ADHS

Langfristige orale Methylphenidatbehandlung bei jugendlichen und erwachsenen Ratten: Unterschiedliche Auswirkungen auf Hirnmorphologie und -funktion

Methylphenidat ist ein häufig verordnetes Psychostimulans zur Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bei Kindern und Jugendlichen, was Fragen nach möglichen Einflüssen auf das sich entwickelnde Gehirn aufwirft. In der vorliegenden Studie untersuchten wir die Auswirkungen einer dreiwöchigen oralen Behandlung mit Methylphenidat (5 mg/kg) gegenüber Vehikel auf Hirnstruktur und -funktion bei jugendlichen (postnataler Tag [P]25) und erwachsenen (P65) Ratten. Nach einer einwöchigen Auswaschphase nutzten wir multimodale Magnetresonanztomografie (MRT), um Alters- und Behandlungseffekte auf die mittels unabhängiger Komponentenanalyse bestimmte funktionelle Konnektivität (Ruhezustands-fMRT), d-Amphetamin-induzierte neuronale Aktivierungsreaktionen (pharmakologische MRT), Gewebevolumina der grauen und weißen Substanz sowie kortikale Dicke (postmortale strukturelle MRT) und die strukturelle Integrität der weißen Substanz (postmortale Diffusionstensorbildgebung, DTI) zu untersuchen. Es fanden sich zahlreiche altersbezogene Unterschiede, darunter kortikale Ausdünnung, Entwicklung der weißen Substanz, stärkere dopaminvermittelte Aktivierungsreaktionen und erhöhte striatale funktionelle Konnektivität. Methylphenidat verringerte die Stärke des anterior-zingulären kortikalen Netzwerks sowohl bei jugendlichen als auch bei erwachsenen Tieren. Im Gegensatz zu klinischen Beobachtungen aus Studien mit ADHS-Patienten erhöhte Methylphenidat bei Ratten weder das Volumen der weißen Substanz noch die kortikale Dicke. Dennoch war die DTI-basierte fraktionelle Anisotropie nach Behandlung im Jugendalter im vorderen Teil des Corpus callosum erhöht. Darüber hinaus wirkte Methylphenidat bei Jugendlichen und Erwachsenen unterschiedlich, erkennbar an einem reduzierten Striatumvolumen und einer verminderten Myelinisierung nach Behandlung im Jugendalter, obwohl keine nachteiligen Behandlungseffekte auf die funktionelle Aktivität des Striatums beobachtet wurden. Unsere Befunde kleiner, aber signifikanter altersabhängiger Effekte einer Psychostimulanzienbehandlung im Striatum gesunder Ratten unterstreichen die Bedeutung weiterer Forschung bei Kindern und Jugendlichen, die Methylphenidat ausgesetzt sind.

Langfristige orale Methylphenidatbehandlung bei jugendlichen und erwachsenen Ratten: Unterschiedliche Auswirkungen auf Hirnmorphologie und -funktion Beitrag lesen »

Ist Arbeitsgedächtnistraining wirksam? Eine metaanalytische Übersicht

University College London und Universität Oslo. Es wurde vorgeschlagen, dass Programme zum Training des Arbeitsgedächtnisses sowohl als Behandlung der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und anderer kognitiver Störungen bei Kindern als auch als Instrument zur Verbesserung kognitiver Fähigkeiten und schulischer Leistungen bei sich typisch entwickelnden Kindern und Erwachsenen wirksam sind. Die Effekte scheinen jedoch zwischen den Studien zu variieren, weshalb eine systematische metaanalytische Übersicht durchgeführt wurde. Um in die Übersicht aufgenommen zu werden, mussten Studien randomisierte kontrollierte Studien oder Quasi-Experimente ohne Randomisierung sein, eine Behandlung umfassen und entweder eine behandelte Gruppe oder eine unbehandelte Kontrollgruppe aufweisen. Dreiundzwanzig Studien mit 30 Gruppenvergleichen erfüllten die Einschlusskriterien. Die eingeschlossenen Studien umfassten klinische Stichproben sowie Stichproben sich typisch entwickelnder Kinder und Erwachsener. Metaanalysen zeigten, dass die Programme zuverlässige kurzfristige Verbesserungen der Arbeitsgedächtnisleistung bewirkten. Für das verbale Arbeitsgedächtnis blieben diese Nahtransfereffekte bei der Nachuntersuchung nicht bestehen, während für das visuell-räumliche Arbeitsgedächtnis begrenzte Evidenz darauf hindeutete, dass solche Effekte anhalten könnten. Noch wichtiger war, dass es keine überzeugenden Belege für eine Generalisierung des Arbeitsgedächtnistrainings auf andere Fähigkeiten gab (nonverbale und verbale Fähigkeiten, inhibitorische Aufmerksamkeitsprozesse, Wortdekodierung und Arithmetik). Die Autoren schließen daraus, dass Gedächtnistrainingsprogramme offenbar kurzfristige, spezifische Trainingseffekte erzeugen, die sich nicht verallgemeinern. Mögliche Einschränkungen der Übersicht (einschließlich Altersunterschieden in den Stichproben und der Vielfalt der einbezogenen klinischen Erkrankungen) werden benannt. Die aktuellen Befunde stellen jedoch sowohl die klinische Relevanz von Arbeitsgedächtnistrainingsprogrammen als auch ihren Nutzen als Methode zur Verbesserung kognitiver Funktionen bei sich typisch entwickelnden Kindern und gesunden Erwachsenen infrage.

