ADHS

Stigmatisierung bei Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine im Kindes- und Erwachsenenalter häufig diagnostizierte Störung mit erheblichen Auswirkungen auf zahlreiche Bereiche des sozialen Lebens. Daher besteht für Menschen mit ADHS ein hohes Risiko, mit Stigmatisierung, Vorurteilen und Diskriminierung konfrontiert zu werden. Es wurde eine Übersicht der empirischen Forschung zur Stigmatisierung bei ADHS erstellt. Die Ergebnisse der Untersuchungen auf diesem Gebiet wurden in verschiedene Kategorien gegliedert, darunter Stigmatisierung von Kindern mit ADHS, Stigmatisierung von Erwachsenen mit ADHS, Stigmatisierung von Angehörigen oder nahestehenden Personen von Menschen mit ADHS sowie der Einfluss von Stigmatisierung auf die Einstellungen von Behörden gegenüber Menschen mit ADHS. Als Variablen, die zur Stigmatisierung bei ADHS beitragen, wurden die Unsicherheit der Öffentlichkeit hinsichtlich der Zuverlässigkeit bzw. Validität einer ADHS-Diagnose und der damit verbundenen diagnostischen Abklärung, die von der Öffentlichkeit wahrgenommene Gefährlichkeit von Menschen mit ADHS, soziodemografische Faktoren wie Alter, Geschlecht und ethnische Zugehörigkeit der befragten oder der von ADHS betroffenen Person, die Stigmatisierung der ADHS-Behandlung – beispielsweise die Skepsis der Öffentlichkeit gegenüber ADHS-Medikamenten – sowie die Offenlegung des Diagnose- und Medikationsstatus identifiziert. Der Beitrag der mit ADHS verbundenen Stigmatisierung kann als unterschätzter Risikofaktor verstanden werden, der Therapietreue, Behandlungserfolg, Symptomverschlechterung, Lebenszufriedenheit und psychisches Wohlbefinden von Menschen mit ADHS beeinträchtigt. Die Vorstellungen sowohl der Öffentlichkeit als auch von Gesundheitsfachkräften über ADHS sind sehr unterschiedlich, wodurch Menschen mit einer ADHS-Diagnose einem erhöhten Risiko der Stigmatisierung ausgesetzt sind.

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Set-Shifting und Arbeitsgedächtnis bei Erwachsenen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

Im Vergleich zur großen Zahl von Studien zu exekutiven Funktionen (EF) bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist über die EF-Leistung von Erwachsenen mit ADHS wenig bekannt. Diese Studie verglich 37 Erwachsene mit ADHS (ADHS(total)) und 32 Kontrollpersonen, die hinsichtlich Alter, Intelligenzquotient (IQ), Geschlecht und Bildungsjahren vergleichbar waren, in zwei EF-Bereichen – Set-Shifting und Arbeitsgedächtnis. Zusätzlich wurde die ADHS(total)-Gruppe in zwei Untergruppen unterteilt: ADHS-Patienten ohne Komorbidität (ADHS(−), n = 19) und Patienten mit mindestens einer komorbiden Störung (ADHS(+), n = 18). Die Teilnehmenden absolvierten zwei Maße des Set-Shifting (Trail Making Test, TMT, und einen computerisierten Kartensortiertest, CKV) sowie ein Maß des Arbeitsgedächtnisses (Zahlenspannentest, DS). Im Vergleich zur Kontrollgruppe zeigte die ADHS(total)-Gruppe Defizite im Set-Shifting und Arbeitsgedächtnis. Die Gruppenunterschiede entsprachen mittleren bis großen Effektstärken (TMT: d = 0,48; DS: d = 0,51; CKV: d = 0,74). Der Vergleich der Untergruppen ADHS(+) und ADHS(−) ergab für die ADHS(+)-Gruppe eine schlechtere allgemeine Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit. Hinsichtlich Set-Shifting und Arbeitsgedächtnis fanden sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Untergruppen. Diese Ergebnisse legen nahe, dass die Defizite der ADHS(total)-Gruppe eher auf ADHS als auf Komorbidität zurückzuführen sind. Ein Einfluss von Komorbidität lässt sich jedoch nicht vollständig ausschließen, da bei einigen Ergebnismaßen ein Trend zu schlechterer Leistung in der ADHS(+)-Gruppe bestand.

