ADHS

Zusammenhänge zwischen sensorischer Modulation und Schlaf bei Jugendlichen mit ADHS

Ziel: Ziel dieser Studie war es, sensorische Modulation und Schlaf bei 30 Jugendlichen mit diagnostizierter ADHS im Vergleich zu 28 Jugendlichen ohne ADHS zu untersuchen.

Methode: Zwei Fragebögen wurden von den Eltern ausgefüllt, um das Ausmaß der ADHS-Symptome der Teilnehmenden zu erfassen. Zwei weitere Fragebögen wurden von den Teilnehmenden selbst ausgefüllt und erfassten Schwierigkeiten bei sensorischer Modulation und Schlaf.

Ergebnisse: Die ADHS-Gruppe wies mehr sensorische Schwierigkeiten in den Bereichen Aktivitätsniveau, Hören und geringe Reizregistrierung sowie mehr Schwierigkeiten bei Variablen des Schlafverhaltens auf. In der ADHS-Gruppe fanden sich stärkere Korrelationen zwischen den sensorischen Variablen und den Schlafmaßen als in der Gruppe ohne ADHS. Signifikante Unterschiede zwischen Korrelationen zeigten sich für drei Schlafmaße und vier sensorische Variablen.

Schlussfolgerung: Die Diskussion widmet sich der Bewertung der Zusammenhänge zwischen den Maßen und kommt zu dem Schluss, dass bei Jugendlichen mit ADHS mögliche sensorische und schlafbezogene Schwierigkeiten erfasst und behandelt werden sollten. (J. of Att. Dis. 2014; 18(8) 646-653)

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Zum Zusammenhang von ADHS und Alkoholdelikten im Straßenverkehr

Die vorliegende Studie verfolgt das Ziel, die Wahrscheinlichkeit einer hohen ADHS-Ausprägung bei Verkehrsteilnehmern, die durch Substanzmitteldelikte auffällig wurden, sowie Zusammenhänge zwischen Alkoholkonsum und ADHS-Symptomen zu bestimmen. Dazu wurden Geschlechts- und Alterseffekte mittels t-Tests und Varianzanalysen geprüft. Kategoriale Vergleiche zwischen der Normgruppe und auffälligen Verkehrsteilnehmern erfolgten mittels Kontingenzanalysen. Kovarianzanalysen wurden zur Messung des Einflusses von Alkoholkonsum auf die ADHS-Symptome berechnet. Bei der Gruppe auffälliger Verkehrsteilnehmer tritt eine signifikant höhere Ausprägung von ADHS-Symptomen auf als in der Normgruppe. Die Wahrscheinlichkeit einer problematischen Ausprägung von ADHS-Symptomen ist bei substanzmittelauffälligen Verkehrsteilnehmern bis zu 2.5-mal höher als in der Normgruppe. Mit der Höhe des Alkoholkonsums steigt die Ausprägung von ADHS-Symptomen signifikant an. Unter substanzmittelauffälligen Kraftfahrern ist mit einem erhöhten Anteil ADHS-Betroffener zu rechnen. In der Behandlung alkoholauffälliger Verkehrsteilnehmer sollte vermehrt auf ADHS geachtet werden.

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Wirksamkeit von retardiertem Guanfacin bei der Behandlung des kombinierten und ausschließlich unaufmerksamen Subtyps der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

Hintergrund: Guanfacin mit verlängerter Wirkstofffreisetzung (GXR) ist zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 6–17 Jahren zugelassen. Diese Post-hoc-Analyse untersucht die Wirkungen von GXR auf Hyperaktivität-Impulsivität und Unaufmerksamkeit genauer.

Methode: Analysiert wurden Daten aus zwei großen doppelblinden, placebokontrollierten Zulassungsstudien zu GXR bei ADHS. Um eine ausreichende Stichprobengröße und statistische Power zu gewährleisten, wurde anhand der gepoolten Population der Einfluss der GXR-Behandlung auf ADHS-Kernsymptome untersucht, indem die Gesamtwerte der ADHD Rating Scale IV (ADHD-RS-IV) in der gesamten GXR- und Placebogruppe für Probanden mit den drei ADHS-Subtypen verglichen wurden. Zusätzlich wurden in der Gesamtstudienpopulation die Subskalenwerte Hyperaktivität-Impulsivität und Unaufmerksamkeit der ADHD-RS-IV nach randomisierter Dosisgruppe im Vergleich zu Placebo untersucht.