Ist Arbeitsgedächtnistraining wirksam? Eine metaanalytische Übersicht Beitrag lesen »

Gruppenpsychotherapie bei Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung im Erwachsenenalter

Die Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) im Erwachsenenalter stellt einen Risikofaktor für komorbide psychische Störungen und negative psychosoziale Konsequenzen dar. Die bisher evaluierten Psychotherapiekonzepte zur Behandlung der ADHS im Erwachsenenalter basieren auf verhaltenstherapeutischen Ansätzen und zeigen positive Effekte. Sowohl kognitiv- als auch dialektischbehaviorale Therapieansätze wurden angewendet. Ziel der verschiedenen Konzepte ist einerseits der Umgang der Betroffenen mit der Kernsymptomatik der Erkrankung, andererseits aber auch mit assoziierten bzw. Rest- und Folgeproblemen (z. B. Komorbiditäten, Selbstwert- und interaktionelle Probleme). Von den bisher evaluierten Konzepten profitierten sowohl Patienten ohne Medikation als auch jene, die nach einer ADHS-spezifischen medikamentösen Behandlung noch Restsymptome aufwiesen hinsichtlich der Schwere der ADHS-Symptomatik sowie der Ausprägung anderer assoziierter Symptome (z. B. Depressivität, Angst). Es existieren auch erste Hinweise darauf, dass eine Kombinationsbehandlung aus Medikation und Psychotherapie einer alleinigen Medikation überlegen sein kann. Bei Gruppenkonzepten wird von den Teilnehmern die dabei mögliche gegenseitige Unterstützung als besonders hilfreich erlebt.

Im Folgenden werden die bisher vorliegenden Studienergebnisse untersuchter Gruppentherapieansätze für Erwachsene mit ADHS zusammengefasst sowie der Ablauf und Inhalt eines eigenen evaluierten Gruppenkonzepts exemplarisch vorgestellt.

Gruppenpsychotherapie bei Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung im Erwachsenenalter Beitrag lesen »

Emotionsregulationsdefizite im Kindesalter

Emotionsregulation. Die Fähigkeit zur Regulation von Emotionen stellt eine wichtige Entwicklungsaufgabe dar. Sie wird durch verschiedene Faktoren, wie die neurologische Entwicklung, das kindliche Temperament und das Erziehungsverhalten der Eltern maßgeblich beeinflusst.

Emotionsregulationsdefizite. Die aktuelle Forschung zeigt, dass Defizite der Emotionsregulation (d. h. der gehäufte Einsatz dysfunktionaler sowie die mangelhafte Anwendung funktionaler Regulationsstrategien) mit psychosozialen Beeinträchtigungen in Zusammenhang stehen. Zudem konnte eine grundlegende Beziehung von Emotionsregulationsdefiziten mit externalisierenden sowie internalisierenden Störungen des Kindesalters nachgewiesen werden.

Therapie. Mit dem Fokus auf Emotionsregulation in gezielten Behandlungsansätzen können diese viel versprechende Effekte erzielen. Eine Aufgabe für die zukünftige Forschung besteht darin, der spezifischen Funktion von Emotionsregulation für die Psychopathologie im Kindesalter weiter nachzugehen und diese Fähigkeit in die Therapie zu integrieren.

