Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung – Auch bei Hochbegabten?

Eine der Ursachen erwartungswidriger Minderleistungen von Hochbegabten (sog. Underachievement) ist die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS). ADHS steht für ein Störungsbild, welches primär durch erhebliche Beeinträchtigungen der Konzentration und Daueraufmerksamkeit, Störungen der Impulskontrolle, der emotionalen Regulation sowie fakultativ motorischer Hyperaktivität bestimmt ist. Ähnlich einer Legasthenie, einer anderen Teilleistungsstörung oder einer Entwicklungsstörung, vermag auch eine ADHS die Entwicklung der Begabungen und Entfaltung der Persönlichkeit von Hochbegabten nachhaltig zu behindern. Eine unbehandelte ADHS kann zu Hyperaktivität, zu starker Verträumtheit, zu Entwicklungs- und Lernstörungen, zu störendem Verhalten in Schule, Familie und Freizeit und in einigen Fällen auch delinquentem Verhalten, zu Suchterkrankungen, Depressionen, Angststörungen und anderen psychischen Erkrankungen führen. Die primär medikamentöse Therapie der ADHS ermöglicht in vielen Fällen, dass auch Hochbegabte mit einer ADHS sich und ihre Potenziale entfalten und die soziale Integration leichter vollziehen können.

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Autor:P. Rossi
Quelle:Deutsche Gesellschaft für das hochbegabte Kind e.v. (Hrsg.): Im Labyrinth. Hochbegabte Kinder in Sch
Jahr:2001
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