ADHS

Verminderte Bindungskapazität (B max) muskarinischer Acetylcholinrezeptoren in Fibroblasten von Jungen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

Eine monoaminerge Dysregulation wird mit der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) in Verbindung gebracht, und Methylphenidat sowie Amphetamine sind die am häufigsten verordneten pharmakologischen Wirkstoffe zur Behandlung von ADHS. Kürzlich wurde jedoch vorgeschlagen, dass die Kernsymptome der Störung auf einem Ungleichgewicht zwischen monoaminergen und cholinergen Systemen beruhen könnten. In dieser Studie nutzten wir Fibroblasten-Zellhomogenate von Jungen mit und ohne ADHS als extraneuronales Zellmodell, um die Dichte cholinerger Rezeptoren, das heißt muskarinischer Acetylcholinrezeptoren (mAChR), zu untersuchen. Wir fanden, dass die Bindungskapazität (B max) von [3H]Quinuclidinylbenzilat (3H-QNB) an mAChR bei Kindern mit ADHS im Vergleich zu Kontrollen um fast 50 % reduziert war (ADHS: Mittelwert = 30,6 fmol/mg Protein, SD = 25,6; Kontrollen: Mittelwert = 63,1 fmol/mg Protein, SD = 20,5; p ≤ 0,01, ungepaarter Student-t-Test). Das verringerte B max weist auf eine reduzierte Dichte cholinerger Rezeptoren hin, die einen Biomarker für ADHS darstellen könnte. Diese vorläufigen Befunde müssen jedoch in größeren ADHS- und Vergleichskohorten repliziert werden.

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Seelische Entwicklung in virtuellen Welten

Die elektronischen Bildschirmmedien, also Fernseher, Computer, Spielkonsolen etc. haben nachgewiesenerweise in sehr großem Umfang die natürliche, lebendige Lebenswelt ersetzt, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Dies resultiert nicht nur aus der Allpräsenz von Bildschirmmedien, sondern auch aus den Eigenschaften der Programme, die ein außerordentlich unterschiedliches toxisches Potenzial aufweisen. Es erscheint deshalb sinnvoll, die Bildschirmmedien nach ihrer toxischen Potenz in invasive und nichtinvasive Medien zu differenzieren. Die klinischen Folgen dieser Umwälzung im Leben der Kinder und Jugendlichen lassen sich mittlerweile recht präzise beschreiben, auch unter psychoanalytischem Aspekt. Aus den Befunden leiten sich direkte pädagogische und psychotherapeutische Handlungskonsequenzen ab.

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Risikofaktoren und frühe Vorläufersymptome der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

Einer ADHS liegen in der Regel multiple miteinander interagierende Faktoren zugrunde. Zu den Risikofaktoren zählen neben genetischen Faktoren auch verschiedene Umwelteinflüsse wie sozioökonomische Risiken oder mütterlicher Substanzkonsum. Diese Umwelteinflüsse können jedoch teilweise auch Ausdruck einer entsprechenden genetischen Prädisposition der Eltern für eine ADHS darstellen, sodass eine klare Trennung zwischen genetischen und umweltbedingten Einflüssen auf die Entstehung der ADHS nur begrenzt möglich und sinnvoll ist. Da der Störung ein komplexes Zusammenspiel multipler voneinander unabhängiger Risikofaktoren zugrunde liegt, wird ADHS inzwischen eher im Sinne einer Dimension denn im Sinne einer Kategorie verstanden. Im Rahmen dieser Arbeit soll ein Überblick über die neuesten Erkenntnisse bezüglich Risikofaktoren und Vorläufersymptomen von ADHS gegeben werden.

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Rassische und ethnische Unterschiede bei der ADHS-Diagnose vom Kindergarten bis zur achten Klasse

ZIEL: Ob und in welchem Ausmaß rassische/ethnische Unterschiede bei der Diagnose der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im frühen und mittleren Kindesalter auftreten, ist derzeit nicht bekannt. Wir untersuchten die zeitliche Dynamik rassischer/ethnischer Unterschiede bei der Diagnosestellung vom Kindergarten bis zur achten Klasse sowie Unterschiede in der Behandlung in der fünften und achten Klasse.