Emotionsregulationsdefizite im Kindesalter Beitrag lesen »

Einfluss von ADHS-Symptomen auf den Schweregrad der Symptomatik bei Autismus-Spektrum-Störung

Trotz der offiziellen Ausschlusskriterien für Autismus-Spektrum-Störung (ASS) und Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) in DSM-IV und ICD-10 zeigen Patienten mit ASS häufig ADHS-Symptome. Wir wollten den möglichen Einfluss von ADHS-Symptomen auf die autistische Psychopathologie in einer großen Stichprobe von Patienten mit ASS untersuchen. Wir prüften die Hypothese, dass Patienten mit ASS und zusätzlicher ADHS (ASS+) eine stärkere autistische Symptomatik zeigen als Patienten mit ausschließlich ASS (ASS−). Autistische Symptome wurden mit der Autism Diagnostic Observation Schedule (ADOS-G), dem Autism Diagnostic Interview (ADI-R) und der Social Responsiveness Scale (SRS) erfasst. Zur Messung der allgemeinen Psychopathologie und von ADHS-Symptomen verwendeten wir die Child Behavior Checklist (CBCL) bzw. die ADHD Rating Scale (FBB-ADHS). Gruppenunterschiede zwischen der ASS+- und der ASS−-Gruppe – die Gruppeneinteilung erfolgte anhand der FBB-ADHS-Ergebnisse – wurden mittels univariater Varianzanalyse (ANOVA) berechnet. Die ASS+-Gruppe zeigte eine stärkere autistische Symptomatik als die ASS−-Gruppe, gemessen mit SRS und ADI-R. Insbesondere auf der Subskala soziale Interaktion des ADI-R war die Symptomschwere in der ASS+-Gruppe signifikant höher. Hinsichtlich der mit ADOS-G gemessenen autistischen Symptome fanden sich keine signifikanten Gruppenunterschiede. Patienten mit ASS und zusätzlicher ADHS zeigten eine stärkere autistische Symptomatik als Patienten mit ausschließlich ASS. Nach unseren Ergebnissen ist die Möglichkeit einer gemeinsamen Diagnose von ASS und ADHS, wie sie für DSM-5 vorgesehen ist, in Übereinstimmung mit früheren Studien sehr sinnvoll, wird die Forschung vereinfachen und therapeutische Implikationen haben.

Einfluss von ADHS-Symptomen auf den Schweregrad der Symptomatik bei Autismus-Spektrum-Störung Beitrag lesen »

Ein neurophysiologischer Marker beeinträchtigter Vorbereitung in einer 11-Jahres-Nachbeobachtungsstudie zur Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

Hintergrund: Diese longitudinale elektrophysiologische Studie untersuchte den Verlauf mehrerer beeinträchtigter kognitiver Gehirnfunktionen bei der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter, indem Entwicklungsverläufe von Personen mit ADHS und typisch entwickelten Kontrollen verglichen wurden.

Methoden: Personen mit ADHS (N = 11) und unauffällige Kontrollen (N = 12), die im Kindesalter diagnostiziert worden waren [mittleres Alter ADHS/CTRL = 10,9 Jahre (SD 1,72)/10,0 Jahre (SD 1,03)], wurden nach 1,1 und 2,4 Jahren sowie im jungen Erwachsenenalter nachuntersucht [ADHS/CTRL: 21,9 Jahre (SD 1,46)/21,1 Jahre (SD 1,29)]. Zu allen vier Zeitpunkten wurden Karten ereigniskorrelierter Potenziale (ERP) während eines durch Hinweisreize gesteuerten Continuous Performance Test (CPT) aufgezeichnet. Im Mittelpunkt standen verbleibende Defizite im Erwachsenenalter sowie Entwicklungsverläufe (Zeit- und Zeit×Gruppen-Effekte) für CPT-Leistung und aufmerksamkeitsbezogene (Cue P300), vorbereitende (CNV: contingent negative variation) und inhibitorische (NoGo P300) ERP-Komponenten.

Ergebnisse: Alle ERP-Komponenten entwickelten sich ohne signifikante Zeit×Gruppen-Interaktionen. Nur die CNV blieb in der ADHS-Gruppe reduziert, obwohl 8 von 11 Personen im Erwachsenenalter die vollständigen Kriterien einer ADHS-Diagnose nicht mehr erfüllten. Gruppenunterschiede bei Cue P300 und NoGo P300 waren im frühen Erwachsenenalter nicht mehr signifikant. Die CNV-Parameter korrelierten mit Reaktionszeit (RT) und RT-SD. Die Wahrnehmungssensitivität verbesserte sich und die Entwicklungsverläufe der Gruppen näherten sich an, während RT-SD bei erwachsenen Personen mit ADHS weiterhin erhöht war.