Ergebnisse: Die vollständige Analysestichprobe umfasste 631 Probanden im Alter von 6–17 Jahren (GXR: n = 490; Placebo: n = 141). Bei Probanden mit vorwiegend unaufmerksamem ADHS-Subtyp waren die Unterschiede in den mittels kleinster Quadrate (LS) geschätzten mittleren Verringerungen der ADHD-RS-IV-Gesamtwerte gegenüber dem Ausgangswert bei mit GXR behandelten Probanden (n = 127) von Behandlungswoche 3 bis 5 und am Endpunkt signifikant größer als bei Placebo (n = 38) (p ≤ 0,020). Bei Probanden mit kombiniertem ADHS-Typ waren die Unterschiede in den mittleren LS-Verringerungen des ADHD-RS-IV-Gesamtwerts gegenüber dem Ausgangswert in der GXR-Gruppe (n = 354) von Woche 1 bis 5 und am Endpunkt signifikant größer als in der Placebogruppe (n = 100) (p ≤ 0,011). Aufgrund der sehr geringen Zahl von Probanden mit vorwiegend hyperaktiv-impulsivem Typ (n = 12) war eine Analyse dieser Untergruppe nicht möglich. Jede randomisierte GXR-Dosisgruppe in beiden Studien zeigte am Endpunkt gegenüber der jeweiligen Placebogruppe signifikant stärkere Verringerungen der ADHD-RS-IV-Subskalen Hyperaktivität-Impulsivität und Unaufmerksamkeit gegenüber dem Ausgangswert (jeweils p ≤ 0,05).

Schlussfolgerungen: Die Ergebnisse unterstützen den Einsatz von GXR zur Behandlung der ADHS-Kernsymptome gemäß Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders, 4. Aufl., Text Revision, einschließlich Hyperaktivität, Impulsivität und Unaufmerksamkeit.

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Wirksamkeit des „Kompetenztrainings für Eltern sozial auffälliger Kinder“ (KES) aus Sicht von Erziehungspersonen und deren Kindern

Eine Aufmerksamkeitsstörung, Hyperaktivität und Impulsivität sind die Kernsymptome einer hyperkinetischen Störung. Diese Symptome führen häufig zu einer erhöhten familiären Stressbelastung und einer negativen Eltern-Kind-Beziehung, was wiederum eine Persistenz der hyperkinetischen Symptomatik begünstigt. Im Rahmen einer multimodalen Behandlung gelten Elterntrainings als leitliniengerechte Intervention. Frühere Untersuchungen zeigen, dass die Teilnahme an einem Elterntraining zu einer Reduzierung der familiären Stressbelastung, einer Verringerung der kindlichen Verhaltensauffälligkeiten sowie zu einer Verbesserung der Eltern-Kind-Interaktion führt. Kritisch diskutiert wird der Einfluss von Erwartungseffekten auf die Studienergebnisse, da in der Mehrzahl früherer Studien die Effektivitätsschätzungen ausschließlich auf Beurteilungen der Trainingsteilnehmer zurückgehen. In vorliegender Arbeit wurden daher aus jeder Familie die am Training teilnehmende Erziehungsperson, eine weitere Erziehungsperson und das hyperkinetische Kind zur Wirksamkeit des „Kompetenztraining für Eltern sozial auffälliger Kinder“ befragt. Die Untersuchung erfolgte im Zeitraum vom 17.09.2007 bis 26.02.2010 in der Abteilung für Kinder-, Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des LVR-Klinikums Düsseldorf, Klinik der Heinrich Heine-Universität Düsseldorf. Es wurden 64 Familien in die Studie aufgenommen, welche per Randomisationsverfahren einem Einzeltraining, einem Gruppentraining oder einer Wartekontrollgruppe zugewiesen wurden. Die hyperkinetischen Kinder waren zu diesem Zeitpunkt zwischen 6 und 11 Jahren alt. Zu drei Zeitpunkten (Prä-, Post- und Follow-up-Messung) beurteilten die Erziehungspersonen anhand standardisierter Fragebögen die hyperkinetische Symptomatik des Kindes, kindliche Verhaltensauffälligkeiten und ihr individuelles Stresserleben. Die Kinder wurden zu Verhaltensauffälligkeiten, dem familiären Stressniveau und ihren individuellen Stresssymptomen befragt. Aus Sicht beider Erziehungspersonen aller drei Untersuchungsbedingungen reduzierte sich die hyperkinetische Kernsymptomatik des Kindes im Verlauf bedeutsam. Bei den Trainingsteilnehmern spricht eine marginal signifikante Wechselwirkung für eine relativ stärkere Abnahme der Symptomatik in der Interventionsgruppe Einzeltraining im Vergleich zur Wartekontrollgruppe. Hinsichtlich des Ausmaßes der kindlichen Verhaltensauffälligkeiten in sogenannten Standardsituationen ergaben die Einschätzungen der weiteren Erziehungspersonen, welche nicht am Training teilnahmen, einen signifikanten Unterschied zwischen Einzeltraining und Kontrollgruppe: Während die wahrgenommenen Verhaltensauffälligkeiten des Kindes in der Bedingung Einzeltraining im Verlauf zurückgingen, nahmen nach Einschätzung der Erziehungspersonen der Wartekontrollgruppe die kindlichen Auffälligkeiten im Verlauf zu. Das Gruppentraining unterschied sich nicht statistisch bedeutsam von den anderen beiden Gruppen. Die Angaben der weiteren Erziehungspersonen zeigten zudem eine signifikante Reduzierung der empfundenen Belastung in sogenannten Standardsituationen bei den Probanden der Interventionsgruppen auf. Bezüglich der generellen elterlichen Stressbelastung ergaben die Einschätzungen der weiteren Erziehungspersonen keine Effekte. Die Einschätzungen der hyperkinetischen Kinder wiesen im zeitlichen Verlauf keine bedeutsamen Veränderungen der Symptomatik, der empfundenen familiären Stressbelastung oder der individuellen Stresssymptomatik auf. Die Ergebnisse belegen die Wirksamkeit des „Kompetenztraining für Eltern sozial auffälliger Kinder“ bezüglich kindlicher Verhaltensauffälligkeiten und empfundener elterlicher Belastung in Standardsituationen aus Sicht der Erziehungspersonen. Das Einzeltraining ist dem Gruppensetting überlegen. Zur weiteren Effektivitätssteigerung des Elterntrainings wird eine stärkere Einbeziehung beider Erziehungspersonen diskutiert.