METHODEN: Analysen der national repräsentativen Early Childhood Longitudinal Study, Kindergarten Class of 1998–1999 (N = 17 100) unter Verwendung einer diskreten Ereigniszeitanalyse.

ERGEBNISSE: Kinder aus Minderheitengruppen erhielten seltener eine ADHS-Diagnose als weiße Kinder. Nach statistischer Kontrolle zeitinvarianter und zeitvariierender Störfaktoren waren die Chancen auf eine ADHS-Diagnose bei afroamerikanischen, hispanischen und Kindern anderer rassischer/ethnischer Gruppen um 69 % (95%-Konfidenzintervall [KI]: 60 %–76 %), 50 % (95%-KI: 34 %–62 %) bzw. 46 % (95%-KI: 26 %–61 %) niedriger als bei weißen Kindern. Zu den Faktoren, die das Risiko einer ADHS-Diagnose erhöhten, gehörten männliches Geschlecht, das Aufwachsen bei einer älteren Mutter, das Aufwachsen in einem englischsprachigen Haushalt sowie externalisierende Problemverhaltensweisen. Zu den Faktoren, die das Risiko einer ADHS-Diagnose verringerten, gehörten lernbezogene Verhaltensweisen (z. B. Aufmerksamkeit), höhere schulische Leistungen und fehlende Krankenversicherung. Unter Kindern mit diagnostizierter ADHS nahmen rassische/ethnische Minderheiten seltener als weiße Kinder verschreibungspflichtige Medikamente gegen die Störung ein.

SCHLUSSFOLGERUNGEN: Rassische/ethnische Unterschiede bei der ADHS-Diagnose treten bereits im Kindergarten auf und bestehen mindestens bis zum Ende der achten Klasse fort. Die gemessenen Störfaktoren erklären die rassischen/ethnischen Unterschiede bei ADHS-Diagnose und -Behandlung nicht. Eine kultursensible Überwachung sollte intensiviert werden, um sicherzustellen, dass alle Kinder angemessen gescreent, diagnostiziert und behandelt werden.

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Neurofeedback bei ADHS: Weitere Teile des Puzzles

Unter den verschiedenen Neuromodulationsverfahren gewinnt Neurofeedback (NF) bei der Behandlung von Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zunehmend an Bedeutung. In diesem Artikel wird ein methodischer Rahmen zusammengefasst, der das Training als neurobehaviorale Behandlung betrachtet. Randomisierte kontrollierte Studien werden selektiv besprochen. Vorgestellt werden Ergebnisse aus zwei kleineren Studien. Die erste umfasst eine tomografische Analyse im Verlauf eines Trainings langsamer kortikaler Potenziale (SCP) sowie eine Korrelationsanalyse zwischen Regulationsfähigkeiten und klinischem Ergebnis bei Kindern mit ADHS. In der zweiten Studie wurde ADHS-bezogenes Verhalten bei Kindern mit Tic-Störung untersucht, die entweder ein SCP-Training oder ein Theta-/Low-Beta-Training (12–15 Hz) absolvierten (einfach verblindetes, randomisiertes Design). Beide Studien liefern weitere Hinweise auf die Spezifität der NF-Effekte bei ADHS. Auf Grundlage dieser Befunde wird ein verfeinertes Modell der Mechanismen entwickelt, die zur Wirksamkeit des SCP-Trainings beitragen. Trotz zahlreicher offener Fragen zu Kernmechanismen, Moderatoren und Mediatoren scheint sich NF-Training (Theta/Beta und SCP) zu einem wertvollen und ethisch vertretbaren Baustein in der Behandlung von Kindern mit ADHS zu entwickeln.

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Mortalität, ADHS und psychosoziale Belastungen bei Erwachsenen mit ADHS im Kindesalter: Eine prospektive Studie

ZIEL: Wir untersuchten Langzeitergebnisse der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) in einer populationsbasierten Stichprobe von Fällen mit ADHS im Kindesalter und Kontrollen, die prospektiv im Erwachsenenalter untersucht wurden.