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Psychometrische Analyse der neuen aus DSM-V abgeleiteten ADHS-Symptome

Hintergrund: Im Zuge der Vereinbarungen zur Neuformulierung und Überarbeitung der ADHS-Diagnosekriterien wurden in der vorgeschlagenen DSM-V-Revision kürzlich vier neue Symptome zum Bereich Hyperaktivität und Impulsivität hinzugefügt. Diese Studie untersucht die psychometrischen Eigenschaften der vorgeschlagenen ADHS-Diagnosekriterien. Methode: Die ADHS-Diagnose wurde gemäß DSM-IV gestellt. Die Eltern füllten den ADHS-Screeningtest der Child Symptom Inventory-4-Checkliste sowie die vier Items aus, die die neu vorgeschlagenen DSM-V-Symptome beschreiben. Ergebnisse: Die konfirmatorische Faktorenanalyse der aus DSM-V abgeleiteten ADHS-Items stützt die Ladung auf zwei Faktoren: Unaufmerksamkeit und Hyperaktivität/Impulsivität. Die Items weisen eine ausreichende Reliabilität auf. Die konfirmatorische Faktorenanalyse zeigte jedoch, dass ein Drei-Faktoren-Modell besser passt als das Zwei-Faktoren-Modell. Zudem ergaben die explorativen Analysen Bedenken hinsichtlich der Faktorladungen der vier neuen Items. Schlussfolgerungen: Die aktuellen Ergebnisse stützen das Zwei-Faktoren-Modell der DSM-V-Diagnosekriterien für ADHS mit Unaufmerksamkeit und Hyperaktivität/Impulsivität. Die vier neuen Items können jedoch als dritter Faktor betrachtet werden.

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Pharmakotherapie der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung reduziert das Risiko für Substanzkonsumstörungen

Ziel. Untersuchung des Risikos für Substanzkonsumstörungen (SUD) in Zusammenhang mit früherer Exposition gegenüber Psychopharmaka in einer Längsschnittstudie an Jungen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Methoden. Die kumulative Inzidenz von SUD im Verlauf der Adoleszenz wurde bei 56 medikamentös behandelten Probanden mit ADHS, 19 nicht medikamentös behandelten Probanden mit ADHS und 137 Kontrollpersonen ohne ADHS verglichen. Ergebnisse. Nicht medikamentös behandelte Probanden mit ADHS hatten bei der Nachuntersuchung gegenüber Kontrollen ohne ADHS ein signifikant erhöhtes Risiko für irgendeine SUD (adjustierte OR: 6,3 [1,8–21,6]). Probanden mit ADHS, die zu Studienbeginn medikamentös behandelt wurden, hatten bei der Nachuntersuchung gegenüber unbehandelten Probanden mit ADHS ein signifikant reduziertes Risiko für eine SUD (adjustierte OR: 0,15 [0,04–0,6]). Für jeden untersuchten SUD-Subtyp war die Richtung des Effekts einer Pharmakotherapie ähnlich wie für die Kategorie irgendeiner SUD. Schlussfolgerungen. In Übereinstimmung mit Befunden zu unbehandelter ADHS bei Erwachsenen war unbehandelte ADHS ein signifikanter Risikofaktor für SUD im Jugendalter. Demgegenüber war Pharmakotherapie bei Jugendlichen mit ADHS mit einer Verringerung des SUD-Risikos um 85 % verbunden.