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Wird ADHS in Übereinstimmung mit diagnostischen Kriterien diagnostiziert? Überdiagnose und Einfluss des Geschlechts des Patienten auf die Diagnose

Ziel: Hinsichtlich der ADHS-Diagnostik bestehen ungeklärte Fragen. Erstens deuten einige Studien auf eine mögliche Überdiagnose hin. Zweitens erhalten im Vergleich zum Verhältnis Jungen:Mädchen in der Allgemeinbevölkerung (3:1) deutlich mehr Jungen als Mädchen eine ADHS-Behandlung (6–9:1). Wir stellten die Hypothese auf, dass dies darauf zurückzuführen ist, dass Therapeuten die Kriterien des Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (4. Aufl.; DSM-IV) und der International Classification of Diseases (10. Revision; ICD-10) nicht konsequent anwenden. Stattdessen könnten Therapeuten entsprechend der Repräsentativitätsheuristik eine Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) diagnostizieren, wenn ein Patient ihrem Bild eines prototypischen ADHS-Kindes ähnelt, und dabei bestimmte Ausschlusskriterien übersehen. Dies könnte zu Überdiagnosen führen. Da ADHS bei männlichen Personen häufiger ist, könnte ein Junge zudem eher als prototypisches ADHS-Kind wahrgenommen und deshalb leichter mit ADHS diagnostiziert werden als ein Mädchen. Methode: Wir schickten 1000 Kinderpsychologen, Psychiatern und Sozialarbeitern eine Fallvignette und baten sie um eine Diagnose. Es gab vier Versionen: Vignette 1 (ADHS) erfüllte alle DSM-IV-/ICD-10-Kriterien für ADHS. Die Vignetten 2–4 (keine ADHS) enthielten mehrere ADHS-Symptome, wiesen jedoch ausdrücklich darauf hin, dass andere ADHS-Kriterien nicht erfüllt waren; eine ADHS-Diagnose war daher nicht zulässig. Zusätzlich wurden für jede Vignette Jungen- und Mädchenversionen erstellt. Ergebnisse: In den Vignetten 2–4 (keine ADHS) diagnostizierten 16,7 % der Therapeuten ADHS. Bei den Jungenversionen dieser Vignetten wurde ADHS etwa doppelt so häufig diagnostiziert wie bei den Mädchenversionen. Schlussfolgerungen: Therapeuten halten sich nicht strikt an diagnostische Manuale. Unsere Studie legt nahe, dass in der klinischen Routine Überdiagnosen von ADHS vorkommen und dass das Geschlecht des Patienten die Diagnose erheblich beeinflusst. Eine fundierte diagnostische Schulung könnte helfen, solche Verzerrungen zu vermeiden. (PsycINFO Database Record (c) 2012 APA, alle Rechte vorbehalten)