Schlussfolgerungen: Aufmerksamkeits- und Vorbereitungsdefizite bei ADHS bestehen bis ins Erwachsenenalter fort, und die abgeschwächte CNV scheint einen besonders stabilen ADHS-Marker darzustellen. Obwohl aufgrund der kleinen Stichprobe einige Reduktionen von Defiziten unentdeckt geblieben sein könnten, stellen die Befunde jene Entwicklungsverzögerungsmodelle infrage, die postulieren, dass die meisten ADHS-bezogenen Defizite mit der Hirnreifung vernachlässigbar werden.

Ein neurophysiologischer Marker beeinträchtigter Vorbereitung in einer 11-Jahres-Nachbeobachtungsstudie zur Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) Beitrag lesen »

Die Wirksamkeit neuropsychologischer Trainingsverfahren bei Kindern und Jugendlichen mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

Aktuelle neuropsychologische Erkenntnisse zur Pathogenese von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörungen haben in jüngster Zeit verstärkt zur Untersuchung der Effektivität spezifischer Trainings- und Therapieverfahren der betroffenen kognitiven Defizite beigetragen. In der vorliegenden Übersicht wurden über eine Medline-Recherche die Ergebnisse bereits vorliegender neuropsychologischer Therapieverfahren zusammengetragen. Aufgrund der geringen Studienzahl auf diesem Gebiet wurden neben randomisierten Studien zum Teil Arbeitenmit geringerem Evidenzgrad einbezogen, zum Teil auch Einzelfallberichte. Als Suchwörter wurden verwendet: Kognitive Trainings und Behandlungsverfahren, neuropsychologische Behandlungsverfahren, computergestützte Behandlungsverfahren/- trainings bei ADHS. Die Ergebnisse der vorliegenden Studien lassen aufgrund der heterogenen Zusammensetzung der Studienkollektive, der Anwendung unterschiedlicher diagnostischer Kriterien, der Effektmessung, der Verwendung sehr unterschiedlicher Trainingsverfahren als auch der Behandlungsdauer nur sehr vorläufige Schlussfolgerungen auf derenWirksamkeit zu. Auch der Grad der Generalisierung von Therapieeffekten verbleibt bislang unklar. Trotz der oben genannten Einschränkungen weisen die vorliegenden Studienergebnisse darauf hin, dass neuropsychologische Therapieverfahren zumindest in der Behandlung einiger spezifischer kognitiver Defizite wirksam sein könnten. Als nächster Schritt wären Replikationsstudien unter der Verwendung vergleichbarer Therapiemodule und -bedingungen bei homogenen Stichproben erforderlich.

Die Wirksamkeit neuropsychologischer Trainingsverfahren bei Kindern und Jugendlichen mit Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) Beitrag lesen »

Die internationale Studie zur Prävalenz von ADHS bei Abhängigkeitserkrankungen: Hintergrund, Methoden und Stichprobe

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) wird bei Personen mit Substanzgebrauchsstörungen (SUD) zunehmend als komorbide Erkrankung erkannt. Dieser Beitrag beschreibt die Methoden und die Studienpopulation der International ADHD in Substance Use Disorders Prevalence (IASP)-Studie. Ziele der IASP sind, die Prävalenz von ADHS bei erwachsenen behandlungssuchenden Patienten mit SUD in verschiedenen Ländern und SUD-Populationen zu bestimmen, die Reliabilität und Validität der Adult ADHD Self-report Scale V 1.1 (ASRS) als ADHS-Screeninginstrument in SUD-Populationen zu untersuchen, das Komorbiditätsprofil von SUD-Patienten mit und ohne ADHS zu analysieren, Risiko- und Schutzfaktoren bei SUD-Patienten mit und ohne komorbide ADHS-Diagnose zu vergleichen und das Wissen über den Zusammenhang zwischen ADHS sowie Beginn und Verlauf von SUD zu erweitern. In dieser querschnittlichen, multizentrischen zweistufigen Studie wurden die Teilnehmer mit der ASRS auf ADHS gescreent, mit dem Conner’s Adult ADHD Diagnostic Interview for DSM-IV (CAADID) diagnostiziert und hinsichtlich SUD, Major Depression, bipolarer Störung, antisozialer Persönlichkeitsstörung und Borderline-Persönlichkeitsstörung untersucht. Insgesamt wurden 3.558 Personen aus 10 Ländern eingeschlossen. Davon hatten 40,9 % ein positives ADHS-Screening. Dies ist die bislang größte internationale Studie in dieser Population, die ADHS und komorbide Störungen untersucht. Copyright © 2013 John Wiley & Sons, Ltd.