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Persönlichkeitsprofil bei ADHS im Erwachsenenalter: Das alternative Fünf-Faktoren-Modell

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) gehört zu den am häufigsten diagnostizierten Störungen im Kindesalter und betrifft weltweit etwa 3 bis 5 % der Erwachsenen. Die meisten Studien wurden auf Grundlage des Fünf-Faktoren-Modells (FFM) durchgeführt. Angesichts des Nutzens und der Bedeutung, ADHS im Erwachsenenalter anhand allgemeiner Persönlichkeitsstrukturen zu beschreiben, um die Störung besser zu konzeptualisieren, ergänzt diese Studie neue Daten zum Alternativen Fünf-Faktoren-Modell (AFFM) der Persönlichkeit. Die vorliegende Studie verfolgt zwei Ziele: das Persönlichkeitsprofil Erwachsener mit ADHS aus der Perspektive des AFFM zu erfassen und die diskriminante Validität des Zuckerman-Kuhlman Personality Questionnaire (ZKPQ) bei der Unterscheidung von Personen mit ADHS und Kontrollen aus dem Normbereich zu prüfen. Eine Stichprobe von 217 Erwachsenen (64 % männlich), die die ADHS-Diagnosekriterien nach DSM-IV erfüllten, wurde nach Alter und Geschlecht mit 434 Kontrollen aus dem Normbereich parallelisiert. Eine logistische Regressionsanalyse zeigte, dass hohe Werte für Neurotizismus-Angst, Impulsivität und allgemeine Aktivität sowie niedrige Werte für Arbeitsaktivität die stärksten Prädiktoren für eine ADHS-Diagnose waren. Die Ergebnisse könnten zu einer Verfeinerung der Persönlichkeitsdiagnostik bei ADHS beitragen, da der ZKPQ offenbar spezifischere Subskalen für die Beschreibung und Konzeptualisierung dieser Störung bereitstellt.

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Neuropsychologische Trends in der Kinder- und Jugendpsychiatrie – alles eine Frage der Aufmerksamkeit?

Der aktuelle Beschluss zur Anerkennung der ambulanten neuropsychologischen Therapie durch approbierte Richtlinientherapeuten mit zusätzlicher neuropsychologischer Weiterbildung ermöglicht, wie nie zuvor, eine Annäherung der Disziplinen in Ausbildung und Praxis. Im Forschungsbereich liefern neuropsychologische Fragestellungen weiterhin wichtige Erkenntnisse zur Erforschung, Diagnostik und Behandlung vielfältiger Störungsbilder. Diese bibliometrische Analyse betrachtet, exemplarisch an den Jahrgängen 2009 bis 2012 vier deutschsprachiger Zeitschriften, für welche Themen der Neuropsychologie und Kinderpsychiatrie sich Schnittstellen ergeben. Das Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätssyndrom stellt dabei in Übereinstimmung mit internationalen Trends eine zentrale gemeinsame Herausforderung dar.

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Neuropsychologische Befunde zur ADHS im Erwachsenenalter

Die ADHS ist eine chronische Erkrankung mit Beginn in der Kindheit, die sich über das Jugendalter bis ins Erwachsenenleben fortsetzen kann. Zur Sicherstellung der Diagnose ist kein Test verfügbar. Die Diagnose einer ADHS ist eine klinische Beurteilung. Zur Kernsymptomatik gehören Aufmerksamkeitsstörung, Hyperaktivität und Impulsivität. Die Symptomatik darf nicht isoliert auftreten, sondern muss in mehreren Lebenssituationen nachweisbar sein und mit Einschränkungen im Lebensalltag einhergehen. Dabei bildet sich in der klinischen Praxis, nicht zuletzt bei den Patienten, das Bedürfnis ab, mittels Testverfahren bzw. kognitiven Leistungstests wahrgenommene Leistungsdefizite zu objektivieren und zu quantifizieren. Es wird ein Überblick über neuropsychologische Modellannahmen zur ADHS sowie über die häufigsten neuropsychologische Testverfahren gegeben und der aktuelle Stand der Forschung hinsichtlich seiner praktischen Relevanz diskutiert.

