuläre Ereignisse wurden mittels Cox-Regression unter Adjustierung für andere bekannte Risikofaktoren geschätzt. Ergebnisse: In der Gesamtpopulation (n = 714.258; insgesamt 6.767.982 Personenjahre) erhöhte die Anwendung von Stimulanzien das Risiko eines kardiovaskulären Ereignisses; adjustierte HR = 1,83 (1,10–3,04). Auch bei Kindern mit ADHS (n = 8300) erhöhte die Stimulanzienbehandlung das Risiko eines kardiovaskulären Ereignisses (adjustierte HR = 2,20 [2,15–2,24]) bei einer komplexen zeitabhängigen Dosis-Wirkungs-Beziehung. Schlussfolgerungen: Dies ist die erste landesweite Kohortenstudie zur kardiovaskulären Sicherheit von Stimulanzien bei Kindern und Jugendlichen und stellt nach unserem Wissen die prospektive Studie mit der längsten Nachbeobachtung dar. Kardiovaskuläre Ereignisse waren selten, traten bei Anwendern von Stimulanzien jedoch etwa doppelt so häufig auf wie bei Nichtanwendern, sowohl in der nationalen Gesamtpopulation als auch bei Kindern mit ADHS. Wir fanden eine komplexe zeit- und dosisabhängige Wechselbeziehung zwischen kardiovaskulären unerwünschten Ereignissen und der Stimulanzienbehandlung bei Kindern und Jugendlichen. Unsere Ergebnisse deuten auf ein Sicherheitssignal mit erhöhtem Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen im Zusammenhang mit der Stimulanzienbehandlung bei Kindern und Jugendlichen hin, auch nach Adjustierung für mehrere potenzielle Störfaktoren.

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Interne und externe Validität des Sluggish Cognitive Tempo und seine Beziehung zu DSM-IV-ADHS

Studien zu Subtypen der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) nach DSM-IV haben uneinheitliche Unterstützung für die diskriminante Validität des kombinierten Typs (ADHS-C) und des vorwiegend unaufmerksamen Typs (ADHS-I) geliefert. Eine große Stichprobe von Kindern und Jugendlichen mit ADHS (N = 410) und eine Vergleichsgruppe ohne ADHS (N = 311) wurden genutzt, um die interne und externe Validität des Sluggish Cognitive Tempo (SCT) zu prüfen, einer Dimension, die durch niedrige Energie sowie schläfriges und träges Verhalten gekennzeichnet ist. Anschließend wurden SCT-Werte in Analysen der ADHS-Subtypen einbezogen, um zu prüfen, ob sich die diskriminante Validität von ADHS-C und ADHS-I verbessern lässt, wenn SCT-Symptome als Teil der Kriterien für ADHS-I berücksichtigt werden. Faktorenanalysen von Eltern- und Lehrerbeurteilungen zeigten, dass sechs SCT-Items auf einen von ADHS-Symptomen und anderer Psychopathologie getrennten Faktor luden, was wichtige Unterstützung für die interne Validität von SCT liefert. Die externe Validität von SCT wurde durch signifikante Zusammenhänge zwischen SCT und Maßen funktioneller Beeinträchtigung sowie neuropsychologischer Funktionen gestützt, wenn Symptome von ADHS und anderer Psychopathologie kontrolliert wurden. Entgegen den ursprünglichen Vorhersagen identifizierten hohe SCT-Ausprägungen jedoch keine Untergruppe von ADHS-I, die sich eindeutig von ADHS-C unterschied. Stattdessen legen die aktuellen Ergebnisse nahe, dass DSM-IV-Unaufmerksamkeit und SCT getrennte, aber korrelierte Symptomdimensionen sind, die jeweils unabhängig mit wichtigen Aspekten funktioneller Beeinträchtigung und neuropsychologischer Funktionen verbunden sind.

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Hat die Häufigkeit elternberichteter Diagnosen einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) in Deutschland zwischen 2003–2006 und 2009–2012 zugenommen?

Internationale Studien berichteten in den vergangenen Jahren zum Teil erhebliche Zunahmen der Diagnosehäufigkeit von Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS). Zahlen aus den Diagnosestatistiken von gesetzlichen Krankenkassen legen eine vergleichbare Entwicklung für Deutschland nahe. Ziel dieser Untersuchung war es, auf der Grundlage der Daten der bundesweit repräsentativen Studie „KiGGS Welle 1“ (2009–2012) die Lebenszeitprävalenz von elternberichteten ADHS-Diagnosen ihrer Kinder im Alter von 3 bis 17 Jahren zu untersuchen und den zeitlichen Trend im Vergleich zur KiGGS-Basiserhebung (2003–2006) zu berichten. Studienteilnehmende, deren Eltern berichteten, dass für ihr Kind jemals von einem Arzt oder Psychologen eine ADHS-Diagnose gestellt wurde, galten als ADHS-Fall. Darüber hinaus wurden Kinder und Jugendliche, die in der Elternbeurteilung einen Wert ≥ 7 ( clinical range) auf der Unaufmerksamkeits-/Hyperaktivitätsskala des Strengths and Difficulties Questionnaires (SDQ) erreichten und für die von den Eltern keine ADHS-Diagnose berichtet wurde, als ADHS-Verdachtsfälle eingestuft. Die Prävalenz der ADHS in der KiGGS Welle 1 betrug 5,0 % (95 %-KI: 4,3–5,7), für Verdachtsfälle: 5,8 % (5,1–6,6). Für Jungen wurde mehr als viereinhalbmal so häufig eine ADHS-Diagnose berichtet wie für Mädchen, Kinder aus Familien mit niedrigem Sozialstatus waren mehr als zweieinhalbmal so häufig betroffen wie solche aus Familien mit hohem Sozialstatus. ADHS-Verdachtsfälle waren bei Jungen zweimal und bei Kindern aus Familien mit niedrigem Sozialstatus knapp dreimal häufiger. Die Lebenszeitprävalenz von ADHS- Diagnosen nahm mit dem Alter kontinuierlich zu und war am höchsten bei den 11- bis 17-Jährigen, Verdachtsfälle waren hingegen mit zunehmendem Alter weniger häufig. Bei etwa jedem fünften Kind mit der Diagnose ADHS wurde diese erstmalig im Alter von 6 Jahren gestellt, bei jedem elften bereits mit 5 Jahren. Insgesamt wurden gegenüber der KiGGS-Basiserhebung (2003–2006) keine statistisch signifikanten Veränderungen der Diagnosehäufigkeit für ADHS beobachtet. Die aus den Krankenkassendaten berichteten Zunahmen der ADHS-Diagnosehäufigkeit spiegeln sich damit in den Daten von KiGGS Welle 1 nicht wider.

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