METHODEN: Erwachsene mit ADHS im Kindesalter und Kontrollen ohne ADHS aus derselben Geburtskohorte (N = 5718) wurden zur Teilnahme an einer prospektiven Outcome-Studie eingeladen. Der Vitalstatus wurde für die Mitglieder der Geburtskohorte bestimmt. Standardisierte Mortalitätsraten (SMRs) wurden berechnet, um die Gesamt- und ursachenspezifische Mortalität zwischen Fällen mit ADHS im Kindesalter und Kontrollen zu vergleichen. Für die Fälle mit ADHS im Kindesalter wurde der Inhaftierungsstatus ermittelt. Ein standardisiertes neuropsychiatrisches Interview wurde durchgeführt.

ERGEBNISSE: Der Vitalstatus von 367 Fällen mit ADHS im Kindesalter wurde bestimmt: 7 (1,9 %) waren verstorben und 10 (2,7 %) aktuell inhaftiert. Die SMR für das Gesamtüberleben der Fälle mit ADHS im Kindesalter gegenüber den Kontrollen betrug 1,88 (95%-Konfidenzintervall [KI], 0,83–4,26; P = .13), für Unfälle allein 1,70 (95%-KI, 0,49–5,97; P = .41). Die ursachenspezifische Mortalität durch Suizid allein war bei den ADHS-Fällen jedoch signifikant höher (SMR, 4,83; 95%-KI, 1,14–20,46; P = .032). Unter den Fällen mit ADHS im Kindesalter, die an der prospektiven Untersuchung teilnahmen (N = 232; mittleres Alter 27,0 Jahre), persistierte ADHS bei 29,3 % (95%-KI, 23,5–35,2) bis ins Erwachsenenalter. Teilnehmende Fälle mit ADHS im Kindesalter wiesen häufiger als Kontrollen (N = 335; mittleres Alter 28,6 Jahre) mindestens eine weitere psychiatrische Störung auf (56,9 % vs. 34,9 %; Odds Ratio 2,6; 95%-KI, 1,8–3,8; P < .01).

SCHLUSSFOLGERUNGEN: ADHS im Kindesalter ist ein chronisches Gesundheitsproblem mit einem erheblichen Risiko für Mortalität, Persistenz der ADHS und langfristige Morbidität im Erwachsenenalter.

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Mit dem menschlichen CLOCK-Gen assoziierte ADHS-bezogene Merkmale bei gesunden Erwachsenen: Quantitative Assoziationsstudie mit der Wender Utah Rating Scale

Störungen des zirkadianen Rhythmus sind bei der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) sehr häufig. Kürzlich wurde in klinischen Stichproben ein Zusammenhang zwischen dem CLOCK-Gen und ADHS gezeigt, wobei angenommen wurde, dass die Rolle des CLOCK-Gens durch eine Rhythmusdysregulation vermittelt wird. Gleichzeitig wurde vorgeschlagen, ADHS als extremes Ende eines kontinuierlich verteilten Merkmals zu betrachten, das auch in der Allgemeinbevölkerung vorkommt. Daher untersuchten wir zwei Möglichkeiten: (1) Ein ADHS-bezogenes kontinuierliches Merkmal könnte mit dem CLOCK-Gen assoziiert sein, und (2) dieser Zusammenhang könnte durch das Ausmaß der Abendpräferenz einer Person vermittelt werden. Zur Prüfung dieser Möglichkeiten führten wir mit einer Stichprobe von 1289 gesunden Erwachsenen eine quantitative Trait-Locus-Assoziationsstudie durch. Zur Messung der quantitativen Merkmale wurden die Wender Utah Rating Scale (WURS) und die Composite Scale of Morningness (CSM) eingesetzt. Die quantitative Assoziationsanalyse erfolgte mit der Software PLINK. Wir fanden, dass rs1801260 (=T3111C) ausschließlich bei männlichen Teilnehmern sowohl in der allelweisen (p = 0,018) als auch in der haplotypweisen Analyse (p-Werte 0,0155–0,0171) mit WURS-Werten assoziiert war. Nach Kontrolle des CSM-Gesamtwerts als Kovariate änderte sich die Stärke des Zusammenhangs nicht, was darauf hindeutet, dass er nicht durch Abendpräferenz vermittelt wurde. Trotz des sehr schwachen Assoziationssignals liefern unsere Ergebnisse Hinweise darauf, dass sich der in klinischen Stichproben beobachtete Zusammenhang des CLOCK-Gens mit ADHS auf Merkmale in der Normalbevölkerung übertragen lassen könnte. Da unsere Ergebnisse jedoch keine vermittelnde Rolle der Abendpräferenz zeigten, sind weitere Untersuchungen erforderlich, um die Mechanismen zu identifizieren, über die das CLOCK-Gen ADHS-bezogene Merkmale bestimmt.