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Verständnis phonologischer Gedächtnisdefizite bei Jungen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS): Dissoziation von Kurzzeitspeicherung und artikulatorischen Wiederholungsprozessen

Die vorliegende Studie trennte und untersuchte bei Jungen mit ADHS (n = 18) im Vergleich zu typisch entwickelten Jungen (n = 15) die beiden Hauptkomponenten des phonologischen Arbeitsgedächtnissystems – Kurzzeitspeicher und artikulatorischen Wiederholungsmechanismus. Wortlisten zunehmender Länge (2, 4 und 6 Wörter pro Versuch) wurden den Kindern präsentiert und nach einem kurzen Intervall von 3 s abgefragt, um die Kapazität des phonologischen Kurzzeitspeichers zu erfassen. Die Fähigkeit der Kinder, den artikulatorischen Wiederholungsmechanismus zur aktiven Aufrechterhaltung von Informationen im phonologischen Kurzzeitspeicher zu nutzen, wurde mit Wortlisten auf der individuell bestimmten Gedächtnisspanne, jedoch mit verlängerten Wiederholungszeiten (12 s und 21 s Verzögerung), untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl die Kapazität der phonologischen Kurzzeitspeicherung als auch die artikulatorische Wiederholung bei Jungen mit ADHS im Vergleich zu typisch entwickelten Jungen signifikant beeinträchtigt oder unterentwickelt sind, auch nach Kontrolle von Alter, sozioökonomischem Status, IQ und Lesegeschwindigkeit. Die Defizite waren jedoch bei der Kurzzeitspeicherkapazität stärker ausgeprägt (ES = 1,15 bis 1,98) als bei der artikulatorischen Wiederholung (ES = 0,47 bis 1,02). Diese Befunde stimmen mit früheren Berichten über ein defizitäres phonologisches Kurzzeitgedächtnis bei Jungen mit ADHS überein und legen nahe, dass zukünftige kognitive Förderinterventionen für Kinder mit ADHS aktive Komponenten enthalten sollten, bei denen zunehmend mehr Informationen über längere Zeitintervalle aufrechterhalten werden müssen.

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Verbesserung des Arbeitsgedächtnisses bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung: Getrennte und kombinierte Effekte von Anreizen und Stimulanzienmedikation

Das Arbeitsgedächtnis (AG) gilt als Kerndefizit bei der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS); zahlreiche Studien zeigen eine beeinträchtigte AG-Leistung bei Kindern mit ADHS. Wir untersuchten, in welchem Ausmaß das AG bei Kindern mit ADHS durch leistungsabhängige Anreize, ein Analogon einer Verhaltensintervention, verbessert wurde. In zwei Studien wurde die AG-Leistung mithilfe einer visuell-räumlichen n-back-Aufgabe erfasst. Studie 1 verglich Kinder (9–12 Jahre) mit ADHS vom kombinierten Typ (n=24) mit einer Gruppe typisch entwickelter Kinder (n=32). Studie 1 replizierte AG-Defizite bei Kindern mit ADHS. Anreize verbesserten das AG, insbesondere bei Kindern mit ADHS. Die Bereitstellung von Anreizen verringerte den Unterschied zwischen ADHS- und Kontrollgruppe um etwa die Hälfte, normalisierte die AG-Leistung jedoch nicht. Studie 2 untersuchte die getrennten und kombinierten Effekte von Anreizen und Stimulanzienmedikation bei 17 Kindern mit ADHS vom kombinierten Typ. Sowohl Anreize als auch eine moderate Dosis langwirksamen Methylphenidats (MPH; ~0,3 mg/kg entsprechend dreimal täglich) verbesserten das AG deutlich gegenüber der Bedingung ohne Anreiz und mit Placebo. Die Kombination aus Anreizen und Medikation verbesserte das AG signifikant stärker als entweder Anreize oder MPH allein. Diese Studien zeigen, dass Kontingenzen das AG bei Kindern mit ADHS vom kombinierten Typ deutlich verbessern, mit Effektstärken, die mit einer moderaten Dosis Stimulanzienmedikation vergleichbar sind. Allgemeiner lenkt diese Arbeit die Aufmerksamkeit auf die Rolle der Motivation bei der Untersuchung kognitiver Defizite bei ADHS und bei der Prüfung multifaktorieller ADHS-Modelle.