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Mentales Kontrastieren mit Implementierungsintentionen verbessert die Selbstregulation der Zielverfolgung bei Schulkindern mit ADHS-Risiko

Selbstregulation ist eine wichtige Voraussetzung für erfolgreichen schulischen Lernerfolg, insbesondere bei Kindern mit Risiko für eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Wir vermittelten Schulkindern der sechsten und siebten Klassenstufe mit und ohne ADHS-Risiko die Technik des mentalen Kontrastierens mit Implementierungsintentionen (MCII), die nachweislich die Selbstregulation der Zielverfolgung erleichtert. Zwei Wochen nach der Intervention beurteilten die Eltern das Selbstregulationsniveau ihrer Kinder. Sowohl Kinder mit als auch ohne ADHS-Risiko profitierten stärker von MCII als von einer alleinigen Lernstilintervention; die Vorteile von MCII waren bei Kindern mit ADHS-Risiko besonders ausgeprägt. Die Ergebnisse haben Implikationen für die Unterstützung der Selbstregulation von Kindern im schulischen Alltag.

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Magnet-Resonanz-Tomographie-basierte Neuromorphometrie in einzelnen Patienten

Die Nützlichkeit MRT-basierter Neuromorphometrie zur Untersuchung einzelner Patienten wird beschrieben. Eine longitudinale, kortikale Dickeanalyse in einem Patient zeigte Atrophie im lateralen Temporallappen, welche eher eine semantische als eine frontotemporale Demenz suggeriert. Ein Knabe mit der Diagnose ADHS und Kontrollknaben wurden verglichen und der Patient zeigte erhöhte kortikale Dicke im orbitofrontalen Kortex. Dieser Befund spricht gegen ADHS und legt eher ein gestörtes Sozialverhalten nahe. Die multiple Synästhetin E. S. wurde mit zwei Kontrollgruppen verglichen und zeigte Hyperkonnektivität zwischen auditorischen und gustatorischen Hirnregionen, was nahelegt, dass ihre Interval-Geschmacks-Synaesthesie in diesen anatomischen Veränderungen wurzelt. Patienten mit McLeod-Syndrom wurden untersucht und zeigten starke Atrophie im Nucleus caudatus bilateral über die Zeit. Statistische Empfehlungen zum Vergleich von MRT-Daten von einzelnen Patienten werden zusätzlich gegeben.

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Leistungen von Kindern mit einer Störung der Aufmerksamkeit im HAWIK-IV

Gegenstand der vorliegenden Arbeit waren die Leistungen im HAWIK-IV von N = 433 Kindern und Jugendlichen mit AD(H)S. Untersucht wurden zudem die Abhängigkeit der Testergebnisse von komorbiden Störungen und die Spezifität gegenüber anderen Psychopathologien anhand von Teilgruppen (n = 212, n = 262, n = 117). Diese wurden durch Ausschluss von Personen mit Komorbiditäten auf (a) der ersten, (b) der zweiten und (c) der ersten und/oder der zweiten Achse des Multiaxialen Klassifikationsschemas für psychische Störungen des Kindes- und Jugendalters gebildet. Zur Prüfung der Spezifität des AD(H)S-Profils gegenüber dem Profil anderer psychischer Störungen wurde die komorbiditätsfreie Teilgruppe (n = 117) zudem mit einer Gruppe von Kindern mit einer Angst oder emotionalen Störung (N = 41) verglichen. Wie erwartet zeigte sich eine signifikante Schwäche in der Arbeitsgeschwindigkeit sowohl in der Gesamtstichprobe aller AD(H)S-Kinder als auch in den um komorbide Störungen bereinigten Teilstichproben. Auch im Bereich des Arbeitsgedächtnisses lag ein Defizit vor, das jedoch in der Teilgruppe ohne Komorbiditäten nicht mehr nachweisbar war. Das Profil dieser Gruppe unterschied sich nicht signifikant von dem Profil der klinischen Kontrollgruppe. Die Ergebnisse unterstützen die Annahme, dass AD(H)S mit Defiziten in der Verarbeitungsgeschwindigkeit assoziiert ist. Das Arbeitsgedächtnis scheint nur bei Vorliegen komorbider Störungen ein signifikantes Defizit darzustellen.

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