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Methylphenidat und Impulsivität: Vergleich der Effekte von Methylphenidat-Enantiomeren auf die zeitliche Belohnungsabwertung bei Ratten

Begründung: Aktuelle Methylphenidat-(MPH-)Formulierungen zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) führen zu deutlich unterschiedlicher Bioverfügbarkeit der MPH-Enantiomere. Daytrana®, ein transdermales dl-MPH-Pflastersystem, erzeugt höhere l-MPH-Spiegel als die orale Gabe von dl-MPH (z. B. Ritalin®). Eine mögliche Einschränkung erhöhter l-MPH-Spiegel wurde in einer präklinischen Studie aufgezeigt, wonach l-MPH die Wirkungen von d-MPH abschwächen könnte.

Ziele: Ziel der Studie war es, die Wechselwirkungen zwischen den MPH-Enantiomeren zu untersuchen, indem (1) Arzneimittelwirkungen anhand eines präklinischen Modells von „Impulsivität“ bewertet und (2) eine quantitative Analyse der Dosisäquivalenz der Enantiomerinteraktionen durchgeführt wurde.

Methoden: Sprague-Dawley-Ratten wurden darauf trainiert, eine von zwei Reaktionen auszuführen: eine führte unmittelbar zu einem Futterpellet, die andere zu vier Pellets, die nach zunehmend längeren Verzögerungen (0, 8 und 32 s) verabreicht wurden. Der prozentuale Anteil der Wahl der größeren Futtermenge wurde in Abhängigkeit von der Verzögerung dargestellt und die Fläche unter der Kurve (AUC) bestimmt. Eine Zunahme der AUC entspricht einer Abnahme der „Impulsivität“ (d. h. einer geringeren Wahl der kleineren sofortigen gegenüber der größeren verzögerten Verstärkung).

Ergebnisse: Die systemische Gabe von dl-MPH und d-MPH erhöhte die AUC dosisabhängig, während l-MPH, Morphin und Pentobarbital die AUC nicht veränderten. Eine auf Dosisäquivalenz beruhende Analyse zeigte, dass dl-MPH additive Effekte hervorbrachte, die nicht von den aus den separat verabreichten Enantiomeren vorhergesagten Effekten abwichen.

Schlussfolgerungen: Die vorliegenden Ergebnisse zeigen pharmakologisch selektive Effekte, da nur zur Behandlung von ADHS-Symptomen verordnete Substanzen ein Maß der „Impulsivität“ verringerten. Zudem schwächt oder verstärkt l-MPH die Wirkungen von d-MPH in der vorliegenden Aufgabe zur zeitlichen Belohnungsabwertung wahrscheinlich nicht.

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Lehrer und das Aufmerksamkeitsdefizit und/oder Hyperaktivitätssyndrom: Eine Pilotstudie zur Situation der Lehrer in Tirol

Grundlagen: Angesichts der hohen Prävalenz von etwa 5 % von mit Aufmerksamkeitsdefizit und/oder Hyperaktivitätssyndrom betroffenen Kindern wurde der Wissensstand von Tiroler Pädagoginnen und Pädagogen an ausgewählten Bildungseinrichtungen untersucht.