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Tourette-Syndrom bei jungen Menschen mit und ohne Zwangsstörung und Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

Chronische Tic-Störungen (TD) weisen konsistent hohe Komorbiditätsraten mit Zwangsstörung (OCD) und Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) auf. Ziel dieser Studie war es, die Schwere einer alleinigen TD mit TD plus komorbider OCD oder ADHS anhand der Tic-Schwere, psychopathologischer Maße und zusätzlicher komorbider Diagnosen zu vergleichen. Untersucht wurden Ausgangsdaten von 158 jungen Menschen mit chronischer TD, die an zwei Längsschnittstudien teilnahmen. 53 % (N = 85) erfüllten zusätzlich die Kriterien einer OCD, 38,6 % (n = 61) die Kriterien einer ADHS und 24,1 % (N = 38) die Kriterien für beide Störungen. Die untersuchten Maße umfassten Tic-Schwere, Symptome von Angst, Depression und ADHS, psychosozialen Stress, globale Funktionsfähigkeit und das Vorliegen komorbider Diagnosen. Junge Menschen mit komorbider TD und OCD waren durch schwerere Tics, stärkere depressive und Angstsymptome, höheren psychosozialen Stress und schlechtere globale Funktionsfähigkeit gekennzeichnet. Junge Menschen mit komorbider TD und ADHS unterschieden sich hinsichtlich der Tic-Schwere nicht von Personen mit alleiniger TD, erlebten jedoch mehr psychosozialen Stress und eine schlechtere globale Funktionsfähigkeit. Personen mit komorbider TD und OCD hatten mehr internalisierende Störungen als solche ohne OCD, während Personen mit komorbider ADHS häufiger die Kriterien einer oppositionellen Trotzstörung erfüllten. TD mit OCD ist ein schwererer Subtyp der TD als TD ohne OCD. TD mit ADHS ist mit höherem psychosozialem Stress und mehr externalisierendem Verhalten verbunden. Weitere Forschung zu den zugrunde liegenden Beziehungen zwischen diesen eng miteinander verbundenen Erkrankungen ist erforderlich.

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Stigmatisierung bei Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine häufig diagnostizierte Störung im Kindes- und Erwachsenenalter mit weitreichenden Auswirkungen auf zahlreiche Bereiche des sozialen Lebens. Daher besteht für Menschen mit ADHS ein hohes Risiko, mit Stigma, Vorurteilen und Diskriminierung konfrontiert zu werden. Es wurde eine Übersicht der empirischen Forschung zu ADHS unter dem Gesichtspunkt der Stigmatisierung durchgeführt. Die Befunde wurden verschiedenen Kategorien zugeordnet, darunter Stigmatisierung von Kindern mit ADHS, Stigmatisierung von Erwachsenen mit ADHS, Stigmatisierung von Angehörigen oder Personen aus dem nahen Umfeld eines Menschen mit ADHS sowie der Einfluss von Stigmatisierung auf die Einstellungen von Behörden gegenüber Menschen mit ADHS. Als Variablen, die zur Stigmatisierung bei ADHS beitragen, wurden identifiziert: Unsicherheit in der Öffentlichkeit hinsichtlich der Zuverlässigkeit/Gültigkeit einer ADHS-Diagnose und der damit verbundenen diagnostischen Beurteilung, die von der Öffentlichkeit wahrgenommene Gefährlichkeit von Personen mit ADHS, soziodemografische Faktoren wie Alter, Geschlecht und ethnische Zugehörigkeit der befragten oder der von ADHS betroffenen Person, die Stigmatisierung der ADHS-Behandlung, beispielsweise Skepsis der Öffentlichkeit gegenüber ADHS-Medikamenten, sowie die Offenlegung des Diagnose- und Medikationsstatus der Person mit ADHS. Der Beitrag von mit ADHS verbundener Stigmatisierung kann als unterschätzter Risikofaktor verstanden werden, der Therapietreue, Behandlungseffektivität, Symptomverschlechterung, Lebenszufriedenheit und psychisches Wohlbefinden von Menschen mit ADHS beeinflusst. Die Vorstellungen der Öffentlichkeit wie auch von Gesundheitsfachkräften über ADHS sind sehr unterschiedlich, wodurch Personen mit einer ADHS-Diagnose einem erhöhten Stigmatisierungsrisiko ausgesetzt sind.

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