Die internationale Studie zur Prävalenz von ADHS bei Abhängigkeitserkrankungen: Hintergrund, Methoden und Stichprobe Beitrag lesen »

Die Berechnung indikationsspezifischer Kosten bei GKV-Routinedatenanalysen am Beispiel von ADHS. Ein Methodenvergleich

Bei der Berechnung von Krankheitskosten auf Basis von GKV-Routinedaten sind nur diejenigen Ressourcenverbräuche anzusetzen, die mit der Zielerkrankung zusammenhängen. In der vorliegenden Studie wurden mit dem Kontrollgruppenansatz und der expertengestützten Methode 2 Ansätze zur Ermittlung indikationsspezifischer Ressourcenverbräuche verglichen und am konkreten Beispiel von ADHS die Vor- und Nachteile gegenübergestellt. Für die Studie standen anonymisierte Routinedaten der Techniker Krankenkasse (TK) aus dem Jahr 2008 zur Verfügung. Die Studienpopulation umfasste alle ADHS-Patienten sowie eine 5-mal so große Kontrollgruppe. Ergänzend zu den Datenanalysen wurde eine systematische Literaturrecherche durchgeführt. Die mit dem Kontrollgruppenansatz ermittelten inkrementellen Kosten lagen bei durchschnittlich 2902 EUR im Jahr pro Patient. Die mit der expertengestützten Methode ermittelten indikationsspezifischen Kosten waren um 923 EUR geringer. Dies liegt vor allem daran, dass durch den Vergleich mit einer geeigneten Kontrollgruppe die Kosten aller denkbaren Komorbiditäten und Begleiterkrankungen berücksichtigt werden. Mit der systematischen Literaturrecherche wurden 65 relevante Studien identifiziert. Beide Methoden besitzen spezifische Vor- und Nachteile. Entsprechende Limitationen sind bei der Studienplanung zu berücksichtigen.

Die Berechnung indikationsspezifischer Kosten bei GKV-Routinedatenanalysen am Beispiel von ADHS. Ein Methodenvergleich Beitrag lesen »

Der Einfluss von COMT Val158Met auf neuronale Korrelate von Delay Discounting bei adulten Patienten mit Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

In dieser Studie führten 37 adulte Patienten mit einer Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ein Delay Discounting (DD) – Paradigma aus, während gleichzeitig mittels Funktioneller-Nahinfrarotspektroskopie (fNIRS) die Gehirnaktivität der „Regions of Interest“ (ROIs) des Orbitofrontalen-Kortex (OFC) und des Dorsolateralen-Präfrontalen-Kortex (dlPFC) gemessen wurde. Mittels Fragebögen und eines Delay Discounting Tasks (DDT) wurden zusätzlich Verhaltensparameter erhoben und flossen in den Auswertungsprozess mit ein. Vorausgegangene Untersuchungen weisen auf ein hypofunktionel-les dopaminerges System bei ADHS-Patienten hin, welches mit der ADHS-Pathogenese in Zusammenhang gebracht wird. Vor allem im Präfrontalen-Kortex (PFC), bestehend unter anderem aus OFC und dlPFC, erfolgt die Metabolisierung von Dopamin durch die Catechol-O-Methyltransferase (COMT). Hierbei hängt die Metabolisierungsgeschwindigkeit vom genetischen COMT-Val158Met- Polymorphismus ab. Die Einflussnahme dieses COMT-Val158Met-Polymorphismus auf die kortikale Aktivität der ROIs und Impulsivität ist ebenfalls Gegenstand dieser Dissertation („Imaging Genetics“). Adulte ADHS Patienten zeigten eine verstärkte Aktivität des OFC der Entscheidungskategorie „verzögert“ im Verhältnis zu der Entscheidungskategorie „sofort“. Die gemessene Impulsivität korrelierte mit der kortikalen Gehirnaktivität „DD-Kontrast“. Es konnte kein Zusammenhang zwischen Verhaltensparameter und Gehirnaktivität mit dem COMT-Polymorphismus gezeigt werden. Die erhöhte Aktivität des OFC bei der Entscheidungskategorie verzögert unterstützt die These der „Delay Aversion“ des „Dual Pathway Model“. Eine enge Konnektivität der stark dopaminerg innervierten kortiko-striataler Strukturen in Form des OFC und der Amygdala, welche Einfluss auf die ADHS-Pathogenese nehmen, erscheint somit plausibel.

Der Einfluss von COMT Val158Met auf neuronale Korrelate von Delay Discounting bei adulten Patienten mit Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) Beitrag lesen »

Nach oben scrollen