Methodik: Im Rahmen der Diplomarbeit von A. Aglan wurden zwischen Mai und Oktober 2010 170 Fragebögen an ausgewählte Tiroler Schulen verteilt und von dort tätigen Pädagoginnen und Pädagogen freiwillig und anonym ausgefüllt und retourniert. Der Fragebogen bestand aus 43 Items und wurde mit gängigen statistischen Verfahren ausgewertet.

Ergebnisse: Von den versendeten Fragebögen wurden 98 Fragebögen retourniert (58 %), 93 Fragebögen (55 %) wurden mit gängigen statistischen Methoden ausgewertet. Die befragten Lehrer waren in manchen Bereichen gut über das Aufmerksamkeitsdefizit und/oder Hyperaktivitätssyndrom informiert. Wissenslücken wiesen sie in Bezug auf die der Erkrankung zu Grunde liegenden Ursachen und verfügbare Therapieoptionen auf. Sie zeigten hohe Bereitschaft zum Lernen durch Fortbildung und zur aktiven Mitarbeit, um die Situation aller Beteiligten zu verbessern.

Schlussfolgerungen: Der Kenntnisstand der Befragten weist Lücken in den Schwerpunkten „Ursachen von Aufmerksamkeitsdefizit und/oder Hyperaktivitätssyndrom“ und „Therapieoptionen“ auf. Ein Großteil der Lehrer wünscht sich fachspezifische Fortbildungsmaßnahmen und ist bereit, die Unterrichtsstruktur an die Bedürfnisse von Kindern, Schülern und Studenten mit Aufmerksamkeitsdefizit und/oder Hyperaktivitätssyndrom anzupassen.

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Langwirksame Stimulanzien zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung: Fokus auf Retardformulierungen und das Prodrug Lisdexamfetamindimesilat zur Bewältigung fortbestehender klinischer Herausforderungen

Menschen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zeigen umfassende Beeinträchtigungen in Familie, Beziehungen zu Gleichaltrigen sowie Schule oder Beruf, die sich über den gesamten Tag erstrecken können. Psychostimulanzien sind hochwirksame Medikamente zur Behandlung der ADHS, und die Entwicklung langwirksamer Stimulanzienformulierungen hat die Behandlungsoptionen deutlich erweitert. Zu den Strategien für langwirksame Formulierungen gehören die Kombination von Pellets mit sofortiger und verzögerter Wirkstofffreisetzung sowie ein osmotisches orales Freisetzungssystem. Eine neuere Entwicklung ist die Verfügbarkeit des ersten Prodrug-Stimulans Lisdexamfetamindimesilat (LDX). LDX selbst ist inaktiv, wird jedoch vor allem im Blut enzymatisch gespalten und setzt dabei d-Amphetamin (d-AMP) frei. Mehrere klinische Studien haben gezeigt, dass langwirksame Stimulanzien ADHS-Symptome gegenüber Placebo wirksam verringern. Studien im Analogklassenzimmer und in simulierten Arbeitsumgebungen für Erwachsene zeigten eine Symptomreduktion über mindestens 12 Stunden. Langwirksame Stimulanzien weisen ähnliche Verträglichkeits- und Sicherheitsprofile auf wie kurz wirksame Präparate. Während Veränderungen des Magen-pH-Werts und der Magenmotilität die Verfügbarkeit und Resorption von Stimulanzien aus langwirksamen Formulierungen beeinflussen können, dürfte die systemische Exposition gegenüber d-AMP nach LDX-Gabe von gastrointestinalen Bedingungen weitgehend unbeeinflusst bleiben. Langwirksame Formulierungen können zudem die Adhärenz verbessern und im Vergleich zu kurz wirksamen Präparaten das Missbrauchspotenzial senken. Die Entwicklung langwirksamer Stimulanzien bietet Ärzten eine größere Auswahl an medikamentösen Optionen, um die Behandlung von Menschen mit ADHS individuell anzupassen.

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