Neurotransmitterkonzentrationen im anterioren Cingulum und Cerebellum von Patientinnen mit Borderline-Persönlichkeitsstörung: eine MR-Spektroskopiestudie

Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob sich für die BPS veränderte Transmitterkonzentrationen im ACC sowie im Cerebellum nachweisen lassen. Dies wurde an einer Stichprobe von BPS-Patientinnen mit einer komorbiden ADHS untersucht. Einerseits wurden MRS-Messungen durchgeführt, die Konzentrationen der Metaboliten Glutamat, Glutamin, NAA, Kreatin und Myoinositol bestimmt und mit denen einer Gruppe gesunder Kontrollprobandinnen verglichen. Andererseits wurden Korrelationen zwischen Transmitterkonzentrationen und Aufmerksamkeits-leistungen (neuropsychologische Testung) sowie Psychopathologieparametern (Fragebögen) ermittelt.

Für den ACC ließen sich die Spektren von 14 Patientinnen und 18 Kontrollprobandinnen verwerten. Von 13 Patientinnen und 16 Kontrollprobandinnen konnten auch die cerebellaren Spektren verwendet werden. Im direkten Gruppenvergleich ergaben sich im ACC der Patientinnen signifikant erhöhte NAA- und Glutamatkonzentrationen. Ein Trend zu einer erniedrigten Glutaminkonzentration zeichnete sich ab. Diese Ergebnisse lassen vermuten, dass eine Veränderung des Glutamat- / Glutaminstoffwechsels im ACC für die BPS eine Rolle spielen könnte. Keine der im Cerebellum bestimmten Konzentrationen unterschied sich in den beiden Gruppen.

Vor allem für den ACC konnten Zusammenhänge zwischen Transmitterkonzentrationen und Aufmerksamkeitsleistungen – insbesondere für das Orientierungsnetzwerk – festgestellt werden. Zentrale Symptomkomplexe der BPS wie Dysphorie und Autoaggression, aber auch ADHS-Symptome, wiesen ebenfalls Zusammenhänge mit Metabolitenkonzentrationen des ACC auf. Die vorliegende Arbeit liefert damit bestätigende Hinweise auf die Wichtigkeit dieses Hirnareals für Emotionsregulation und Aufmerksamkeitsprozesse sowie deren Störungen. Für das Cerebellum zeigt sich ein Zusammenhang der Transmitterkonzentrationen mit dissoziativen Symptomen, ebenfalls typisch für die BPS. Die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit geben damit Anlass, die beiden betrachteten Strukturen bei BPS-PatientInnen in nachfolgenden Studien weiter zu untersuchen.

Kategorien: Komorbiditäten, Persönlichkeitsstörungen

H1-spectroscopy in patients with borderline personality disorder : anterior cingulate cortex and cerebellum

In our study we used H1-spectroscopy to examine the concentrations of Glu, Gln, NAA, Creatine and Myoinositole in 14 patients with borderline personality disorder and 18 healthy controls. Correlations with psychometric properties and permormance in attentional tasks were analysed. We found higher Glu concentrations in the anterior cingulate cortex in patients. There were no diferences in concentrations of the measured transmitters in the cerebellum. Attentional performance especially correlated with metabolite concentrations in the acc.

Kategorien: Comorbidities, Personality disorders

Typ:Dissertation
Autor:Miriam Marie-Anna Boeker
Quelle:http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/3140/
Jahr:2007
Keywords (deutsch):BPS, Borderline-Pers?nlichkeitsst?rung, Kleinhirn, Protonen-NMR-Spektroskopie, anteriores Cingulum, Glutamat
Keywords (englisch):anterior cingulate cortex, borderline personality disorder, H1-spectroscopy, cerebellum
DOI:---