Nichts Neues seit dem "kleinen Hans" und dem "kleinen Peter"?

Angststörungen zählen zu den häufigsten psychischen Störungen des Kindes- und Jugendalters. Sie beginnen sehr früh, sind zu einem erheblichen Anteil stabil und stellen einen bedeutsamen Risikofaktor für das Auftreten einer psychischen Störung im Erwachsenenalter dar. Die Therapieforschung der letzten Jahre hat gezeigt, dass Angststörungen im Kindes- und Jugendalter effektiv behandelt werden können. Allerdings ist die Wirksamkeit von Psychotherapie bislang nur für verhaltenstherapeutische Interventionen sehr gut belegt; die Datenlage für psychodynamische Interventionen oder nicht verhaltenstherapeutisch orientierte Familientherapie ist dagegen eher unbefriedigend. Aktuelle randomisierte Therapiestudien weisen nach, dass bereits Vorschulkinder mit kognitiver Verhaltenstherapie effektiv behandelt werden können. Anders als lange Zeit angenommen, scheint der Einbezug der Eltern in die Behandlung keine weitere Verbesserung des Therapieerfolgs mit sich zu bringen. Fragestellungen zur Effektivität störungsspezifischer Behandlungsansätze sowie Kombinationsbehandlungen aus Psychotherapie und dem Einsatz von Serotoninwiederaufnahmehemmern (SSRIs) werden in der Therapieforschung zunehmend aufgegriffen. Zusätzlich zu den «klassischen» KVT-Programmen gibt es erste vielversprechende Hinweise auf die Wirksamkeit neuer Behandlungskonzepte wie z. B. Attention Bias Modifikation (ABM) oder computerunterstützte Kognitive Verhaltenstherapie.

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Autor:V. Pflug, S. Seehagen & S. Schneider
Quelle:Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, 40, 2012, 21–28
Jahr:2012
Keywords (deutsch):---
Keywords (englisch):---
DOI:---